Deutsche Meisterschaft Kickboxen 2014: Ergebnisse und Erfolge

Die Deutschen Meisterschaften im Kickboxen fanden am 14. und 15. Juni 2014 in Wolfsburg statt. Bei den Titelkämpfen wurden unter den besten deutschen Kickboxern in den Disziplinen Point Fighting, Leicht- und Vollkontakt, Musikformen, Lowkick und K1 die Meister ermittelt. Es waren über 600 Kämpfer in den verschiedenen Gewichtsklassen am Start.

Im Congress Park Wolfsburg erlebten die Zuschauer spannende und sehr interessante Kämpfe auf höchstem Niveau. Antonino Spatola und seine zahlreichen Helfer haben alles getan, damit dieses Ereignis Werbung für das Kickboxen wird. Ein Highlight war sicher auch der Live Stream, mit dem viele Zuschauer zu Hause über Internet die Kämpfe am Bildschirm verfolgen konnten.

Dennoch dürften die meisten Kämpfer und deren Angehörige zufrieden die Heimreise angetreten haben. Die Bayerischen Sportler waren wieder durchaus erfolgreich. 20 Deutsche Meister kommen aus Bayern. Dazu erkämpfte man 14 Vizetitel und 24 Bronzemedaillen.

Am 14./15. Juni war der Höhepunkt des ersten Wettkampfhalbjahres im Kickboxen angesagt. Wolfsburg war dieses Mal der Austragungsort für die Titelkämpfe.

Ergebnisse des BDT Teams

Das Team war mit 19 Kämpfern (10 Erwachsene / 9 Jugendliche), die sich über die Bezirks- und Hessenmeisterschaft qualifizieren mussten, zu den Titelkämpfen angereist. Die erfolgreiche Bilanz des Wochenendes waren 3x Gold, 5x Silber, 8x Bronze, und fünf 5. Plätze. Fast alle BDT Sportler konnten einen Podestplatz und damit eine Medaille erkämpfen.

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Herausragende Kämpfer

Einer der herausragenden Sportler dieser Titelkämpfe war wieder einmal Fabian Fingerhut. Unser BDT Weltmeister dominierte erneut die Gewichtsklasse bis 89 Kg. Sein Gegner im Finale war Daniel Bohlmann, der immer wieder versuchte durch Klammern und verlassen der Kampffläche, sich den druckvollen Angriffen des Weltmeisters zu entziehen. Fabian ließ sich allerdings nicht beeindrucken blieb konzentriert und setzte mit seiner variablen Technik Punkt für Punkt. Mit zunehmender Kampfzeit wurde seine Überlegenheit immer deutlicher und so konnte sich Fabian in überzeugender Weise den 10. Titel sichern.

Wie schon bei der Hessenmeisterschaft war diese Gewichtsklasse jetzt auch auf Bundesebene eine reine Darmstädter Angelegenheit. In einem engen Finale sicherte sich Kiumars Kazerani den Titel vor unserem Internationalen Deutschen Meister Benjamin Braun. Nationalkämpfer Erik Herrmann, war nach seiner Schulterverletzung erstmals wieder am Start und gewann Bronze. Jens Peter belegte den 5. Platz.

In der Gewichtsklasse bis 74 Kilogramm konnten zwei weitere BDT Sportler überzeugen. Karim Asad scheiterte zwar im Halbfinale am Deutschen Meister Denis Hahne, konnte sich aber über Bronze freuen. Hans von Soest musste sich trotz starker Leistung im Viertelfinale geschlagen geben und belegte den 5. Platz.

Am zweiten Kampftag ermittelten die Jugendlichen ihre Meister. Unsere Nachwuchskämpfer konnten ebenfalls voll überzeugen. Bester männlicher Kämpfer mit Gold im Point Fighting und Silber im Leichtkontakt bis 42 Kg war der zweifache Internationale Deutsche Meister Vladislav Kraus. Das junge Darmstädter Ausnahmetalent dominierte im Point Fighting seine Gewichtsklasse und gewann Gold. Ebenfalls in beiden Disziplinen (-47 Kg) war Jan Isak-Sade am Start.

Beste Kämpferin bei der weiblichen Jugend war Melisa-Kiraz Özyalcin, deren überzeugende Leistung und Siegeswille mit einer Silbermedaille belohnt wurde.

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Ergebnisse der Hessenmeisterschaft am 25.05.14 in Gräfenhausen

Am 25.05.14 waren in Gräfenhausen die besten hessischen Kickboxer im Point Fighting, Leichtkontakt und Musikformen am Start, um sich für die am 14. und 15. Juni stattfindende Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Unser starkes Team wurde betreut von unseren Landestrainern Jimmy Iwinski und Oliver Hahl. Mit den gezeigten Leistungen war das Trainerteam sehr zufrieden.

Zu den Höhepunkten der Meisterschaft zählten unter anderen die Kämpfe des Internationalen Deutschen Meisters Vladislav Kraus im PF bis 155cm und Jan Isak-Sade der sich den Titel im Point Fighting (-165cm) und im Leichtkontakt (-49Kg) sichern konnte. Mit der beeindruckenden Bilanz von 8 x Gold, 6 x Silber, 8 x Bronze und vier 5. Plätzen kehrte das erfolgreiche BDT Team zurück.

Etwas unglücklich verlief das Finale für die BDT Hessenmeisterin Anna-Lena Kuhn in der Gewichtsklasse bis 65Kg. Mit einer etwas fragwürdigen Wertung in der letzten Sekunde der 3. Runde verlor sie ihren Kampf.

Das Finale bis 69 Kilogramm zwischen dem BDT Kämpfer Andre Espenheim und Andreas Evans (TV Ortenberg) war nichts für schwache Nerven. Es war ein Kampf auf Augenhöhe und beide Kämpfer gingen an ihre Grenzen.

Spektakulär war die Gewichtsklasse +94Kg im Leichtkontakt der Männer. Alle Plätze auf dem Podest gingen an BDT Sportler. Den Titel errang der Internationale Deutsche Meister, Benjamin Braun gegen seinen Vereinskameraden Jens Peter, der leider durch eine Fußverletzung behindert war.

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Insgesamt haben sich von unseren 25 gestarteten Sportlern 20 für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert.

Weitere Ergebnisse im Jahr 2014

Neben der Deutschen Meisterschaft und der Hessenmeisterschaft gab es weitere Wettkämpfe, bei denen hessische Kickboxer erfolgreich waren:

  • Challenge - Serie am 09.03.14 in Gräfenhausen und am 30.03.14 in Frankenberg
  • Austrian Classics am 12.04.14 in Innsbruck/Österreich
  • Bezirksmeisterschaft am 27.04.14 in Fulda
  • IDM - German Open am 10.05.14 in Ebern
  • Manus Trophy am 20. und 21.09.14 in Sandershausen
  • Deutschlandpokal am 11.04.14 in Leipzig

Tabellarische Übersicht der Ergebnisse

Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Ergebnisse hessischer Kickboxer bei verschiedenen Wettkämpfen im Jahr 2014:

Wettkampf Name Klasse Gewicht/Größe Platzierung
Challenge - Serie Frederik Lumpe Jugend, m. +165 cm 1. Platz
Challenge - Serie Kevin Trebing Herren -67 kg 1. Platz
Austrian Classics Murat Döke Junioren PF-63 kg 9. Platz
Bezirksmeisterschaft Fabrice Krüger Jugend, m. PF-145 cm 5. Platz
IDM - German Open Murat Döke Junioren PF-69 kg 5. Platz
Hessenmeisterschaft Fabrice Krüger Jugend, m. PF-135 cm 2. Platz
Deutsche Meisterschaft Frederik Lumpe Jugend, m. PF-69 kg 1. Platz
Manus Trophy Sara-Sophie Krüger Jugend, w. PF-46 kg 3. Platz
Deutschlandpokal Frederik Lumpe Jugend, m. PF-69 kg 2. Platz

Hall of Fame

In der „Hall of Fame" werden all diejenigen Sportler und Funktionäre aufgenommen, die durch ihre Taten und Leistungen den Kickboxsport nach vorne gebracht haben. Ohne diese Persönlichkeiten würde es den Sport Kickboxen in dieser Form nicht geben.

An erster Stelle dieser Hall of Fame steht natürlich der Gründer der Sportart Kickboxen, Georg F. Brückner. Er ist der „Vater des Kickboxsports", und ihm ist es zu verdanken, dass der Sport in der heutigen Form betrieben werden kann. Er organisierte die ersten Veranstaltungen und bald fanden sich viele Anhänger dieser neuen Sportart.

Dr. Ludger Dietze ist ein Mann der ersten Stunde. Zum Kickboxen kam er im Jahr 1977 über das Taekwondo. Seinen ersten internationalen Einsatz im Kickboxen bestritt er 1979 bei der EM in Italien. 1983 in London wurde er Weltmeister im Semikontakt. Seinen Abschiedskampf bestritt Dr. Ludger Dietze 1986 beim Europacup in Warschau. Danach zwang ihn ein schweres Hüftleiden zur Beendigung seiner aktiven Laufbahn. Dennoch blieb er dem Kickboxen mit ganzem Herzen verbunden. Zum einem als Trainer in seinem Verein und zum anderen als Funktionär in der WAKO. Er wurde 1987 zum Bundestrainer im Semikontakt berufen. In Deutschland leitete er über acht Jahre als Präsident die Geschicke des Verbandes. Unter seiner Führung wurden in Deutschland eine Welt- und Europameisterschaft ausgetragen. Auf Weltebene war Dr. Ludger Dietze von 1991 bis zum Jahr 2000 als Vizepräsident tätig.

Begonnen hat der Ausnahmeathlet im Alter von 16 Jahren mit dem Karate. Bereits zwei Jahre später bestritt er die ersten Wettkämpfe im Semikontakt-Kickboxen. 1978 wechselte er dann zur Königsdisziplin, dem Vollkontakt-Kickboxen. Insgesamt wurde Ferdinand Mack viermal Europameister und viermal Weltmeister der Amateure. 1988 wechselte er ins Profilager und wurde im gleichen Jahr in Mannheim Europameister der PKO, dem damaligen Profiverband, der mit der WAKO zusammenarbeitete. Weltmeister der PKO und Intercontinental Champion der ISKA wurde Ferdinand 1991. Nach seiner aktiven Laufbahn war Ferdinand Mack von 1987 bis 2011 Bundestrainer im Vollkontakt-Kickboxen. In dieser Tätigkeit hat er zahlreiche Welt- und Europameister mitgeprägt.

Für Peter Zaar sind die Tugenden Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Gerechtigkeit, Freundschaft, Disziplin, Respekt und Anerkennung nicht nur leere Worte, sondern Lebensinhalt. Er versucht, diese Eigenschaften auch an seine Schüler weiterzugeben. Begonnen hat er in den 70er Jahren mit dem Kickboxen in Köln. Unter Anleitung von Georg F. Brückners Schüler Gustav Baaden begann er seine Kickboxkarriere in der er vier Deutsche Meistertitel im Leicht - und Semikontakt erkämpfte. Seit 1990 ist Peter Zaar Bundestrainer im Leichtkontakt Kickboxen. Er zählt mit unzähligen Erfolgen auf nationaler- und internationaler Ebene weltweit zu den erfolgreichsten Trainern. Sein hervorragendes Lehrbuch über das Kickboxen - "von den Grundlagen bis zum Hochleistungstraining" - ist ein wegweisendes Standardwerk zum modernen Kickboxen für Sportler und Trainer. Seit 1990 modifiziert Peter Zaar federführend das Prüfungsprogramm der WAKO Deutschland als Schnittstelle zum Wettkampf und entwickelte die Voraussetzungen für eine landesweite Trainerausbildung. Dazu gehört auch die langjährige Kooperation mit dem IAT in Leipzig und Dr. 1999 wurde Peter Zaar zum Präsidenten der WAKO Deutschland gewählt. Peter Zaar betreibt nicht nur Kickboxen, Peter Zaar lebt das Kickboxen.

Im Jahr 1979 begann Werner Sossna mit dem Kickboxen. Nach sportlichen Erfolgen auf Landes- und Bundesebene konzentrierte er sich auf seine Tätigkeit als Trainer und Funktionär für den Bayrischen Landesverband und die WAKO Deutschland. Er ist eine Kickbox Legende.

Peter Harbrecht erzielte seine Erfolge durch einen kompromisslosen und technisch Brillanten Kampfstil, der gepaart war mit einer ungeheuren Schlagkraft in Fäusten und Füßen. Mit harten Kombinationen, eisernem Willen, großer Disziplin, ja fast mathematischer Präzision, Logik und Ästhetik dominierte er das Kampfgeschehen von 1977 - 1979.

Andreas begann 1974 im Alter von 14 Jahren mit dem Kampfsport. Der leidenschaftliche Sportler, der für den Kampfsport lebte wie kaum ein anderer, trainierte schon in jungen Jahren mit sehr viel Disziplin, Ausdauer und Fleiß. Einen seiner größten Erfolge feierte er mit 19 Jahren auf der WM in Tampa/Florida. Er wurde Einzel- und Mannschaftsweltmeister im Semikontakt Kickboxen. Mit dem damaligen German Power Team, in dem sich die besten Kämpfer Deutschland befanden, sammelte Andreas immer mehr internationale Erfahrung. Doch das Allroundtalent konnte sich auch im Voll- und Leichtkontakt und bei den Formen mehrere deutsche Meistertitel erkämpfen. Aufgrund seiner herausragenden sportlichen Leistungen wurde er 1995 Bundestrainers im Semikontakt Kickboxent. 1990 eröffnete er sein Fitnessstudio in Bad Nauheim. Dazu absolvierte Andreas 1995 sein Diplom Fitnesstrainer und Aerobic A-Trainerschein. Seit 1997 ist er zusätzlich Ausbilder bei Lead international for Fitness and Health. Andreas hat dem Sport viel gegeben und war immer ein Vorbild für die jungen Sportler.

Birgid Sasse, 3-fache WAKO Weltmeisterin und 3-fache Tae Kwon Do Weltmeisterin, ist mit Sicherheit Deutschlands erfolgreichste Leichtkontakt Kickboxerin und Taekwondo Kämpferin aller Zeiten. In der WAKO gewann Birgid von 1985 - 2001 insgesamt 10 Deutsche Meister Titel im Semi- und Leichtkontakt Kickboxen, sowie zwei Internationale Deutsche Meisterschaften und folgende Weltmeisterschaften der WAKO: 1993 in der Klasse -65 kg in Atlantic City/USA, 1994 in der Klasse -65 kg in Venedig/Italien den der WAKO Pro und 2001 in der Klasse -70 kg in Maribor/Slowenien. Daneben gewann Birgid unzählige Bronze und Silber Medaillen bei Europa-, Welt- und Internationalen Meisterschaften.

Mit Gustav Baaden verbindet man viele Jahrzehnte Kampfsporterfahrung. Bereits 1953 trainierte er im Charlottenburger Box - Club, bevor er 1962 in die bekannte Sportschule von Georg F. Brückner in Berlin wechselte. Unter Georg F. Brückner lernte er Taekwon Do und Selbstverteidigung.

Am Sonntag, dem 2. Juli 2006 ist der Gelsenkirchener Rüdiger Hermann im Alter von 41 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben. Rüdiger Hermann war jahrelang Mitglied der Nationalmannschaft im Leichtkontakt-Kickboxen. Er war Jugend-Landestrainer von NRW.

Im Alter von nur 12 Jahren betrat Michael Kuhr zum ersten Mal das Sportstudio Blankenburg in der Luxemburger Straße in Berlin Wedding. Er wollte TAE-KWON-DO lernen. Sehr schnell wurde Michaels außergewöhnliches Talent vom Trainer P. Blankenburg erkannt und zielgerichtet gefördert. Charakterzüge, die auch heute noch den Grundstein für dauerhaften Erfolg legen. Er wurde in der Klasse bis 57 kg auf Anhieb Berliner Meister. Seine erste wirkliche Bewährungsprobe stand dann mit nur 16 Jahren bevor: die Deutsche Meisterschaft im Full-Contact Kick-Boxen. Diesen Erfolg konnte Michael noch 9-mal wiederholen. Im Jahr 1979 wurde er bei den Weltmeisterschaften in Florida als 17-Jähriger Vize-Weltmeister. Später wechselte er ins Profilager.

Seine ersten Erfahrungen sammelte er im Judo und Boxen. 1965 wechselte zu Georg Brückner um Tae Kwon Do zu lernen. Mitte der 70er Jahre, Peter Blankenburg hatte mittlerweile sein eigenes Kampfsportstudio, folgte er gerne der Einladung zur Gründung eines Verbandes für eine neue, einzigartigen Kampfsportart. Peter Blankenburg war nicht nur Mitgründer sondern auch langjähriger Geschäftsführer der WAKO Germany sowie Präsident der WAKO Berlin. Bei den meisten Turnieren die in Berlin und Deutschlandweit stattfanden stand er als Organisator seinem Freund G. Eiserner Wille, Disziplin und vor allem seine mentale Stärke machten Klemens Willner so erfolgreich. Denn wo einige seiner Konkurrenten pure Muskelkraft einsetzen, kämpft Willner vor allem mit dem Kopf. Die Faszination und Begeisterung für den Kampfsport packt Klemens schon früh. Kickboxen ist für Willner eine der ehrlichsten Sportarten, der verborgene Stärken freisetzen kann. Von Beginn an hat er das Ziel Weltmeister zu werden. Konsequent verfolgt er seinen Traum. Mit 13 Jahren beginnt er in Berlin bei Georg F. Brückner mit dem Training und bereits nach einem Monat legt er seine erste Gürtelprüfung ab. 1983 tritt Klemens zu seinem ersten Vollkontaktkampf an.