Kickboxer – Die Vergeltung: Ein Remake im Schatten des Originals

Pläne für das Remake/Reboot des 1989 entstandenen Kickboxer, der in Deutschland auch unter dem Titel Karate Tiger 3 - Der Kickboxer bekannt ist, gab es schon eine ganze Weile.

Ascot Elite hat sich die Rechte an der deutschen Auswertung gesichert und ist offensichtlich jetzt schon im Bilde über die Zensursituation in Deutschland.

Im Vorfeld dieser Produktion scheint einiges schief gelaufen zu sein, so stieß beispielsweise John Stockwell erst kurzfristig als Regisseur zu dem Projekt.

In der 17 Millionen Dollar (offizielles Budget) Produktion schlüpft Van Damme in die Rolle des Master Durand.

Die Story behält die Prämisse des ursprünglichen Films bei, doch fügen die Macher der leicht veränderten Erzählstruktur lahme Charaktere sowie eine belanglose, völlig emotionslose Liebesgeschichte hinzu (Supermodel Sara Malakul dient dabei als Eye-Candy).

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Handlung

Zum Inhalt: Kurt Sloan und sein Bruder Eric leben im kalifornischen Venice bei Los Angeles und sind erstklassige Karatesportler, was Letzterer nicht zuletzt durch die gewonnene Weltmeisterschaft unter Beweis stellt.

Dadurch erregt er die Aufmerksamkeit eines zwielichtigen Promoters, der es auch schafft, den Sieger zu ködern und ihn zu einer Reise nach Hong Kong zu bewegen.

Kurts Proteste bleiben ungehört und so verlässt Eric seine Heimat.

Doch schon bald bittet dieser seinen in den USA zurückgebliebenen Bruder mit einem Brief, ihn in Thailand zu treffen.

Als Kurt in Bangkok ankommt, muss er mit ansehen, wie sein Bruder im Kampf getötet wird.

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Besetzung und Kritik

MMA Star Gina Carano dient nur als Name Cast (Marketing-Strategie) in einer kleinen Rolle (sowie einige andere bekannte MMA-Kämpfer auch), welche nicht einmal interessant geschrieben ist.

Als Enttäuschung kann auch Dave Bautista alias Tong Po angesehen werden, der zwar imposant wirkt, aber weder einschüchternd noch bedrohlich daher kommt.

Haupt-Protagonist Alan Moussi hinterlässt wie Bautista einen physisch starken Eindruck und seine Kampfkünste sind unbestritten.

Daran mangelt es dem „Spagiaten“ Van Damme natürlich nicht, der erfreulich fit und locker Master Durand mimt.

Er ist definitiv das Highlight des Films und zeigt einige coole Moves aus seinem großen Repertoire als Karateka.

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Allerdings ist er fast ausschließlich mit Hut und Sonnenbrille zu sehen.

Im besten Fall gibt`s einen weiteren guten Film, bei dem Van Damme eine gelungene Rolle spielt.

In der besten Szene, jener kurz vor dem Abspann, hüpft Alain Moussi tanzend aus einer Gefängniszelle und verarscht Jean-Claude Van Damme, dessen legendäre Tanzszene aus dem originalen „Kickboxer“ von rechts langsam zum Vergleich eingeschoben wird.

Mängel in der Umsetzung

Dabei waren die Voraussetzungen doch gar nicht übel, bietet KICKBOXER - DIE VERGELTUNG doch auf den ersten Blick sehenswerte Locations, einen Kampsport erfahrenen Cast und kurzweilige Genre-Unterhaltung.

Doch leider wirkt vieles - so Lobenswert es auch ist, endlich wieder 80´s Klopper-Action auf das potenzielle Publikum loslassen zu wollen - zu erzwungen und uninspiriert.

Die Kameraführung nervt (unmögliche Perspektiven), der Schnitt ist holprig und die Inszenierung wirkt fad und langweilig.

Zudem ist der Soundtrack - eines der großen Pluspunkte des Originalfilms - uninteressant und öde.

Inhaltlich bot schon der achtziger Streifen nicht sonderlich viel Innovation (was bei dieser Art Film auch nebensächlich ist), jedoch vermittelten Figuren und Story einen gewissen Charme.

Den vielen bereits angesprochenen negativen Aspekten muss man fairerweise entgegen halten, dass der Film recht kurzweilig ist, da es viele Kämpfe gibt und actiontechnisch auch sonst immer etwas passiert.

Allerdings hätte man auf einen Kampf, der sich auf zwei Elefanten abspielt, verzichten sollen, da man deutlich erkennt, dass es sich bei den Elefanten um Pappkameraden handelt.

Die Fights sind allesamt guckbar bis gut, werden aber oft durch die vielen unpassenden Schnitte verdorben.