MMA-Kämpfer Stefan Pütz beim "Arctic Warrior": Ein Abenteuer am Limit

Raus aus dem Käfig, rein in die Kälte - das war zuletzt die Mission von Stefan Pütz (37). Der MMA-Star war einer von 16 Teilnehmern beim „Arctic Warrior“, dem neuen Survival-Format von Ex-Elitesoldat und „7 vs. Wild“-Gewinner Otto Karasch (40). Angelehnt an die auf YouTube von Fritz Meinecke gestartete und extrem erfolgreiche Serie "7 vs Wild", soll "Arctic Warrior" nochmal eins draufsetzen.

Acht Teams kämpfen in zwölf Folgen um den Titel "Arctic Warrior". Jedes Team besteht dabei aus einem der prominenten Teilnehmerinnen oder Teilnehmer und einem Elitesoldaten. Die Teams müssen in vier Nächten und fünf Tagen in der arktischen Wildnis Lapplands bei Temperaturen von -28 Grad täglich acht Kilometer und eine besondere Aufgabe absolvieren. Pro absolvierter Aufgabe bekommen die Teams Punkte oder Minuspunkte. Die Punktebilanz beeinflusst den Distanzvorsprung bei dem großen Abschlussrennen der Sendung, die auf einem gefrorenen See stattfindet.

Die zwölfteilige Survival-Sendung läuft seit Sonntag, 23. April, auf Paramount+. Die ersten drei Episoden sind bereits veröffentlicht, weitere Folgen erscheinen jeden Mittwoch und Sonntag. Die Show ist auf YouTube der Hit. Die zwölf Folgen wurden insgesamt über 10 Millionen Mal angeschaut. Der „OKTAGON MMA“-Kämpfer, der selbst einen YouTube-Kanal betreibt, hat viele neue Fans (jetzt 142000) dazugewonnen.

Stephan Pütz ist einer der erfolgreichsten deutschen MMA-Kämpfer und stellte sich in Lappland der ultimativen Herausforderung. Für das Youtube Format "Arctic Warrior" tauschte er Käfig gegen arktische Kälte.

Wer ist Stephan Pütz?

Eiserne Disziplin und stahlharte Muskeln, so kennen ihn seine 120.000 Abonnent:innen auf YouTube. Hier teilt der 36-Jährige regelmäßig Einblicke in sein krasses Training. Als großer Favorit stellte er sich der arktischen Challenge. Doch viele Muskeln brauchen auch viel Energie, ob das am Ende ein Vor- oder Nachteil war? Sein Markenzeichen? Die pinke Badehose, und zwar bei jeder Temperatur. Die perfekte Vorbereitung auf die arktische Challenge. Die Expertin an seiner Seite: Tatjana Sabitzer, Soldatin des österreichischen Jägerbataillon 25. Stephan Pütz bringt also alles mit, um der eisigen Kälte zu trotzen und auch an der richtigen Vorbereitung mangelte es dem Internet-Star definitiv nicht.

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Die Vorbereitung des MMA-Kämpfers

In Sachen körperlicher Fitness dürfte Pütz den anderen Teilnehmenden um einiges überlegen gewesen sein. Auf YouTube hat er seine ausgiebige Vorbereitung begleitet. Und die war absolut kein Spaziergang: "Es ist wie eine Wettkampfvorbereitung. Am Ende des Tages will ich simulieren, was auf mich zukommt. Das heißt physische Auslastung den ganzen Tag über, Konditionstraining mit Krafttraining gemixt. […] Natürlich Kältetherapie, Eisbäder, draußen leicht bekleidet laufen. Ich habe tendenziell nicht so viel Probleme mit Kälte, aber es ist natürlich ein deutlicher Temperaturunterschied zu Lappland" so Pütz.

Und so sah das Training des MMA-Kämpfers aus. Die zentralen Säulen: Krafttraining, Konditionstraining und Kältetherapie.

Krafttraining:

Für das Warm-up kombiniert der Kämpfer verschiedene Übungen. Dabei schwört er auf Seilspringen: "Seilspringen ist immer fester Bestandteil meines Trainings, manchmal als Abschluss, manchmal zu Beginn. Auch im Conditioning ist es fester Bestandteil, denn es fördert eure koordinativen Prozesse im Körper und eure kardiovaskuläre Auslastung." Ihr habt kein Seil parat? Dann macht stattdessen Skippings auf der Stelle. Los geht's!

Beim Workout greift Pütz dann zu schweren Gewichten, neben Schlitten Schieben und Ziehen, darf Gewichtheben nicht fehlen. Auch auf das Ab-Wheel schwört er. Das kannst du aber durch eine Langhantel ersetzen.

Konditionstraining:

Kältetherapie:

Fast täglich geht es für Pütz zum Eisbaden und das bei jeder Außentemperatur. In seinen Videos zeigt er, wie er in Bergquellen oder zugefrorenen Seen bei 1-2 Grad Wassertemperatur zwischen 2 und 30 Minuten im Wasser aushält. "Vor dem Eisbad macht es auf jeden Fall Sinn, einen Atemzyklus zu durchlaufen, das heißt eine Sauerstoffsättigung. Gezielt komplett einatmen und komplett ausatmen, 30 bis 40 Züge, dann kann man ins Wasser gehen." so der MMA-Kämpfer. Für ihn das Wichtigste ist dabei der mentale Aspekt: "Egal, wie lange und wie oft du eisbadest, es ist immer wieder eine Herausforderung." Zusätzlich verspricht er sich davon einen positiven Effekt auf die Durchblutung und das Immunsystem sowie eine Ausschüttung von Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin und eine entzündungshemmende Wirkung. Auch auf die Regeneration möchte er damit einwirken. Dass Eisbaden sich langfristig positiv auf die Regenerationsfähigkeit der Muskulatur auswirken kann, bestätigen auch Studien.

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Das Abenteuer "Arctic Warrior" und seine Folgen

Pütz über sein Abenteuer: „Das war eine übertrieben krasse Erfahrung.“ Die für den Star-Kämpfer nicht ohne Folgen blieb. An der rechten Hand hat der Modellathlet (1,93 m, 100 Kilogramm) durch einen nassen Handschuh schwere Erfrierungen davongetragen, wurde deshalb kurz vor Ende der Dreharbeiten sogar aus der Show genommen. Pütz: „Mutter Natur hat mir meine Grenzen aufgezeigt.“ Die Hand hat sich mittlerweile vollständig erholt. Auch die 8,5 Kilogramm, die er in Finnland verloren hatte, hat der MMA-Star wieder draufgepackt.

Trotz eiserner Vorbereitung und besten Startvoraussetzungen geriet Stephan Pütz in Lappland kurz vor dem Finale an seine Grenzen und musste die Challenge gezwungenermaßen vorzeitig abbrechen. Im Internet schreibt er: "Mutter Natur hat mir meine Grenzen aufgezeigt."

Allerdings macht das linke Knie noch Probleme. Bei seinem letzten „OKTAGON“-Kampf (Oktober 2022) hatte sich Pütz einen Riss den hinteren Kreuzbands zugezogen. Während der täglichen 8-Kilometer-Märsche durch den finnischen Tiefschnee riss ihm auch das fordere Kreuzband. Trotz der schweren Knie-Verletzung hat sich Pütz gegen eine Operation entschieden. Aktuell schuftet er in der Reha mit konservativen Behandlungsmethoden an seinem Comeback.

Auch, weil Pütz nur einen ganz bestimmten Gegner im Kopf hat: Karlos Vémola (37/„OKTAGON“-Champion im Halbschwergewicht). Seit über 5 Jahren wartet Pütz auf diesen Kampf. Einzige Ausnahme nach BILD-Informationen: ein Duell mit Landsmann Alexander Poppeck (31), wenn der am 17. Juni in Oberhausen den Interims-Titel bei „OKTAGON 44“ gewinnt.

Das Überleben in der Kälte ist eine extreme Beanspruchung für den menschlichen Körper, auch für eine echte Maschine wie Stephan Pütz. Intensives Krafttraining, Kondition und Kältetherapie gehörten zu seiner Vorbereitung. Trotzdem machte ihm die Kälte am Ende einen Strich durch die Rechnung. Aber der MMA-Kämpfer ist trotz schwerer Erfrierungen schon wieder im Training.

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