Du bist neugierig, welche Kampfkunst oder welcher Kampfsport zu dir passt? Vielleicht möchtest du dich im Alltag sicherer fühlen oder du suchst eine herausfordernde Disziplin, die Körper und Geist gleichermaßen stärkt. Vielleicht schwebt dir eine fernöstliche Philosophie vor oder du möchtest einfach nur die pure Kraft und Dynamik des Boxens erleben. Dieses Quiz hilft dir, dich selbst besser einzuschätzen und herauszufinden, wo deine Interessen und Talente liegen.
Egal, ob du dich eher für traditionelle Stile begeisterst oder eine moderne Mischung verschiedener Techniken reizvoll findest - es lohnt sich, hinein zu schnuppern und Neues zu wagen.
Kampfsportarten im Überblick
Es gibt eine breite Auswahl an Kampfsportarten, zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Aber es gibt weitaus mehr Kampfsportarten, nicht nur aus dem asiatischen Raum.
Die Popularität von Kampfsport
Den harten Kampf gegen das schlechte Image der einstigen Randsportarten haben vor allem Jackie Chan, Jean Claude van Damme oder Jet Li gewonnen, als sie in den 90er-Jahren zu unseren Action-Helden auf der Leinwand wurden. Und auch durch Hollywood-Beautys wie Angelina Jolie oder Cameron Diaz, die auf Kickboxtraining setzten, um mit einem straffen, sexy Body vor der Kamera zu glänzen, wurde Kampfsport in der Fitnesswelt etabliert. Höchste Zeit also, dass jetzt auch du den friedlichen Krieger in dir weckst!
Faktoren bei der Wahl des richtigen Kampfsports
Ihr wisst noch nicht genau welcher Kampfsport für Euch geeignet sein könnte?
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- Zunächst einmal müsst ihr wissen, dass Kampfsportarten teilweise andere Zielstellung haben: Verteidigung (für das Militär oder Bevölkerung), sportliche Ertüchtigung oder Training des Geistes/ Konzentration.
- Manche Kampfsportarten sind härter als andere: Kickboxen und MMA sind sehr hart, Tai Chi hingegen ist auf sanfte Abläufe ausgelegt. Und habt keine Sorge, bei einer Anfängergruppe im Kickboxen schlägt man sich nicht sofort die Zähne ein.
- Probieren geht über studieren - nehmt an einem Probetraining teil: Es ist sehr empfehlenswert ein paar Schnupperkurse zu besuchen und sich einen Einblick zu verschaffen. Denn das Umfeld, eure Trainingspartner und der Trainer machen sehr viel aus. Sie entscheiden maßgeblich über den Erfolg.
Überlegt euch auch zunächst was euer Ziel ist.
Wie schwer ist welche Kampfsportart?
Wie komplex ist die jeweilige Kampfsportart zu erlernen, weichen die Bewegungsabläufe stark vom Alltag ab? - Grundsätzlich werden bei allen Kampfsportarten intuitive Bewegungsabläufe gelehrt und gesucht. Krav Maga, Sambo und ggf. Kickboxen sind hervorzuheben, denn diese Kampfsportarten wurden teilweise vom Militär entwickelt, mit dem Ziel, dass die Techniken schnell zu vermitteln und zu erlernen sind.Es gibt auch Kampfstile, die Jahrelange Übung erfordern.
Wie effektiv sind die einzelnen Kampfsportarten?
Kann die Kampfsportart im Ernstfall helfen sich gegen einen oder mehrere Gegner zur Wehr zu setzen. Hier schneiden letztendlich alle Kampfsportarten gut ab, denn ihr Hintergrund ist die Verteidigung. Davon ausgenommen sind nur sehr wenige, wo es eher um Fitness und Beweglichkeit geht.
Wie viel Kondition braucht man für Kampfsport?
Wie viel Fitness ist notwendig, um die Kampfsportart auszuüben und wie wirkt sich das Training auf das Fitnesslevel aus. Wer schon einmal einen Trainingskampf hatte, weiß wie anstrengend das ist. Daher ist der Konditionspunkt ein wichtiger Faktor. Auch zur Selbstverteidigung ist es sehr sinnvoll eine gewisse Fitness mitzubringen. Das Gute an allen klassischen Kampfsportarten ist die Erhöhung der Fitness.
Wie hoch ist der Kraftbedarf bei Kampfsportarten?
Ist die Kampfsportart auch ohne hohen Kraftbedarf zu erlernen bzw. auszuüben - bzw. wie wirkt sich das Training auf das Training der Muskelkraft aus. Kampfkünste die explizit die Kraft des Gegners nutzen, um sie gegen diesen einsetzen sind für körperlich schwache Menschen gut geeignet. Das ist beispielsweise Judo sowie Jiu Jitsu. Aber auch sehr effektive Kampfsportarten gleichen diesen Faktor aus, so ist auch Krav Maga oder Sambo eine gute Wahl. Beim Training werdet ihr natürlich an Fitness zulegen. Allerdings werdet ihr dadurch nicht unbedingt Muskelpakete. Daher könnt ihr euer Kampfsport-Training noch um ein Muskeltraining ergänzen. Es ist jedoch selten entscheidend, wie viel Kraft ihr habt.
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Wie beweglich sollte man für Kampfsport sein?
Die Anforderungen an die Beweglichkeit variieren innerhalb der Kampfsportarten mitunter erheblich. Das betrifft in erster Linie die Beweglichkeit für Würfe oder auch Fußtritte. In jeder Kampfsportart existieren beim Training für Fortgeschrittene Tritttechniken, die ein hohes Maß an Beweglichkeit erfordern. Jedoch kann das Anfängertraining auch mit geringer Beweglichkeit absolviert werden.
Krav Maga als effektive Selbstverteidigung
Als effektivste Kampfsportart zur Selbstverteidigung können wir Euch guten Gewissens das Krav Maga empfehlen. Der Begründer legte großen Wert darauf, dass es effektiv ist, schnell erlernt werden kann und dabei keine allzu hohen körperlichen Anforderungen benötigt. Ihr erlernt hier gezielt jene Techniken, die Euch im Notfall helfen können.
Detaillierte Betrachtung verschiedener Kampfsportarten
Im Folgenden werden einige der beliebtesten Kampfsportarten detaillierter beschrieben, um dir bei der Auswahl zu helfen:
Boxen
In Studios laufen die Kurse meistens unter „Fitness-Boxen“. Hierbei werden die klassischen Box-Moves mit Aerobic- und Workout-Elementen kombiniert. Boxen dient als guter Einstiegssport, um Grundtechniken zu erlernen und sich in den Kampfsportbereich vorzutasten. Auch weniger Fitte können mit Boxen anfangen. Wer boxt, trainiert nicht nur seine Kurzzeitausdauer, sondern auch Arme und Reaktionsfähigkeit, geht an seine Maximalkraft und muss mit hoher Körperspannung arbeiten, um seine Deckung zu halten. Darüber hinaus werden Koordination und Selbstbewusstsein gefördert.
Kickboxen
Kickboxen kombiniert verschiedene Kampfsportarten. Die Fußtechniken entstammen dabei dem Karate, die Fausttechniken dem Boxen. Zusätzlich zu den klassischen Box-Moves (Gerade, Haken, Aufwärtshaken) kommt der Einsatz der Beintechniken hinzu (Kniestöße, Kicks mit Schienbein), wodurch der Sport anstrengender und vielseitiger ist als das reine Boxen - immerhin befindet sich ein Drittel unserer Skelettmuskulatur in Beinen und Po und muss beim Training mit Energie und Sauerstoff versorgt werden.
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Gelenkigkeit und Körperbeherrschung werden ebenso trainiert wie Körperspannung, Reaktionsfähigkeit, Beweglichkeit, Kraft und Schnelligkeit. Im Fokus steht die Verbesserung der Kurzzeitausdauer. Egal ob am Sandsack oder beim Zirkeltraining: Der Puls schlägt während des Trainings (dauert meistens 60 bis 90 Minuten) mindestens mit 120 bis 140 Schlägen pro Minute, denn sämtliche Übungen werden im intensiven Intervalltraining durchgeführt. Durch den hohen anaeroben Stoffwechsel wird das Boxtraining so zum ultimativen Fettkiller. Neben dem Fitnesswert besitzt das Kickboxen einen hohen Selbstverteidigungswert.
Taekwondo
Schnell, dynamisch, kraftvoll und damit DER ultimative Booster für die Ausdauer. Die Kombination aus Hand- und Fußtechniken („Tae“ steht für die Fußtechniken, „Kwon“ für die Handtechniken und „Do“ für den Weg) schult die Koordination. Schnelle Fußtritte stehen beim Training im Vordergrund, gekickt wird hauptsächlich mit den Beinen. Die Beinmuskulatur wird stark durchblutet und die Beweglichkeit und Flexibilität der Hüfte und der Beine (die meisten Fußtritte zielen im klassischen Kampf auf den Kopf ab) extrem geschult.
Durch die Vielzahl der Beintechniken, die mit Drehungen einhergehen, liegt der Fokus auf Kraftausdauer und Orientierungsfähigkeit. Das Training erfolgt an Sandsäcken oder Pratzen (Schlagpolstern). Wer den Kopf frei bekommen und sich richtig auspowern will, ist hier genau richtig. Zwar dauert es eine Zeit lang, die Techniken zu erlernen - das Training selbst ist aber ein effektives Workout, das auch weniger erfahrene Sportler fit macht.
Mixed Martial Arts (MMA)
Sehr intensives, vielseitiges Training, das sein Brutalo-Image längst abgelegt hat und auch in Studios im Premiumsegment Einzug hält. Durch die Kombination aus Boxen, Kicken, Ringen und Bodenkampf bietet MA von den Kampfkünsten das umfassendste und vielseitigste Training. Es beinhaltet auch Übungen aus dem Functional Training, bei dem mit Medizinbällen oder Boxsack als Gewicht gearbeitet wird. Neben Fußtritten, Faustschlägen und Kniestößen werden auch Ringertechniken trainiert. Die wenigsten Martial-Arts-Trainierenden haben das Ziel zu kämpfen, sondern lieben das intensive Training.
Jiu-Jitsu
Jiu-Jitsu wird nicht umsonst als „sanfte Kunst“ bezeichnet. Anstatt Kraft gegen Kraft zu wenden, soll möglichst viel von der Kraft des Angreifers gegen ihn selbst gewendet werden. Das Erlangen von Schnelligkeit und Stabilität stehen beim Training im Vordergrund, verschiedene Wurftechniken fördern eine stabile Körperhaltung. Erlaubt sind Fußtritte, Faustschläge, Würfe und Hebeltechniken.
Im Vordergrund stehen Schnelligkeit und Explosivität. Vor allem das Wurftraining erfordert eine stabile Körperhaltung, eine schnelle Reaktionsfähigkeit und ein gutes Gleichgewicht. Der Selbstverteidigungscharakter ist besonders hoch. Workout-Elemente sind Sandsack-, Pratzen- und Seilsprungtraining sowie Schattenboxen.
Tai-Chi
Tai-Chi ist eine meditative, sanfte Kampfkunst (auch „chinesisches Schattenboxen“ genannt), die ein hohes Maß an Konzentration erfordert. Während Tai-Chi in seinen Anfangszeiten eine Form des Kung-Fu war und als Nahkampfsystem zur Selbstverteidigung eingesetzt wurde, entwickelte es sich im Lauf der Zeit zu einer inneren Form des Kämpfens weiter. Tiefe Standpositionen stärken die statische Beinkraft und die Ganzkörperspannung und fördern die Balance. Die Bewegungen, eine Abfolge traditioneller chinesischer Körperübungen, sind langsam und fließend, die Atmung ist entspannt. Zwar zielen sie auf die körperliche Leistungsfähigkeit und ein gesundes Herz-Kreislauf-System ab, der Fokus ist aber nach innen gerichtet - um das Chi, die Lebensenergie, zu fördern. Dadurch entsteht auch eine tiefe psychische Entspannung.
Weitere Kampfsportarten und ihre Eigenschaften
Hier ist eine Tabelle, die einige der genannten Kampfsportarten zusammenfasst und ihre Hauptmerkmale hervorhebt:
| Kampfsportart | Fokus | Intensität | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Boxen | Schlagtechniken, Ausdauer | Mittel bis Hoch | Anfänger, Fitness-Enthusiasten |
| Kickboxen | Schlag- und Tritttechniken, Kraftausdauer | Hoch | Fortgeschrittene, die eine Herausforderung suchen |
| Taekwondo | Schnelligkeit, dynamische Tritttechniken | Mittel | Personen, die ihre Flexibilität verbessern möchten |
| MMA | Vielseitigkeit, Kombination verschiedener Stile | Sehr Hoch | Erfahrene Sportler, die ein umfassendes Training suchen |
| Jiu-Jitsu | Bodenkampf, Würfe, Hebeltechniken | Mittel | Personen, die Selbstverteidigung ohne hohe Kraft suchen |
| Tai-Chi | Meditation, Stressabbau, Körperbeherrschung | Niedrig | Anfänger, Personen die Stress abbauen möchten |
| Krav Maga | Selbstverteidigung, intuitive Techniken | Mittel bis Hoch | Personen, die effektive Selbstverteidigung erlernen möchten |
Häufige Fragen zum Thema Kampfsport
Kann man einen Kampfsport zuhause erlernen?
Nein, eher nicht. Sicherlich könnt ihr eure Fitness verbessern und Grundtechniken zur Abwehr und zum Angriff üben. Fehler in der Stellung und Lücken in der Abwehr werdet ihr allerdings nicht bemerken. Zudem fehlt euch ein ganz wichtiger Baustein: Die Partnerübungen und Übungskämpfe. Im Verein oder mit erfahrenen Übungspartner lernt ihr die richtigen Grundlagen, macht schneller Fortschritte und schärft euer Auge für Bewegungen. Kurzum, zu Beginn solltet ihr auf alle Fälle in einen Verein gehen, Bewegungsabläufe können und sollten aber zuhause vertieft werden.
Wann ist man bereit für einen Wettkampf?
Es dauert mindestens Jahre bis man im Vollkontakt kämpfen kann, und nicht völlig untergeht. Je nach Kampfstil müssen Kampftechniken, Hebel, Faustkampf, Fußtechniken, Bodenkampf oder der Kampf mit Waffen lange geübt und perfekt beherrscht werden, bevor man für einen Wettkampf bereit ist. Man muss zwar keinen schwarzen Gürtel haben, bis man an einem Wettkampf teilnehmen kann, allerdings sollte man schon fortgeschrittener sein.
Wie oft sollte man Kampfsport trainieren?
Das ist ganz von eurem Ziel abhängig: Wenn ihr an einem Wettkampf teilnehmen und euch mit den besten messen wollt, dann solltet ihr täglich trainieren oder mindestens 5-mal die Woche. Und das über mehrere Jahre. Wenn ihr euch fit halten und im Ernstfall verteidigen möchtet, dann ist es ausreichend, wenn ihr zweimal die Woche trainiert. Und noch einen weiteren Sport (Joggen, Schwimmen, Fitnessstudio…) ausübt. Wenn euer Ziel ist, besser auf einen Ernstfall vorbereitet zu sein, dann solltet ihr ein paar Intensivkurse besuchen.
Was kostet eine Mitgliedschaft in einem Kampfsport-Verein?
Die Mitgliedschaft im Verein für Kampfkunst variiert sehr nach Region und beläuft sich auf 30€ bis 100€ im Monat. Das hängt ganz davon ab, wie viele Mitglieder es gibt, wie teuer die Miete ist, welche Ausrüstung vorhanden ist. Ein reiner Selbstverteidigungskurs, der einen Nachmittag lang geht, kostet meist um die 100€.
Fazit
Die Wahl des richtigen Kampfsports hängt von deinen persönlichen Zielen, Interessen und körperlichen Voraussetzungen ab. Probiere verschiedene Stile aus, um herauszufinden, welcher am besten zu dir passt. Egal für welchen Kampfsport du dich entscheidest, du wirst selbstbewusster und stärker werden!
