Taekwondo ist eine aus Südkorea stammende Kampfkunst, bei der Füße und Hände benutzt werden. Beim Taekwondo handelt es sich um eine koreanische Form der waffenlosen Selbstverteidigung, bei der bestimmten Schlag- und Stoßtechniken des Fußes (im Koreanischen: "Tae") und der Hand ("Kwon") besondere Bedeutung zukommt.
Zeichnungen auf alten koreanischen Gräbern lassen darauf schließen, dass es sich um eine sehr alte Form der waffenlosen Selbstverteidigung handelt. Taekwondo hat sich seit diesen Urformen auf der ganzen Welt verbreitet.
Lange Zeit wurde Taekwondo nur innerhalb Koreas ausgeübt, seit den 1960er Jahren arbeiten die Verantwortlichen des Weltverbandes WTF (World Taekwondo Federation) an der Vereinheitlichung und Verbreitung dieser Sportart. Im Jahr 1960 erhielt es den Status als Sportart. 1973 wurden die ersten Weltmeisterschaften ausgetragen.
Taekwondo bei den Olympischen Spielen
Die Olympische Geschichte der koreanischen Kampfkunst begann in Seoul 1988 als Demonstrations-Sportart. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul im Mutterland Südkorea sowie 1992 in Barcelona war Taekwondo eine Demonstrationssportart, erstmals ins olympische Programm aufgenommen wurde es für Frauen und Männer 2000 in Sydney. Im Jahr 1994 wurde Taekwondo in das offizielle olympische Programm aufgenommen. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney war das offizielle olympische Debüt. Seit dem erlebt unsere Sportart internationales Ansehen.
Taekwondo ist ein weiterer Kampfsport, der den Eingang in das olympische Programm gefunden hat. Die Premiere feierte Taekwondo dann bei den Olympischen Sommerspielen 2000 mit acht Bewerben, jeweils vier für Damen und für Herren. Taekwondo bei den olympischen Sommerspielen ist eine noch junge olympische Disziplin, weil sie erst im Jahr 2000 eingeführt wurde.
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Austragungsort 2024 in Paris ist das Grand Palais, ein architektonisches Meisterwerk im Herzen der französischen Metropole.
Olympische Gewichtsklassen
Gekämpft wird bei Olympischen Spielen jeweils in vier Gewichtsklassen, bei WM und EM gibt es je acht Kategorien. Anders als bei Welt- und Europameisterschaften gibt es bei den Olympischen Spielen 4 Gewichtsklassen, anstatt der üblichen 8.
Der Wettkampf
Zur olympischen Sportart wurde der so genannte Vollkontaktwettkampf (Kyorugi). Gekämpft wird nach strengen Regeln, der Sieger wird nach Punkten, durch KO oder durch Aufgabe des Gegners ermittelt. Ziel des Kampfes ist es, erlaubte Angriffe auf den Trefferflächen zu platzieren.
Die Kämpfe werden in drei Runden ausgetragen, während dieser versucht der Kämpfer Treffer zu erzielen, für die er Punkte erhält.
Es gibt zwei unterschiedliche legale Angriffsregionen:
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- Die Bereiche des Oberkörpers, die von der Schutzweste bedeckt werden; hier darf mit dem Fuß (unterhalb des Knöchels) und der Vorderseite der Faust angegriffen werden.
- Die zweite Angriffsfläche bildet das Gesicht einschließlich der Vorderseite des Halses. Dieser Teil darf nur mit dem Fuß angegriffen werden.
Um einen Punkt zugesprochen zu bekommen, muss der Treffer kraftvoll in den erlaubten Regionen gelandet und von mindestens zwei Punktrichtern gesehen werden.
Punkte werden für Techniken zum Kopf oder zur Brust vergeben. Einen Punkt erhaltet Ihr für Techniken gegen die Brust, 3 Punkte für Drehtritte gegen die Brust oder einen geraden Tritt zum Kopf und 4 Punkte für einen Drehtritt zum Kopf.
Der Kampfrichter kann Verwarnungen für leichte Regelverstöße und Strafpunkte aussprechen. Zwei Verwarnungen ergeben ebenfalls einen Strafpunkt. Der Strafpunkt wird für den Gegner als Punkt gewertet.
Ziel im Taekwondo ist es, den Gegner oder die Gegnerin zu treten und zu schlagen, ohne dabei selbst geschlagen zu werden. Gefragt sind schnelle Kombinationen aus Tritten und Schlägen über drei Runden von je zwei Minuten.
Es kommt im Taekwondo (übersetzt: „Der Weg des Fuß- und Faustkampfes“) nicht auf Brutalität an, vielmehr gilt es laut der Lehre, die gesamte Kraft genau im Moment des Schlages auf eine möglichst kleine Fläche wirken zu lassen, und dies möglichst schnell. Ebenso soll die gegnerische Kraft in die eigene fließen und diese dadurch effektiver machen. Auch verpflichten sich Taekwondo-Kämpfer*innen dazu, den Sport in anderen Lebensbereichen nicht zu missbrauchen.
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Elektronisches Wertungssystem
Gekämpft wird seit den Olympischen Spielen in Rio 2016 erstmals mit einem voll elektronischen Wertungssystem, wo Westen- und Kopftreffer elektronisch ausgelöst werden. Fausttreffer werden weiterhin manuell von Kampfrichtern gedrück. Das Wertungssystem ändert sich gelegentlich, um die Attraktivität der Sportart zu steigern.
Qualifikation und Turniere
Die Qualifkation für die Olympischen Spiele kann über unterschiedliche Wege erfolgen (Weltrangliste, kontinentales Qualifikationsturnier, Sieger aller-Grand-Slam-Turniere).
Neben den Olympischen Spielen finden zusätzlich alle 4 Jahre Olympische Jugendspiele statt.
Die deutschen Taekwondo Meisterschaften der unterschiedlichen Altersklassen finden jährlich statt und werden außerdem als Einzel- und Mannschaftswettkämpfe ausgetragen. Eine Taekwondo Bundesliga wurde in der Saison 2003/2004 nach dem olympischen Vorbild gestartet, um den Sport und den Wettkampf einem großen Interessentenkreis näher zu bringen. Beispiele hierfür sind die Turniere „Berlin Open“ oder „NRW Masters“.
Wie bei allen Kampfsportarten üblich, erfolgt auch hier eine Einteilung nach Geschlechtern in Taekwondo Gewichtsklassen und Altersklassen. Die genaue Definition der Klassen allerdings ist von Verband zu Verband unterschiedlich. Die oberste Regel gilt dem Befolgen der Befehle des Kampfrichters. Unterbrechungen des Kampfes kann nur der Kampfrichter veranlassen.
Erfolgreiche Nationen und Deutsche Erfolge
Erfolgreichste Nation im Taekwondo ist erwartungsgemäß die Heimat des Sports, Südkorea. Taekwondo ist ein weltweit verbreiteter Sport, bei dem in nationalen und internationalen Turnieren die besten Sportler ermittelt werden. Deutschland wartet nach der ersten Bronze- und Silbermedaille noch auf Gold.
Insgesamt konnte die DTU bei allen Olympischen Spielen (Senioren und Jugend) 6 Medaillen erkämpfen. Die erste deutsche Olympiamedaille bei den Männern gewann Weltergewichtler Faissal Ebnoutalib bei der Premiere in Sydney. Zwölf Jahre später holte Ex-Europameisterin Helena Fromm in London Bronze.
Taekwondo ist nicht nur als Sportart selbst interessant und die Bewerbe spannend, es ist auch die Vielzahl an Nationen, die in den ersten Bewerben bereits Medaillen erreichen konnten, bemerkenswert. Nationen, die sonst eher weniger Medaillenchancen haben, können auf erfolgreiche Vertreter zurückgreifen wie Afghanistan oder Nigeria sowie Iran. Wichtig zu wissen ist auch, dass es keinen Kampf um Platz 3 gibt.
