Methacrylsäuremethylester (MMA) ist eine farblose, ölige Flüssigkeit mit aromatischem Geruch. MMA ist leicht entzündlich, verdunstet leicht und hat einen Siedepunkt von 100,3 °C. Mit Wasser gemischt, sinkt der Siedepunkt von MMA auf 83 °C zu einem azeotropen Gemisch. MMA hat eine Dichte von 0,935 g/cm3. Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Herstellung von MMA
MMA wird vor allem aus Acetoncyanhydrin hergestellt, das mit Schwefelsäure zu Methacrylsäureamid umgesetzt und anschließend verestert wird. Acetoncyanhydrin wird aus Aceton und Cyanwasserstoff hergestellt. Methacrylsäuremethylester kann technisch auch durch zweistufige Oxidation von Isobuten und ohne Verwendung von Cyanwasserstoff hergestellt werden.
Stabilisierung und Polymerisation
Methacrylsäuremethylester wird, zur Vermeidung von spontaner Polymerisation, nach der Herstellung stabilisiert. Methacrylsäuremethylester kann, besonders wenn es Verunreinigungen enthält, spontan polymerisieren. Hierbei kommt es zu Druck- und Temperaturanstieg. Diese Polymerisation kann gezielt durch die Zugabe von Initiatoren, meist Peroxide, gestartet werden.
Anwendungsbereiche von MMA
Methacrysäuremethylester wird vornehmlich zur Herstellung von Acryglas (wie z.B. Plexiglas) verwendet. Weiterhin ist MMA der Hauptbestandteil jeder Dentalprothese aus Kunststoff. Dabei wird flüssiges MMA mit granuliertem PMMA (Poly-Methylmethacrylat) zu einem zähflüssigen Teig vermischt und ausgehärtet (polymerisiert).
MMA-Klebstoffe im Vergleich zu Epoxidharzen
Methylmethacrylate (MMA) haben den bedeutenden Vorteil, dass sie sehr geringe Anforderungen an die Vorbereitung der Fügeflächen stellen. Die Bruchdehnungen liegen zudem mit 50 - 100 % deutlich über EP. Schnelle Epoxies (5, 10 oder 30 min) stinken dagegen völlig ab, obwohl die Reaktionszeiten vergleichbar sind. Nur weil er nicht auf Epoxy basiert, heißt das nicht, dass er nicht sehr gut funktioniert.
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Verarbeitung von MMA-Klebstoffen
Handelsübliche MMAs sind meist in einer Doppelkartusche (Mischungsverhältnisse 1:1 oder 10:1) erhältlich, sodass eine Zwangsmischung (zudem noch mittels Mischrohr) gegeben ist. Da die Zugabe des Peroxids (das weiße Pulver) bei Stabilit Express händisch erfolgt, muss auf alle Fälle eine Überdosierung vermieden werden. Das Peroxid ist für den Start der Reaktion erforderlich, sodass eine zu geringe Menge ein untervernetzes MMA bewirkt. Das Material polymerisiert dann kaugummiartig aus. Das kann auch passieren, wenn beide Komponenten die Haltbarkeitsgrenze überschritten haben.
Tipps zur Anwendung von Stabilit Express und Alternativen
Ich persönlich klebe viele Sachen mit Stabilit Express ein. Da der Kleber sehr hart wird, kann es sein, daß er bricht, wenn die Stellen biegebelastet werden. Harz mit Baumwollflocken ist da dann eher geeignet. Aber die von Dir beschriebene Kombi hält sicher auch. Ich würde zum Beispiel einen Servorahmen mit Stabilit fixieren und dann später außen Mumpe aus 24 h drum machen. Servorahmen würde ich gleich mit 5 oder 15 min EP mit Fasermehl gefüllt verkleben. Oder an den Ecken damit punkten und dann später nachkleben. Mal davon abgesehen, dass auf ABS nichts besser funktioniert als Methylmethacrylat (siehe bereits beschriebene Eigenschaften). Ich habe hier Klebestellen aus meiner Jugend an den Schiffen (also teils über 40 Jahre alt), der Stabilit hält immer noch wie am ersten Tag. Aber 5-Min-Epoxy ist nur zum Heften minderbelasteter Teile gedacht, nie für Dauerbelastung.
MMA-Klebstoffe: Vor- und Nachteile
Ich verstehe garnicht warum die MMA Klebstoff in unserem Bereich so unpopulär sind. Auch für feldmässige Reperaturen ist das doch der perfekte Klebstoff . Stabilit Express ist da wegen seiner Farbe und dem Pulver Gedöns für mich nicht ganz ideal.
Weitere MMA-Klebstoffe
Stefan hast du zufällig noch Tips für andere MMA Klebstoffe, die in vergleichsweise geringen Mengen verarbeitet bzw. Otto Zeus ist eine gute Adresse. Otto Zeus, ist ja eigentlich die einzige Adresse, wo man das in geringen Mengen, als Privatmensch kaufen kann.
Eigenschaften von Methylmethacrylat-Klebstoffen
Methylmethacrylat-Klebstoffe sind zwei-komponentige Reaktionsklebstoffe, bei denen das eingesetzte Monomer - der Methylester der Methacrylsäure - durch radikalische Kettenreaktion polymerisiert wird. Zum Start der Polymerisationsreaktion wird ein reaktives Radikal benötigt, das meist aus einem Peroxid entsteht, wenn man diesem einen Beschleuniger zusetzt. Man kann daher sowohl das Peroxid im Methylmethacrylat-Monomer als eine Komponente als auch den Beschleuniger gelöst im Basis-Monomer als zweite Komponente in den Handel bringen. Eine andere Variante bringt das gesamte Monomer und das Peroxid in eine Komponente und verwendet als zweite Komponente nur noch den Beschleuniger.
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Anwendungsbereiche und Vorteile von MMA-Klebstoffen
Methylmethacrylat-Klebstoffe werden hauptsächlich zur strukturellen Verklebung von Metallen und Kunststoffen eingesetzt. Die wesentlichen Eigenschaften sind: hohe Festigkeiten (bis zu 25 N/mm²), bei 10:1-MMA-Klebstoffen zusätzlich auch hohe Elastizitäten (bis zu 120% Dehnung), schnelle Aushärtung (1 min. - 90 min. offene Zeit, handfest in 5 - 120 min.). Durch die Kombination aus hoher struktureller Festigkeit und Elastizität ergeben sich viele Vorteile im Vergleich zu anderen Klebstoffsystemen, die entweder hochfest, aber relativ spröde (zB. Epoxidharze) oder elastisch, aber mit geringer Festigkeit (zB. Polyurethan) sind. Dabei sind MMA´s absolut outdoor-geeignet (UV-, Chemikalien- und Wasserbeständig) und für Einsatztemperaturen von -40 bis +120 Grad C geeignet. Typische Anwendungen finden sich in der Automobilindustrie, beim Bootsbau oder in der Konstruktion bei Metallverbindungen.
Geeignete Materialien für MMA-Klebstoffe
Mit Ausnahme von Glas, Holz, Buntmetallen und den bekannt schwer verklebbaren Kunststoffen (zB.
Übersicht über verschiedene Klebstoffarten
In der Bio- und Technosphäre wird eine große Anzahl unterschiedlicher Klebstoffarten verwendet. Die Einteilung in Duroplaste, Thermoplaste und Elastomere, wie sie bei Kunststoffen üblich ist, ist bei Klebstoffen wenig sinnvoll. Es gibt Klebstoffe (besonders bei den Polyurethanen), die als Duromere, Elastomere und Thermoplaste aushärten.
Nassklebstoffe
Hierunter versteht man solche Klebstoffe, bei denen bereits der fertige Klebstoff, das heißt das Polymer an sich, in die Klebefuge eingebracht wird. Bei lösemittelhaltigen Nassklebstoffen liegt das Polymer in organischen Lösemitteln gelöst vor und wird so appliziert. Das Fügen findet zu einem Zeitpunkt statt, bei dem noch genügend Lösemittel in der Klebschicht vorhanden ist, um eine Benetzung der zweiten Fügeteiloberfläche zu gewährleisten.
Diffusionskleben
Lösemittelhaltige Nassklebstoffe können auch zum Diffusionskleben (Kaltschweißen) thermoplastischer Kunststoffe verwendet werden. Dabei werden beide Klebflächen mit dem Klebstoff bestrichen, der ein Lösemittel enthält, welches imstande ist, die Oberfläche der Fügeteile anzulösen. Nach kurzer Einwirkzeit werden die beiden Fügeteile unter Druck gefügt, wodurch sich die durch das Lösemittel freigelegten Polymerketten der angelösten Oberfläche - ähnlich wie die Borsten zweier Bürsten, die ineinander gedrückt werden - durchdringen und miteinander verschlaufen. Nach Entweichen des Lösemittels entsteht so nach einiger Zeit eine Verbindung, die rein auf Kohäsionskräften beruht.
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Dispersionsklebstoffe
Dispersionsklebstoffe nutzen in der Regel Wasser als mobile Phase (Dispersionsmittel), in der die Klebstoffbestandteile als Dispersion vorliegen. Nach Aufbringen auf die zu verklebende Fläche bricht die Dispersion durch Entweichen des Dispersionsmittels in die Fügeteile oder durch dessen Verdunstung in die Umgebung bzw. durch Veränderung des pH-Wertes. Nachteil ist allerdings, dass wasserbasierte Klebstoffe zum Abbinden längere Zeit oder mehr Energie benötigen. Außerdem sind Dispersionsklebstoffe frostempfindlich. Ebenfalls ist die Lagerung ein Problem, da Dispersionsklebstoffe meist mit normalen Leitungswasser hergestellt werden.
Schmelzklebstoffe
Schmelzklebstoffe - oft auch als „Hotmelts“ bezeichnet - sind bei Raumtemperatur fest und werden durch Aufschmelzen verarbeitbar. Die heiße Klebstoffschmelze wird auf das zu verklebende Teil aufgebracht und sofort mit dem zweiten Teil innerhalb der Offenzeit gefügt. Unmittelbar nach dem Abkühlen und Erstarren des Klebstoffs ist die Verbindung fest und funktionsfähig. Für den Hobby- und Kleinanwender kommen Schmelzklebstoffe in Form von Klebekerzen (Klebesticks) in den Handel, die mit Schmelzklebepistolen verarbeitet werden können. Schmelzklebstoffe sind lösemittelfrei, jedoch ist ihr Einsatz wegen der hohen Verarbeitungstemperaturen auf temperaturresistente Werkstoffe beschränkt.
Kontaktklebstoffe
Dazu werden zunächst beide Klebeflächen gleichmäßig mit Klebstoff bestrichen. Dann lässt man den Klebstoff so lange ablüften, bis der Klebefilm sich trocken anfühlt, das heißt bei der Fingerprobe keine Fäden mehr zieht und nur noch eine geringe Soforthaftung aufweist. Im nächsten Schritt müssen die Klebeflächen innerhalb der offenen Verarbeitungszeit exakt zusammengefügt werden. Eine Korrektur ist nicht möglich. Um eine gute Verklebung zu erzielen, ist es nötig, die Klebeflächen kurz unter möglichst hohem Druck zusammenzupressen. Ist ein Substrat flexibel, bedient man sich am besten einer Rolle, mit der ein hoher Liniendruck erzielt werden kann. Die Klebung ist sofort nach dem Fügen belastbar. Die Endfestigkeit wird nach einigen Tagen erreicht, wenn die Restlösemittel aus der Klebefuge entwichen sind. Verklebungen mit Kontaktklebstoffen sind nicht wärmestabil.
Plastisole
Bei Plastisolen sind in der Verarbeitungsform kleine feste Polymerkügelchen in einer flüssigen Phase verteilt. Nach dem Applizieren wird das Plastisol durch Wärmezufuhr geliert. Bei diesem Vorgang nehmen die Polymerkügelchen die Flüssigkeit - meist ein Weichmacher - auf, quellen und verwachsen so zu einer homogenen Schicht. Zur vollständigen Aushärtung nach dem Gelieren muss eine nochmalige höhere Wärmezufuhr erfolgen. Im Gegensatz zu den normalen Nahtabdichtungen auf PVC-Basis sind PVC-Plastisole nicht sehr dehnfähig. Besonders bei Relativbewegungen zwischen zwei Bauteilen kann ein PVC-Plastisol Risse bekommen.
Haftung von PVC-Plastisolen
Die Haftung der PVC-Plastisole auch auf beölten Blechen ist sehr gut und kann durch den Zusatz von Einkomponenten-Epoxidharzklebstoffen verbessert werden. Die Ölmenge sollte bei max. 3g/m2 liegen. Höhere Ölmengen verschlechtern die Anfangshaftung und Endfestigkeit sowie den Korrosionsschutz. Die Epoxi-Klebstoffe sind in der Lage, die Öle bei der Aushärtereaktion mit einzubinden. Das PVC-Plastisol an sich ist chemisch nicht reaktiv, so dass eine Einbindung der Öle nicht erfolgen kann.
Verarbeitung von Plastisolen
Für die nachfolgenden Prozesse der Lackierung müssen die beölten Bauteiloberflächen entfettet werden. Dies geschieht mittels wässrigen Reinigern im Tauch- bzw. Sprühverfahren. Um die noch nicht ausgehärteten Plastisole nicht auch abzuwaschen, werden diese in einem sogenannten „Rohbauofen“ bei ca. Die vollständige Endhärtung des Plastisols erfolgt während des Einbrennens der kathodischen Tauchlackierung bei ca.
Chemisch härtende Klebstoffe
Bei chemisch härtenden Klebstoffen, oft auch Reaktionsklebstoffe genannt, werden die einzelnen chemischen Bausteine für den Klebstoff im richtigen Verhältnis in die Klebefuge eingebracht. Bei 2-Komponenten-Klebstoffen (kurz: 2K-Klebstoffe) hat der Verarbeiter einen Klebstoff bestehend aus getrennten Bestandteilen, A- und B-Teil oder Binder (auch Harz genannt) und Härter genannt, die vor der Applikation im korrekten Verhältnis intensiv vermischt werden müssen. Durch das Mischen startet die chemische Reaktion zwischen den zuvor separat vorliegenden Bausteinen zum Klebstoffpolymer. Dies bedingt, dass 2K-Klebstoffe nur innerhalb der sog. Topfzeit verarbeitbar sind. Durch die fortschreitende Reaktion wird die angemischte Masse immer zäher und fester und kann schließlich nach Überschreiten der Topfzeit (= max.
Abbindezeit
Nach dem Einbringen des Klebstoffs in die Fuge folgt die Abbindezeit, in der sich die Endfestigkeit der Verklebung aufbaut. Diese Aushärtezeit wird stark von äußeren Einflüssen, besonders der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, beeinflusst. Temperaturerhöhung führt zu einer schnelleren Reaktion und meist auch einer höheren Festigkeit, während kühlere Temperaturen die Reaktionsgeschwindigkeit herabsetzen.
1-Komponenten-Klebstoffe
Bei 1-Komponenten-Klebstoffen (1K-Klebstoffen) wird eine schon gebrauchsfertig verkaufte Klebemasse in den Klebespalt gebracht. Der Klebstoff härtet dann durch Veränderung der Umgebungsbedingungen aus; dies kann beispielsweise durch Temperaturerhöhung, Zutritt von Luftfeuchtigkeit, Ausschluss von Luftsauerstoff oder Kontakt mit der Substratoberfläche geschehen. Bei der Polykondensation als Aushärtereaktion ist zu beachten, dass es sich bei der Polykondensation um die Abspaltung von niedermolekularen Molekülen, meist Wasser oder CO2 handelt.
Cyanacrylat-Klebstoffe
Cyanacrylat-Klebstoffe sind im Allgemeinen besser bekannt unter dem Begriff „Sekundenkleber“. Es handelt sich dabei um dünnflüssige oder bewusst eingedickte Ester der Cyanoacrylsäure, die in 1K-Form als Monomere in den Handel kommen und durch Polymerisationsreaktion im Fügespalt zum eigentlichen Klebstoffpolymer reagieren. Voraussetzung für den Start der Aushärtung ist das Vorhandensein polarer Gruppen, beispielsweise die OH-Ionen in der Feuchtigkeitsschicht an der Fügeteiloberfläche. Es handelt sich dabei um anionische Polymerisation, d.h. Nukleophile, wie z. B. organische Stickstoffverbindungen, Schwefelverbindungen, oder Alkohole und Wasser attackieren die Doppelbindung im Monomermolekül. Die Polymerisation läuft dann sehr schnell ab, so dass in Sekunden eine feste Verbindung hergestellt ist.
Anwendungsbereiche und Einschränkungen von Cyanacrylat-Klebstoffen
Bevorzugte Substrate sind Metalle, Glas oder Keramik, die einen extrem dünnen Klebespalt ermöglichen. Um etwas breitere Spalten zu füllen, wird durch Zusatzmittel die Viskosität angehoben oder durch Thixothropiermittel ein Gelzustand erzeugt. Cyanacrylat wurde ursprünglich 1942 von der Firma Kodak für das US-Militär als transparente, unzerbrechliche Zieloptik für Panzer entwickelt. Verklebungen mit Cyanacrylat-Klebstoffen sind nicht feuchtigkeits- oder temperaturstabil, da unter diesen Bedingungen das Polymer wieder gespalten wird. Außerdem lassen sich nur kleine Flächen richtig verkleben. Verbindungen lassen sich mit Hilfe von Aceton (syst.
Medizinische Anwendungen von Cyanacrylat-Klebstoffen
Spezielle Ester der Cyanacrylsäure finden auch in der Medizin zum Wundverschluss statt des Nähens Anwendung. Durch die feucht-warmen Umgebungsbedingungen lösen sich diese Verklebungen langsam wieder auf.
Probleme und Vorsichtsmaßnahmen bei der Verwendung von Cyanacrylat-Klebstoffen
Cyanacrylatklebstoffe können bei Anwesenheit von Wasser (z.B. auch bei zu hoher Luftfeuchtigkeit) schlagartig reagieren. Die dabei entstehende Verklebung hat hohe innere Spannungen und ist extrem spröde; sie kann keine oder nur geringe Kräfte übertragen. Man kann diesen an sich negativen Effekt aber auch nutzen, um versehentlich applizierten Sekundenkleber mit einigen Tropfen Wasser sofort auszuhärten. Bei Verklebungen auf Glasscheiben kann es durch die am Glas adsorbierten Hydroxid-Schichten ebenfalls zu schlagartigen Reaktionen kommen. Auf jeder Packung wird davor gewarnt, dass Haut und Augenlider sehr schnell verklebt werden können. Dies kann unter Umständen so schnell geschehen, dass man keine Zeit mehr zum sinnvollen Reagieren hat.
Erste Hilfe bei Verklebungen mit Cyanacrylat-Klebstoffen
Als Erste Hilfe bei Hautverklebungen wird empfohlen, mit warmen Seifenwasser und stumpfen Gegenständen die Verklebung zu lösen. Der Klebstoff löst sich mit der Zeit langsam von alleine, ggf. kann man warten bis die oberste Hautschicht von selbst abfällt und damit die letzten Klebstoffreste. Bei verklebten Augenlidern muss man einen Arzt konsultieren, wobei anzumerken ist, dass Cyanacrylatklebstoffe bei unmittelbarem Kontakt mit einem Auge schwere Schäden anrichten können und es daher gar nicht dazu kommen sollte. Die Anwendung von Aceton ist nur dann weitgehend sicher, wenn dies fern vom Gesicht und offenen Wunden geschieht.
(modifizierten) Acrylsäure-Estern
Diese Gruppe von Klebstoffen wird als 1K-System angewendet. Die eingesetzten Monomere von (modifizierten) Acrylsäure-Estern härten ebenfalls nach einem Radikalketten-Mechanismus ähnlich den Methylmethacrylaten aus. Besonders bei Metallen mit hohen passiven Eigenschaften wie zum Beispiel Chrom- und Edelstählen kann es aufgrund des Ionenmangels zu Fehlklebungen kommen.
UV-Acrylate
Ebenfalls durch radikalische Polymerisation härten diese 1K-Klebstoffe zu festen Polymeren, wobei die Bildung der Startradikale durch Bestrahlung mit UV-Licht (oder anderen Strahlenquellen wie Elektronen) hervorgerufen wird. UV-Acrylate sind ideal zum Verkleben transparenter Substrate. Im flüssigen Zustand besteht ein radikalisch vernetzender UV-Klebstoff überwiegend aus Monomeren und Photoinitiatoren. In diesem Zustand lässt sich der Klebstoff leicht dosieren. Durch die Einwirkung von UV-Strahlung werden die Photoinitiatoren in freie Radikale gespalten. Diese Radikale leiten die Bildung von Polymerketten ein.
Kationische Epoxies
Kationische Epoxies können auch zum Kleben von nicht transparenten Substraten eingesetzt werden. Im Unterschied zu den radikalisch härtenden Acrylatklebstoffen können die kationisch härtenden Klebstoffsysteme nach einer ausreichenden Aktivierung mit UV-Strahlung im Dunklen weiterhärten. Kationische Epoxies können für Anwendungen mit einem UV-durchlässigen Bauteil ebenso eingesetzt werden, wie für Anwendungen bei nicht UV-durchlässigen Werkstoffen. Bei Letzteren muss der Klebstoff nach dem Dosieren, jedoch vor dem Fügen mit UV-Strahlung aktiviert werden. Dual härtende Produkte mit mehr als einem Härtungsmechanismus hingegen sind geeignet für Anwendungen mit echten Schattenbereichen, die keiner Strahlungsquelle zugänglich sind.
Phenol-Formaldehyd-Harze
Wie schon der Name dieser Klebstoffgruppe sagt, sind die Basis-Bausteine Phenol (oder Phenol-Derivate) und Formaldehyd, die zu einem Polymer kondensiert werden. Dies war eine der ersten Reaktionen, die zu einem „Kunststoff“ (Bakelite) führte. In der Klebetechnik setzt man eine Mischung aus Phenol-Formaldehyd-Harz, das noch nicht hochmolekular polymerisiert ist, und einem Formaldehyd-Lieferanten ein. Dieses Gemisch bringt man als Lösung oder auch als Pulver in die Klebefuge ein und setzt die quasi unterbrochene Kondensationsreaktion durch Temperaturerhöhung auf ca. 160 bis 180 °C fort. Der resultierende Klebstoff hat eine gute Temperaturbeständigkeit, weshalb man dieses System besonders für temperaturbelastete Metall-Verklebungen nutzt.
Silicon-Polymere
Silicon-Polymere unterscheiden sich grundsätzlich von den anderen hier behandelten Polymertypen, da das Rückgrat der Silicone nicht wie bei den üblichen organischen Polymeren aus Kohlenstoffketten ausgebaut ist. Vielmehr wechseln sich in der Hauptkette Silicium- und Sauerstoff-Atome ab. Für die Kleb- und Dichtsysteme werden sog.
Silikal
Die Silikal, 1951 gegründet, entwickelt und produziert seit über 70 Jahren Reaktionsharze für den Schutz von Böden, Bauten und Infrastrukturen auf Basis Methylmethacrylat, Epoxid und Polyurethan. Die Vermarktung findet über das eigene Verkaufsteam, über Vertretungen, Fachverlegebetriebe des Handwerks, Bau- und Bautenschutz-Unternehmen sowie über Mittler wie Ingenieure, Planer und Architekten statt. Silikal produziert Reaktionsharze für Fußbodenbeschichtungen auf Basis von MMA, Epoxid und Polyurethan seit Jahrzehnten.
Weitere Klebstofftypen
- Methacrylat-Strukturklebstoffe sind zweikomponentige Klebstoffe zum Verkleben von Metallen, Ferriten, Kunststoffen und Keramik mit- und untereinander, die auch auf Aluminium beste Ergebnisse erzielen.
- Epoxidharz-Strukturklebstoffe sind Zweikomponenten-Reaktionsklebstoffe zum hochfesten und alterungsbeständigen Verkleben von stark beanspruchten Bauteilen. Die Produkte eignen sich für das Verkleben von Metallen, Keramik, Ferrit, Glas, Holz und einigen Kunststoffen.
- Anaerobe Klebstoffe sind ideale Produkte zum Sichern, Befestigen und Abdichten metallischer Gewinde, Flächen, Flansche und Rohrverschraubungen.
- Sekundenklebstoffe sind lösungsmittelfreie, einkomponentige Produkte für sehr schnelle, zuverlässige, leistungsstarke Verbindungen. Sie zeichnen sich aus durch hohe Schlagzähigkeit, Flexibilität, Temperaturbeständigkeit und Wechselklimabeständigkeit.
- RTV-Silikone sind dauerelastische Kleb- und Dichtstoffe speziell zum Verkleben und Abdichten von Glas- und Metallkonstruktionen, Gehäusen, Getriebeteilen und Flanschen. Bei ihrer Vernetzung entstehen keine korrosiven Spaltprodukte wie Essigsäure.
Schutzfunktionen durch Vergusslösungen
Unser Ziel ist es, durch unsere Vergusslösungen eine Schutzfunktion zu erreichen. Ebenso sind unsere Produkte speziell dafür ausgelegt, auch nach langem Einsatz und unter erschwerten Bedingungen ihre physikalische Schutzfunktion sowie elektrisch isolierenden und wärmeleitenden Eigenschaften beizubehalten.
Klebstoff-Terminologie
Im Folgenden werden einige wichtige Begriffe im Zusammenhang mit Klebstoffen erläutert:
- 1-Komponenten Klebstoff: Ein Klebstoff, der nicht angemischt werden muss.
- 2-Komponenten Klebstoff: Ein Klebstoff, bei dem beide Komponenten vor der Verarbeitung gemischt werden müssen.
- Abbinden: Festigung von Klebstoffen durch physikalische Vorgänge wie Trocknung oder Abkühlen.
- Ablüften: Verdunsten von Substanzen, die den Klebstoff flüssig halten.
- Adhäsion: Anhangskraft zwischen einem Fügeteil und einem weiteren.
