Die Sportart Judo ist dafür besonders gut geeignet, weil es den Menschen in ihrer ganzen Person anspricht. Judo bietet viele verschiedene Bewegungsmöglichkeiten, sowohl im Stand als auch am Boden. Dabei lernen die Teilnehmer Techniken zum Fallen, Werfen und Halten.
Judo (jap. Judo/JiuJitsu Vorläuferformen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts für den Wettkampf angepasst. Es wurden alle tödlichen Techniken entfernt, um aus einer reinen Selbstverteidigungskunst ein Training für Körper und Geist zu machen. Die verbliebenen Techniken sind hauptsächlich Würfe, Haltetechniken, Hebel und Würger.
Die JUDO-Abt. besteht bereits seit dem 1.3.1973 beim TuS-Blau-Weiß, Lohne. Viele Judokas haben in dieser Abteilung Spaß und Freude an diesem Sport gehabt. Wir nehmen Kinder von mind. 6 Jahre und 1. Schuljahr auf. Jugendliche und Erwachsene sind herzlich willkommen.
Es besteht die Möglichkeit ein paar Mal zu „schnuppern“ beim Training. Judo ist ein toller Sport, der für alle Menschen geeignet ist, auch für Menschen mit Behinderungen. Inklusion bedeutet, dass jeder, unabhängig von seinen Fähigkeiten, die Möglichkeit hat, am Judo teilzunehmen und sich weiterzuentwickeln.
Judo für Menschen mit Behinderungen
Eine wichtige Zielsetzung ist, dass Menschen mit Behinderungen ihre Judo-Techniken verbessern können. Sie können auch höhere Judo-Grade erreichen oder an Wettkämpfen teilnehmen. Aber das Hauptziel von Judo für Menschen mit Behinderungen ist nicht nur der Wettkampf. Vielmehr soll es ihnen helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen.
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Neben der sportlichen Bewegung ist es wichtig, dass im Judo soziale Kontakte gefördert werden. Das Training ist ein Ort, an dem Freundschaften entstehen können. Unser Motto auf der Judomatte „Hauptsache alle haben Spaß an der Bewegung“ ist dabei sehr bedeutend.
Judo wirkt auch als Rehabilitationssport. Das bedeutet, dass er Menschen mit Behinderungen hilft, ihre Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit zu verbessern. In speziellen Gruppen, die von qualifizierten Übungsleitern betreut werden, können die Teilnehmer sicher und unter ärztlicher Aufsicht trainieren.
Besonders wichtig ist, dass alle Judokas, egal welche Einschränkungen sie haben, im Training respektiert und unterstützt werden. Jeder soll sich wohlfühlen und Vertrauen aufbauen. Durch die vielen Trainingspartner im Judo lernen die Teilnehmer, wie wichtig Teamarbeit ist, und entwickeln ihr Selbstbewusstsein weiter.
Ihr seid interessiert und wollt noch mehr wissen? Judo ist ein dynamisches Bewegungsangebot für alle Behinderten, weil es den behinderten Menschen ganzheitlich erfasst, weil behinderte Menschen diesen Sport mit ihrer ganzen Person betreiben und weil Judo für Behinderte spezifische Methoden, Techniken und Verfahren ausgebildet hat, die alles unterlassen, was zusätzlich schädigend oder störend wirken kann.
Judo bietet ein vielseitiges Angebot an Stand- und Bodentechniken. Durch die Ausbildung von Kombinations- und Kontertechniken, durch Übungen zum Fallen, Werfen und Halten ist die Sportart von sich aus so vielseitig strukturiert, dass eine differenzierte motorische Entwicklung beim Judosportler erwartet werden kann.
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Welche Zielsetzung steht dahinter? Ein Judoka kann seine Techniken verbessern, höhere Judo-Grade erwerben oder verschiedene Formen des Wettkampfsportes betreiben. Das Ziel des Judo der Behinderten besteht jedoch nicht primär darin, eine Judotechnik effizient, brillant und dynamisch auszuführen. Vielmehr will Judo dazu beitragen, den behinderten Menschen bei der Bewältigung ihrer Alltagsprobleme durch ein kleines Stückchen mehr an Selbständigkeit und Handlungskompetenz zu helfen. Neben den sportlichen Aktivitäten geht es um die Verbesserung der psychosozialen und gesellschaftlichen Situation durch Förderung von Kontakten und Kommunikation.
Trainingsgrundlagen des Judo sind partnerschaftliche Boden- und Standtechniken, Gemeinschaftsspiele und Entspannungsübungen. Unser Motto: Freude an der Bewegung
Judo als Rehabilitationssport
Judo wirkt mit den Mitteln des Sports ganzheitlich auf Behinderte oder von Behinderung Bedrohte ein und unterstützt als eine von vielen Maßnahmen den Therapieplan des Arztes. Dabei werden insbesondere die konditionellen Fähigkeiten Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit, sowie die koordinativen Fähigkeiten Gleichgewicht, Reaktion, Orientierung und Geschicklichkeit gefördert.
Judo als Rehabilitationssport umfasst sportliche Übungen in Gruppen unter ärztlicher Betreuung bzw. Überwachung. Dieser Sport darf nur von Übungsleitern mit einer besonderen Qualifikation im Rahmen von regelmäßig abzuhaltenden Übungsstunden durchgeführt werden. Die Sportart Judo bietet alle Voraussetzungen, um als Rehabilitationssport von den gesetzlichen Trägern der Rehabilitation anerkannt zu werden.
Judo mit Geistig- und Lernbehinderten
Bei geistig behinderten Menschen hat sich gezeigt, dass diese gerne raufen und sich auseinandersetzen. Durch dieses Raufen können sie aggressives Verhalten abbauen, ihr Selbstbewusstsein stärken und auch das Gruppenverhalten verbessern.
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Judo für Geistig- und Lernbehinderte wird erst seit Beginn der 80er Jahre angeboten. Häufig arbeiten hier die Judovereine mit den Einrichtungen für geistig Behinderte zusammen. Anfängern werden zunächst nur Bodentechniken gezeigt, da sie im Stand oft Gleichgewichtsstörungen haben. Im Boden ist eine kämpferische Auseinandersetzung möglich, ohne dass eine besondere Verletzungsgefahr besteht. Im Stand dominieren bei behinderten Judokas Beintechniken und Eindrehwürfe.
Mittlerweile werden für Geistig- und Lernbehinderte auch Wettkämpfe angeboten, unter anderem auch die Deutschen Meisterschaften.
Judo mit Verhaltensauffälligen und psychisch Kranken
Bei verhaltensauffälligen Menschen soll in erster Linie das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein gestärkt werden. Sie lernen im Judo ein besseres Verhalten dem Partner und der Gruppe gegenüber. Judo ist mehr als eine Freizeitbeschäftigung, denn es wird gezielt zur Unterstützung der Therapie eingesetzt.
Judo als Breitensport für Behinderte
Hier orientiert sich Judo primär an individuellen Normen und Leistungen und berücksichtigt besonders die Bedürfnisse nach Gesundheit, Geselligkeit, Spiel und Spaß. Tragende Elemente sind die Betonung nicht wettkampforientierter Inhalte und die Einbeziehung anderer Sportarten und vielfältigen Freizeitaktivitäten.
Judo als Wettkampfsport
Blinde und sehbehinderte Judoka kämpfen bei Welt- und Europameisterschaften sowie bei den Paralympics um Titel und Medaillen. Aber auch für Judoka mit einer körperlichen und geistigen Behinderung wurde auf internationaler Ebene ein sportliches Wettkampfsystem aufgebaut. Deutsche Judomeisterschaften sind bereits installiert, Europa- und Weltmeisterschaften werden folgen.
Wie sieht eine Judostunde aus?
Eine Judostunde beginnt und endet immer mit einem rituellen Grußzeremoniell. Die anschließende Erwärmungsphase beinhaltet gymnastische Übungen und interaktive Spiele. Der Judoteil besteht aus einem partnerschaftlichen Training von Fallübungen, Wurftechniken und Bodengriffen. Kämpferische Spiele und entspannende Phasen runden die Judostunde ab.
Vielen Menschen mit geistiger Behinderung kommt der eher reglementierte und teils ritualisierte Ablauf einer Judo-Übungsstunde bei der Bewältigung ihrer Probleme sehr entgegen.
Persönlichkeits- und Teamentwicklung
Persönlichkeits- und Teamentwicklung sind im Judo wichtig, weil psychosoziale Ressourcen - neben motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten - entscheidend für Handlungs- und Leistungsfähigkeit im Judo sind. Die Förderung psychosozialer Ressourcen und das Trainieren im Sinne der Judo-Werte und -Prinzipien können sich gegenseitig ergänzen.
Die Broschüre „Persönlichkeits- und Teamentwicklung - Förderung psychosozialer Ressourcen im Judo“ ist eine Arbeitshilfe, die Verbänden und Vereinen ihre tägliche Arbeit erleichtern kann. Die Publikation reiht sich in eine Folge von Publikationen zum gleichen Themenfeld in den Sportarten Basketball, Gerätturnen, Gewichtheben, Handball sowie für den Kinder- und Jugendsport ein.
Die Deutsche Sportjugend arbeitet seit dem Jahre 2001 erfolgreich mit Prof. Dr. Ralf Sygusch (Universität Jena) und seinem Team zusammen. Diese Zusammenarbeit ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Forschung Relevanz für die Praxis bekommen kann.
Ziele des Deutschen Judo-Bundes (DJB)
Das übergeordnete Ziel des Deutschen Judo-Bundes (DJB) ist es, die Mitgliederentwicklung in den nächsten Jahren zu stabilisieren und einen Aufwärtstrend einzuleiten. Weiterhin steht die Leistungssportentwicklung, der DJB als Dienstleister und die Öffentlichkeitsarbeit und entsprechendes Marketing im Mittelpunkt. Im strukturellen Bereich wurden bereits viele Veränderungen vorgenommen und Schritte für eine erfolgreiche Zukunft eingeleitet.
Die aktuellen weltweiten Krisen erschweren die ambitionierte Zielsetzung enorm und machen eine zeitliche Verschiebung dieser unumgänglich.
