Im Universum der japanischen Kampfkünste schwingt das Wort „Oss“ oder „Osu“ häufig mit. Der genaue Ursprung dieses Ausdrucks bleibt ein Rätsel.
Es existieren mehrere Theorien über den Ursprung des Wortes - diese reichen vom Saga Clan, dessen junge Samurai im 18. / 19. Jahrhundert Osu als ersten morgendlichen Gruß verwendet haben, oder, daß sich diese jungen Männer mit dem Osu in ihrem sehr disziplinierten Verhalten gegenseitig gestützt haben, über die erstmalige Verwendung im „Budo Senmon Gakko„, einer Kampfkunstschule, bis zum japanischen Militär des 20. Jahrhunderts, welches aus Gründen der Effizienz den langen Morgengruß einfach gekürzt hat.
Historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass „Osu“ möglicherweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden ist.
„Osu“ gilt als Zeichen von Respekt, Empathie und Vertrauen. Traditionell wurde es beim Betreten und Verlassen des Übungsraums, bei der Begrüßung des Lehrers oder der Klassenkameraden oder beim Aufnehmen einer Lektion ausgesprochen.
Allerdings wird zumindest in unserem Dojo "Osu" als "Universalgruß" verwendet, zum Beispiel beim Betreten oder Verlassen des Dojos, wo es ja keinen Sinn machen würde, "Verstanden!" zu sagen. Am häufigsten ist die Übersetzung mit "Ja!", "Verstanden!".
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Was "Osu" ursprünglich bedeutet, läßt sich kaum mehr rekonstruieren, wenn Du zwei Experten danach fragst, bekommst Du drei verschiedene Antworten. Auch was die Wikipedia schreibt, ist nur eine von vielen Theorien.
Derzeit sorgt die Verwendung des Begriffs „Oss“ für Diskussionen, insbesondere unter Praktizierenden des brasilianischen Jiu Jitsu und MMA .
Zunächst einmal nutzen nicht alle Kampfsportler den Begriff. Mir ist er in erster Linie aus dem Karate bekannt.
"Oss" wird fast nur in der Stilrichtung "Shotokan" gebraucht; da er ursprünglich aus dem Umfeld der "JKA" (Japan Karate Association) stammt. "Oss" ist für japanische Muttersprachler vollkommen unverständlich, solange diese über keinerlei Erfahrungen im Karate verfügen.
Es handelt sich auch nicht um einen neuen Trend. Das japanische Wort "osu" soll von japanischen Karate-Lehrern gegenüber ihren US-amerikanischen Schülern als eine Art "Universalbegriff" genutzt worden sein.
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"Bereit!" "Verstanden!" "Ja!" oder als eine Art militärisch anmutender Gruß - diese Funktionen hat der Begriff, insbesondere im Karate übernommen. Das ist eine Respektsbekundung. Mit Oss kann man noch mehr ausdrücken.
Du sagst deinen Angriff an (z. B. Schlag zum Kopf - Jodan Zuki) und dein Partner sagt "Oss", wenn er bereit ist und weiß, wie er sich verteidigen will.
Wir möchten das natürlich mit euch teilen. Wir haben es erstmal kommentarlos kopiert. Wir werden die einzelnen Worte den Sprachen gemäß natürlich noch anpassen. Wir haben von unserer Schülerin für euch ein komplettes und wahrscheinlich in dieser Form das erste deutsche Wörterbuch plus Ratgeber für Brazilian Jiu Jitsu zur Verfügung gestellt bekommen.
Jeder versteht das "Oss" (osu) weiss, was gemeint ist. Wieso nicht? Weil irgendwelche Japaner dieses Wort nicht gebrauchen?
Heißt: Ich glaube, manchmal wird es tatsächlich einfach als pseudojapanisches "Alles klar, verstehe" (i.S.v.
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Grundlegendes Glossar für BJJ-Anfänger
Für Neulinge kann die BJJ-Terminologie am Anfang verwirrend wirken, aber keine Sorge - wir werden gemeinsam durch ein grundlegendes Glossar gehen, das euch hilft, die Sprache der Matte zu verstehen.
- Gi: Der Gi, auch als Kimono bekannt, ist das traditionelle BJJ-Kampfanzug. Der Gi wird während des Trainings und bei Wettbewerben getragen.
- No-Gi: Im Gegensatz zum Gi-Training bezieht sich No-Gi auf das BJJ-Training ohne den traditionellen Kampfanzug. Hier trägt man meistens Rashguards und enge Shorts oder Spats.
- Guard: Die Guard ist eine grundlegende Bodenposition, in der der Bodenkämpfer seinen Gegner mit den Beinen kontrolliert. Es gibt verschiedene Arten von Guard, wie die Closed Guard oder die Open Guard.
- Mount: Die Mount-Position tritt auf, wenn du auf dem Boden auf dem Gegner sitzt und dabei deine Beine neben seinen Hüften platziert. Dies ist eine dominante Position, von der aus Angriffe effektiv durchgeführt werden können.
- Submission: Eine Submission ist eine Technik, bei der der Kämpfer seinen Gegner zur Aufgabe zwingt, indem er beispielsweise einen Hebel oder eine Würge anwendet.
- Takedown: Ein Takedown bezeichnet eine Aktion, bei der ein Kämpfer seinen Gegner zu Boden bringt. Es gibt verschiedene Arten von Takedowns, wie den Single Leg oder den Double Leg Takedown.
- Sweep: Eine Sweep-Technik wird verwendet, um den Gegner aus einer unterlegenen Position zu werfen oder zu kippen, um selbst in eine dominante Position zu gelangen.
- Bridge & Roll: Bridge and Roll ist eine Grundtechnik, um sich aus der (Bottom-)Mount-Position zu befreien. Es beinhaltet das Aufbäumen des Beckens und das Rollen, um den Gegner zu überwinden.
- Side Control: Die Side Control (Seitenaufgabe) ist eine dominante Position, bei der du seitlich auf deinem Gegner liegst und seine Hüfte kontrollierst. Diese Position ermöglicht verschiedene Angriffsmöglichkeiten.
- Half Guard: Die Half Guard (Halbgarde) ist eine Position, bei der du mit nur einem Bein zwischen den Beinen deines Gegners eingeklemmt bist. Es gibt verschiedene Arten von Half Guard, wie die offensive oder defensive Half Guard.
- Escape: Eine Escape (Befreiung) ist eine Technik, die dazu dient, aus einer ungünstigen Position zu entkommen, um eine bessere Position einzunehmen. Escapes sind entscheidend, um sich aus heiklen Situationen zu befreien.
- Sparren/Rolling: Sparren oder Rolling bezeichnet das freie Kämpfen während des Trainings. Es ermöglicht den Kämpfern, ihre Fähigkeiten in einem realistischen Szenario anzuwenden.
- OSS: OSS ist ein häufig verwendetes Ausdruck im BJJ und symbolisiert Respekt, Hingabe und Entschlossenheit. Es wird oft am Ende des Trainings ausgerufen.
- Berimbolo: Der Berimbolo ist eine fortgeschrittene Technik, bei der du dich von einer unterlegenen Position aus in eine dominante Position rollst, oft ausgeführt, wenn der Gegner versucht, deine Guard zu passieren.
- De La Riva Guard: Die De La Riva Guard ist eine spezielle Guard-Position, bei der ein Bein zwischen den Beinen des Gegners eingeklemmt ist und das andere Bein den Knöchel des Gegners kontrolliert.
- Sankaku-Jime: Sankaku-Jime ist eine Würgetechnik, bei der du die Beine um den Hals des Gegners legst und Druck ausübst. Es ist eine effektive Submission aus der Guard.
- Triangle: Der Triangle ist eine Würgetechnik, bei der du den Kopf des Gegners mit den Beinen in Dreiecksform umschließt. Es wird oft aus der Guard angewendet.
- Ukemi: Ukemi bezeichnet die Fähigkeit, sich korrekt und sicher zu bewegen, wenn man geworfen oder zu Boden gebracht wird. Die Beherrschung von Ukemi ist entscheidend, um Verletzungen zu vermeiden.
- Drillen: Das Drillen bezieht sich auf das wiederholte Üben von Techniken, um Muskelgedächtnis aufzubauen und die Fähigkeiten zu verbessern.
Gi vs. No-Gi im Brasilianischen Jiu-Jitsu
Brasilianisches Jiu-Jitsu (BJJ) gehört zu den vielseitigsten Kampfkünsten der Welt. Ob mit traditioneller Uniform (Gi) oder ohne (No-Gi), beide Stile haben ihre ganz eigenen Vorteile, Herausforderungen und Trainingsmethoden.
Der Gi ist die traditionelle Uniform japanischer Kampfkünste wie Judo, Karate oder Aikido. Ein BJJ-Gi ist robuster und schwerer als die Uniformen anderer Kampfkünste. Die dicke Baumwolle hält Würfen, Ziehen und Griffen stand.
Im Gegensatz dazu verzichtet No-Gi auf den klassischen Anzug. Trainiert wird in enganliegenden Rashguards und Shorts. No-Gi verbindet Elemente verschiedener Grappling-Stile wie Ringen, Sambo und Submission Wrestling.
Der Gi ermöglicht es, den Gegner durch Stoffgriffe zu kontrollieren. Positionen wie Spider Guard oder Lapel Guard existieren ausschließlich im Gi.
Im No-Gi entfallen diese Griffmöglichkeiten - dadurch wird das Training schneller, explosiver und körperbetonter.
Nicht alle Techniken lassen sich 1:1 übertragen. Während Guard-Positionen im Gi stark auf Griffen beruhen, basieren No-Gi-Guards mehr auf Beinverhakungen und Körperkontrolle.
Im traditionellen Gi-BJJ gibt es ein klares Graduierungssystem von Weiß bis Schwarzgurt.
Im No-Gi gibt es keine Gürtel - stattdessen wird nach Erfahrungsstufen (Beginner, Intermediate, Advanced) unterschieden.
Ob im Gi oder No-Gi - beides ist Brasilianisches Jiu-Jitsu. Gerade Anfänger profitieren davon, sowohl Gi als auch No-Gi zu trainieren.
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