Der 28. Oktober ist Jigorō Kanōs Geburtstag und damit für den World Judo Day prädestiniert. An diesem Tag sollen die Werte des Judosports nach außen getragen werden und Judoka, Vereine und Verbände können sich zu einem bestimmten Motto etwas Besonderes ausdenken.
Es wird auf gesellschaftliche und ökologische Probleme eingegangen, zur Einheit aufgerufen und so versucht, die Welt durch Judo besser zu machen. Millionen von Judoka auf der ganzen Welt können sich mit dieser Veranstaltung identifizieren, die alle Komponenten des Judosports vereint.
Von Freizeittraining für Kinder bis zum Wettkampf auf hohem Niveau, einschließlich Kata oder Judo für Veteranen. Seit mehr als zehn Jahren organisiert die International Judo Föderation (IJF) den World Judo Day.
Der Word Judo Day findet jährlich am 28. Oktober statt. Das Geburtsdatum des Judo-Begründers Jigorō Kanō wird seit 2011 zum Anlass genommen, den Judosport und seine Werte unter einem bestimmten Motto zu feiern.
Ursprünge und Entwicklung des Judo
Die Wurzeln des Judo reichen bis in die Nara-Zeit (710-784) zurück. In den beiden damaligen Chroniken Japans dem Kojiki (712) und dem Nihonshoki (720) gibt es Beschreibungen von Ringkämpfen, die mythologischen Ursprungs sind.
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Seit 717 fanden am Kaiserhof alljährlich Preisringen statt, an denen Ringer aus allen Provinzen teilnahmen. Dieses Ringen wurde Sechie-Zumo genannt. Die Bushi griffen dieses Sumo auf und entwickelten daraus das yoroikumiuchi (Ringen in voller Rüstung).
Mit dem Aufstieg der Kriegerklasse Ende des 12. Jahrhunderts erlebten die Kampfkünste einen starken Aufschwung. Das kulturelle Geschehen wurde immer mehr vom Geist der Bushi bestimmt. In dieser Zeit entwickelten sich die Ursprünge des Bushido.
Im Japan der Ashikaga-Epoche (1136-1568) entwickelten sich die unterschiedlichsten waffenlosen Nahkampfssysteme: Eine Variante war Kogusoku (kleine Rüstung). Diese Kampfart war nach denen in dieser Zeit neu entwickelten leichteren Rüstungen benannt.
In der Literatur und den historischen Dokumenten aus dieser Zeit finden sich weitere Nahkampfsysteme wie Tai-Jutsu ("Körperkunst"), Torite ("Ergreifen der Hände"), Koshi-no-Mawari ("Hüfteindrehen"), Hobaku ("Ergreifen"), Torinawajutsu (Kunst der Ergreifens und Verbindens").
Einflüsse und Legenden
Für das Prinzip des Nachgebens Ju in der Kampfkunst gibt es verschiedene Einflüsse, Erklärungen, Legenden und Anekdoten: Im Konjaku-Monogatari findet man zum erstenmal den Begriff yawara (weich) im Zusammenhang mit einer Geschichte über das japanische Ringen.
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Über die Entstehung des Jiu-Jitsu existieren unterschiedliche Berichte, die einen legendenhaften Charakter haben. Ihr historischer Wahrheitsgehalt ist schwer nachzuweisen. Die poetisch schönste ist sicherlich die des Arztes Akiyama Shirobei aus Hizen der in China Medizin und die Kunst der Selbstverteidigung studierte.
Wieder in Japan zog er sich in einen Tempel namens Dazai-Tenjin zurück. Der Anekdote nach war es Winter und am 21. Tag im Tempel trat ein starker Schneefall ein. Er betrachtete die Bäume und ihm fiel auf, dass viele Äste unter der Last des Schnees brachen, die des Weidenbaums aber, wegen ihrer Elastizität, nachgaben und den Schnee abgleiten ließen.
Auf Grund dieses Vorgang soll der Arzt Shirobei das Prinzip des "Ju" - Nachgebens in der Kampfkunst eingeführt haben. Mit dem Ende der Tokugawa-Zeit und der Öffnung Japans kam es auch zu starken Veränderungen in der japanischen Gesellschaft.
Die Entwicklung des Judo durch Jigoro Kano
Jigoro Kano (1860-1938) wuchs in diesem Japan der extremen Veränderungen auf. Er lernte Jiu-Jitsu an verschiedenen Schulen wie der Tenshinshinyo-Ryu und der Kito-Ryu. 1882 gründete Jigoro Kano seine eigene Schule das Kodokan ("Ort zum Studium des Weges") in der Nähe des Eisho-Tempels im Stadtteil Shitaya in Tokio.
Er nannte seine Kunst Judo - "der sanfte Weg". Beim Judo befreite er die alten Jiu-Jitsu-Stile von gefährlichen Elementen. Stöße, Schläge, Tritte und viele Hebeltechniken, insbesondere die Kleingelenkhebel, wurden ersatzlos gestrichen oder in die Kata integriert.
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Die verbleibenden Techniken ermöglichten einen sportlichen Zweikampf, ohne dass größere Verletzungen zu befürchten waren. Judo setzte sich in Japan allerdings erst durch, als die Schüler Kanos (zuvor Jiu-Jitsu Praktizierende) im Jahre 1886 einen regulären Kampf zwischen der Kodokan-Schule und der traditionellen Jiu-Jitsu-Schule "Ryoi-Shinto Ryu" für sich entscheiden konnten.
Aufgrund dieses Erfolges verbreitete sich Judo in Japan rasch und wurde bald bei der Polizei und der Armee eingeführt. 1911 wurde Judo an allen Mittelschulen Pflichtfach.
Die Verbreitung des Judo in Deutschland und Europa
1906 kamen japanische Kriegsschiffe zu einem Freundschaftsbesuch nach Kiel. Die Gäste führten dem deutschen Kaiser ihre Nahkampfkünste vor. Wilhelm II. war begeistert und ließ seine Kadetten in der neuen Kampfkunst unterrichten.
Der damals bedeutendste deutsche Schüler war der Berliner Erich Rahn, der im Jahre 1906 die erste deutsche Jiu-Jitsu-Schule gründete. Weitere Pioniere im Judo sind Alfred Rhode und Heinrich Frantzen (Köln). 1926 fanden in Köln im Rahmen der 2. Deutschen Kampfspiele die ersten Deutschen Judo (Jiu-Jitsu)-Meisterschaften statt.
1932 wurde im Frankfurter Waldstadion die erste internationale Judo-Sommerschule durchgeführt. Anlässlich der Judo-Sommerschule wird am 11. August 1932 der Deutsche Judo-Ring gegründet. Erster Vorsitzender wurde Alfred Rhode.
Der Begriff Judo setzt sich, wie schon im restlichen Europa, auch in Deutschland durch. 1933 besuchte Jigoro Kano mit einigen Schülern auf einer Europareise auch Deutschland. In Berlin und München gab er Lehrgänge.
Im August 1933 wurde Judo von den Nationalsozialisten in das Fachamt Schwerathletik des Deutschen Reichsbundes eingegliedert und verlor damit seine Eigenständigkeit. Die ersten Judo-Europameisterschaften wurden 1934 im Kristallpalast in Dresden ausgerichtet.
Nach dem 2.Weltkrieg war Judo bis 1948 durch die Alliierten verboten. 1951 fanden in Frankfurt die ersten Deutschen Meisterschaften nach dem 2.Weltkrieg wieder statt.
Judo als olympische Disziplin
Bei den Olympischen Spielen in Tokio, 1964, war Judo erstmals als olympischer Sport zu sehen. Heute wird Judo in über 150 Ländern ausgeübt und ist damit die weitest verbreitete Kampfsportart der Welt.
Die Werte des Judo
Hinter der Sportart steckt eine tiefsinnige Philosophie und Geisteshaltung. Es gibt zwei grundlegende Prinzipien. Zum einen das gegenseitige Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Wohlergehen und zum anderen der bestmögliche Einsatz von Körper und Geist. Diese Prinzipien trägt jeder Judoka in sich.
Nur ein Beispiel: Wenn du mit deinem Trainingspartner trainierst, musst dafür sorgen, dass er gesund bleibt, sonst hast du keinen Trainingspartner mehr. Und du musst versuchen, deinen Trainingspartner mit nach oben zu ziehen, damit auch du erfolgreich wirst. Dieses Zusammenspiel ist elementar wichtig, das gibt es so in keiner anderen Sportart.
Und schon von Anbeginn bekommst Du auch eingetrichtert, immer pünktlich, rücksichtsvoll, höflich und ehrlich zu sein. Deshalb gibt es in unserer Sportart auch keine Dopingfälle.
