Der aus Malaysia stammende Jamal Measara genießt weltweit den Ruf eines der besten Kenner der klassischen okinawanischen Kampfkünste. Anhand zahlreicher Beispiele und Geschichten zeigt der Schüler von Shimabukuro Zenpo und Donn F. Draeger, was die Philosophie und die Praxis des Okinawa-Karate auszeichnet.
Philosophie und Praxis des Okinawa-Karate
Zu den Themen zählen die Rolle der Geduld, die Bedeutung des Respekts, das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler, die Beziehung zwischen Kampfkunst und Heilkunde sowie traditionelle Methoden zum Muskelaufbau und zur Abhärtung.
Kampftechniken des klassischen Karate
Ein großer Teil des Buches ist den Kampftechniken des klassischen Karate gewidmet. Mit Hilfe von Fotografien und Erläuterungen werden eine Reihe konkreter Anwendungen von Techniken aus den alten Kata vorgestellt, von Verteidigungen, die zugleich als Angriffe eingesetzt werden, bis hin zu Vitalpunkttechniken. Besonderer Wert wird darauf gelegt aufzuzeigen, dass die Kampftechniken einst von kampferprobten Meistern für den Zweck der Selbstverteidigung entwickelt wurden.
Im modernen Karate werden viele davon kaum noch gelehrt, weil sie für den sportlichen Wettkampf nicht geeignet sind.
Die Rolle der Tradition in der modernen Zeit
Der Autor erläutert, welche nützliche Rolle Tradition in der modernen Zeit spielen kann. Schülern des Karate sollen die Möglichkeiten, die ihre Kampfkunst ihnen bieten kann, gezeigt werden, nicht nur hinsichtlich der Entwicklung ihrer kämpferischen Fähigkeiten, sondern auch für ihre Persönlichkeitsentwicklung, welche im klassischen Budô eine zentrale Rolle spielt. Tatsächlich kann Karate-dô einen lebenslangen Weg darstellen, eine umfassende Schule des Lebens.
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Karatetrainer erhalten zahlreiche Anregungen dafür, wie sie die Ausbildung ihrer Schüler reichhaltiger gestalten können.
Jamal Measara: Ein Leben für die Kampfkünste
Sensei Measara lebt seit 1980 in Deutschland. In seinen Lehrgängen, die ihn in zahlreiche Länder führen, verbreitet und lehrt er die klassischen Kampfkünste Okinawas. Jamal Measara, Schüler von Shimabukuro Zenpo und Donn F. Draeger, zählt zu den weltweit besten Kennern der traditionellen okinawanischen Kampfkünste.
Er wurde 1949 in Malaysia geboren. Bereits im Alter von zehn Jahren begann er, die indischen Kampfkünste Silambam (Stockkampf) und Vajramushti (»Diamantenfaust«) zu erlernen. Der plötzliche Tod seines Meisters unterbrach für längere Zeit sein Training in den indischen Kampfkünsten. Durch Vermittlung seines Vaters, der in der britischen Armee diente, gelangte Jamal Measara zum westlichen Boxen.
Mitte der 60er Jahre wurde in der Heimatstadt von Jamal Measara eine Shitô-ryû-Karateschule eröffnet, in der er mehrmals wöchentlich trainierte. Diese Schule wechselte allerdings in der Folge einige Male die Stilrichtung. Auf diese Weise konnte Jamal Measara noch weitere Karatestile kennenlernen, wie z.B. Shôtôkan, Keishinkan und Gôjû-ryû. In dieser Zeit nahm er auch aktiv an zahlreichen Wettkämpfen teil und vertrat Malaysia u.a.
Gegen Ende der 60er Jahre begegnete Jamal Measara zwei Persönlichkeiten, die seinen Weg entscheidend prägten. Die erste Person war Meister Rajah Thamby, sein späterer Aikidô-Lehrer. Obwohl Measara heute verschiedene Aikidô-Systeme kennt, unterrichtet er bis zum heutigen Tag Shudôkan-Aikidô, das er einst bei Meister Thamby gelernt hat. Die zweite Person war Donn F. Draeger. Bei ihm lernte er Jôdô (Jôjutsu), Shindô Musô-ryû und Aikijutsu. Nicht nur die Kampfkunst, sondern auch die Persönlichkeit von Donn F. Draeger haben Jamal Measara nachhaltig beeinflusst.
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1978 war Jamal Measara Mitbegründer der Malaysia Karate Federation (MAKAF). Zwei Jahre lang war er der erste Nationaltrainer der MAKAF, bis er 1980 nach Deutschland übersiedelte. Seit 1986 reist Jamal Measara regelmäßig nach Okinawa, um die Kampfkünste Karate und Kobudô in ihrem Ursprungsland zu studieren. So kam es, dass er Schüler von Shimabukuro Zenpo, dem Stiloberhaupt des Shôrin-ryû Seibukan Karate, und von Kanei Katsuyoshi, dem Stilbegründer des Jinbukan Kobudô, wurde.
Diese beiden Kampfkünste trainiert und unterrichtet er bis zum heutigen Tag. Auf Okinawa hatte er die Ehre, viele bedeutende Persönlichkeiten des okinawanischen Karate und Kobudô kennenzulernen. Im Jahre 1996 gründete Jamal Measara die Traditionelle Okinawa Kampfkunst Organisation e.V.
Buchdetails
Verlag: Palisander Verlag
Artikelnr. des Verlages: 4200340
Auflage: 1.
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Seitenzahl: 160
Erscheinungstermin: 3.
