Der TSV 1860 ist der größte und älteste Sportverein in Spandau. Rund 3.500 Mitglieder hat er momentan. Der Behindertensport hat beim TSV Spandau einen besonderen Stellenwert.
Erfolge beim Landesturnier für Judoka mit Behinderungen
Der TSV Spandau hat beim 29. Landesturnier für Judoka mit Behinderungen in Lüneburg einen herausragenden Erfolg gefeiert. Der Wettkampf, organisiert vom Sportteam Lüneburg, bot eine großartige Plattform für Judoka mit geistiger Behinderung, ihre Fähigkeiten unter Wettkampfbedingungen zu zeigen und sich mit anderen Athletinnen und Athleten zu messen. Für unsere Judoka war es ein ganz besonderer Tag, da einige von ihnen zum ersten Mal an einem Wettkampf teilnahmen.
Das Turnier war nicht nur ein sportlicher Wettkampf, sondern auch eine Feier der Werte Mut, Respekt, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft und Freundschaft - Werte, die im Team des TSV Spandau an diesem Tag in jeder Sekunde spürbar waren.
Wettkampfklassen im ID-Judo
Beim Landesturnier wurden die Judoka in drei Wettkampfklassen (WK I bis III) eingeteilt, die entsprechend der motorischen und judobezogenen Fähigkeiten der Athleten differenzieren. In der WK III kämpften Judoka mit den stärksten Einschränkungen, während die Teilnehmer in der WK I kaum beeinträchtigt sind. Innerhalb jeder Wettkampfklasse wurden gewichtsnahe Gruppen gebildet, in denen jeder gegen jeden kämpfte. Diese Struktur gewährleistet faire Wettkämpfe, in denen alle Judoka, trotz der Unterschiede in ihren Fähigkeiten, auf Augenhöhe miteinander kämpfen können.
Der TSV Spandau konnte sich in allen Wettkampfklassen hervorragend platzieren.
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Platzierungen der TSV Spandau 1860 e.V. ID-Judoka:
- 1. Platz - Landesmeistertitel
- Josephine Zoske (WK I)
- Chayenne Zoske (WK II)
- Rico Klutz (WK III)
- 2. Platz
- Hans-Jürgen Zander (WK II)
- Sebastian Fasel (WK III)
- Robert Eichenseer (WK II)
- Dario Prodoehl (WK II, 1. Turnier!)
- 3. Platz
- Lucas Becker (WK III)
- Osman Aydogdu (WK II)
- Linus Bahlo (WK III, 1. Turnier!)
Die Freude über die erkämpften Medaillen war riesig, und der Teamgeist war an diesem Tag allgegenwärtig. Es wurde gemeinsam angefeuert, gefeiert und der Erfolg genossen.
Stolz und Dankbarkeit - Die Bedeutung des ID-Judos beim TSV Spandau
Der TSV Spandau ist unglaublich stolz auf seine ID-Judoka, die mit ihrem Engagement und Kampfgeist nicht nur auf der Matte, sondern auch abseits davon Zeichen gesetzt haben. ID-Judo ist für uns weit mehr als nur Sport - es ist eine Leidenschaft, die Menschen verbindet, das Selbstbewusstsein stärkt und die Gemeinschaft fördert. Das ID-Judo ist dabei eine der tragenden Säulen, die es Judoka mit geistiger Behinderung ermöglicht, ihre sportlichen Fähigkeiten zu entfalten und gemeinsam als Team Erfolge zu feiern.
Ein besonderer Dank gilt den engagierten Trainern Sven Neuber und Edina Bognar, die das ID-Judo mit Hingabe und Fachwissen leiten und den Athletinnen und Athleten helfen, ihr Potenzial auszuschöpfen.
Ebenso danken wir dem ID-Fanclub, der mit Anfeuern, Unterstützung, Fahrdiensten und Verpflegung für das Wohl des Teams sorgte. Ohne diese Unterstützung wären die Erfolge nicht möglich gewesen.
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Nicht zuletzt bedanken wir uns beim Sportteam Lüneburg für die großartige Ausrichtung des Turniers und die Bereitstellung einer Plattform, auf der sich die Judoka unter fairen Bedingungen messen konnten.
Reaktionen und Emotionen - Ein unvergessliches Erlebnis
Die Emotionen nach dem Turnier waren überwältigend. Die Freude über die Erfolge war in den strahlenden Gesichtern der Athletinnen und Athleten deutlich zu sehen. Für viele bedeutete dieser Wettkampf mehr als nur der Gewinn einer Medaille - es war ein Schritt in Richtung Selbstvertrauen, persönlicher Entwicklung und sportlicher Entfaltung.
Der Vorstand des TSV Spandau 1860 e.V. zeigte sich begeistert über die Leistungen des Teams:„Wir sind unglaublich stolz auf unsere Judoka. Sie haben nicht nur auf der Matte ihr Bestes gegeben, sondern auch gezeigt, was es heißt, füreinander da zu sein. Dieser Teamgeist macht unseren Sport so besonders.“
Auch die Familien und Betreuenden waren tief bewegt. „Es war überwältigend zu sehen, mit welcher Leidenschaft unsere Kinder und Jugendlichen gekämpft haben. Solche Erlebnisse bedeuten ihnen die Welt“, sagte eine Angehörige nach der Siegerehrung.
Ausblick
Die Erfolge in Lüneburg sind ein weiterer Beweis für die Bedeutung des Behindertensports beim TSV Spandau. Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft Judoka mit geistiger Behinderung die Möglichkeit zu geben, in einer unterstützenden und leistungsfördernden Umgebung zu wachsen und ihre Ziele zu erreichen.
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Mit Vorfreude blicken wir auf kommende Wettkämpfe und Herausforderungen und hoffen, die großartigen Erfolge von Lüneburg weiter ausbauen zu können.
Judo für die Jüngsten: TSV Spandau in der Kita
„Was ist die wichtigste Regel beim Judo?“ Judolehrer Dennis Martens vom TSV Spandau blickt in die Runde und versucht, die Aufmerksamkeit der Mädchen zu kriegen. „Wir sollen aufeinander aufpassen!“, schreien die Drei- bis Fünfjährigen durcheinander. Mit dem Regel-Satz kriegt er sie immer, das weiß er, und das nutzt Martens ganz gern. Denn schnell sind die Kinder im Turnraum der Kita Brauereihof mit dem Kopf woanders: Ein Mädchen will jetzt Matten umschmeißen, eines ist sauer, weil es beim letzten Spiel als Erste rausgeflogen ist, zwei streiten über einen angeblich angestoßenen Zeh.
„Das Schwierigste ist, die Kleinen bei Laune zu halten“, sagt Martens. Der 35-Jährige, groß, markanter Pferdeschwanz, strahlt bemerkenswerte Ruhe aus inmitten des wuselnden Haufens. Auch jetzt wird er nicht laut: „Wir kullern nun durch die Halle wie kleine Hundewelpen, auf geht’s.“ Meist funktioniert das, vor allem wenn es um süße Hundewelpen geht. Unbewusst können die Mädchen so richtiges Abrollen trainieren. Martens schmunzelt. Er findet, dass es gar nicht so schwierig ist, mit Kindergartenkindern Judo zu üben.
Für ihn selbst ist das hier Neuland: Erst seit Herbst unterrichtet Dennis Martens in der Kita, normalerweise ist er ehrenamtlicher Jugendtrainer beim TSV Spandau. Es ist ein Vorzeigeprojekt, der erste Judokurs überhaupt in einem deutschen Kindergarten, jedenfalls soweit die Verantwortlichen wissen.
Das Gerangel der Kleinen allerdings sieht zumindest für Außenstehende nicht sehr nach Judo aus. „Die Kämpfe sind natürlich nicht mit richtigem Judo zu vergleichen“, räumt Michael Pape, Vereinsmanager beim TSV Spandau, ein. Aber Hauptsache, die Neugierde der Kinder werde geweckt. „Wir wollen eine grundsätzliche Affinität zu Sport schaffen“ und beide Geschlechter gleichermaßen für den Kampfsport begeistern.
15 Kinder aus der Kita, zu etwa gleichen Teilen Jungs und Mädchen, sind aktuell beim Judotraining dabei. Martens findet es spannend, die unterschiedlichen Charaktere der Kleinen beim Training zu beobachten. „Das Geschlecht spielt in dem Alter fast gar keine Rolle“, sagt er. „Ob jemand Spaß am Judo hat, hängt vom Typ ab. Es gibt auch Mädchen, die ganz schön rau sind, oder Jungs, die sehr zurückhaltend rangehen.“
Aufkommendes Rollenverhalten versucht er auszubügeln. „Wenn ich ein Junge wäre, könnte ich jetzt gewinnen“, sagt eines der Mädchen zu Martens. „Du kannst auch als Mädchen gewinnen“, erwidert der Trainer. Und wendet sich dann an alle: „Es ist richtig, ihr sollt aufeinander aufpassen. Aber man muss auch nicht gleich stänkern, wenn einem mal jemand auf den Zeh tritt.“
In dem Zeitraum, in dem die Kinder an seinem Judotraining teilnehmen, sind sie Vereinsmitglieder des TSV Spandau. Ob sie aber langfristig dem Verein treu bleiben? „Das ist zumindest die Hoffnung“, sagt Martens.
Inklusion im Fokus: Der TSV Spandau als Vorreiter
Inklusiver Sport steht schon lange auf seiner Agenda. So gibt es beispielsweise ein Fitnessprogramm für Sehbehinderte oder ID/G Judo für Kinder mit geistiger Behinderung. Seit 2024 findet ein eigener Wettbewerb für hörbeeinträchtigte Hochspringerinnen statt.
Klaar: „Die Special Olympics 2023 in Berlin haben uns inspiriert. Wir wollten das weiterführen. Gehörlose kriegen besonders wenig Aufmerksamkeit. Ihnen wollten wir eine Plattform geben. Eine Spitzensportveranstaltung mit Wettkampfstatus, die inklusiv ist - ein Alleinstellungsmerkmal.
Das meint auch Karsten Häschel, Vereinsentwickler Inklusion beim Landessportbund Berlin (LSB): „Bei dem Thema Para-Sport mit nicht behindertem Sport zu verbinden, besteht noch viel Potenzial. Daher hat die Veranstaltung aus Sicht des LSB einen sehr hohen Stellenwert. Eine Beeinträchtigung, die man nicht sieht - die aber dennoch einen großen Einfluss hat: Die Athletinnen nehmen Umwelteinflüsse anders wahr, Coaching funktioniert nur über Gebärdensprache, auch das Fan-Erlebnis ist ein anderes. Anfeuerungsrufe und klatschen können die Springerinnen nicht hören - also winken die Zuschauer.
Der TSV Spandau ist Vorreiter. Er macht zahlreiche Inklusionssportangebote.
Engagement im Falkenhagener Feld
Seit seiner Gründung 2007 ist der Judo - Club Kano Berlin e.V. zu einer festen Größe im Spandauer Stadtteil Falkenhagener Feld geworden. Für viele der aus sieben Nationen stammenden Kinder und Jugendlichen ist es dabei weit mehr als nur ein sportliches Angebot. Durch die ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer werden soziale Werte wie Fair Play, Solidarität, Gemeinschaft, Teamgeist, aber auch Beharrlichkeit und Disziplin vermittelt. Viele der Aktiven - der Verein hat 200 Mitglieder - sind mit großem Eifer dabei.
JC Kano Berlin e.V. Sport aus dem F.F. Auch in diesem Jahr hieß es traditionsgemäß wieder Sport aus dem Falkenhagner Feld Ost.
Unser Verein hat sich hier im F.F. hervorragend etabliert und ist zu einer beachtlichen Größe gewachsen da das Konzept stimmt. Gefördert im Rahmen des Stadtteilmanagements für das Gebiet Falkenhagener Feld Ost mit Mitteln der EU, der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Berlin im Rahmen der Zukunftsinitiative Stadtteil, Programmteil Soziale Stadt.
Der Judo - Club Kano bot in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement F.F. Ost, auch in diesem Jahr ein umfangreiches Ferienprogramm an. Mit viel Begeisterung und Euphorie wurde es von Kindern, Jugendlichen und Eltern angenommen.
Der Judo Club Kano Berlin e.V. wurde auch bei diesem Event herzlich empfangen. Wir präsentierten eine gelungene Judovorführung die von unseren Judo Kids schon im Vorfeld hervorragend vorbereitet wurde. Besonders die Teamfähigkeit und die Kameradschaft unserer Judoka stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit, nur so kann ein soziales, familienfreundliches Falkenhagener Feld entstehen.
Interkultureller Austausch
Wie schon im letzten Jahr, konnten wir auch in diesem Jahr 18 Sportler unseres Partnervereins Judo-Club Fahaheel aus Kuwait bei uns herzlich willkommen heißen. Vom 08.07.2008 22.07.2008 führten wir eine interkulturelle Sportbegegnung mit Kindern und Jugendlichen aus dem Falkenhagener Feld, unseres Vereins JC Kano Berlin und Sportlern aus Kuwait durch.
Einen herzliches Danke dem Team des Stadtteilmanagements Falkenhagener Feld-Ost für die Unterstützung !!!
