Judo ist eine Selbstverteidigungs-Sportart aus Japan, die durch die olympischen Sommerspiele besonders bekannt geworden ist. Auch in Filmen wird der Sport gerne gezeigt und es gibt viele, die sich den Kampf und die freundliche Verbeugung vor und nach dem Kampf gerne ansehen.
Grundlagen des Judo
Beim Judosport ist nicht nur die Kampffläche und die Ausstattung der Anlage inklusive des Judogi als notwendigen Kampfanzuges der Teilnehmer eine Grundvoraussetzung, es dürfen auch nicht alle gegeneinander kämpfen. Ziel ist es, den Wettkampf durch bewertete Griff- und Wurftechniken zu gewinnen. Ziel des Wettkampfes ist es, den Gegner innerhalb der Kampfzone (9 x 9 m) auf den Rücken zu werfen.
Gewichtsklassen im Judo
Für Frauen und Männer gilt, dass mit dem Superleichtgewicht die Staffelung der Gewichtsklassen beginnt. Auch die Männer beginnen mit dem Superleichtgewicht, wobei natürlich andere Gewichtsangaben berücksichtigt werden.
Die Gewichtsklassen für Frauen sind:
- Superleicht (48 kg)
- Halbleicht (52 kg)
- Leicht (57 kg)
- Halbmittel (63 kg)
- Mittel (70 kg)
- Halbschwer (78 kg)
- Schwer (+78 kg)
Maximal 400 Sportler (Frauen und Männer zusammengerechnet) dürfen an den Start gehen, in den 14 Gewichtsklassen (Frauen und Männer) je ein/e Teilnehmer/in pro NOK/Land. Sie qualifizierten sich über die Weltmeisterschaften und über Ranglisten, die mit Hilfe bedeutender vor-olympischer Turniere und Kontinental-Meisterschaften ermittelt werden.
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Wertungen im Judo
Je nachdem wie erfolgreich ein Wurf war, bekommt der Judokämpfer eine Wertung:
- Ippon (höchste Punktzahl, der Kampf ist sofort gewonnen)
- Wazari (ein halbes Ippon, bei zwei Wazari ist der Kampf auch gewonnen)
- Yuko und Koka (mit diesen kleinen Wertungen - Yuko ist höher als Koka - kann man nicht vorzeitig gewinnen)
Erzielt keiner der Kämpfer vor Ablauf der Kampfzeit ein Ippon, gewinnt der Kämpfer, der die höchste Wertung gesammelt hat, ohne Rücksicht darauf, wieviele Wertungen insgesamt vorhanden sind. Beendet ist der Kampf auch durch Aufgabe, durch einen Festhaltegriff (25 Sekunden) oder wenn der Erfolg einer Würgetechnik oder eines Armhebels für den Kampfrichter klar ersichtlich ist. Die Wertung wird offen angezeigt.
Kampffläche und Ablauf
Das Spielfeld ist eine quadratische Matte ("Tatami") mit den Maßen 16 x 16 Meter. Das Feld wird unterteilt in eine Wettkampffläche von 10x10 Meter und eine Sicherheitsfläche von 3 Meter. Sobald die ein Meter breite rote Warnfläche betreten wird, muss innerhalb von ca. fünf Sekunden ein Angriff ausgeführt werden.
Man muss mit Hilfe von Wurf (Nage-Waza) bzw. Grifftechniken (Katame-Waza) Punkte erzielen. Punkte vergibt der Mattenrichter.
Kampfzeit und Kommandos
Maximale Wettkampfzeit sind 5 Minuten (bei Frauen 4 Minuten). Die Wettkampfsprache ist Japanisch. Kampfbeginn heißt "Hajime" und Unterbrechung "Mate".
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Bei einem Wurf aus dem Stand gibt es einen vollen Punkt (Ippon), worauf der Kampf vorzeitig beendet ist. Ebenso vorzeitige Beendigung bei mindestens 25 Sekunden Festhalten am Boden (Kesa-gatame) und durch Aufgabe oder wenn ein Erfolg durch eine bestimmte Technik klar ersichtlich ist. Hat der Kämpfer schon eine große Wertung genügen auch schon 20 Sekunden.
Ein halber Punkt für eine nicht ganz vollendete Wurftechnik (Waza-Ari) oder ein Festhalten von mindestens 25 Sekunden.
Olympische Geschichte des Judo
Erstmals in Tokio 1964 olympische Sportart (nur für Männer), bei der Premiere mit den Gewichtsklassen 65 kg, 78 kg, 95 kg (Schwergewicht) und der Offenen Klasse. In Mexico City 1968 fehlte Judo und war dann ab München 1972 wieder dabei.
Die Frauen kämpfen seit Barcelona 1992 in ebenfalls sieben Gewichtsklassen um Medaillen.
Die Gewichtsklassen haben sich im Laufe der Zeit so etabliert, wie sie nun festgeschrieben sind, aber das war ein Prozess, der wohl nie enden wird, weil etwa bei den olympischen Sommerspielen immer wieder am Gewicht gedreht wurde. Die Menschen wurden schwerer, das Training professioneller und damit hatte man Anpassungen gebraucht.
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