„Es ist eigentlich gar nicht zu beschreiben - 50 Jahre, das ist Wahnsinn“, sagt Bernd Römer, der seit 1976 mit dabei ist.
Die Anfänge von Karat
Karat stand am 22. Februar 1975 erstmals im sächsischen Pirna auf der Bühne - gegründet von Herbert Dreilich, Ulrich Swillms und Henning Protzmann. Schon zum 10. Karat bestand ursprünglich aus Sänger Hans-Joachim "Neumi" Neumann, den Gitarristen Herbert Dreilich und Ulrich Pexa, dem Bassisten Henning Protzmann, Konrad Burkert am Schlagzeug und dem Keyboarder Ulrich "Ed" Swillms.
Nach ihrem ersten Konzert in Heidenau gewann die Gruppe schnell an Bekanntheit und produzierte ein gutes Dutzend Aufnahmen. Pexa und Burkert verließen die Band im Sommer 1976.
Erfolge in Ost und West
Es folgten Auszeichnungen und Preise, ein Vertrag beim DDR-Label Amiga und auch Auftritte in West-Berlin. 1979 veröffentlichte die Hamburger Plattenfirma "Teldec" das zweite Album der Band auch außerhalb der DDR und begründete so den Erfolg von Karat in der Bundesrepublik. Songs wie "Albatros", "Der blaue Planet" oder "Jede Stunde" erfreuten sich in Ost und West großer Beliebtheit.
"Über sieben Brücken" ist wohl der bekannteste deutsch-deutsche Hit. Ursprünglich stammt er von der ostdeutschen Band Karat.
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1982 kommt mit "Der Blaue Planet" der größte Erfolg der Bandgeschichte in die Läden. Über 1,4 Millionen Mal verkauft sich das Album in der DDR und der Bundesrepublik.
Turbulenzen und Neuanfänge
Herbert Dreilichs Tod war nicht der einzige Tiefschlag für die Band nach der Wiedervereinigung: Mitte der Nullerjahre entbrannte ein Markenrechtsstreit um den Bandnamen. Fast zwei Jahre zog sich die juristische Auseinandersetzung hin. "Das war wirklich eine schwere Zeit", erinnert sich Claudius Dreilich. Mit dem Namen sei zumindest zeitweise auch ein Stück Identität verloren gegangen, schildert sein Bandkollege Bernd Römer. Wegen eines Streits um Namensrechte mit der Witwe des Bandgründers Dreilich trat die Band von 2006 bis Juni 2007 als „K...!“ auf.
Für Karat ist es nicht die erste Turbulenz: Nach dem Tod von Frontmann Herbert Dreilich im Jahr 2004 hatte dessen Sohn Claudius das Erbe seines Vaters als Stimme von Karat angetreten. Karat sei heute "eine gesamtdeutsche Band", sagt Claudius Dreilich dem MDR. Dreilich ist seit 20 Jahren die Stimme der Band. Schon als Kind wohnte er Konzerten der Rockband bei.
Aktuelle Besetzung und Ausblick
Heute sind die schweren Zeiten vorbei: "Es hat sich immer nur in eine Richtung entwickelt und das ist die, die wir wollen: Nämlich nach vorne", sagt Claudius Dreilich, der seit mittlerweile 20 Jahren Teil von Karat ist.
Es ist eine Weltpremiere: Karat hat zur ersten Probe mit den neuen Musikern gebeten, die an die Stelle der langjährigen Bandmitglieder Michael Schwandt und Christian Liebig treten. „Noch nie in der Geschichte der Band haben wir gleichzeitig zwei neue Kollegen integriert“, sagt Bernd Römer.
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Fest stand für Karat, dass sie nicht nur Gastmusiker für die nächste Tour wollten, erzählt Bernd. „Wir suchten zwei vollwertige Bandmitglieder. Und die beiden haben sich sofort mit Herzblut mit unserer Musik identifiziert!“ Schließlich wolle man gemeinsam in die Zukunft gehen und Neues schaffen, bestätigt Claudius. „Wir freuen uns, wenn von den beiden auch neue Impulse kommen! Wir sind natürlich traurig, dass Micha und Christian nicht mehr dabei sind. Die Band hofft sehr, dass auch die Fans sich auf die Neuen freuen werden.
Die Nachfolge an Schlagzeug und Bass sei bereits geklärt. Nun hat die Band die beiden neuen Mitglieder vorgestellt. Am Bass ist ab sofort Daniel Bätge (47). Schlagzeuger Heiko Jung stammt aus Mühlhausen in Thüringen, später lebte er in Dresden.
Die aktuellen Bandmitglieder sind:
- Sänger: Claudius Dreilich
- Gitarrist: Bernd Römer
- Keyboarder: Martin Becker
- Bassist: Daniel Bätge
- Schlagzeuger: Heiko Jung
Die Band hat viel vor: „Wir wollen in den nächsten zwei Jahren - 2025 feiern wir 50-jähriges Bandjubiläum - viel unterwegs sein“, so Claudius.
Karat Termine im ersten Halbjahr 2023
| Datum | Ort | Veranstaltungsort |
|---|---|---|
| 21.04. | Stendal | Bürgerparkhalle |
| 22.04. / 23.04. | Rostock | Nikolaikirche |
| 29.04. | Offenbach am Main | Capitol Offenbach |
| 30.04. | Saarbrücken | Saarlandhalle |
| 05.05. | Ilmenau | Festhalle |
| 06.05. | Merkers | Erlebnis-Bergwerk Merkers |
| 07.05. | Köln | Theater am Tanzbrunnen |
| 12.05. | Wolfsburg | Volksfest |
| 20.05. | Magdeburg | Seebühne im Elbauenpark |
| 02.06. | Leipzig | Parkbühne (Clara-Zetkin-Park) |
| 03.06. | Bad Elster | Naturtheater |
| 04.06. | München | Circus-Crone-Bau |
| 09.06. | Zwickau | Freilichtbühne |
| 10.06. | Neuenhagen | Arche Neuenhagen |
| 16.06. | Chemnitz-Klaffenbach | Wasserschloss |
| 23.06. | Leipzig | Parkbühne (Clara-Zetkin-Park) |
| 24.06. | Kamenz | Hutbergbühne |
| 30.06. | Görlitz | Landskron Brauereihof der Kulturbrauerei |
Trotzdem blicken Dreilich und Römer nicht ohne Sorge in die Zukunft. Karat sei keine parteipolitische Band, aber politisch sei man immer, sagt Dreilich dem MDR. "Was hier passiert, in unserem Land, macht uns fassungslos." Die politischen Entwicklungen auf der Welt, aber auch in Deutschland gehen nicht spurlos an den Rockern vorbei, gibt Bernd Römer zu: "Wir sollten uns immer daran erinnern, dass wir Menschen sind.
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"Hohe Himmel" heißt das neue Album von Karat. Die Band wolle an den Sound der 1980er-Jahre anknüpfen und hat daher alle Aufnahmen mit analoger Technik durchgeführt, findet MDR-Reporter Tobias Kluge.
50 Jahre Karat, das heißt auch: Es gibt ein neues Album samt ausgiebiger Jubiläumstour. Am 22. Februar, dem Band-Geburtstag, erscheint das neue Album «Hohe Himmel».
