Die effektivste Kampfsportart: Ein umfassender Überblick

Das Angebot an Kampfsportarten ist groß, von Aikido und Kickboxen bis Taekwondo. Wer heute Kampfsport ausübt, möchte oft außerdem die körperliche Fitness und das Selbstbewusstsein stärken. Kampfsport übt seit Jahrhunderten eine Faszination auf viele Menschen aus. Kampfsport macht dich nicht nur physisch, sondern auch psychisch stark. Neben der körperlichen Fitness, die du durch das Ganzkörpertraining aufbaust, wird Stress abgebaut und dein Selbstbewusstsein aufgebaut. Gleichzeitig wird deine Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer trainiert.

Östliche und westliche Kampfsportarten

Mit Kampfkunst (engl.: martial art; martial heißt „kriegerisch“ und art „Kunst“) sind in der Regel Selbstverteidigungstechniken aus östlichen Kulturen gemeint, etwa chinesische Kampfkünste wie Kung-Fu, japanische wie Aikido oder das koreanische Taekwondo. Kampfsportarten mit einer langen Tradition in Europa sind Ringen, Boxen und Fechten. Olympische Kampfsportarten sind Boxen, Fechten, Judo, Karate, Ringen und Taekwondo.

Technische Unterschiede bei Kampfsportarten

Jeder Kampfsport hat eigene Techniken und Schwerpunkte. Beim Ringen besteht ein enger Körperkontakt und beim Boxen werden Schläge primär aus der Distanz abgegeben. Bei einigen Kampfsportarten sind Tritte verboten, bei anderen geben sie gerade den Ausschlag. Manche Kampfsportarten lassen sich den Stilen „weich“ und „hart“ zuordnen.

  • Weich bedeutet, die Energie von gegnerischen Angriffen aufzufangen und umzuleiten. Eigene Attacken werden nicht in voller Härte ausgeführt (zum Beispiel beim Aikido).
  • Harte Kampfsportarten zielen ursprünglich darauf ab, das Gegenüber zu verletzen. Zu dieser Art Kampfsport gehört zum Beispiel Taekwondo.

Kampfsport und Gesundheit

Menschen verfolgen mit Kampfsport in der Regel zwei Ziele: Sie möchten ihre Fähigkeit zur Selbstverteidigung steigern und ihre körperliche Fitness verbessern. Tatsächlich trainieren die meisten Kampfsportarten körperliche Fähigkeiten wie Beweglichkeit, Gleichgewicht, Koordination und Kondition. Studien haben positive Effekte von regelmäßigem Kampfsporttraining auf die körperliche Fitness nachgewiesen. Außerdem scheinen die Bewegungsabläufe bei asiatischen Kampfkünsten die Knochengesundheit besonders gut zu fördern. Als Gesundheitssport für Menschen über 60 Jahre sind vor allem „weiche“ Kampfsportarten gut geeignet.

Kampfsport kann sich zudem günstig auf die psychische Gesundheit auswirken. Eine neuere Studie liefert Hinweise darauf, dass Menschen, die japanische Kampfkünste über einen längeren Zeitraum regelmäßig ausüben, zufriedener und weniger anfällig für psychische Erkrankungen sind als der Durchschnitt der Bevölkerung. Außerdem lassen sich mit Kampfsportarten Aggressionen zielgerichtet abbauen. Und schließlich verleiht Kampfsport Sicherheit. Das Wissen, sich bei Gefahr angemessen verteidigen zu können fördert die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein.

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Was macht ein gutes Verteidigungssystem aus?

Wenn du nach dem besten Kampfsport für Selbstverteidigung suchst, dann stehst du vor einer Großzahl an Möglichkeiten. Mit einer breiten Auswahl an Stilen und Techniken stehen dir zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. Von wettkampforientierten Kampfsportarten bis hin zu traditionellen Kampfkünsten. Manche konzentrieren sich auf die Verteidigung in engen Räumen, während andere den Kampf gegen mehrere Gegner oder das Waffentraining behandeln. Doch welcher Kampfsport ist der beste für die Selbstverteidigung? Die Antwort hängt von deinen individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen ab.

Wichtige Faktoren für Kampfsport Selbstverteidigung

Bei der Auswahl einer Kampfsportart sind mehrere Faktoren zu beachten. Viele Kampfsportarten oder Systeme sind einfach zu erlernen und schwer zu meistern. Manche konzentrieren sich auf wenige Techniken, die viele Situationen abdecken. Eine grundsätzliche Fitness ist nicht verkehrt. Manche der Kampfsportarten legen ebenfalls den Fokus gezielt auf Fitness oder setzen dies voraus. Berücksichtige auch den Aufwand und die Zeit, welche du investieren kannst.

Die besten Kampfsportarten für Selbstverteidigung

Unsere Auswahl der besten Kampfsportarten zur Selbstverteidigung basiert auf ihrer Effektivität, praktischen Anwendbarkeit und ihrer Fähigkeit, dich in bedrohlichen Situationen zu schützen. Die Nachfolgende Liste mit der Beschreibung ist alphabetisch geordnet.

Aikido

Aikido ist eine japanische Kampfkunst aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Kampfsportart Aikido ist defensiv: Hauptziel ist, die Bewegunsgenergie, die in einem Angriff steckt, abzuleiten und es dem Gegner oder der Gegnerin zu erschweren, den Angriff fortzuführen. Dazu gibt es spezielle Wurf- und Haltetechniken. Auf einen Gegenangriff wird verzichtet. Die Grundidee beim Aikido ist nicht, die angreifende Person zu bezwingen, sondern sie zur Aufgabe zu bewegen. Beim Aikido gibt es weder Alters- oder Gewichtsklassen noch eine Aufteilung nach Geschlechtern. Alle trainieren miteinander.

Alpha Combat System

Das Alpha Combat System wurde ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt. Seitdem hat es sich nicht nur bei anderen Eliteeinheiten bewährt, sondern auch den Weg in die breite Öffentlichkeit gefunden. Es konzentriert sich auf wenige, leicht erlernbare, aber effektive Kampftechniken.

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Atemi Combat System

Das Atemi Combat System ist eine zeitgemäße und dedizierte Selbstverteidigungsmethode, die sich auf den individuellen Schutz und den Personenschutz durch Sicherheitskräfte konzentriert. Diese Techniken werden ausschließlich im Rahmen der “World Combat Association” (W.C.A.) gelehrt.

Bojuka

Bojuka ist ein umfassendes Selbstverteidigungssystem, das sich auf den waffenlosen Kampf, die Entwaffnung und bewaffnete Selbstverteidigung konzentriert. Der Gründer, Tom Schrenk, verfügt über 30 Jahre praktische Erfahrung in diesem Bereich. Dieses System wird hauptsächlich in Amerika und Kanada unterrichtet.

Boxen

Boxen gilt neben Ringen als die älteste Kampfsportart der Welt: Schon auf über 5000 Jahre alten Höhlenzeichnungen sind Boxer und Ringer abgebildet. Beim modernen Boxen versuchen die Sportler und Sportlerinnen Schläge auf den gegnerischen Kopf oder den Oberkörper zu landen, um Punkte zu erzielen oder einen Kampf durch K. O. zu gewinnen. Schläge auf den Kopf oder andere empfindliche Körperteile sind auch mit angemessener Schutzbekleidung gefährlich. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland das Leichtkontaktboxen. Hier sind harte Schläge verboten, um Verletzungen zu vermeiden. Es gibt keinen K. O.: Über Sieg und Niederlage wird ausschließlich nach Punkten entschieden.

Capoeira

Die afro-brasilianische Kampfkunst Capoeira vereint Kampf, Musik und Tanz. Capoeira entstand im 17. Jahrhundert unter den Sklaven auf den Plantagen Brasiliens als eine Art Kampftanz. Im 20. Jahrhundert kamen Einflüsse anderer Kampfsportarten hinzu. Bei Capoeira kämpft man nicht gegen sein Gegenüber, sondern spielt mit ihm. Zwei Personen inszenieren in fließenden Bewegungen einen Kampf. Es gibt eine Vielzahl von Bewegungen und Bewegungskombinationen, darunter Kopfstöße, Würfe und Fußfeger, wobei Angriffe im letzten Moment gestoppt werden oder der Gegner oder die Gegnerin ausweicht. Den Bewegungsabläufen liegen unterschiedliche erlernbare Regeln zugrunde.

Close Quarter Combat Systems (CQCS)

Close Quarter Combat Systems (CQCS) basiert auf der Kampfkunst Defendu, die vor dem Zweiten Weltkrieg von zwei Briten entwickelt wurde. Durch den Einfluss des Krieges wurden sie beauftragt, ein effektives Nahkampfsystem für das Militär zu entwickeln. CQCS konzentriert sich mehr auf offensive und gefährliche Techniken als auf den Selbstschutz.

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Combat Hapkido

Combat Hapkido ist ein dynamischer Kampfsport, der sich auf praktische Selbstverteidigungstechniken konzentriert. Es ist aus der traditionellen Kampfkunst Hapkido entstanden.

Esdo (European Selfdefence Organization)

Die European Selfdefence Organization (Esdo) wurde in Heidelberg gegründet und basiert auf den Erfahrungen im Vollkontakt-Karate und Taekwondo. Das Selbstverteidigungssystem wurde im Laufe der Zeit weiterentwickelt, um den Bedürfnissen und Herausforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden.

Hashita

Dieses Überlebens- und Selbstverteidigungssystem hat seinen Ursprung in Israel und legt nicht nur Wert auf Selbstverteidigung, sondern umfasst auch Trainingseinheiten für Undercover-Einsätze. Dadurch ist es sowohl für Spezialeinheiten, Sicherheitskräfte, Militär und Polizei geeignet. Doch auch Privatpersonen profitieren davon.

Jeet Kune Do

Jeet Kune Do ist eine Kampfkunst, die von Bruce Lee entwickelt wurde und sich auf die Selbstverteidigung konzentriert. Es zeichnet sich durch seine effektiven Techniken und seine praktische Anwendbarkeit in realen Kampfsituationen aus. Jeet Kune Do basiert auf dem Prinzip der Effizienz, bei dem unnötige Bewegungen und überflüssige Techniken vermieden werden, um mit minimaler Anstrengung maximale Wirkung zu erzielen. Es kombiniert verschiedene Elemente aus verschiedenen Kampfkunststilen, darunter Boxen, Wing Chun, Karate und Jiu-Jitsu, um ein vielseitiges Arsenal an Angriffs- und Verteidigungstechniken zu schaffen. Jeet Kune Do legt auch großen Wert auf Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und das Erkennen von Situationen, um sich effektiv verteidigen zu können.

Jiu Jitsu

Die Kampfsportart Jiu Jitsu geht auf die japanischen Samurai zurück. Die Grundidee ist „Siegen durch Nachgeben“. Deshalb ist die erste Verteidigungsmaßnahme beim Jiu Jitsu schnelles und geschicktes Ausweichen, um dann die Kraft eines Angriffs gegen die angreifende Person selbst zu verwenden. Dazu stehen verschiedene Wurf-, Griff-, Hebel- und Schlagtechniken zur Verfügung. Je nach Art des gegnerischen Angriffs gehören zur Selbstverteidigung beim Jiu Jitsu auch Tritte und Würgen. Es gibt verschiedene Schulen des Jiu Jitsu, in denen jeweils unterschiedliche Techniken bevorzugt werden.

Judo

Der Jiu-Jitsu-Lehrer Jigoro Kano entwickelte Judo (deutsch: der „sanfte Weg“) Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Jiu Jitsu. Kano setzte den Schwerpunkt beim Judo auf Griffe, Hebel und Würfe - gefährliche Kampftechniken wie Schläge und Tritte strich er zugunsten von Fallübungen aus dem Training. Bei einem Judo-Wettkampf ist das Ziel, den Gegner oder die Gegnerin zu Boden zu bringen und dort für eine bestimmte Zeit festzuhalten. Außerdem gibt es Punkte für eingesetzte Wurf- und Grifftechniken.

Ju Jutsu

Ju Jutsu ist ein modernes Selbstverteidigungssystem aus Deutschland, welches auf verschiedenen japanischen Kampfkünsten basiert. Es setzt sich zusammen aus Karate, Judo, Aikido und Jiu-Jitsu. Neben dem Aspekt der Selbstverteidigung wird es auch Kampfkunst unterrichtet und bietet verschiedene Disziplinen für Wettkampfsport. Unterrichtet wird im klassischen Gi (Trainingsanzug mit Gürtel gebunden). Ju-Jutsu konzentriert sich darauf, die Kraft des Angreifers geschickt zu nutzen, um ihn zu besiegen. Dies geschieht durch geschicktes Ausweichen oder Nachgeben. Zusätzlich werden Schocktechniken (Atemi) eingesetzt. Die Techniken werden ökonomisch durchgeführt. Das bedeutet mit möglichst wenig Aufwand den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. Daher eignen sich die Techniken für effektive Selbstverteidigung.

Kajukenbo

Kajukenbo kommt aus den Armenvierteln Hawaiis. Es ist ein Mischsystem und besteht aus Karate, Judo, Jiu Jitsu, Kenpo und chinesischem Boxen. Damals wurden die Straßen wegen der steigenden Kriminalität immer unsicherer. Mehrere Kampfsportmeister entwickelten Kajukenbo, damit ihre Familien sich verteidigen können.

Karate

Um 500 nach Christus erschufen chinesische Mönche aus gymnastischen Übungen eine waffenlose Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte sich diese Kampftradition in Japan unter dem Namen Karate als Sport mit eigenem Regelwerk. Beim Karate erlernt man Stoß-, Schlag- und Tritttechniken. Schläge und Tritte müssen aber im Training und im Wettkampf abgestoppt werden, bevor sie den Gegner oder die Gegnerin berühren. Das erfordert eine gute Körperbeherrschung, die bei dieser Kampfsportart systematisch trainiert wird.

Keysi Fighting Method

Keysi Fighting Method (KFM) ist ein modernes und effektives Selbstverteidigungssystem, das entwickelt wurde, um Menschen in realen Kampfsituationen zu schützen. Ursprünglich in Spanien von Justo Dieguez Serano gegründet, basiert KFM auf natürlichen Bewegungsprinzipien und nutzt die Reflexe und Instinkte des Körpers.

Kickboxen

Kickboxen nahm als „Sport-Karate“ seinen Anfang in den USA der 1970er Jahre. Die Kampfsportart verbindet Schlagtechniken des klassischen Boxens mit Tritttechniken aus Karate und Taekwondo. Es gibt verschiedene Wettkampfarten des Kickboxens. Die Hauptvarianten sind Leicht-, Semi- und Vollkontakt. Die ersten beiden werden wie Karate auf der Matte ausgeübt. Es geht um die Anzahl der gelandeten Treffer und darum, wie sauber die Kämpfenden die Schlag- und Kicktechniken ausführen. Beim Vollkontakt-Kickboxen im Boxring ist ein Sieg auch über K. O. möglich.

Komak

Komak ist ein effektives Selbstverteidigungssystem, das seinen Ursprung in Deutschland hat. Es wurde von einem erfahrenen Kampfsportexperten entwickelt. Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, sich in Gefahrensituationen zu schützen. Komak legt großen Wert auf realistisches Training und praktische Anwendbarkeit. Es ist für Menschen jeden Alters und Geschlechts zugänglich. Es ermöglicht dir deine Selbstverteidigungsfähigkeiten zu stärken und ein höheres Maß an Sicherheit und Selbstbewusstsein zu erlangen.

Krav Maga

Krav Maga ist hebräisch und bedeutet auf Deutsch „Kontaktkampf“. Der Selbstverteidigungsstil wurde für israelische Sicherheitskräfte entwickelt. Nach eigenem Selbstverständnis ist Krav Maga kein Sport, sondern ein Selbstverteidigungssystem. Deshalb gibt es auch keine sportlichen Wettkämpfe. Krav Maga beruht vor allem auf den intuitiven menschlichen Reaktionsmustern und Reflexen. Es geht weniger um Spezialtechniken wie in der asiatischen Kampfkunst, sondern um einfache und dennoch effektive Methoden, um sich gegen Angriffe zu wehren. Krav Maga ist ein modernes und hochpraktisches Selbstverteidigungssystem, das entwickelt wurde, um Menschen effektiv in realen Bedrohungssituationen zu schützen. Ursprünglich für das israelische Militär entwickelt, konzentriert sich Krav Maga auf schnelle und instinktive Reaktionen, um den Angreifer schnell zu neutralisieren und zu entkommen. Es basiert auf einfachen und natürlichen Bewegungen, die leicht erlernbar sind und unabhängig von Alter, Geschlecht oder körperlicher Stärke angewendet werden können.

Modern Arnis

Modern Arnis ist ein philippinischer Kampfkunststil, der sich auf den Einsatz von Waffen wie Stöcken und Messern konzentriert. Es kombiniert Elemente aus verschiedenen traditionellen philippinischen Kampfkünsten. Modern Arnis legt Wert auf effiziente Bewegungen, Selbstverteidigungstechniken und die Entwicklung von koordinierten Kampffähigkeiten. Neben dem Waffenkampf werden auch Techniken für den unbewaffneten Nahkampf gelehrt. Somit bietet es eine praktische Methode der Selbstverteidigung.

Pencak Silat

Pencak Silat ist eine traditionelle indonesische Kampfkunst, die Kampftechniken und kulturelle Aspekte umfasst. Es ist eine vielseitige Disziplin, die sowohl waffenlose Techniken als auch den Einsatz von traditionellen Waffen wie Dolch oder Stock beinhaltet. Pencak Silat basiert auf fließenden Bewegungen, Schlag- und Tritttechniken sowie Grappling- und Wurftechniken. Neben der Selbstverteidigung ist Pencak Silat auch ein Weg, um körperliche Fitness, mentale Stärke und kulturelles Bewusstsein zu entwickeln.

Ringen

Seit 708 vor Christus ist Ringen eine Disziplin der antiken olympischen Spiele und ist bis heute olympisch. Schon in der Antike waren beim Ringen Schläge und Tritte verboten. Heute geht es bei der Kampfsportart darum, den Gegner oder die Gegnerin mit beiden Schultern auf die Matte zu bringen oder Punkte zu sammeln. Es gibt zwei Ringstile: griechisch-römisch und Freistil. Beim griechisch-römischen Ringen dürfen nur die Arme und der Oberkörper eingesetzt und festgehalten werden. Beim Freistil setzen die Sportler und Sportlerinnen auch ihre Beine ein und dürfen ihr Gegenüber auch unterhalb der Taille festhalten. Punkte gibt es für Techniken wie Würfe, Schleuder- und Hebelgriffe.

Systema

Systema ist ein russisches Kampfsystem, das sich auf effektive Selbstverteidigungstechniken konzentriert. Es basiert auf natürlichen Bewegungen, die es den Praktizierenden ermöglichen, sich an verschiedene Situationen anzupassen und sich effektiv zu verteidigen. Im Systema geht es nicht nur um die physische Bekämpfung eines Gegners, sondern auch um die Entwicklung einer starken mentalen Haltung und emotionalen Kontrolle. Durch das Training in Systema werden die Praktizierenden dazu angeleitet, Stress abzubauen, ihre Intuition zu stärken und ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu verbessern. Systema beinhaltet Techniken des Schlages, Tretens, Würfens und der Bodenkampf, wobei der Fokus auf dem Fluss der Bewegung und der Nutzung der Körpermechanik liegt. Es ist eine ganzheitliche Selbstverteidigungskunst, die den Praktizierenden hilft, sich in gefährlichen Situationen zu schützen und ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Taekwondo

Taekwondo ist eine koreanische Kampfsportart und bedeutet auf Deutsch „Fuß, Faust, Disziplin“. Taekwondo stammt aus der Zeit um 50 vor Christus und ist seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts der populärste Kampfsport in Korea. Es ähnelt vordergründig chinesischen oder japanischen Selbstverteidigungsstilen, ist aber eine selbständige Kampfsportart, die seit dem Jahr 2000 olympische Disziplin ist. Besondere Merkmale von Taekwondo sind die ausgeprägten Fußtechniken, Tritte, Drehungen und Sprünge. Der Gebrauch der Hände ist erlaubt, sie werden aber nicht so oft eingesetzt wie etwa beim Karate.

Taiho Jutsu

Taiho Jutsu ist ein japanisches Selbstverteidigungssystem, das von der japanischen Polizei entwickelt wurde. Es basiert auf traditionellen Kampfkunsttechniken wie Judo, Aikido und Karate. Taiho Jutsu konzentriert sich darauf, Angreifer effektiv zu kontrollieren, zu neutralisieren und festzunehmen, indem es Würfe, Hebeltechniken und Schlag- und Tritttechniken einsetzt.

US Army’s Modern Army Combatives Program

Das Modern Army Combatives Program (MACP) ist ein Selbstverteidigungssystem, das von der US Army entwickelt wurde. Es wurde speziell für Soldaten entwickelt, um sie auf reale kampfbezogene Situationen vorzubereiten. Das MACP basiert auf verschiedenen Kampfkunststilen und Techniken, darunter Brazilian Jiu-Jitsu, Muay Thai, Judo und Boxen. Es ist ein integraler Bestandteil der Ausbildung für Soldaten in der US Army, um ihnen die notwendigen Fähigkeiten für den Ernstfall zu vermitteln.

Wing Chun (Wing Chun Kung-Fu, Wingtsun)

Wing Chun ist ein spezieller Kung-Fu-Stil. Kung-Fu ist der Oberbegriff für unterschiedliche chinesische Kampfkünste. Ähnlich wie bei Aikido kommt es auch beim Wing Chun darauf an, die Kraft des gegnerischen Angriffs durch Schritttechniken und geschickte Wendungen abzuleiten. Wing Tsun, auch bekannt als Wing Chun, ist eine chinesische Kampfkunst, die sich auf effektive Selbstverteidigungsprinzipien konzentriert. Es wurde entwickelt, um es einer Person mit körperlicher Unterlegenheit zu ermöglichen, sich erfolgreich gegen einen stärkeren Gegner zu verteidigen. Wing Tsun basiert auf der Idee der Effizienz, bei der unnötige Kraft und Bewegungen vermieden werden. Stattdessen nutzt es die Prinzipien der Körpermechanik und der Strategie, um den Gegner auszugleichen und zu kontrollieren. Es beinhaltet schnelle und gezielte Schläge. Intelligente Abwehrtechniken zielen darauf ab, den Angriff des Gegners zu neutralisieren und gleichzeitig die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Das Training in Wing Tsun entwickelt auch die mentale Fokussierung, Entschlossenheit und Reaktionsfähigkeit.

Ju Jutsu: Bewertung der Effektivität

Um einen detaillierteren Einblick in die Effektivität von Kampfsportarten zur Selbstverteidigung zu geben, betrachten wir Ju Jutsu anhand verschiedener Kriterien:

Kriterium Bewertung (max. 10 Punkte) Kommentar
Effektivität 6 Die Tritte und Würfe sind eher für den sportlichen Aspekt relevant. Wettkampf mit Leichtkontakt.
Anwendbarkeit 6 Hohe Tritte, Beweglichkeit und Fitness führen im Alter zu mehr Belastung.
Zielgruppe 8 Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Ältere.
Sicherheit 7 Durch Leichtkontakt und Schutzausrüstung.
Training und Disziplin 6 Regelmäßiges Partner-Training ist wichtig.
Spaß und Motivation 7 Abwechslungsreiches Training mit Gürtelstufen.
Erlernbarkeit 6 Viele Techniken, Prinzipien, Konzepte und Wettkampf-Disziplinen.
Fitnessanteil 8 Für den Wettkampfsport relevant.
Gesundheitsaspekt 6 Fitness, Ausdauer, Beweglichkeit.
Waffentraining 0 -
Zeitaufwand 7 Mehr Zeitaufwand für Wettkampf und Verteidigung.
Verfügbarkeit in Deutschland 8 Gut vertreten in größeren Städten.
Verfügbarkeit von Online-Kursen 2 Einzelne YouTube Videos vorhanden. Bisher noch keine strukturierten Online-Kurse gefunden.
Lernmaterial 6 Ju Jutsu Bücher und Nachschlagewerke für Prüfungen und Wettkampf.