WWE Wrestlerinnen Geschichte

Hast du schonmal von Wrestling gehört? Die Sportart wird als Schaukampf bezeichnet und dient der Unterhaltung. Sportler und Sportlerinnen gehen körperlich an ihre Grenzen. Wrestling hat seinen Ursprung in den 1860er Jahren. Vorgänger ist das Ringen. Ringen diente auf Jahrmärkten nicht nur der Unterhaltung. Das Ziel war, Geld durch Wetten zu verdienen. Erst in den 1920er wurde Wrestling als internationale Sportart in den USA anerkannt. Mit der Gründung der WWF (world-wrestling-federation) gab es regelmäßige Wettbewerbe und wöchentliche Shows.

Beim Wrestling wird vor der Show der Sieger oder die Siegerin des Kampfes festgelegt. Das Publikum weiß aber nicht vorher, wer gewinnt. In den meisten Fällen gewinnt die sportlichste und unterhaltsamste Person. Der genau geplante Ablauf ist auch der größte Unterschied zum Ringen. Der Kampf ist eine Kombination aus Choreographie und spontanem Handeln. Das bedeutet, eine geplante Bewegungsreihenfolge ist zwar vorhanden, aber alle Wrestler und Wrestlerinnen können eigene Elemente einführen. Die Beliebtheit beim Publikum der Wrestler und Wrestlerinnen ist ein wichtiger Punkt während des Kampfes. Manche Wrestler oder Wrestlerinnen sind so unbeliebt, dass sie ausgebuht werden, andere werden angefeuert.

Der Kampf beginnt, wenn die Ringglocke ertönt und endet in den meisten Fällen, mit dem sogenannten Pinfall. Hierbei wird der Gegner oder die Gegnerin auf den Ringboden gedrückt. Erst wenn die Schultern auf dem Boden liegen, fängt der Ringrichter oder die Ringrichterin an bis drei zu zählen. Beim dritten Schlag auf den Ringboden ist der Gegner oder die Gegnerin K.o. Alle Kämpfe finden in einem Ring statt, wie beim Boxen. Allerdings hat der Ring drei gespannte Seile auf jeder Seite und nicht vier. Der Ring ist viereckig und der Boden besteht aus gepolsterten Matten und Holz. Drumherum gibt es eine Absperrung, damit dem Publikum nichts passiert. Denn oft finden kleine Rangeleien auch außerhalb des Ringes statt.

Es gibt ein paar Untershows des WWE. Die älteste ist RAW oder auch “Monday-RAW” genannt. Seit 1999 gibt es den SmackDown, die erfolgreichste Wrestling-Show. Hier kämpfen die Superstars. Beim NXT handelt es sich nicht nur um einen Kampf, es ist eine Reality-Show mit Interviews, Reportagen und Hintergründen.

Frauen waren am Anfang nur neben dem Ring zum Anfeuern und als Unterstützung da. Heute ist dies anders. Jetzt haben Frauen eine eigene Liga in allen Untershows und im WWE und sind genauso beliebt wie die Shows der Männer. Sport oder Show? Männer- und Frauen-Wrestling unterscheiden sich heutzutage nicht mehr. Es gibt viele Untershows des Wrestlings, mit speziellen Events. Beim Wrestling sind zwar die Bewegungen geplant, aber der körperliche Einsatz ist sehr hoch. Wrestler und Wrestlerinnen müssen einen gesunden Körper haben und viel trainieren, damit die Verletzungen am Ende nicht so stark sind.

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Die "Women's Revolution"

Harte Schläge und schmerzhafte Bumps - Wrestling ist ein Sport für den Mann - dachte man zumindest in der früheren Wrestling-Welt. Heute ist der Begriff der „Women’s revolution“ ein Ausdruck für den Aufstieg des Frauen-Wrestlings. Heute präsentieren wir euch 10 taffe Kriegerinnen, die den Weg zur „Women’s Revolution“ geebnet haben:

  1. Diese Frau hatte erst niemand auf dem Zettel, doch sie hat es allen bewiesen: Bayley entwickelte sich von der kuscheligen und flauschigen Witzfigur zu einer sehr enstzunehmenden Wrestling-Frau. Als allererste Women‘s-Triple-Crown-Champion hat sie die längste SmackDown-Frauentitel-Regentschaft hinter sich.
  2. Die junge Britin hatte das Wrestling im Blut. Ihre Familie hatte eine lange Wrestling-Tradition und sogar eine eigene kleine Liga, in der sie ihre ersten Schritte tat. Eigentlich passte sie so gar nicht in das Bild der typischen Wrestling-Divas, die damals im Fernsehen auftraten. Doch sie kämpfte sich hoch und wurde zu einer der pulsierendsten Wrestlerinnen der Moderne.
  3. „The Boss“ ist eines der Gesichter der modernen Women‘s Revolution. Als Teil der „Four Horsewomen“ hat sie einen großen Teil zur respektablen Stellung von heutigen Wrestling-Frauen beigetragen. Mit ihren bunten Haaren und spannendem Charakter zieht sie die Aufmerksamkeit der Fans so auf sich, wie es heute nur noch wenige Frauen schaffen. Mit ihren Matches um die Raw-Women’s-Championship hat sie die Massen begeistert. Sie bestritt das erste „Hell in a Cell“-Frauenmatch beim gleichnamigen PPV und sprach sich auch öffentlich immer wieder für mehr Frauen im WWE-TV aus.
  4. Sie ist DAS Beispiel für den Aufstieg einer Frau im WWE-TV. Von 2011-2012 wurde sie noch als stereotype Diva eingesetzt, die Männern wie Kane, Daniel Bryan und CM Punk den Kopf verdrehte. Doch schon bald wuchsen ihre Ansprüche und sie wurde selbst Wrestlerin. Als dreifache Diva’s-Championesse ist sie bis heute eine der erfolgreichsten Frauen in der Geschichte des Wrestlings.
  5. Wie der Vater, so die Tochter. So war es zumindest im Falle von Ric Flair und Charlotte - sie kam, sah und siegte. In kurzer Zeit kämpfte sie sich an die Spitze der Frauen-Division und ist dort bis heute etabliert. In ihrer Karriere sorgte sie schon für das allererste Iron-Woman-Match bei WrestleMania, das sie gemeinsam mit Sasha Banks bestritt. Damit schrieb sie Geschichte.
  6. Diese Frau war sehr beliebt: Mit ihren spektakulären Moves im Lucha Libre Stil zog sie schnell die Aufmerksamkeit der Fans auf sich. Im Punk Rock Look wirkte sie gar nicht wie eine typische Frau dieser Zeit bei der WWF. Doch die Fans liebten sie. Viermal wurde der rockige Rotschopf zur Diva’s-Champion gekrönt, bevor sie 2006 in die WWE Hall of Fame aufgenommen wurde.
  7. Sie war Teil des ersten weiblichen Raw Main Events und des ersten Women’s Steel Cage Matches. Trish hatte einen schweren Start bei WWE, aber durch harte Arbeit und Leidenschaft schaffte sie den Durchbruch. Sie ist eine der größten Legenden der WWE, geschlechterübergreifend. Es gibt wenige Wrestlerinnen, die an ihre Beliebtheit herankommen. Sie ist eines der Gesichter der Attitude Ära.
  8. Das „neunte Weltwunder“ wurde sie genannt. In nur 4 Jahren bei der damaligen WWF hat sie viel bewegt. Sie trägt bis heute den Titel als einzige weibliche Intercontinental-Champion in der Geschichte, durfte als allererste Frau bei einem Royal Rumble Match mitwirken und nahm sogar am „King of the Ring“- Turnier teil.
  9. „The Man“ ist die wohl taffeste Irin, die die WWE je hatte. Mit ihren Mic-Skills zieht sie das Publikum besser mit als jeder Mann. Sie begeistert durch ihre coole Art und konnte mit ihrem Doppeltitelgewinn von Raw- und Smackdown-Women’s-Titel Geschichte schreiben. Sie ist der einzige „Man“ in der Frauen-Division und das stellt sie jedes Mal unter Beweis, wenn sie in den Ring steigt.

Tiffany Stratton: Eine moderne WWE-Wrestlerin

In wenigen Tagen, am 31. August 2024, ist es soweit: Der Bash in Berlin der WWE steigt in der Uber Arena in Berlin. Mit dabei beim ersten Premium Live Event der WWE in Deutschland wird auch Tiffany Stratton sein.

Sports Illustrated: Sie waren Turnerin, betrieben Bodybuilding und Gewichtheben. Nun sind Sie Mrs. Money in the Bank bei der WWE, der größten Wrestling-Liga der Welt.

Tiffany Stratton: Es ist eine recht lustige Geschichte. Ich habe Wrestling früher im Fernsehen geguckt. Aber erst durch meine Mutter hat sich das alles ergeben. Sie arbeitet als Krankenpflegerin und erzählte einem ihrer Patienten damals, dass ihre Tochter großer Wrestling-Fan sei und es selbst gerne probieren möchte. Zufällig kannte dieser Patient Greg Gagne, einen ehemaligen Profi-Wrestler und Trainer, und bot an, einen Kontakt herzustellen.

Stratton: Hauptsächlich natürlich bei den physischen Aspekten. Ich lasse in mein Moveset sehr viele Dinge aus der Gymnastik einfließen, wie beispielsweise den Handstandüberschlag oder auch bei meinem Finishing Move, dem Moonsault. Dabei springe ich auf das oberste Ringseil, mache einen Rückwartssalto und lande auf meiner Gegnerin.

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Stratton: In der Gymnastik lernt man, sich ruhig, gefasst und in sich gekehrt zu verhalten. Das hilft mir jedoch nicht für meinen Charakter. Sports Illustrated: Wie stellt sich dieser Charakter zusammen? Verhalten Sie sich im Ring ähnlich, wie daneben, wenn die Kamera aus ist?

Stratton: Ich denke schon, dass ich mittlerweile mehr ich selbst im Ring bin. Am Anfang war das anders, da war es phasenweise etwas übertrieben. Ich habe mich zum Beispiel von Sharpay Evans aus dem Film High School Musical inspirieren lassen. Ein sehr gemeines Mädchen. Ich glaube, jedes gemeine Mädchen aus Filmen war ein Stück weit Inspiration für mich.

Sports Illustrated: Nun ist diese Entwicklung sehr schnell passiert. Sie gaben vor fast genau drei Jahren erst Ihr Debüt bei NXT, der Nachwuchsliga der WWE. Nun sind Sie fester Teil von Smackdown und haben durch den Money in the Bank-Koffer die Chance auf ein Titelmatch.

Stratton: Als ich noch bei NXT war, hatte ich schon das Gefühl, dass alles zu schnell passiert. Ich hatte früher etwas Probleme beim Selbstvertrauen und dachte mir manchmal: „Warum ich?

Sports Illustrated: Können Sie beschreiben, wie es ist, im Jahr 2024 eine Wrestlerin zu sein? Wie stehen die Chancen für Mädchen und Frauen, in das Business zu kommen?

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Stratton: Vor allem in NXT bekommen Frauen sehr viele Chancen. Ich habe das Gefühl, dass es heutzutage relativ einfach ist, als Frau eine Wrestlerin zu werden und zu sein.

Sports Illustrated: Sprechen wir noch über die Zukunft. Sie sind Mrs. Money in the Bank. Sie besitzen also einen “Vertrag”, der Sie berechtigt, innerhalb des nächsten Jahres zu einem Zeitpunkt Ihrer Wahl ein Titelmatch einzufordern. Was macht das mit Ihnen? Vorfreude?

Stratton: Es ist definitiv aufregend. Gleichzeitig ist es auch etwas nervenaufreibend.

Sports Illustrated: Privat sind Sie in einer Beziehung mit Ludwig Kaiser, einem deutschen Wrestler, der ebenfalls bei der WWE unter Vertrag steht. Wie wichtig ist es, denselben Lifestyle zu leben?

Stratton: Vor allem, als ich noch bei NXT war, hat er mir wahnsinnig geholfen. Er ist mittlerweile trotz seines noch jungen Alters schon ein Veteran im Wrestling und half mir neben dem Wrestling auch an meiner Mentalität zu arbeiten.

Sports Illustrated: Mit Ludwig Kaiser sprachen wir bereits über den Bash in Berlin, dem ersten Premium Live Event der WWE in Deutschland, das am 31. August stattfindet.

Stratton: Ich glaube, Wrestling-Fans in Deutschland haben so lange auf so ein Event gewartet. Jetzt findet es endlich statt und ich bin mir sicher, dass die Fans unglaublich werden. Aber auch für uns Wrestler ist es immer wieder besonders, verschiedene Länder besuchen und erleben zu dürfen. Und: Ich lerne zum ersten Mal Ludwigs Familie kennen.

Die Entwicklung des Frauenwrestlings in der WWE

Bei WrestleMania 32 am Sonntag kommt es zum wohl spannendsten und besten Damen Match bei einer WrestleMania seit 2006, als Trish Stratus bei der 22. Auflage der größten Show des Jahres ihren Women's Title gegen Mickie James verteidigte. Seitdem stand der Titel der Divas Division erst zweimal auf dem Spiel, nämlich 2007 und 2014.

Doch das Standing der Frauen bei WWE hat sich in den letzten Monaten doch deutlich verändert. Nachdem es jahrelang nicht unbedingt darum ging, die besten Wrestlerinnen zu zeigen, sondern mehr auf optische Werte der weiblichen Rostermitglieder zu setzen, hat mit dem Arbeitsantritt von Triple H als Personalchef und Kopf der Talentschmiede ein Umdenken stattgefunden. Man engagierte mit Sara Del Rey eine erstklassige Wrestlerin als Cheftrainerin der Damen. Der Erfolg stellte sich schnell ein, wenn auch vorerst nur bei NXT, wo sich zunehmend Frauen als tatsächliche Athletinnen beweisen konnten.

Im Sommer 2015 schwappte dieser immer größer werdende Hype rund um das Frauen-Wrestling auf die Main Shows über, als mit Charlotte, Becky Lynch und Sasha Banks drei Eckpfeiler der NXT-Damen-Division bei RAW debütierten und damit die sogenannte "Divas Revolution" einleiteten. Nachdem der Fokus dabei Anfangs vor allem bei der Tochter von Ric Flair lag, haben sich nun alle drei Damen an der Spitze etabliert, weswegen es nicht verwundert, dass sie jetzt auch ein Triple Threat Match bei WrestleMania 32 um den WWE Divas Title bestreiten werden. Damit wurden erste Hoffnungen aller Fans bestätigt, die sich für das diesjährige Großereignis auch ein großes Damenmatch gewünscht haben.

Ein weiterer Wunsch, der nicht zuletzt auch von den meisten aktiven Frauen bei WWE formuliert wurde, scheint nun ebenfalls bald in Erfüllung zu gehen. So berichten mehrere Quellen übereinstimmend, dass bei oder einen Tag nach WrestleMania bei RAW der Divas Title abgeschafft werden und (wieder) durch die Women's Championship ersetzt werden soll. Gerade die aktuelle Championesse Charlotte äußerte sich zuletzt auch öffentlich kritisch über die aktuelle Titelbezeichnung und -optik.

So soll der neue Women's Title dem WWE World Heavyweight Title ähneln, jedoch etwas kleiner und mit weißem Leder ausgeführt sein. Eine dem großen Gürtel angelehnte Optik würde zweifelsohne die neugewonnene Bedeutung von Damen-Wrestling bei der McMahon-Promotion unterstreichen.