Die UFC fährt zum Jahresabschluss am 30. Dezember mit UFC 232 noch mal richtig auf! Zwei Titelkämpfe werden nur von einem überschattet - der Rückkehr von Jon “Bones“ Jones.
Es scheint, als würden sich die Dopingbefunde von Jon Jones (22-1, 1NC) zu einer niemals enden wollenden Geschichte zu entwickeln. Jon „Bones“ Jones (22-1-0(1)) kämpft, und wie das nun einmal mittlerweile so ist, wenn Jon „Bones“ Jones kämpft, geht das Ganze nicht ohne Chaos über die Bühne.
Der vielleicht beste Kämpfer aller Zeiten hat eine positive Dopingprobe abgegeben. Zum dritten Mal. Und auch, wenn laut der UFC alles darauf hindeutet, dass er unschuldig ist, bleibt ein bitterer Beigeschmack.
Wie die UFC am Sonntag bekannt gab, wird der UFC 232 PPV am 29. Dezember von Las Vegas nach Inglewood verlegt. Der Grund dafür ist ein erneuter positiver Dopingbefund von Jones, der bei einem zufälligen Test am 9. Dezember festgestellt wurde.
Die Hintergründe des Dopingbefunds
Laut dem Statement informierte USADA die UFC am vergangenen Donnerstag darüber, dass Jones beim Test vom 9. Dezember positiv auf geringe Spuren von Dehydrochlormethyltestosteron getestet wurde. Dieses Mittel wurde bereits bei Jones' letztem positiven Dopingtest vom 28. Juli 2017 festgestellt.
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Die Verantwortlichen der USADA kamen nach eigenen Angaben durch die Lektüre von wissenschaftlicher Literatur über die Substanz, durch die regelmäßigen Kontrollen von Jones und durch die Beratung mit führenden wissenschaftlichen Experten zu dem Schluss, dass die "extrem geringe Menge an Dehydrochlormethyltestosteron mit der übrig gebliebenen Menge der letzten Enthüllung übereinstimmt".
Da Jones für dieses Vergehen bereits mit einer 15-monatigen Sperre belegt wurde, sieht sich die USADA nicht in der Pflicht, weitere Schritte gegen Jones in die Wege zu leiten. Seitens der USADA geht man also davon aus, dass die vor drei Wochen gefundenen Spuren an Turinabol noch aus dem Dopingfall vor einem Jahr stammen und schlicht nicht von Jones' Körper abgebaut wurden.
Darüber hinaus kommt die USADA zu dem Schluss, dass übereinstimmend mit früheren Fällen die geringe Menge von 60 pg/ml keinen leistungsfördernden Effekt habe.
Die Entscheidung der Nevada State Athletic Commission
Dieser Meinung schloss sich die Nevada State Athletic Commission (NSAC) jedoch nicht an. Da die Athletic Commissions der einzelnen Bundesstaaten für die Lizensierung der Kämpfer und die Regulierung der Events zuständig sind, haben sie in diesem Fall das letzte Wort.
Nach dem Bekanntwerden des positiven Dopingbefunds weigerte sich die Commission in Nevada Jones eine Lizenz für den Kampf auszustellen, bevor der Vorfall eindringlich untersucht wird.
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Die Verlegung nach Kalifornien
Die UFC entschied sich daraufhin, einen Umzug des Events nach California zu erwägen. So wurde Andy Foster, der Chef der California State Athletic Commission (CSAC), am Freitag in die Überlegungen eingeweiht. Laut eigener Aussage begutachtete Foster alle verfügbaren Daten und ordnete eine unangekündigte Urinprobe für Jones an, welche dieser ohne positiven Befund bestand.
Da Jones für den Bundesstaat California bereits eine Kampflizenz besitzt, gab Foster der UFC grünes Licht für die Verschiebung des Events von Las Vegas nach Inglewood. Auch Foster teilte die Auffassung, dass die festgestellten Spuren von Turinabol einen langfristigen Ursprung hätten und dass Jones kein weiteres Mal gedopt habe.
Kritik und Reaktionen
Nachdem die UFC nun am Sonntag die Entscheidung öffentlich machte und das Event am 29. Dezember offiziell von Las Vegas nach Inglewood verlegte, hagelte es von vielen Seiten Kritik für diese Entscheidung.
Mehrere Fighter auf der Card beschwerten sich darüber, dass sie von dieser Entscheidung nicht persönlich unterrichtet wurden und sie erst über die sozialen Medien davon erfuhren. Für sie beginnt nun genau wie für die Promotion ein logistischer Albtraum, nachdem sich die meisten Fighter bereits in Las Vegas eingefunden hatten.
Noch härter trifft es jedoch die Fans. Zahlreiche Fans äußerten ihren Frust darüber, dass ihre Eintrittskarten für die T-Mobile Arena nun wertlos seien. Insbesondere die Fans von außerhalb, die zusätzlich bereits Flug und Hotel gebucht hatten, müssen die Situation nun irgendwie meistern. Ein offizielles Statement über eine mögliche Rückerstattung von Kosten gab es bisher noch nicht.
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Währenddessen zweifelten viele Stimmen aus der MMA Gemeinschaft an den Aussagen der USADA und der CSAC. Um wieder in das Octagon zu steigen, musste Jones vor dem Ablaufen seiner Sperre laut Regelwerk mindestens einen negativen Dopingtest ablegen und sechs Monate ohne positiven Test überstehen.
Dass nun bei einem späteren Test ein positiver Befund festgestellt wurde, der noch von Jones' Dopingvergehen aus dem vergangenen Jahr stammen soll, erscheint in diesem Zusammenhang ziemlich unrealistisch.
Insbesondere die USADA bekam als nationale Anti-Doping Agentur, die damit auch für sämtliche US-amerikanischen Sportler in den olympischen Disziplinen verantwortlich ist, eine Menge Kritik um die Ohren geschlagen.
Jones' Reaktion und frühere Vergehen
Jon Jones selbst äußerte sich ebenfalls auf seinen Accounts über die Kontroverse, nachdem sein Rivale Daniel Cormier (22-1, 1NC) zuvor in den sozialen Medien darauf hingewiesen hatte, dass Jones erneut positiv getestet wurde.
Darüber hinaus bedankte er sich bei der USADA und der CSAC für deren Verständnis und Unterstützung. Sollte sich im Nachhinein bestätigen, dass es sich um ein erneutes Vergehen von Jones gehandelt hat, wäre dies bereits sein vierter positiver Dopingtest.
Diese Vorfälle führten dazu, dass Jones bereits dreimal einen Titel von der UFC wieder aberkannt bekam.
Das Event UFC 232
Trotz aller Kontroverse bleibt sein Rückkampf gegen Alexander Gustafsson eines der am heißesten erwarteten Duelle des Jahres. Außerdem mit von der Partie: Namen wie Cris „Cyborg“, Amanda Nunes, Carlos Condit, Chad Mendes und ein gewisser B.J. Penn.
Das Vorprogramm von UFC 232 wird auf dem UFC Fight Pass übertragen, der ab 5,99 Euro monatlich auf ufc.tv erhältlich ist. Das Hauptprogramm wird vom UFC Fight Pass für einmalig 14,99 Euro sowie von DAZN übertragen. Ein DAZN-Abo kostet monatlich 9,99 Euro, der erste Monat ist gratis. Für UFC-Events fallen dort keine weiteren Kosten an, auch nicht für das Hauptprogramm.
Startzeiten:
- Vorprogramm Teil 1 (ufc.tv): Sonntag, 30. Dezember, 0:30 Uhr
- Vorprogramm Teil 2 (ufc.tv): Sonntag, 30. Dezember, 2 Uhr
- Hauptprogramm (ufc.tv/DAZN): Sonntag, 30. Dezember, 4 Uhr
Hauptkampf: Jon Jones vs. Alexander Gustafsson
Was für die Fans vor Ort ein Ärgernis sondergleichen ist, dürfte für diejenigen, die vor den Bildschirmen schauen, kaum etwas an der Vorfreude ändern. Der Rückkampf um den Gürtel im Halbschwergewicht, den Champion Daniel Cormier mit Start des Events zwangsweise vakantieren wird, ist ein Blockbuster, wie die UFC sie selten noch bieten kann.
Das erste Duell im September 2013 war bereits ein Klassiker, bevor das letzte Rundenhorn ertönte. Und obwohl der mehrfach angesetzte Rückkampf nun Jahre später stattfindet als erwartet, ist der Zeitpunkt dafür gar nicht so übel. Keiner der beiden hat seinen Zenit überschritten, wie das oft bei solchen Blockbuster-Duellen der Fall ist, und beide haben ihre letzten Kämpfe überzeugend gewonnen.
Abseits aller Kontroversen, der Suspendierungen, abgesagten Termine und verschobenen Austragungsorte bleibt Jones vs. Gustafsson 2 einer der größten Kämpfe, die die UFC momentan ansetzen kann. Wenn die Neuauflage auch nur annähernd an den ersten Kampf herankommt, steht uns eine monumentale Nacht bevor.
Co-Hauptkampf: Cristiane Justino (c) vs. Amanda Nunes
Bei den Männern gibt es mittlerweile zwei Champions, die zwei Titelgürtel gleichzeitig halten konnten: Daniel Cormier und Conor McGregor. Am kommenden Wochenende, bevor Cormier seinen Halbschwergewichtsgürtel in Abwesenheit an Jones oder Gustafsson weitergeben wird, könnte Amanda „Lioness“ Nunes (16-4) die erste Frau werden, die die Höhen eines Doppel-Champions erklimmt.
Die restlichen Kämpfe von UFC 232: Wie üblich, bietet die UFC zum Jahresabschluss einige große Namen auf. Auf dem Hauptprogramm muss beispielsweise einer der größten Fan-Favoriten der Liga beweisen, dass er noch mithalten kann.
UFC 232: Jones vs. Gustafsson 2 - Vollständige Kampfliste
Samstag, 29. Dezember 2018, Inglewood Forum in Inglewood, Kalifornien, USA
- Titelkampf im Halbschwergewicht (DAZN/ufc.tv): Jon Jones vs. Alexander Gustafsson
- Titelkampf im Federgewicht der Damen (DAZN/ufc.tv): Cristiane Justino (c) vs. Amanda Nunes
Hauptprogramm (DAZN/ufc.tv)
- Carlos Condit vs. Michael Chiesa
- Ilir Latifi vs. Corey Anderson
- Chad Mendes vs. Alexander Volkanowski
Vorprogramm (ufc.tv)
- Andrei Arlovski vs. Walt Harris
- Cat Zingano vs. Megan Anderson
- Douglas Silva de Andrade vs. Petr Yan
- B.J. Penn vs. Ryan Hall
Vorprogramm (ufc.tv)
- Andre Ewell vs. Nathaniel Wood
- Uriah Hall vs. Bevon Lewis
- Curtis Millender vs. Siyar Bahadurzada
- Brian Kelleher vs. Montel Jackson
Jon Jones' Rückkehr und Sieg bei UFC 232
Am 30.12. kehrt Jon Jones im Hauptkampf von UFC 232 zurück. Im letzten Event des Jahres trifft er auf Alexander Gustafsson. Ein Re-Match gegen den einen Gegner, der Jon Jones so gefordert hat wie kein anderer!
Selbst Daniel Cormier konnte Jones in zwei Versuchen nicht derart in Bedrängnis bringen. Mit Jon “Bones“ Jones kehrt ein Kämpfer zurück, den viele für den besten MMA-Fighter aller Zeiten halten. Doch ist er auch einer der Kontroversesten: Zwei Dopingsperren, Drogen-Eskapaden und eine mehr oder minder eingeräumte Bereitschaft, dreckig zu kämpfen und die Regeln zu dehnen, machen Jones ebenfalls aus.
Jon Jones hat beim UFC 232 Alexander Gustafsson per technischem K.O. in der dritten Runde geschlagen und sich damit den Weltmeistertitel im Halbschwergewicht gesichert. Anschließend macht er seinem Erzrivalen eine Kampfansage.
UFC 232: Jon Jones erneut Weltmeister im Halbschwergewicht
Damit gewann Jones auch das Rematch, nachdem er schon vor fünf Jahren bei UFC 165 gegen Gustafsson in wohl einem der besten UFC-Matches aller Zeiten triumphiert hatte. Nun darf sich Jones erneut Weltmeister im Halbschwergewicht nennen, da der amtierende Champion Daniel Cormier seinen Gürtel nach dem Wechsel ins Schwergewicht abgegeben hatte.
UFC 232: Jon Jones fordert Daniel Cormier heraus
"Es fühlt sich großartig an", sagte Jones nach seinem Sieg. Der 31-Jährige nutzte die Gelegeneit, seinem größten Rivalen Comier herauszufordern: "Ich kenne da jemanden, der nennt sich sich Champ-Champ. Komm' und zeig' den Fans wirklich, dass du der Champ-Champ bist. Hol' dir deinen Gürtel zurück. Ich warte hier.
Streit mit Dana White
Der Streit zwischen UFC-Präsident Dana White und Halbschwergewicht-Champion Jon Jones eskaliert. White warf Jones am Rande der UFC Fight Night vor, dass er seinen eigenen Namen "beschmutzen" würde.
Zu viel für den UFC-Präsidenten. "In einem seiner Tweets sagte er, ich hätte seinen Namen beschmutzt. Ich habe Sie beschmutzt? Er hat sehr gut daran getan, ihn zu beschmutzen", erklärte er während einer Pressekonferenz.
"Er kann tun, was immer er will", so White. "Er will aussetzen, kämpfen, er kann tun, was immer er will. Er kann öffentlich sagen, was immer er will. Das ist sein verdammtes Recht in Amerika. Er kann sagen, was immer er will. Wenn er bereit ist, zurückzukommen, kann er das."
"Der Größte aller Zeiten zu sein, bedeutet nicht, dass man 30 Millionen Dollar bekommt. Es bedeutet, in der Lage zu sein, sich zu verkaufen", sagte White abschließend.
