Deutschrap ist bei der jungen Generation extrem populär. Rap ist das mit Abstand beliebteste Genre für junge Menschen. Das hat die neue Sinus-Studie zum Thema "Wie ticken Jugendliche?" festgestellt. Demnach ist Musik für Jugendliche aus allen Lebenswelten ein ständiger Begleiter. Laut der Sinus-Studie ist dieser Einfluss besonders groß bei jungen Menschen mit Migrationshintergrund oder aus schwierigen sozialen Verhältnissen.
Viele Rapper prahlen in ihren Songtexten gerne mit Statussymbolen wie teuren Autos, Klamotten und Schmuck. Grillz, Ringe, Ketten, Armreifen, eine Uhr: Kaum jemand veranschaulicht so gut, welche Bedeutung Schmuck im Hip-Hop hat wie Rapper Asap Ferg. Er erzählte in Interviews, wie er als Jugendlicher stets an den Läden von Tiffany & Co. vorbeilief, sich aber nie traute hineinzugehen, weil die Schmuckstücke für ihn unbezahlbar waren. Heute trägt er selbst Gold, Platin und Diamanten und wurde 2018 als erster männlicher Rapper zum Markenbotschafter von Tiffany ernannt. Schmuck im Hip-Hop ist also vielmehr als nur kunstvolles Geschmeide.
Im Kontext des Deutschrap spielt auch der Rapper 18 Karat eine Rolle. Wenn der Boss selbst schon die Buchstaben vergisst, wundert es auch nicht, wenn Schützling Majoe Den Strichcode mit der Postleitzahl verwechselt.Der Aufstieg von 18 Karat erscheint schon fast kometenhaft: Innerhalb von gerade einmal sechs Monaten verschafft er sich enorme Reichweite, Top-Ten-Platzierungen und ein Signing bei Banger Musik. Auch wenn der Grund seines Erfolgs manchem Beobachter schleierhaft vorkommt, so scheint der harte Straßenrap des Goldmaskenträgers doch einige Fans zu begeistern.
Viele Informationen über seine Person gibt 18 Karat, "aus Sicherheitsgründen", wie er behauptet, nicht preis. Auch die Maske sei eine Schutzmaßnahme: "Das liegt daran, weil ich ein Junge von der Straße bin und nicht ganz raus von der Straße und noch viel zu verstecken habe", erklärt er im Interview mit TV Strassensound. Das hindert den Dortmunder allerdings nicht daran, Videos via YouTube zu veröffentlichen, in denen er zeigt, wie er seine Drogen in einer Plastik-Wasserflasche versteckt. Seitdem arbeiten sie an einem gemeinsamen Album. "Pusha", das um die ultimative super-extrem limitierte Deluxe-Box nicht herum kommt, erscheint im April 2017. Der Nachfolger, auch wieder präsentiert von Banger Musik, erscheint im Jahr darauf.
Inhaltlich lassen sich 18 Karats Aussagen auf sämtlichen seiner Alben auf drei Sätze herunterbrechen:
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- Ich deale, seit ich 14 bin, und bin jetzt ein krasser, steinreicher Drogenbaron.
- Tut mir leid, Mama, wenn du deswegen weinen musst, aber so viel, dass ich deinetwegen mein Verhalten ändern würde, bedeutest du mir doch auch wieder nicht.
- Ich find' Rap und alles, das damit zusammenhängt, scheiße.
Seine Maske, die nach eigenen Angaben aus Blattgold besteht und einen Wert von 3.500 Euro haben soll (in einem späteren Track spricht er schon von "acht Riesen", schwankender Goldpreis?), liefere übrigens den Ursprung seines Namens: Pures Gold weist eine Reinheit von 18 Karat auf, heißt es in der in Umlauf gebrachten Mär.
Immer wieder gibt es Skandale aus der Deutschrapszene. 2022 wurde Rapper 18 Karat zu mehr als sechs Jahren Haft wegen Drogenschmuggels verurteilt. Über die strafrechtliche Verwicklung von Rappern wird oft berichtet, und viele von ihnen verarbeiten diese Erfahrungen in ihren Songs. Allerdings: Wenn deutsche Gangsterrapper wie Capital Bra, Fler, Schwester Ewa und ihre Kolleg*innen von Strafverfahren berichten, kommt die Staatsgewalt nicht gut weg. Polizisten, Staatsanwälte und Richter sind die Gegenseite, das Böse. Ihnen wird mit Ablehnung begegnet, Gewaltfantasien werden verbal ausgedrückt.
Im Drogenprozess vor dem Landgericht hat der Gangsta-Rapper 18 Karat ein Geständnis abgelegt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Dortmunder Gangsta-Rapper 18 Karat Geschäfte mit kiloweise Marihuana vor. Jetzt hat der Angeklagte trotzdem noch einmal die Flucht nach vorn angetreten. „Ich habe mich entschlossen, meine Tatbeteiligung einzuräumen“, hieß es in der vom Verteidiger verlesenen Erklärung. „Das war falsch, und es tut mir leid.
Tatsächlich hat sich der Rapper seit Beginn seiner Musikkarriere stets das Image eines knallharten Gangsters gegeben. Aber 18 Karat sei immer nur eine Kunstfigur gewesen, sagt er jetzt. Insgesamt gab der Rapper zu, an der Einfuhr von über 40 Kilo Marihuana nach Deutschland beteiligt gewesen zu sein. Um Geld sei es ihm bei den ganzen Geschäften nie gegangen, so 18 Karat. Er habe als Rapper immer gutes Geld verdient.
Es bleibt festzuhalten, dass der Deutschrap viele Facetten hat. Es gibt viele Rapperinnen und Rapper mit wirklich guten Texten sind positive Beispiele. Was mir gefällt: Der Deutschrap wird immer weiblicher. Trotzdem ist eine "grundaggressive" Stimmung in den Texten immer noch vorhanden. Musik ist Kunst, und es ist wichtig, dass Künstlerinnen und Künstler sich frei austoben können. Aber der Einfluss der Rapszene auf junge Menschen hat auch seine sehr dunklen Seiten, die man ernst nehmen muss.
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