Kampfsportarten ohne Körperkontakt: Eine umfassende Übersicht

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wurden strenge Massnahmen im Sport beschlossen. Kontaktsport ist komplett verboten. Die Massnahmen beträfen Veranstaltungen, in denen es zu mehr Kontakten als üblich komme.

Komplett verboten sind Sportarten mit Körperkontakt (z.B. Fussball, Hockey, Basketball, Kampfsportarten, Tanzsport). Einzeltrainings oder Techniktrainings ohne Körperkontakt sind erlaubt. Andere sportliche Aktivitäten sind nur in Gruppen bis maximal 15 Personen gestattet. In Innenräumen gilt Maskenpflicht und Abstandsgebot.

Viele Eltern haben Bedenken, ob ein Training im Kampfsport nicht ungewollt aggressive Tendenzen bei Kindern hervorbringen könnte oder ein erhöhtes Verletzungsrisiko beim Training besteht. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Kampfsportarten lehren Kindern, ihre Kraft zu kontrollieren und zu kanalisieren. Konflikte sollen nach Möglichkeiten vermieden oder gewaltfrei bewältigt werden. Eltern können also unbesorgt sein, dass Kampfsport gewalttätiges Verhalten fördert.

Vorteile von Kampfsport für Kinder

Kampfsport zu lernen, bietet demnach zahlreiche Vorteile für die körperliche Fitness und für die Charakterentwicklung von Kindern:

  • Steigerung der körperlichen Fitness: Kraft, Ausdauer, Flexibilität
  • Verbesserung der motorischen Fähigkeiten: Beweglichkeit und Koordination
  • Förderung der kognitiven Entwicklung: Aufmerksamkeit und Konzentration
  • Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung: Selbstbewusstsein, Selbstbeherrschung, Selbstdisziplin

Wie viele andere Sportarten auch, beinhaltet Kampfsport für Kinder gezielten Kraftaufbau, wodurch unter anderem die Halte- und Stützmuskulatur trainiert wird. Kinder sollen lernen, ihren Körper besser zu beherrschen. Da Körperspannung für eine korrekte Ausübung des Kampfsports ausschlaggebend ist, verbessert sich die Haltung und Beweglichkeit deines Kindes. Die Koordinationsfähigkeiten und der Gleichgewichtssinn werden ebenso gefördert.

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Um die nötigen Kampfsporttechniken fehlerfrei ausüben zu können, ist Konzentration und eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit notwendig. Dein Kind lernt, sich auf die Bewegungsabläufe zu konzentrieren und störende Ablenkungen auszublenden. So ist es ihm auch möglich, schnell auf die Bewegungen seines Gegenübers zu reagieren.

Seriöses Kampfsporttraining legt zudem grossen Wert auf einen strengen Verhaltenskodex: Erfahrene Trainer vermitteln Kindern die Bedeutung von Respekt, Bescheidenheit, Höflichkeit und Disziplin. Die Kinder lernen, Regeln zu befolgen, den Anweisungen des Trainers aufmerksam zuzuhören und sich selbst zu beherrschen.

Kampfsporttraining kann dabei helfen, dass Kinder sicherer und besonnener auf ungewisse Situationen reagieren. Unsichere, schüchterne Kinder können ihr Selbstvertrauen und ihr Selbstwertgefühl steigern. Sie lernen selbstbewusster aufzutreten und können sich so auch gewaltlos gegen Ungerechtigkeiten verteidigen. Kampfsporttraining verdeutlicht Kindern, dass Gewalt immer Konsequenzen hat und daher stets der allerletzte Ausweg sein sollte. Daher leistet Kampfsporttraining für Kinder einen wertvollen Beitrag zur Entwicklung der sozialen Fähigkeiten.

Geeignete Kampfsportarten ohne Körperkontakt

Welche Kampfsportart für Kinder am besten geeignet ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei der Auswahl einer Sportart kommt es auch auf das individuelle Interesse bzw. die Vorlieben deines Kindes an - auch Alter und Trainingsziele spielen natürlich eine Rolle. Grundsätzlich gibt es aber viele unterschiedliche Kampfsportarten für Kinder, die zahlreiche Vorteile bieten können:

  • Tai-Chi: Ursprünglich war das chinesische Konzept für den Nahkampf vorgesehen. Heute wird es als Gymnastik betrachtet, welche die Beweglichkeit, Ausdauer und Meditationsfähigkeit fördern kann. Der Kampfsportaspekt ist teilweise gar nicht mehr zu erkennen.
  • Capoeira: Diese brasilianische Mischung aus Kampfsport, Tanz und Akrobatik wird von zwei Kontrahenten in einem Kreis ausgeführt. Dabei soll der Gegner mit Bewegungsabfolgen ohne Berührungen in die Bredouille gebracht werden.
  • Kickboxen: Einige Fitnesscenter bieten Kickbox-Klassen an, die ohne oder mit reduziertem Körperkontakt auskommen. Sie funktionieren wie Body Combat nach dem Schattenboxprinzip: Der Kursteilnehmer stellt sich einen Gegner vor und tut so, als kämpfe er gegen ihn.
  • Body Combat: Verprügelt wird dabei nur Luft: Body Combat kommt ohne Körperkontakt aus.

MMAFitness - Workouts für Jedermann

MMA (Mixed Martial Arts) ist ein Vollkontaktkampfsport, welcher in den 90er Jahren entstand. In MMA sind alle möglichen Kampfsportarten vereint. Ein MMA Kämpfer muss ein Allrounder sein und so sollte auch sein Trainingsplan aussehen. Möglichst abwechslungsreich mit vielen verschiedenen Facetten. Schliesslich geht es beim MMA darum den Gegner zur Aufgabe zu zwingen, ihn K.O.

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MMAFitness - Ein Full Body Workout

Beim MMA Fitness werden Techniken und Drills aus dem herkömmlichen MMA Training übernommen. Der grosse Unterschied findet sich darin, dass MMA Fitness ohne Körperkontakt mit einer anderen Person erfolgt. Trainiert wird einem MMA-Dummy. Dabei handelt es sich um einen körperähnlichen Boxsack, welcher mit Griffen an beiden Seiten ausgestattet ist. Der Sack eignet sich um Schlag- und Kicktrainings zumachen. Weiter können aufgrund seiner Grösse und Form auch Bodenkampf-Drills trainiert werden.

Jeder Teilnehmer kann auf seinem persönlichen Leistungsniveau das Workout absolvieren. Der Athlet benötigt ausser ein paar persönlichen MMA-Handschuhe keine spezielle Ausrüstung.

Kampfsport für Kinder: Ab welchem Alter können Kinder Kampfsport lernen?

Das Einstiegsalter für die meisten Kampfsportarten liegt bei etwa 6 bis 8 Jahren im Rahmen von regulärem Gruppentraining. Ab einem Alter von etwa 6 Jahren können sich Kinder in der Regel besser auf das Training konzentrieren, Anweisungen befolgen und einfache Techniken erlernen. Ein späterer Einstieg ist natürlich auch möglich.

Unabhängig von der gewählten Kampfsportdisziplin ist es stets wichtig, dass das Training altersgerecht gestaltet wird und den Entwicklungsstand der Kinder berücksichtigt. Eine gute Kampfsportschule sollte demnach spezielle Trainingsklassen für unterschiedliche Altersgruppen anbieten, die ausschliesslich von qualifizierten Trainern unterrichtet werden.

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