Der Wrestler Schauspieler: Eine Analyse von Karrieren und dem Film "The Wrestler"

Seit vielen Jahrzehnten begeistern Wrestling-Stars weltweit die Fans. Viele der besten Showkämpfer erlangten im Laufe der Zeit Kultstatus. Die Karrieren von einigen berühmten Wrestlern lassen sich durchaus sehen, denn sie beschränken sich nicht nur auf die spektakulären Kämpfe im Ring.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Wrestler als Schauspieler im Hollywood-Business Fuß fassen können, ist John Cena. Ende der 2000er beginnt Cenas Zweitkarriere als Hollywood-Schauspieler. Sein erster actiongeladener Streifen „The Marine“ (2006) kam bei Kritiker:innen zwar nicht ganz so gut an, doch das hat Cena nicht aufgehalten, weiter am Ball zu bleiben.

Bekannte Wrestler und ihre Schauspielkarrieren

Es gibt eine ganze Reihe von Wrestlern, die auch im Filmbusiness erfolgreich sind. Hier eine Auswahl:

  • Dwayne "The Rock" Johnson: Gewann in seiner aktiven Wrestling-Phase zwischen 1996 und 2004 zehnmal den World-Championship-Titel der WWE. Neben all den Siegen hatte der Muskelprotz teilweise schon während seiner aktiven Wrestling-Zeit Erfolge mit Filmproduktionen vorzuweisen. 2001 spielte er bei „Die Mumie kehrt zurück“ mit, wo er in einer Nebenrolle den Skorpionkönig Mathayus verkörperte. Als Luke Hobbs, ein Agent des Diplomatic Security Service, war The Rock in den Teilen fünf bis acht der Auto-Actionreihe „Fast & Furious“ (2001-2011) zu sehen. Ein weiterer Meilenstein seiner Karriere war definitiv seine Rolle in „Jumanji - Willkommen im Dschungel“ (2017).
  • Dave Bautista: Ist sechs­ma­liger WWE-Welt­meis­ter in ver­schiede­nen Ligen. Im Action-Kracher „Wrong Side of Town“ schlüpfte er in die Rolle des ehemaligen Navy-Seals Big Ronnie. 2014 wurde er Teil des Marvel-Universums. Dort spielt er Drax, den Zerstörer, der sich nach dem Verlust seiner Familie an seinem Widersacher rächen will.
  • Steve Austin: Im Ring trat Steve Austin unter dem Namen „Stone Cold“ auf. Er ist der Einzige, der dreimal den Royal Rumble der WWE eingeheimst hat. Auf der großen Kino-Leinwand tauchte er ab 2005 auf, zunächst in dem Football-Streifen „Spiel ohne Regeln“ (2005) mit Adam Sandler.
  • Hulk Hogan: Aus dem Wrestler wurde schnell ein Schauspieler: Hogan mischte schon 1982 im Film-Business mit, als er in „Rocky III - Das Auge des Tigers“ passenderweise den Wrestling-Champion Thunderlips mimt. Einblicke in sein turbulentes Familien-Alltagsleben gab er etwa von 2005 bis 2007 in der Reality-Soap „Hogan Knows Best“.
  • Jesse Ventura: Nachdem er seine erfolgreiche Karriere aus gesundheitlichen Gründen beendet hatte, tat er aus dem Ring hinter das Kommentatoren-Pult. Mit Witz und Wissen kommentierte er von 1985 bis 1990 zahlreiche Wrestling-Kämpfe. Von 1999 bis 2003 war Ventura Gouverneur des US-Bundesstaates Minnesota.

"The Wrestler": Ein Film über Comeback und Tragödie

Der Film "The Wrestler" von Darren Aronofsky mit Mickey Rourke in der Hauptrolle erzählt die Geschichte von Randy "The Ram" Robinson, einem alternden Wrestler, der versucht, sein Leben neu zu ordnen. Der titelgebende (fiktive) Wrestler ist Randy "The Ram" Robinson, der in den guten alten 80er Jahren zu den ganz Großen der Szene gehörte. Jetzt ist Randy um die 50 und eigentlich längst zu alt für den Ring. Trotzdem konnte er sich nie davon lösen und hat einfach immer weiter gemacht.

"The Wrestler" lässt sich viel Zeit damit, seine Geschichte zu entwickeln, fängt die Lebenssituation von Randy ausführlich ein, bevor er sie durch die ärztliche Diagnose vollkommen aus den Fugen bringt. Diese Gemächlichkeit ist richtig und wichtig, um zu veranschaulichen, wie schwer es Randy im Anschluss fällt, sich von alteingesessenen Handlungsmustern zu verabschieden, wirklich mit sich selbst und seinem Leben ins Gericht zu gehen und umzukrempeln, was noch umgekrempelt werden kann.

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Die Beziehungen von Randy "The Ram" Robinson

Zwei Beziehungen sind dabei entscheidende Richtwerte: Randys zerrüttetes Verhältnis zu seiner Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood), die von ihrem chronisch abwesenden Vater nur Enttäuschungen erlebt hat und nun mit berechtigtem Misstrauen auf sein Versprechen reagiert, ab jetzt alles besser machen zu wollen; und die komplizierte Freundschaft zu der Stripperin Cassidy (Marisa Tomei). Randy gehört zu ihren Stammkunden, nicht weil sie ihn besonders anmacht, sondern weil er es genießt, sich während den Lap Dances ganz normal mit ihr unterhalten zu können - ein gegenseitiges Verständnis, das auch sie spürt.

Cassidy ist ein Spiegel von Randy, denn tatsächlich verbindet die beiden mehr, als sie zugeben wollen. Auch Cassidy ist eigentlich längst zu alt für ihren Job, kann und will sich das jedoch nicht eingestehen, weil sie nicht weiß, was sie sonst machen soll. Genau wie Randy klammert sie sich an die Regeln ihres Metiers und erhebt sie zu Lebensgrundsätzen, um sich einen Rahmen zu zimmern, wo keiner ist.

Es gehört zu den großen Momenten dieses Films dabei zuzusehen, wie Rourke und Tomei (auch sie dürfte sich einer Oscar-Nominierung sicher sein) umeinander schleichen, in einem steten Wechsel aus unausgesprochener Sehnsucht nach Nähe und Zurückschrecken aus Angst, ihre mühsam und über Jahre erarbeitete Fassade könnte in sich zusammenbrechen. Es ist die grandios verkörperte Tragik von zwei Figuren, von denen von Anfang an klar ist, dass sie sich gegenseitig erlösen könnten - es bleibt einzig die bange Frage, ob sie in der Lage sein werden, sich selbst zu überwinden und das zuzulassen.

Die Inszenierung von "The Wrestler"

"The Wrestler" ist meisterhaftes, tief in der Realität verwurzeltes Charakterkino, eine Perle des Independent-Films, und genau so inszeniert Aronofsky den Film auch. Es gibt fast nichts in diesem Film, was die Aufmerksamkeit des Zuschauers darauf zieht, dass hier überhaupt ein Regisseur am Werk war. Kein Soundtrack, der auf der emotionalen Klaviatur spielt. Grobe, körnige Bilder, eingefangen von einer quasi dokumentarisch mit den Figuren gehenden Handkamera, kaum ein Schnitt, der nicht sein muss - nichts in diesem Film weist auf seinen Regisseur hin. Und gerade deshalb ist er für Aronofsky ein so großer Schritt nach vorne. Weil er sich von allem befreit, was seine Filme bisher bestimmt hat, und seine Arbeit einzig in den Dienst der Geschichte stellt - und das heißt in diesem Falle, den Figuren und ihren Darstellern die Chance zur vollen Entfaltung zu geben.

"The Wrestler" ist kein spektakulärer Film. Eher das ganz bewusste Gegenteil davon, und das hat System: Er verzichtet auf jegliche Form von Attraktion um eine Figur zu enthüllen, deren ganze Existenz sich auf Attraktion fixiert hat. Wrestling ist kein Sport, es ist eine Zirkus-Show, bei der immer feststeht, wer am Ende gewinnen wird, die "Guten" immer die großen Helden sind und es nie einen tragischen Verlierer gibt - damit alles so ist, wie das Publikum es sehen will.

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Mickey Rourke: Comeback eines gefallenen Stars

Mit der Rolle des heruntergekommenen Wrestlers Randy "The Ram" Robinson konnte Mickey Rourke ein unvergleichliches Comeback hinlegen, das seinen Wiedereinstiegs-Erfolg als comichaftes Monster Marv in "Sin City" (2005) noch in den Schatten stellte. Für die Rolle eines abgewrackten Wrestlers wünschte sich Regisseur Darren Aronofsky, dass er an die Tiefen der eigenen Geschichte heranginge, so wie es ihm einst im Sinne des "Method Acting" gelehrt wurde. Rourke ließ sich auf die schmerzliche Rolle mit Leib und Seele ein und die Mühe lohnte sich: Er wurde mit einem Golden Globe, einem BAFTA sowie einer Oscar-Nominierung bedacht.

Filmografie von Mickey Rourke (Auswahl)

Hier ist eine Auswahl von Filmen, in denen Mickey Rourke mitgespielt hat:

  • 1979: "1941 - Wo bitte geht’s nach Hollywood"
  • 1983: "American Diner"
  • 1986: "9½ Wochen"
  • 2005: "Sin City"
  • 2008: "The Wrestler"
  • 2010: "Iron Man 2"
  • 2010: "The Expendables"
  • 2014: "Sin City 2: A Dame to Kill For"

Cool HollywoodMethod Acting in einer neuen Dimension. Ein großer Erfolg von Regisseur Darren Aronofski und Schauspieler Mickey Rourke. Die Geschichte nimmt einen mit auf eine Reise in die US-Amerikanische Wrestling-Welt. Die Biografie des Hauptdarstellers schwingt immer mit bei diesem Film.

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