Wie viel Karat hat reines Gold?

Gold fasziniert Menschen seit Jahrtausenden. Sein Glanz und Wert haben es zum Objekt der Begierde in vielen Kulturen gemacht. Doch nicht jedes Goldstück ist gleich. Um die Reinheit und Qualität von Schmuck sowie Barren und Münzen aus dem Edelmetall Gold anzugeben, existieren grundsätzlich zwei Konzepte bzw. Masseinheiten: Karat und Feinheit.

Echter Goldschmuck wird aus echtem Gold hergestellt. 100 % reines Gold wird jedoch nicht verwendet, da es viel zu weich und damit nicht haltbar genug für die Schmuckherstellung wäre. Eine Goldlegierung ist - vereinfacht ausgedrückt - ein Gemisch, bei dem Gold mit einem anderen Material vermischt wird. Dies ist notwendig, um dem Gold die für die Herstellung von Goldschmuck erforderliche Härte zu verleihen.

Was bedeutet Karat bei Gold?

Karat ist eine Maßeinheit, welche den Gewichtsanteil von Gold in Goldlegierungen angibt. Je höher die Karat-Angabe ist, desto mehr pures Gold ist in der Legierung enthalten. Die Karat-Skala ist in Grade von 1/24 unterteilt, wobei 24-karätiges Gold eine Reinheit von 99,9% hat.

Beim Begriff Karat denken viele wahrscheinlich zunächst an Edelsteine und nicht unbedingt an Gold. Karat bei Gold und bei Edelsteinen zu unterscheiden, ist jedoch wichtig. Denn obwohl der Begriff in beiden Zusammenhängen Verwendung findet, handelt es sich um zwei grundverschiedene Messstandards. Während sich Karat bei Edelsteinen nämlich auf das Gewicht des Steins bezieht, verweist diese Masseinheit bei Gold auf den Reinheitsgrad des Edelmetalls. Dabei gibt die Karatzahl von Gold an, wie viele Teile von insgesamt 24 Teilen reines Gold enthalten sind. Schmuck mit 21 Karat besteht dementsprechend aus 21 Teilen Gold und 3 Teilen anderer Metalle.

Die Verwendung der Masseinheit Karat für Gold hat historische Wurzeln und ist mit den antiken Münzen Solidus und Keration verbunden. Während der Solidus rund 24 Karat hatte, betrugen Masse und Wert eines Kerations, von dessen Namen sich auch der Name Karat ableitet, 1/24 des Solidus.

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Die Karat-Skala in der Übersicht

Anhand der Karat-Skala lässt sich Gold in unterschiedliche Grade einteilen, welche Aufschluss über den Goldanteil in einer Goldlegierung geben:

  • 24 Karat: 99,99% Goldanteil
  • 22 Karat: 91,7% Goldanteil
  • 21 Karat: 87,5% Goldanteil
  • 18 Karat: 75,0% Goldanteil
  • 14 Karat: 58,5% Goldanteil
  • 9 Karat: 37,5% Goldanteil
  • 8 Karat: 33,3% Goldanteil

Für Goldbarren und Goldmünzen wird der Goldgehalt in Promille angegeben.

Was bedeuten folgende Bezeichnungen auf Goldschmuck: 750, 585 und 375?

Die dreistelligen Zahlen geben an, wie viele Gewichtsteile einer Goldlegierung - von total tausend Teilen - aus reinem Gold bestehen. Man spricht dann vom sogenannten Feingehalt oder einfach von der Feinheit des Goldes.

Die Punzierung (Stempelung) eines Schmuckstückes mit 750, 585 oder 375 bedeutet, dass dieses einen Goldgehalt von 750/1000, 585/1000 oder 375/1000 besitzt, d.h. 75%, 58.5% oder 37.5%.

Was bedeuten folgende Bezeichnungen auf Goldschmuck: 18K, 14K und 9K?

Das K steht für Karat. Mit Karat wird der gewichtsmässige Anteil von reinem Gold in einer Goldlegierung bezeichnet. Die Bezeichnung 24K steht für reines Gold, 1K steht für einen Goldanteil von 1/24.

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Die Punzierung (Stempelung) eines Schmuckstückes mit 18K, 14K oder 9K bedeutet, dass dieses einen gewichtsmässigen Goldanteil von 75% (18/24), 58.5% (14/24) oder 37.5% (9/24) aufweist.

In der Schweiz ist die Angabe des Goldanteils in Karat veraltet, sie erfolgt über die Angabe des Feingehaltes.

Vergleich der Karatangabe und der Angabe des Feingehalts von Gold

Goldanteil (%) Karat-Angabe Feingehalts-Angabe
100% 24K 999.9
91.6% 22K 916
75% 18K 750
58.5% 14K 585
37.5% 9K 375

Karat hat daneben aber noch eine zweite Bedeutung. Das Karat ist auch eine Masseinheit für das Gewicht von Edelsteinen, wobei 1 Karat für 0.2 Gramm steht.

Was bedeutet 24-Karat-Gold?

24-Karat-Gold ist Gold, dass eine Reinheit von 999/1000 aufweist. Das bedeutet, dass der Gesamtanteil puren Goldes in einer Legierung mindestens 99,9% beträgt.

Was ist das höchste Karat bei Gold?

Das höchste Karat bei Gold ist 24-karätiges Gold. 24-Karat-Gold hat eine Reinheit von mindestens 99,9% und wird auch als Feingold bezeichnet. Goldbarren, die zu Anlagezwecken gekauft werden, haben in der Regel eine Reinheit von 24 Karat.

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Wieso werden Goldlegierungen verwendet?

Durch Beilegierung von anderen Metallen zu Gold verändern sich dessen Eigenschaften, und seine Verarbeitbarkeit kann optimiert werden. So erzielt man beispielsweise Veränderungen der Härte (nimmt durch Beilegierung generell zu), des Schmelzpunktes, der Dichte, der Farbe und vieles mehr. Gold wird auch aus Kostengründen legiert.

Wieso gibt es Gold in anderen Farben als gelb?

Reines Gold ist immer gelb glänzend. Goldlegierungen (bei denen man in der Alltagssprache auch einfach von Gold redet) können aber andere Farben und Farbtönungen aufweisen - je nachdem, welches bzw. welche anderen Metalle dem Gold in welchen Anteilen beilegiert werden.

Bei einer Goldlegierung mit einem Goldgehalt von 75% (d.h. 18 Karat bzw. Gold 750) werden durch Zugabe von 25% anderer Metalle folgende Farben erzielt:

  • Gelb: Dem Gold werden hauptsächlich Kupfer und Silber zu etwa gleichen Teilen beilegiert.
  • Rot: Dem Gold wird vor allem Kupfer beilegiert. Je mehr Kupfer beilegiert wird, desto intensiver wird die Färbung.
  • Weiss: Dem Gold werden als farbgebende Metalle entweder Palladium oder Nickel beilegiert. Entsprechend unterscheidet man zwischen Palladium- und Nickelweissgold. Palladiumweissgold setzt sich grösstenteils aus Gold, Palladium und zusätzlich Silber zusammen - Nickelweissgold grösstenteils aus Gold, Nickel und zusätzlich Kupfer.
  • Grün: Dem Gold wird vor allen Silber beilegiert. Grüngold wird in der Schmuckverarbeitung beispielsweise eingesetzt, um möglichst naturgetreue Blätter nachzuahmen.

Kann Gold anlaufen?

Reines Gold kann nicht anlaufen, da es chemisch sehr träge ist. Besonders bei Goldlegierungen mit niedrigen Goldgehalten (wie beispielsweise 9 Karat und 14 Karat) kann sich das Schmuckstück jedoch verfärben. Das Anlaufen wird dabei durch beilegierte Metalle, wie z.B. Silber und Kupfer, verursacht. Die Folge davon sind oft schwarze Ablagerungen auf Haut oder Kleidung. Je höher der Goldgehalt ist, desto weniger besteht die Gefahr des Anlaufens.