Judo Kleidung für Kinder: Ein umfassender Ratgeber

Bei Judo handelt es sich um eine alte asiatische Kampfsportart, die sich auch hierzulande einer großen Beliebtheit erfreut. Es gibt heute zahlreiche Judoklubs, die bereits von Kindern besucht werden. Dort werden Wettkämpfe ausgetragen, trainiert und Disziplin sowie Ausdauer gelernt. Wenn Kinder ihren ersten Judoanzug bekommen, ist das für sie ein großes Erlebnis.

Wahrscheinlich hat sich Ihr Kind schon in der ersten Judostunde darauf gefreut, auch so einen Anzug zu tragen, und nachdem feststeht, dass es nicht bei einer Stunde bleibt, ist ein echter Judoanzug der nächste Schritt! Mit dem ersten Anzug entsteht ein neues Stück Zusammengehörigkeit mit den anderen Judo-Kindern, denn die traditionelle Judokleidung sorgt dafür, dass Ihr Kind nicht nur wie ein „echter Judoka“ aussieht, sondern sich auch so fühlt.

Aus ganz praktischer Sicht schließlich ist der Judoanzug für Kinder genauso unerlässlich beim Training und Wettkampf wie für Erwachsene. Auf dieser Seite haben zusammengetragen, was für einen Kinder-Judoanzug aus unserer Sicht wichtig ist. Wenn Sie Fragen oder Ergänzungen dazu haben, schreiben Sie uns gerne.

Bestandteile eines Judoanzugs

Üblicherweise besteht ein Judoanzug aus drei Komponenten: der Jacke (jap. Uwagi), der Hose (jap. Zubon) und dem Gürtel (jap. Obi). Alles drei zusammen ergibt den Judo-Anzug (jap.). Zusammenfassend werden die japanischen Kampfsportarten als „Budo“ bezeichnet und daher werdet ihr bei der Suche nach einem Kinder Judoanzug auch oftmals auf den Begriff Budo-Anzug treffen. Dabei kann es sich um einen Anzug für Judo handeln, aber auch für Aikido oder Karate.

In Japan werden die Judoanzüge als Dogi bezeichnet und international wird eher der Begriff „Keikogi“ verwendet und das bedeutet im japanischen soviel wie „Trainingsanzug“ und bezieht sich nicht speziell auf die Kampfsportarten. Selbst als absoluter Anfänger kommt euer Kind nicht ohne den weißen Gürtel aus. Doch dann mit fortgeschrittenen Können und den bestandenen Gürtelprüfungen kommt dann zumindest noch der weiß-gelbe oder gelbe Gürtel hinzu, und wenn das Kind beim Sport bleibt, dann gibt auch noch höhere Gürtelfarben.

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Der Gürtel ist zwingend, denn mit ihm wird das Oberteil geschlossen und zeigt zudem auch die Gradierung seines Trägers an. Ohne Gürtel ist ein Training oder ein Wettkampf nicht erlaubt, denn viele der Würfe sind darauf angewiesen, richtig in das Oberteil greifen zu können. Das Oberteil wird als „Uwagi“ bezeichnet, die Hose als „Zubon“ und der Gürtel als „Obi“.

Die Judojacke (Uwagi)

Die Judojacke, jap. Die Jacke eines Judoanzugs ist weit geschnitten und hat eine charakteristische raue Webart, die auch Reiskornwebung genannt wird. Dieses charakteristische Muster, das die gesamte Jacke von oben bis zur Taille ausmacht, gibt der Judojacke die richtige Stabilität.

Der Hintergrund: Bei Judogriffen wird die Jacke nicht nur gefasst und gezogen, sondern manchmal geradezu gerissen. In mancherlei Hinsicht ist der Judowettkampf zunächst der „Kampf um den besten Griff“, und sowohl dabei als auch bei den dynamischen Würfen ist die Jacke immensen Kräften ausgesetzt. Würden diese Kräfte nur in bestimmte Richtungen wirken, ließe sich das Problem mit entsprechend gesetzten Nähten und Verstärkungen lösen.

Aber da die Krafteinwirkungen in Richtung und Stärke sehr unterschiedlich sind, ist es traditionell üblich, die Reiskornwebung zu verwenden. Da der „Rock“ der Jacke ab der Taille abwärts dagegen nicht als Griffzone verwendet wird, ist er aus einfach gewebtem Stoff gefertigt und manchmal nur zusätzlich abgesteppt. Vor allem bei kleinen Kindern, die Judo trainieren, ist die Reiskornwebung für die Funktionalität des Judoanzugs nicht zwingend notwendig. Es ist aber wichtig zu wissen, dass eine glatte Judojacke ohne Webmuster nicht dem klassischen Standard entspricht. Wir empfehlen daher die Reiskornwebung sowohl aus Stabilitäts- als auch aus Traditionsgründen.

Die Judohose (Zubon)

Auch die Hose muss im Judo-Kampf einiges mitmachen. Oft wird sie Ziel eines Griffes im Unterschenkelbereich, und beim Bodenkampf wird vor allem die Kniepartie stark strapeziert, da viele Kampfaktionen im Kniestand ausgeführt werden oder ein "Kräftemessen" im Knien entsteht.

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Was ein Judoanzug für Kinder auf alle Fälle haben sollte, sind also verstärkte Knie. Das kann einfach durch eine zweite Lage Stoff im Kniebereich gewährleistet werden, oder aber durch ein komplett doppelt abgestepptes Bein vom Oberschenkel abwärts. Das zweite interessante Detail einer Judohose ist die Schnürung.

Traditionell werden Judohosen nur mit einem Zugband ohne Elastikbund geschnürt. Auf diese Weise ist die Schnürung sehr fest und stabil, sie kann aber auch „einschneiden“ und sich hart anfühlen. Gerade für Kinder empfehlen wir deshalb eine Judohose mit Gummizug, der aber in jedem Fall (innen oder außen) eine zusätzliche Schnürung haben sollte, die den Elastikbund rutschfest fixiert.

Die Länge der Hose sollte so gewählt sein, dass sie maximal bis zum Knöchel geht und auf jeden Fall mindestens die halbe Wade bedeckt. Die Säume der Hosenbeine sollten im Optimalfall mit mehreren Nahtreihen eingefasst sein, um ein Ausfransen auch bei hoher Belastung zu vermeiden.

Der Judogürtel (Obi)

Der Judo-Gürtel zeigt einerseits an, welchen Schülergrad das Kind gerade innehat, andererseits hält er ganz praktisch gesagt die Jacke zusammen. Das muss er auch, da die Judojacke keine Schnürbänder besitzt (im Gegensatz zum Beispiel zu einer Karatejacke), die beim Zug an der Jacke ohnehin schnell reißen würden.

Der Gürtel ist daher dafür zuständig, dass die Judojacke in Form bleibt, und das kann ein traditioneller Judogürtel auch sehr gut. Er besteht meistens aus Baumwolle und bietet damit eine sehr hohe Reibung gegenüber der Jacke, so dass er – richtig gebunden – auch nicht so leicht aufgehen kann.

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Die gängigen Gürtelfarben sind: weiß, gelb, orange, grün, blau, braun (Schülergrade) sowie schwarz (Meistergrade). Bei den Schülergraden gibt es vor allem bei Kindern oft Zwischenstufen wie weiß-gelb, gelb-orange, orange-grün, grün-blau und blau-braun.

Für Ihr Kind brauchen Sie zum ersten Judoanzug einen weißen Gürtel, der in einem Anzug für Kinder auch bereits enthalten sein sollte. Dieser Gürtel muss so lang sein, dass er zweimal komplett um die Taille herum gelegt werden kann, bevor er vorne vor dem Bauchnabel verknotet wird. Die losen Enden sollten danach noch ca. 20 cm auf jeder Seite überstehen.

Die Größen von Judogürteln reichen traditionell von 180 cm bis 320 cm in Abständen von 20 cm. Bei besonders großem oder kleinen Taillenumfang orientieren Sie sich einfach eine Größe nach oben oder unten.

Materialien und Stoffstärke

Wenn ihr euch im Handel umseht, dann werdet ihr sehr schnell feststellen, dass die Judoanzüge in den meisten Fällen stets aus den drei Teilen bestehen, wobei der Gürtel stets weiß ist. Teilweise kann es jedoch auch sein, dass der weiße Gürtel, also der Anfängergürtel nicht dabei ist. Denn besonders bei Kindern, die öfters einen neuen Judoanzug benötigen, da sie aus dem alten herausgewachsen sind, ist nicht jedes Mal ein neuer Gürtel notwendig, besonders kein weißer.

Im Gegensatz zu anderen Kampfsportarten ist das Oberteil beim Judo besonders großen Belastungen ausgesetzt und daher ist es nicht empfehlenswert, ein Oberteil aus einer anderen Budo-Kampfsportart zu wählen, das mit einer Schnürung versehen ist. Über eine solche Schnürung in der Taille verfügen zumeist Karate- oder Jiu Jitsu-Anzüge. Doch eine solche Schnürung würde beim Judo, wo die meisten Techniken damit arbeiten, den Gegner bzw. Eben aus diesem selben Grund ist das Oberteil eines Judoanzugs aus einem schweren, dicken Stoff gemacht.

Dann so kann es die Belastungen aushalten, da es reißfest ist und damit ein möglichst guter Griff ermöglicht werden kann, ist das Material rau. Viele Hersteller geben deshalb auch die Dicke des Gewebes genau an. Dabei müsst ihr beachten, dass hier mit den englischen Maßeinheiten Unzen pro Yard gearbeitet wird. Für einen normalen Kampfsportanzug sind 8 bis 16 Unzen normal, doch im Judo wird ein höherer Wert bevorzugt.

Aber es gibt keine genauen Vorgaben, zumindest jetzt noch nicht und so muss jeder für sich selbst zwischen der Reißfestigkeit und dem Tragekomfort entscheiden. Im Judo ist die Hose ebenso wie das Oberteil aus Baumwolle gefertigt und ist lang. Für den Judosport ist eine kurze Hose nicht empfehlenswert, denn so werden schmerzhafte Schürfwunden an den Beinen riskiert.

Da im Judo viel am Boden auf den Matten gekämpft wird, sind zumindest die Knie, aber besser auch die Schienbeine vor dem gefürchteten Mattenbrand geschützt mit einer langen Hose. Doch das bedeutet für die Hosen, dass auch sie sehr hohen Belastungen ausgesetzt sind und aus diesem Grund sind oftmals im Kniebereich extra Stoffschichten eingenäht, damit die Widerstandsfähigkeit erhöht wird.

Zum Einsatz kommt in fast allen Fällen reines Baumwollgewebe, da dieses alle Anforderungen an den Judoanzug sehr gut erfüllt. Die in Unzen pro Quadratyard, kurz oz, angegebene Stoffstärke ist unter anderem ausschlaggebend für die Belastbarkeit des Materials. Durch den härteren Stoff ist ein Gegner nicht so leicht in der Lage, Griffe anzusetzen. Außerdem wirkt sich die Stoffstärke sehr stark auf die Regulierung der Temperatur aus.

Die Gefahr bei einer zu gering gewählten Stoffstärke ist, dass die Jacke schweißnass am Körper festklebt und sich nicht nur unangenehm anfühlt, sondern Euch massiv behindert. Generell gilt: Wer einen Judoanzug kaufen möchte, macht mit einer Stärke ab 12 oz nichts verkehrt. Dieser ist den höheren Preis in jedem Fall wert.

Passform und Größe

Wenn ihr eurem Kind einen Judoanzug kaufen möchtet, dann müsst ihr vor allem darauf achten, dass dieser richtig sitzt! Das heißt, die Ärmel sollten keinesfalls über die Handgelenke reichen und auch die Hosenbeine sollten nicht über die Knöchel gehen. Sind beide zu lang, dann kann es zu schweren Verletzungen der Finger und Zehen kommen, wenn sich diese im Eifer des Kampfes in dem Stoff verfangen.

Was die Größenangaben angeht, so bestehen diese bei den Judoanzügen zumeist aus Zentimeter-Angaben. Das Beste ist es, zur Wahl der richtigen Größe, nach der vorigen Berücksichtigung des Anzug-spezifischen Einlaufverhaltens, die Körpergröße des Kindes zu ermitteln und diese dann auf die nächste Zehnerstelle aufzurunden. Dabei handelt es sich um die sicherste Methode, denn ein etwas zu großer Anzug lässt sich in der Regel „einschrumpfen“.

Auch wenn Ju-Sports noch relativ jung ist, so hat sich die Marke bereits im Judosport ebenso wie Adidas und Danrho etabliert. Das ist auch nicht verwunderlich, denn der Hersteller legt größten Wert auf eine solide Qualität.

Beim Judoanzug bestimmt die Körpergröße automatisch die Kleidungsgröße. Aufgrund des Schnittes passen die Jacken nahezu jedem von Euch, der in die besagte Größenkategorie fällt. Lediglich in Ausnahmefällen, wenn Ihr beispielsweise 1,77m groß seid und sehr breite Schultern habt, kann es vorkommen, dass die Jacke für 1,80m bis 1,90m besser passt. Wenn Ihr einen Judoanzug kaufen wollt, seht Euch vorher auf jeden Fall die Größentabellen des jeweiligen Herstellers an. Bei manchen von ihnen finden sich noch zusätzliche Infos.

Farbe des Judoanzugs

Im Handel werden die unterschiedlichsten Farben für Judoanzüge angeboten, jedoch bringt das keinen Unterschied im Können des Trägers zur Geltung, wie das beim Gürtel der Fall ist. In der Regel ist der Judoanzug weiß, aber auch blau kann hin und wieder gefunden werden. Welche Farbe ihr wählt, ist ganz euch überlassen.

Diese unterschiedlichen Farben sind eigentlich nur im Wettkampf von Bedeutung, damit die Gegner besser auseinandergehalten werden können - eben ähnlich wie beim Fußball mit den Trikots. Doch wenn es darum geht, nicht aus der Masse herauszustechen, dann ist ein weißer Judoanzug das Beste.

Teilweise sind auch Judoanzüge zu finden, die mit Aufnähern auf den Schultern, am Hosenbund oder den Jackenkanten beispielsweise versehen sind.

Pflegehinweise für Judoanzüge

Wenn es darum geht, einen Judogi, also einen Judoanzug zu waschen, dann muss auf ein paar Dinge geachtet werden. Zuerst wäre da, dass der Judoanzug garantiert beim ersten Waschen etwas einläuft. Zudem ist es von dem jeweiligen Anzug abhängig, wie viel er einläuft, aber das könnt ihr der Produktbeschreibung entnehmen. In der Regel beläuft sich der Wert zwischen drei und 10 cm.

Generell ist es empfehlenswert, den Anzug bei den ersten fünf bis 10 Mal bei 30 Grad zu waschen und danach auf der Leine zu trocknen. So kann ein zu starkes Einlaufen verhindert werden. Ist der Judoanzug dann in dem normalen Trainingsbetrieb, dann kann die normale eingenähte Waschanleitung befolgt werden und hier sind in der Regel 60 Grad angegeben, um eine gute Hygiene zu gewährleisten.

Zudem sollte auf Weichspüler verzichtet werden, denn diese schwächen das Material auf die Dauer und der Gegner findet einen deutlichen festeren Griff. Grundsätzlich sollte der Judoanzug gewaschen werden, wenn er nach dem Training durchgeschwitzt ist.

Die meisten Hersteller schreiben 30°C auf die Waschanleitung, wobei allerdings oft nicht alle Verschmutzungen verschwinden. Das soll heißen: Wenn Ihr Euren Judogi auf 90°C wascht, wird er anschließend eher einem Schulkind passen, als Euch selbst. Gelegentlich kann es vorkommen, dass Eure Waschmaschine während des Waschvorgangs eine Fehlermeldung zeigt.

Bekannte Hersteller von Judoanzügen

  • Adidas
  • Danrho
  • Ju-Sports
  • Mizuno

Adidas ist einer der größten Hersteller von Sportartikel weltweit und setzt die höchsten Qualitätsstandards. Der Hersteller beschreitet immer wieder neue Wege und nicht umsonst sind die Judoanzüge von Adidas in den meistern Judokadern der Welt zu finden. Nicht nur die erstklassige Material- und Verarbeitungsqualität zeichnet sich ein Judoanzug von Adidas aus, sondern der Hersteller ist einer der wenigen, der bei seinen Judoanzügen nicht nur auf reine Baumwolle setzt, sondern auch noch einen gewissen Anteil an Kunstfasern einwebt. Damit wird eine enorme Strapazierfähigkeit erreicht in Verbindung mit einem angenehm leichten Tragekomfort.

Dieser Hersteller ist die Nummer eins bei vielen Hobbysportlern, wenn es darum geht, hohe Qualität zu einem günstigen Preis zu erhalten. Danrho stellt ausschließlich Gis her und hier ist die größte Sparte selbstverständlich die Judoanzüge. Die Judoanzüge des Herstellers überzeugen durch ihr klassisches Design, 100 % Baumwolle und den angemessenen Preisen. Einen guten Danrho Judoanzug könnt ihr bereits für unter 100 Euro erwerben.

Hier handelt es sich um eine Eigenmarke des gleichnamigen Internet-Händlers. Besonders die Kinder Judoanzüge von Ju-Sports sind besonders beliebt, denn sie warten mit netten Details auf, wie beispielsweise Bestickungen.

IJF-Zertifizierung

Die von uns angebote Judo-Kleidung mit IJF-Zulassung entspricht den seit 1. April 2015 gültigen Regeln für die Beschaffenheit von Judoanzügen.

IJF zertifizierte Judo-Kleidung entspricht festgelegten Standards und muss u.a. folgende Anforderungen erfüllen:

  • Die Jacke und die Hose müssen von derselben Marke und Farbe sein
  • Auf der Jacke, der Hose und dem Gürtel muss das Logo des als „IJF Official Supplier“ zugelassenen Judogi-Herstellers erscheinen.
  • Die Marke des Judogi-Herstellers muss bei Jacke und Hose identisch sein.
  • Das Label „IJF Approved“ auf der Jacke, der Hose und dem Gürtel wird mit einer optischen UV-Lampe kontrolliert.

Die IJF-Bestimmungen findet ihr auf der Webseite des Deutschen Judo-Bundes.