Die Tage werden kürzer und die dunkle Zeit des Jahres beginnt. Die abgelegenen Wege, die im Sommer noch so idyllisch schienen, wirken nun dunkel und furchteinflößend. Um sich sicherer zu fühlen, kann das Erlernen einer Kampfsportart helfen. Jeder gute Kampfsportlehrer sagt zwar als Erstes: Flucht geht vor Kampf. Wenn es möglich ist, solltest du also die Konfrontation meiden, um dich - gerade als Kampfsport-Einsteiger - nicht in Gefahr zu bringen.
Was macht ein gutes Verteidigungssystem aus?
Wenn du nach dem besten Kampfsport für Selbstverteidigung suchst, dann stehst du vor einer Großzahl an Möglichkeiten. Mit einer breiten Auswahl an Stilen und Techniken stehen dir zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Von wettkampforientierten Kampfsportarten bis hin zu traditionellen Kampfkünsten.
Alle diese Arten haben ihre Berechtigung und Vorzüge. Manche konzentrieren sich auf die Verteidigung in engen Räumen, während andere den Kampf gegen mehrere Gegner oder das Waffentraining behandeln. Doch welcher Kampfsport ist der beste für die Selbstverteidigung? Die Antwort hängt von deinen individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen ab. So findest du heraus, welche Kampfsport Selbstverteidigung am besten zu deinen Bedürfnissen passt.
Wichtige Faktoren für Kampfsport Selbstverteidigung
Bei der Auswahl einer Kampfsportart sind mehrere Faktoren zu beachten. Viele Kampfsportarten oder Systeme sind einfach zu erlernen und schwer zu meistern. Manche konzentrieren sich auf wenige Techniken, die viele Situationen abdecken. Eine grundsätzliche Fitness ist nicht verkehrt. Je nach Alter oder persönlichen Präferenzen fällt dieser Aspekt mehr oder weniger ins Gewicht. Manche der Kampfsportarten legen ebenfalls den Fokus gezielt auf Fitness oder setzen dies voraus.
Berücksichtige auch den Aufwand und die Zeit, welche du investieren kannst. Verfügbarkeit in der Nähe oder Online Kurse. Setze für dich einen Fokus und und du findest den besten Kampfsport für Selbstverteidigung oder das beste Selbstverteidigungssystem für dich.
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Die beliebtesten Kampfsportarten im Kurzportrait
Aikido
Aikido ist eine japanische Kampfkunst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Kampfsportart Aikido ist defensiv: Hauptziel ist, die Bewegunsgenergie, die in einem Angriff steckt, abzuleiten und es dem Gegner oder der Gegnerin zu erschweren, den Angriff fortzuführen. Dazu gibt es spezielle Wurf- und Haltetechniken. Auf einen Gegenangriff wird verzichtet. Die Grundidee beim Aikido ist nicht, die angreifende Person zu bezwingen, sondern sie zur Aufgabe zu bewegen. Beim Aikido gibt es weder Alters- oder Gewichtsklassen noch eine Aufteilung nach Geschlechtern. Alle trainieren miteinander.
Boxen
Boxen gilt neben Ringen als die älteste Kampfsportart der Welt: Schon auf über 5000 Jahre alten Höhlenzeichnungen sind Boxer und Ringer abgebildet. Beim modernen Boxen versuchen die Sportler und Sportlerinnen Schläge auf den gegnerischen Kopf oder den Oberkörper zu landen, um Punkte zu erzielen oder einen Kampf durch K. O. zu gewinnen. Schläge auf den Kopf oder andere empfindliche Körperteile sind auch mit angemessener Schutzbekleidung gefährlich. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland das Leichtkontaktboxen. Hier sind harte Schläge verboten, um Verletzungen zu vermeiden. Es gibt keinen K. O.: Über Sieg und Niederlage wird ausschließlich nach Punkten entschieden.
Capoeira
Die afro-brasilianische Kampfkunst Capoeira vereint Kampf, Musik und Tanz. Capoeira entstand im 17. Jahrhundert unter den Sklaven auf den Plantagen Brasiliens als eine Art Kampftanz. Im 20. Jahrhundert kamen Einflüsse anderer Kampfsportarten hinzu. Bei Capoeira kämpft man nicht gegen sein Gegenüber, sondern spielt mit ihm. Zwei Personen inszenieren in fließenden Bewegungen einen Kampf. Es gibt eine Vielzahl von Bewegungen und Bewegungskombinationen, darunter Kopfstöße, Würfe und Fußfeger, wobei Angriffe im letzten Moment gestoppt werden oder der Gegner oder die Gegnerin ausweicht. Den Bewegungsabläufen liegen unterschiedliche erlernbare Regeln zugrunde. Es gibt Capoeira-Meisterschaften, aber nicht alle betrachten Capoeira als Wettkampfsport, da der Wettkampfgedanke nicht zum kulturellen Hintergrund der Capoeira passe.
Jiu Jitsu
Die Kampfsportart Jiu Jitsu geht auf die japanischen Samurai zurück. Die Grundidee ist „Siegen durch Nachgeben“. Deshalb ist die erste Verteidigungsmaßnahme beim Jiu Jitsu schnelles und geschicktes Ausweichen, um dann die Kraft eines Angriffs gegen die angreifende Person selbst zu verwenden. Dazu stehen verschiedene Wurf-, Griff-, Hebel- und Schlagtechniken zur Verfügung. Je nach Art des gegnerischen Angriffs gehören zur Selbstverteidigung beim Jiu Jitsu auch Tritte und Würgen. Es gibt verschiedene Schulen des Jiu Jitsu, in denen jeweils unterschiedliche Techniken bevorzugt werden.
Judo
Der Jiu-Jitsu-Lehrer Jigoro Kano entwickelte Judo (deutsch: der „sanfte Weg“) Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Jiu Jitsu. Kano setzte den Schwerpunkt beim Judo auf Griffe, Hebel und Würfe - gefährliche Kampftechniken wie Schläge und Tritte strich er zugunsten von Fallübungen aus dem Training. Bei einem Judo-Wettkampf ist das Ziel, den Gegner oder die Gegnerin zu Boden zu bringen und dort für eine bestimmte Zeit festzuhalten. Außerdem gibt es Punkte für eingesetzte Wurf- und Grifftechniken.
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Karate
Um 500 nach Christus erschufen chinesische Mönche aus gymnastischen Übungen eine waffenlose Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte sich diese Kampftradition in Japan unter dem Namen Karate als Sport mit eigenem Regelwerk. Beim Karate erlernt man Stoß-, Schlag- und Tritttechniken. Schläge und Tritte müssen aber im Training und im Wettkampf abgestoppt werden, bevor sie den Gegner oder die Gegnerin berühren. Das erfordert eine gute Körperbeherrschung, die bei dieser Kampfsportart systematisch trainiert wird.
Kickboxen
Kickboxen nahm als „Sport-Karate“ seinen Anfang in den USA der 1970er Jahre. Die Kampfsportart verbindet Schlagtechniken des klassischen Boxens mit Tritttechniken aus Karate und Taekwondo. Es gibt verschiedene Wettkampfarten des Kickboxens. Die Hauptvarianten sind Leicht-, Semi- und Vollkontakt. Die ersten beiden werden wie Karate auf der Matte ausgeübt. Es geht um die Anzahl der gelandeten Treffer und darum, wie sauber die Kämpfenden die Schlag- und Kicktechniken ausführen. Beim Vollkontakt-Kickboxen im Boxring ist ein Sieg auch über K. O. möglich.
Krav Maga
Krav Maga ist hebräisch und bedeutet auf Deutsch „Kontaktkampf“. Der Selbstverteidigungsstil wurde für israelische Sicherheitskräfte entwickelt. Nach eigenem Selbstverständnis ist Krav Maga kein Sport, sondern ein Selbstverteidigungssystem. Deshalb gibt es auch keine sportlichen Wettkämpfe. Krav Maga beruht vor allem auf den intuitiven menschlichen Reaktionsmustern und Reflexen. Es geht weniger um Spezialtechniken wie in der asiatischen Kampfkunst, sondern um einfache und dennoch effektive Methoden, um sich gegen Angriffe zu wehren.
Die israelische Kampfsportart wird in der Armee und im Auslandsgeheimdienst Mossad gelehrt und ist die wahrscheinlich effektivste Art und Weise, um mit einem attackierenden Angreifer fertig zu werden. „Krav Maga“ kommt aus dem Hebräischen und heißt „Kontaktkampf“. Und genau das ist es: Es geht direkt und distanzlos zur Sache - ins Gesicht, zwischen die Beine, ganz egal. Hauptsache, du unterliegst deinem Angreifer nicht. Denn befindest du dich in einer bedrohlichen Situation und musst dich verteidigen, bringt es dir viele Vorteile, wenn du genau weißt, wie du erfolgreich auf deinen Gegner reagierst - notfalls auch mit unfairen Moves.
Die Kampfkunst umfasst viele Bestandteile anderer Kampfsportarten, wie etwa Faustkampf, Ringen, die Tritte aus dem Karate sowie das Werfen, Hebeln und den Bodenkampf aus dem Jiu-Jitsu. Außerdem bezieht Krav Maga natürliche Reflexe und Reaktionen ein. Der israelische Kampfsport ist dadurch verhältnismäßig leicht zu erlernen. Nach einem halben Jahr Training hast du die Grundlagen so weit drauf, dass du in der Lage bist, einen Angreifer abzuwehren und dich selbst zu verteidigen. Das gilt sogar, wenn er bewaffnet ist. Denn zu diesem Kampfsport gehört auch die Entwaffnung des Angreifers.
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Ringen
Seit 708 vor Christus ist Ringen eine Disziplin der antiken olympischen Spiele und ist bis heute olympisch. Schon in der Antike waren beim Ringen Schläge und Tritte verboten. Heute geht es bei der Kampfsportart darum, den Gegner oder die Gegnerin mit beiden Schultern auf die Matte zu bringen oder Punkte zu sammeln. Es gibt zwei Ringstile: griechisch-römisch und Freistil. Beim griechisch-römischen Ringen dürfen nur die Arme und der Oberkörper eingesetzt und festgehalten werden. Beim Freistil setzen die Sportler und Sportlerinnen auch ihre Beine ein und dürfen ihr Gegenüber auch unterhalb der Taille festhalten. Punkte gibt es für Techniken wie Würfe, Schleuder- und Hebelgriffe.
Taekwondo
Taekwondo ist eine koreanische Kampfsportart und bedeutet auf Deutsch „Fuß, Faust, Disziplin“. Taekwondo stammt aus der Zeit um 50 vor Christus und ist seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts der populärste Kampfsport in Korea. Es ähnelt vordergründig chinesischen oder japanischen Selbstverteidigungsstilen, ist aber eine selbständige Kampfsportart, die seit dem Jahr 2000 olympische Disziplin ist. Besondere Merkmale von Taekwondo sind die ausgeprägten Fußtechniken, Tritte, Drehungen und Sprünge. Der Gebrauch der Hände ist erlaubt, sie werden aber nicht so oft eingesetzt wie etwa beim Karate.
Wing Chun (Wing Chun Kung-Fu, Wingtsun)
Wing Chun ist ein spezieller Kung-Fu-Stil. Kung-Fu ist der Oberbegriff für unterschiedliche chinesische Kampfkünste. Ähnlich wie bei Aikido kommt es auch beim Wing Chun darauf an, die Kraft des gegnerischen Angriffs durch Schritttechniken und geschickte Wendungen abzuleiten.
Wing Tsun hilft dir dabei, Gefahrensituationen früh zu erkennen und Deeskalationstechniken anzuwenden. So können einige Situationen ganz ohne körperlichen Einsatz entschärft werden. Reicht das nicht aus, und dein Angreifer ist dir körperlich überlegen? Dann brauchst du auf jeden Fall eine Technik, die diesen Nachteil ausgleicht, um dich verteidigen zu können. Die beste Kampfsportart für so eine Situation ist vielleicht Wing Tsun: Es ist darauf angelegt, dass du einen Kampf so schnell wie möglich erfolgreich beendest. Besonders wichtig ist, dass du mit möglichst wenig Energie und Kraftaufwand möglichst effiziente Treffer landest. Deine einzelnen Gliedmaßen agieren dafür unabhängig voneinander, wofür deine Koordinationsfähigkeit geschult wird.
Mixed Martial Arts (MMA)
Für manche Profis gelten die Mixed Martial Arts (MMA) als härteste Kampfsportart der Welt. Zieht man andere Kampfkünste zum Vergleich heran, kann da etwas Wahres dran sein. Die Mischkampfkunst umfasst Techniken aus dem Kickboxen, dem Muay Thai, dem Boxen, dem Ringen und dem Brazilian Jiu-Jitsu. Zu den wenigen geltenden Regeln gehört, dass Attacken gegen Augen, Hals und Genitalien nicht erlaubt sind, Wirbelsäule und Hinterkopf dürfen nicht das Ziel von Schlägen werden. Allerdings bekommst du im MMA-Training so viele Griffe und Techniken beigebracht, dass dir diese speziellen Methoden kaum fehlen werden. Kampfsport ist trainingsintensiv, aber auch sportlicher Balsam für Körper und Geist.
Die effektivste Kampfsportart ist MMA, da sie alle Elemente von Boxen, Kick- und Thaiboxen, Brazilian Jiu Jitsu und Ringen verbindet. Man kann im Stand mit Schlägen, Tritten, Knien und Ellenbogen arbeiten und kann den Kampf auch auf den Boden verlagern, den Gegner dort kontrollieren und Aufgabegriffe anwenden. Man ist also in allen Disziplinen trainiert und weiß, wie man sie verbindet.
Keysi Fighting Method (KFM)
„Ich bin Batman!“ Das könntest du sagen … und damit zumindest insoweit recht haben, dass du kämpfst wie Christian Bale in „Batman Begins“. Die Kampfszenen im Film sollten roh, aber effektiv wirken. Das war der Grund, warum man sie nach den Regeln der Keysi Fighting Method (KFM) choreografierte. Die relativ junge Kampfkunst ist noch nicht so weit verbreitet. Keysi wurde von dem Spanier Justo Dieguez Serrano entwickelt. Die Kampfkunst gilt ausschließlich der Selbstverteidigung. Du brauchst dafür keine Regeln zu pauken und kannst dich voll und ganz auf die Methoden und deren Verinnerlichung konzentrieren. Das Training vermittelt dir Schlag- und Tritttechniken, Verteidigung gegen Griffe und den Umgang mit bewaffneten Gegnern. Viel Wert wird bei diesem Kampfsport auf den Dreiklang aus Körper, Geist und Emotionen gelegt. Der Körper sollte als Vehikel gut funktionieren. Dafür braucht er kein Muskelpaket zu sein. Der Geist ist auf Weiterentwicklung ausgerichtet und deine Emotionen musst du richtig leiten können, um in einer realen Angriffssituation nicht zu erstarren.
Jeet Kune Do
Bereits in den 1960er Jahren entwickelte Kampfkunst-Meister Bruce Lee Jeet Kune Do - eine Hybridtechnik. Dieser Kampfsport ist nicht statisch, sondern entwickelt sich immer weiter. Sie soll zur möglichst effektiven Selbstverteidigung dienen. Der Name wird zumeist übersetzt mit „der Weg der abgefangenen Faust“. Zunächst vereinte Bruce Lee im Jeet Kune Do Einflüsse aus dem Boxen, dem Wing Chun und dem Fechten. Inzwischen sind aber zahlreiche weitere Techniken integriert worden, die aus dem Judo und dem Karate stammen, aus dem Kung-Fu, dem Kickboxen, dem Taekwondo und dem Brazilian Jiu-Jitsu, um nur einige zu nennen. Tatsächlich ist das Ziel, einen individuellen Selbstverteidigungsstil zu entwickeln. Das Training verschafft dir die Grundlagen dafür. Die Kampftechniken sollen so einfach und kurz wie möglich sein, damit du sie auch in einem Überraschungsmoment zur Selbstverteidigung nutzen kannst.
Weitere Kampfsportarten für Selbstverteidigung
- Systema
- Alpha Combat System
- Atemi Combat System
- Bojuka
- Close Quarter Combat Systems (CQCS)
- Combat Hapkido
- Esdo (European Selfdefence Organization)
- Hashita
- Komak
- Modern Arnis
- Pencak Silat
- Taiho Jutsu
- US Army’s Modern Army Combatives Program
Ju-Jutsu
Ju-Jutsu ist ein modernes Selbstverteidigungssystem aus Deutschland, welches auf verschiedenen japanischen Kampfkünsten basiert. Es setzt sich zusammen aus Karate, Judo, Aikido und Jiu-Jitsu. Neben dem Aspekt der Selbstverteidigung wird es auch Kampfkunst unterrichtet und bietet verschiedene Disziplinen für Wettkampfsport. Unterrichtet wird im klassischen Gi (Trainingsanzug mit Gürtel gebunden).
Ju-Jutsu konzentriert sich darauf, die Kraft des Angreifers geschickt zu nutzen, um ihn zu besiegen. Dies geschieht durch geschicktes Ausweichen oder Nachgeben. Zusätzlich werden Schocktechniken (Atemi) eingesetzt. Die Techniken werden ökonomisch durchgeführt. Das bedeutet mit möglichst wenig Aufwand den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. Daher eignen sich die Techniken für effektive Selbstverteidigung. Der Fokus liegt auf der Nutzung der Kraft des Gegners, um ihn zu kontrollieren und zu überwältigen. Mit Techniken wie Hebeln, Würfen, Schlag- und Tritttechniken sowie Bodenkampf bietet Ju Jutsu ein breites Spektrum an Werkzeugen für die Selbstverteidigung in verschiedenen Situationen. Durch das Training in Ju Jutsu erlangt man nicht nur körperliche Stärke, sondern auch Selbstvertrauen und die Fähigkeit, sich effektiv zu verteidigen.
Wer sich für klassischen Kampfsport, in Kombination mit Selbstverteidigung, Fitness und Wettkampfsport interessiert ist hier richtig.
Die gefährlichsten Kampfsportarten
Wenn man eine Liste der gefährlichsten Kampfsportarten erstellt, muss man ein paar Dinge beachten. Ganz wichtig: Es kämpfen immer zwei Menschen gegeneinander. Über die Stärke eines Kämpfers entscheidet nicht in erster Linie die Kampfart. Von Bedeutung ist, wie viel er trainiert hat: Wie viele Jahre? Wie viele Tage pro Woche? Wie viele Stunden am Tag?
Dann spielt eine Rolle, wie gut sein Trainer war: Wie viel versteht er vom echten Kämpfen? Hat er selbst gekämpft? Weiß er, wovon er redet?
Und es kommt darauf an, mit welcher Einstellung man in einen Kampf geht. Kämpfen ist mindestens zu 50 Prozent Kopfsache. Wenn man mit seiner Freundin ins Kino will, dann hat man vielleicht „Kino“ im Kopf. Der Angreifer ist aggressiv und will kämpfen. Diese Einstellungen treffen in einer Sekunde aufeinander. Die Frage ist: Kann man sich geistig schnell genug umstellen und verteidigen? Auch Menschen, die seit Jahren Kampfsport trainieren, schaffen das nicht immer.
Weitere Fragen, wenn es um „die beste Kampfart“ geht: Welche Zielsetzung gibt es? Welche Kampfart ist für eine bestimmte Anwendung am besten geeignet?
Im Krieg muss man jemanden schnellstmöglich umbringen. Mitarbeiter einer Security-Firma, werden sofort verklagt, wenn sie jemanden zu hart anfassen. In einem Selbstverteidigungskurs lernen Frauen, wie sie sich einen Vergewaltiger vom Leib halten. Und wenn ich in den Ring gehe, muss ich innerhalb bestimmter Regeln besonders hart und effektiv kämpfen.
Die Frage müsste also sein: Was ist die beste Kampfart für mich und meine Ziele?
Zusammenfassung
Es gibt eine breite Auswahl an Kampfsportarten, zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Aber es gibt weitaus mehr Kampfsportarten, nicht nur aus dem asiatischen Raum. Ihr fragt euch sicher, welche Kampfsportart passt zu mir? Gewalt ist keine Lösung, nie! Leider kommt es aber im Alltag, in Beziehungen, auf Reisen und Co. 2021 gab es 5,05 Mio. Straftaten, davon rund 0,5 Mio. Uns geht es nicht darum Angst zu verbreiten. Mir möchten Betroffenen Mut machen und dafür sorgen, dass Menschen in Notsituationen besser reagieren können. Die Antwort ist ja, absolut. Allerdings kommt es natürlich auf die Situation an. Gegen einen Bären oder einen Angreifer mit Schusswaffen gibt es selbstverständlich Grenzen. Jedoch hat man durch die Kenntnis von Kampfsporttechniken und Vitalpunkten sowie Fitness einen erheblichen Vorteil in einer Notsituation, egal welcher Art.
Im Prinzip kann jede/r jeden Kampfsport ausüben, egal welches Alter oder körperlichen Voraussetzungen ihr habt. Euer Wille ist entscheidend. Allerdings sind manche Kampfsportarten härter als andere, erfordern mehr Beweglichkeiten etc. Daher eignen sich manche Kampfsportarten besser für manche Geschlechter bzw. Für Kinder gibt es eigentlich keine auszuschließende Kampfsportart. Wichtig ist nur, dass sie in einem guten Kurs landen und der Trainer ein gutes Händchen für den Umgang mit Kindern hat. Die meisten Kampfkünste sind für Kinder eher spielerischer Natur.
Tabelle: Ju-Jutsu im Detail
| Faktor | Punkte (von 10) | Kommentar |
|---|---|---|
| Effektivität | 6 | Die Tritte und Würfe sind eher für den sportlichen Aspekt relevant. Wettkampf mit Leichtkontakt. |
| Anwendbarkeit | 6 | Hohe Tritte, Beweglichkeit und Fitness führen im Alter zu mehr Belastung |
| Zielgruppe | 8 | Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Ältere |
| Sicherheit | 7 | Durch Leichtkontakt und Schutzausrüstung |
| Training und Disziplin | 6 | Regelmäßiges Partner-Training ist wichtig |
| Spaß und Motivation | 7 | Abwechslungsreiches Training mit Gürtelstufen |
| Erlernbarkeit | 6 | Viele Techniken Prinzipien, Konzepte und Wettkampf-Disziplinen |
| Fitnessanteil | 8 | Für den Wettkampfsport relevant |
| Gesundheitsaspekt | 6 | Fitness, Ausdauer, Beweglichkeit |
| Waffentraining | 0 | - |
| Zeitaufwand | 7 | Mehr Zeitaufwand für Wettkampf und Verteidigung |
| Verfügbarkeit in Deutschland | 8 | Gut vertreten in größeren Städten |
| Verfügbarkeit von Online-Kursen | 2 | Einzelne YouTube Videos vorhanden. Bisher noch keine strukturierten Online-Kurse gefunden. |
| Lernmaterial | 6 | Ju Jutsu Bücher und Nachschlagewerke für Prüfungen und Wettkampf |
