Mixed Martial Arts (MMA), auf Deutsch übersetzt „gemischte Kampfkünste“, ist eine moderne Vollkontaktsportart. Sie gilt als brutalste Kampfsportart der Welt. Das liegt in erster Linie daran, dass hier, wie es scheint, alles erlaubt ist, um den Gegner zu besiegen.
Was bedeutet MMA?
Mixed Martial Arts steht dafür, dass möglichst viele Kampfstile in einer Vollkontaktsportart vereint werden und dabei wenig Beschränkungen in Bezug auf Regeln gelten. Die Vollkontaktsportart Mixed Martial Arts, häufig unter der Abkürzung MMA bekannt, ist ein Mix aus diversen Techniken unterschiedlicher Kampfsportarten. Die Kämpfer bedienen sich verschiedener Kampfsportarten und benutzen sowohl Schlag- und Tritttechniken des Boxens, Kickboxens sowie des Muay Thai, als auch der Bodenkampftechniken des Brazilian Jiu-Jitsus, Ringens und Judos, Sambo und Grappling. Aber auch Techniken aus anderen Kampfkünsten werden benutzt.
Grundsätzlich gibt es drei Phasen während eines MMA-Kampfes: Standkämpfe (Stand-Up), Nahkämpfe (Clinch Fights) und Bodenkämpfe (Grappling mit Ground and Pound).
Die Techniken im Detail
Diese Disziplinen beinhalten sowohl Schlag- und Tritttechniken als auch Bodenkampftechniken, die aus verschiedenen Kampfkünsten stammen.
- Striking: Umfasst die Anwendung von Schlag- und Tritttechniken, die sich auf das Zufügen von Schäden an einem Gegner konzentrieren. Es werden Techniken aus dem Boxen, Kickboxen, Muay Thai und anderen Kampfstilen angewendet.
- Clinch: Ist eine Position im Standkampf, in der zwei Kämpfer sich eng gegenseitig halten. Es wird oft verwendet, um den Gegner zu kontrollieren, Schläge zu vermeiden und den Übergang in den Bodenkampf oder Submissions vorzubereiten.
- Wrestling: Den Gegner zu Boden zu „wrestlen“.
- Submissions: Konzentrieren sich auf das Erzwingen der Aufgabe eines Gegners, oft durch Gelenkhebel oder Würgetechniken.
Woher kommt MMA und wie unterscheidet es sich von anderen Vollkontaktsportarten?
Generell entwickelten sich über die Jahrhunderte hinweg die verschiedensten Kampfstile wie Judo, Karate, Jiu-Jitsu und viele andere. Bei sogenannten Vale-Tudo-Kampfsportveranstaltungen Ende des 20. Jahrhunderts sollte ermittelt werden, welche Kampfsportart die beste ist. Nach zahlreichen solcher Vergleichskämpfe, meist zwischen Ringern und Boxern, entwickelte sich das „Shooto“ in Japan. Davon inspiriert wurde 1993 die Ultimate Fighting Championship (UFC) in den USA gegründet. Diese ist bis heute die größte Veranstaltungsreihe im MMA und prägte die Sportart maßgeblich.
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In Deutschland kam der Vollkontaktsport ein Jahr später an, als der neu gegründete MMA-Verband Free Fight Association (FFA) die ersten Veranstaltungen initiierte. Auch wenn der Sport seitdem an Popularität gewonnen hat und es auch bekannte deutsche Größen wie Nick Hein (34) gibt, gilt MMA in Europa noch als relativ junge Sportart.
Das Hauptunterscheidungsmerkmal zu anderen Vollkontaktsportarten ist, dass beim Bodenkampf auch geschlagen und getreten werden darf. Die Schlag- und Tritttechniken entstammen dabei hauptsächlich dem Taekwondo, Muay Thai, Boxen, Kickboxen und Karate.
Historischer Kontext
Die genaue Geschichte und Entwicklung des MMA ist eigentlich unklar. Welche Überlieferungen nun wirklich stimmen, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Zuerst nannte man diesen Sport Pankration. Im Jahre 648 v. Chr. wurde dieser Sport olympisch (33. Olympische Spiele). Pankration sollte endlich die Frage nach dem Besten aller Kämpfer, den besten Kampfstilen beantworten. Die griechische Mythologie besagt, dass Herkules und Theseus verantwortlich dafür waren, dass dieser Sport bei den Olympischen Spielen eingeführt wurde.
Einige Geschichtsforscher meinen jedoch, dass Soldaten das Pankration als eine Art Training für den Krieg entwickelt haben. Andere Quellen behaupten wieder, dass die Ägypter schon 2600 vor Christus Pankration ausübten. Pankration-Kämpfer genossen ein hohes Ansehen, da die Sportler Boxen und Ringen beherrschen mussten.
Im Jahre 393 nach Christus beendete Theodosius die Olympischen Spiele, da sie mit dem christlichen Glauben nicht kompatibel wären. Zu verschiedenen Zeiten mit verschiedenen Namen lebte die Idee, „den besten aller Kämpfer zu finden“, weiter.
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Wie sind die Regeln?
Die Kämpfer werden bei der UFC in zehn verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt. Die Frauen kämpfen vom Strohgewicht bis zum Federgewicht, während die Männer vom Fliegengewicht bis zum Schwergewicht aktiv sind. Ein Kampf besteht aus drei Runden, die jeweils fünf Minuten dauern. Zwischen jeder Runde gibt es zudem eine Pause von einer Minute. Titelkämpfe werden in fünf Runden ausgetragen.
Ziel ist es, seinen Gegner zum Aufgeben zu zwingen, ihn k.o. zu schlagen oder so in die Mangel zu nehmen, dass sich der Schiedsrichter gezwungen sieht, den Kampf abzubrechen. Ein Sieg nach Punkten ist ebenso möglich wie ein Unentschieden.
Dass bei einem MMA-Kampf alles erlaubt sei, ist ein Vorurteil. So ist es beispielsweise verboten, den Gegner im Genitalbereich zu attackieren, zu beißen, an Nase und Ohr zu reißen oder in die Augen zu stechen. Insgesamt gibt es 31 Fouls, die zur Strafe oder dem Punktabzug bis hin zur Disqualifikation führen können.
Verbotene Techniken
- Kopfstöße
- Schläge und Tritte gegen den Hals, Hinterkopf oder die Wirbelsäule
- An den Haaren ziehen und Bisse
- Tritte und Kniestöße gegen den Kopf sobald sich der Gegner am Boden befindet
Vorurteile gegenüber MMA
Wenn das Thema MMA angesprochen wird, fallen oft Wörter wie brutal, unmenschlich oder gewaltverherrlichend. Der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maiziere betitelte den Sport einst als „abscheuliche Form der Menschendarstellung“. Nicht zuletzt aufgrund von Negativschlagzeilen wurde 2010 ein Sendeverbot von Profikämpfen im deutschen Fernsehen verhängt. Dies wurde jedoch 2014 wieder aufgehoben, nachdem das Verwaltungsgericht München das Verbot für rechtswidrig erklärte.
Oft kommt das Argument auf, dass man auf wehrlos am Boden liegende Kämpfer einschlägt. Allerdings ist der Bodenkampf Teil des Sports. Auch, dass das Boxen sicherer als MMA sein soll, kann man nicht verallgemeinern. Laut einer Studie der John Hopkins University School of Medicine ist die Wahrscheinlichkeit eines Knockouts beim MMA geringer, während die Belastung für den Kopf beim Boxkampf höher ist.
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MMA Training
MMA-Training ist intensiv und anspruchsvoll. Das technische Training umfasst das Erlernen und Verfeinern von Schlag-, Tritt-, Clinch- und Submissions-Techniken. Zusätzlich zum technischen Training ist das Fitness-Training entscheidend.
In vielen Fällen sind MMA-Kämpfer Quereinsteiger. Sie bringen meist Vorerfahrungen aus anderen Kampfsportarten mit, beispielsweise Judo oder Kickboxen. Viele Vereine bieten Kurse für Neueinsteiger an. Zu Beginn werden die Techniken und Grundwerte beigebracht. Als Regel Nummer eins gilt es, Respekt für den Gegner zu zeigen. Risikoreiche Griffe oder Schläge dürfen sind nicht erlaubt und wenn der Gegner aufgibt, muss man ihn sofort loslassen. Außerdem steht immer die Technik und nicht die Kraft im Vordergrund.
Du solltest mindestens einen Kampfstil für Striking sowie für Bodenkampf beherrschen. Es erfordert hartes, jahrelanges Training, Disziplin, Kampfgeist und das richtige Mindset. Sobald du dich bereit fühlst, kannst du mit Amateurkämpfen beginnen. Wenn du gut bist, wirst du dir schnell einen Namen in der regionalen Szene machen und bekommst vielleicht schon bald die Gelegenheit, dein Profi-Debut zu geben.
Was man für das MMA Training benötigt
Beim MMA gibt es keine besonderen Kleidungsvorschriften. Die Devise hier lautet: erlaubt ist, was einen nicht behindert. In der Regel trägt man Shorts. Wichtig ist, dass die Kleidung reißfest ist, man sich nicht verhaken kann und das sie sicher sitzt. Im Training ziehst du am Besten Rashguards (Kompressionsshirts) an. Diese unterstützen zum einen die Muskeln und führen den Schweiß vom Körper weg.
In der UFC, bei Bellator und anderen, großen MMA Events werden 4 Oz Handschuhe verwendet, was 112 Gramm entspricht (1 Unze = 28 Gramm). Fürs Training verwenden wir keine 4 Oz Handschuhe, sondern mindestens 8 Oz.
Die Popularität von MMA
Kaum ein Kampfsport ist derzeit so beliebt wie MMA, besonders die UFC erfreut sich aktuell besonders großer Aufmerksamkeit. Monat für Monat finden neue Events statt.
Mixed Martial Arts (MMA) wird oft als der am schnellsten wachsende Sport der Welt bezeichnet. Die Bekanntheit des MMA, die Anzahl der Sportler und der Fans wachsen kontinuierlich. Die Möglichkeiten für MMA sind scheinbar unbegrenzt.
MMA wurde durch die UFC (Ultimate Fighting Championship) populär und ist mittlerweile auf dem besten Weg olympisch zu werden.
Bekannte MMA-Kämpfer
Für viele MMA-Fans zählen Namen wie Conor McGregor, Anderson Silva, der ungeschlagene Khabib oder Max Holloway zu den besten der Welt. Jon „Bones“ Jones wird in der bekanntesten MMA Liga, der UFC, derzeit auf dem ersten Platz im Schwergewicht MMA gelistet.
