Die Faszination des Kampfsports liegt in der Mischung aus Disziplin, Technik und dem fairen Wettbewerb. Ein wichtiger Bestandteil jedes Wettkampfs ist das Reglement, das die Regeln und Bestimmungen festlegt. Im Folgenden werden einige Aspekte des Kampfsports beleuchtet, die im Zusammenhang mit der Oberbayerischen Meisterschaft im Taekwondo relevant sein könnten.
Allgemeine Aspekte des Kampfsports
Kampfsport / Kampfkunst fängt an und hört auf mit Respekt. Respekt und gegenseitige Wertschätzung ist die Basis für einen guten Umgang miteinander. Ein achtsames und gutes Miteinander ist u.a. ein Schlüssel zum Lernerfolg in den Kampfkünsten.
Lehrgänge und Weiterbildungen
Am 16. November 2024 fand in der 3-fach-Schulturnhalle in Hebertshausen ein groß angelegter Spendenlehrgang des Deutschen Dan-Träger und Budo-Lehrer Verbandes e.V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Jiu-Jitsu Ring Erich Rahn e.V. statt. Mehr als 100 Kampfsportbegeisterte aus unterschiedlichen Disziplinen und Stilrichtungen nahmen an dem Event teil. Das Ergebnis? Ein abwechslungsreiches Programm mit hochkarätigen Referenten bot alles, was das Kampfsportherz begehrt: Von Selbstverteidigung gegen Schlägerangriffe, Messer- und Stockangriffe bis hin zu Techniken aus dem Kickboxen, Krav Maga und MMA war alles dabei.
Auf Einladung der Abt. Jiu-Jitsu u. Shaolin-Tempel-Boxen des TSV 1847 Weilheim e.V., fand ein 2-tägiger Lehrgang mit den Themen Jiu-Jitsu / Selbstverteidigung / Shaolin-Tempel-Boxen in Zusammenarbeit des Deutscher Jiu-Jitsu Ring Erich Rahn, mit der Internationalen Assoziation für Asiatische Kampfkünste und dem Deutschen Dan-Träger und Budo-Lehrer Verband e.V. statt. Es kamen ca. 30 Teilnehmer aus Berlin, Köln, Augsburg, Hebertshausen und Weilheim. Von den sechs vorab besprochenen Trainingseinheiten, wurden vier am Samstag und zwei am Sonntagvormittag gegeben.
Am Ende des Lehrgangs wurde Christian Brandt zum 8. Dan Zen-Do-Karate sowie zum 7. Dan Jiujiutsu-Karate und Heiko Hofmann zum 7. Dan Okinawa-Karate (Kyoshi) graduiert.
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Inhalte der Trainingseinheiten
Nach einer kurzen Begrüßung der Teilnehmer, der obligatorischen Gruppenbildaufnahme und kleinen Aufwärmübungen ging es los. Thomas gab die erste Trainingseinheit als Basis für die Faust- u. Fußkampftechniken. Zum Ausklang der Einheit wurden mehreren Übungseinheiten mit Partnerwechsel im freien „nur“ Faustkampf (als Übungskampf) eingebaut.
Andreas lehrte in der zweiten Trainingseinheit, aufbauend auf die erste Einheit, weitere Faust- u. Fußkampftechniken. Zum Ausklang der Einheit wurden mehrerer Übungseinheiten mit Partnerwechsel im freien Fuß u. Faustkampf (als Übungskampf) eingebaut.
Christian erweiterte das Technikprogramm des Lehrganges nach der Pause mit realistischer Selbstverteidigung gegen Kontakt-Angriffe und der Abwehr gegen Stockangriffe. Das Schlagbrett wurde herausgeholt und diente zur Demonstration von verschiedenen Hand- u. Fausttechniken.
Achim ging in der letzten Einheit auf die Abwehr gegen kurz bevorstehende Kontaktangriffe ein, weitere Faust- u. Fußkampftechniken wurden gezeigt u. geübt. Den Ausklang der Einheit bildeten wiederum mehreren Übungseinheiten mit Partnerwechsel im freien Fuß u.
Am Sonntagvormittag ging es nochmal mit Achim und Andreas weiter. Die Teilnehmer aus Köln und Weilheim teilten sich die Mattenfläche. Die Fuß u. Faustkampftechniken wurden erweitert und geübt. Den Abschluss bildeten Schlagübungen mit einer vorab abgenommenen Waffe, dem Kurzstock.
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Thomas Gerold referierte über die Verteidigung gegen einen Stockangreifer. Die Verteidigungstechniken wurden zuerst im Stand beendet, danach wurden Techniken bis zum Boden weitergeführt mit anschließender Entwaffnung. Danach war das „Reingehen“ in den Angreifer bei einer Kampfsituation „Faust-Fußkampf“ Thema. Es wurden 2 Beispiele mit unterschiedlichen Ansatzpunkten der Gegenwehr geübt.
Achim Fischer begann den frühen Vormittag mit Fausttechniken vom ersten Tag und technischen Erweiterungen zum Thema. Diese Fausttechniken wurden wiederum in mögliche Situationen auf der Straße eingebaut. Andreas Woithon zeigte danach eine mögliche Verteidigung gegen gerade und gedrehte Beintritte. Auch wurde auf Kontertechniken in einer Kampfsituation eingegangen. Zum Ausklang des Lehrgangs konnten die geübten Bewegungen in mehreren Schulkämpfen der Teilnehmer untereinander (ca.
Erfolge und Ehrungen
Bei der IMMAF European Open im Juni 2019 gewinnen drei DJJR Sportlerinnen Edelmetall. Das ist eine mega Leistung für unseren kleinen Verband. Die drei Medizinstudentinnen Anna Gaul, Renana Bruckstein und Clara Danssmann holen Gold, Silber und Bronze bei diesem stark besetzten internationalen Top-Turnier. Bela Pfeffer aus der Sportschule Rahn wird Hamburger Meister im Allkampf. In seinem ersten Wettkampf in der Erwachsenen Klasse siegt er in allen 6 (!) Kämpfen vorzeitig und siegt bei dieser stark besetzten Meisterschaft.
Riesenerfolg für die Teilnehmer der Budo Akademie Zanshin Bad Reichenhall bei den diesjährigen World Martial Arts Games in Kroatien - den World Games des Kampfsports. Mit dem September fanden die Trainingseinheiten der Budo Akademie Zanshin Bad Reichenhall ihren Höhepunkt und das gesamte Training wurde nur auf das eine Ziel „1. Platz“ abgestimmt. Großer Jubel dann im Zanshin- und im National-Team als Michael Pfnür das Finale im Leichtkontakt für sich entscheiden konnte. 1. Platz und somit World Games Sieger 2019. Auch hier glänzte Michael Pfnür mit guter Leistung. Als Trophäe gab es für den Kickboxsieg einen Gürtel und für den Titel im Bruchtest eine edles Samuraischwert.
Radball als Randsportart
Radball ist (leider) eine Randsportart und findet in der Öffentlichkeit kaum Beachtung. Nur Großevents werden angedeutet. Bei diesem Sport geht es darum im Spiel 2 gegen 2 auf einer Hallenfläche von 14 x 11m in 2 x 7 Minuten den Gegner zu bezwingen. Analog dem Fußball wird ein Sieg mit 3 Punkten belohnt. Die Faszination dieses Sports ist die Mischung zwischen Akrobatik auf dem Rad, Kampf die volle Spielzeit Mann gegen Mann, Eleganz im Umgang mit Rad und Ball und auch eine gesunde Portion Taktikvermögen und Teamfähigkeit.
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Radball-Training
Zu Beginn der Radballkarriere steht der harte Weg die Beherrschung des Rades zu üben. Gleichzeitig muß auch der Umgang mit dem Ball und die Spielübersicht geübt werden. Dies geschieht mehrere Monate und ist nach der Basis auch weiterhin Trainingsinhalt. Bei etwas älteren Jugendlichen kommen auch Sachen wie Krafttraining, Schnelligkeit und Ausdauer hinzu. Standardsituationen wie Eckball, 4-Meter-Strafball und Alleingänge werden ebenso regelmässig geübt. Im Bereich aktiver Spielklasse (Ü18) wird weiterhin an der Fitness gearbeitet und auch Spielzüge einstudiert. Die ganze Zeit über kommt aber auch der Spaß am Radballspiel nicht zu kurz.
Der Trainingstag beginnt mit Warmmachübungen und Dehnübungen, alles ohne Rad. Manchmal wird zur Aufwärmung auch ein Spiel durchgeführt (Fußball, Hockey, Basketball etc.). Danach wird 50% der Trainingszeit für die Grundlagenbildung (Schußtraining, Passspiel, Standtraining (ganz wichtig) usw.) verwendet, der Rest wird dann gegen eigene Mannschaften gespielt wie am Rundenspieltag.
Verletzungsrisiken und Anfängerfehler
Das Verletzungsrisiko ist beim Radball erstaunlicherweise sehr gering. Anfangs sind Prellungen (blaue Flecken) oder ein ungeschickter Sturz die meisten Ursachen für ein Tränenbad. Nachher gibt es auch mal verstauchte Finger oder Prellungen. Es geht nicht harmlos zu, aber die Fähigkeit der Körperbeherrschung auf dem Rad setzt sich auch beim Stürzen durch.
Anfängerfehler sind oft, daß der junge Spieler Angst vor dem Gegner und dem Ball hat. Dies hemmt die Beweglichkeit und ein Gegner, der dies bemerkt nutzt diese Schwäche meist gnadenlos aus. Zu Beginn ist der Umgang mit dem ungewohnten Rad unbedingt erforderlich. Hat man das Fahrrad im „Griff“ erweitert man sein Können und versucht den Ball mit einzubinden. Wichtig ist auch das Standtraining.
Nach dem Berühren des Bodens muß der Spieler über die eigene Torauslinie fahren, um wieder am Spiel teilnehmen zu dürfen (ansonsten Foul). Wenn diese „Straffahrt“ im Spiel oft gemacht werden muß ist dies zum Einen sehr anstrengend und zum Anderen ermöglicht es dem Gegner ungehindert auf’s Tor zuzufahren. Deshalb hat die Mannschaft einen gewaltigen Vorteil im Spiel, welche das Rad und seine Balance so gut beherrscht, daß sie ohne „Straffahrten“ auskommt.
Tipps für Neuanfänger
Der Kontakt sollte über einen Radsportverein aufgenommen werden, am Besten natürlich dort wo schon Radball gespielt wird. Zur Ausrüstung gehört am Anfang ganz normale Sportkleidung und Hallenschuhe. Bleibt man dabei sollte man hohe Turnschuhe (Ringerschuhe, hohe Handballschuhe)tragen. Zum Einen wegen dem Reglement (Vorschrift) und zum anderen wegen den blauen Flecken im Knöchelbereich. Schienbeinschützer sind aus leidvoller eigener Erfahrung dann auch nicht schlecht. Oftmals werden auch Radhandschuhe getragen.
