In der Welt des Kampfsports gibt es viele Disziplinen, die beeindruckende Techniken, unglaubliche Athleten und faszinierende Geschichten bieten. Doch für manche Menschen ist es der unbändige Drang nach Extreme, der sie dazu treibt, nach der brutalsten Kampfsportart der Welt zu suchen.
Dieser Artikel befasst sich mit einer statistischen Analyse verschiedener Kampfsportarten, um die Frage zu beantworten, welche Disziplinen die größten Risiken bergen.
Die Frage nach der Brutalität
Die Frage nach der brutalsten Kampfsportart ist subjektiv und kann je nach Perspektive unterschiedlich beantwortet werden. Einige der Kampfsportarten, die oft als besonders brutal angesehen werden, sind MMA (Mixed Martial Arts), Muay Thai und Vale Tudo. Diese Disziplinen zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit und die Erlaubnis von Schlägen, Tritten, Würfen und Bodenkampf aus, was zu intensiven und harten Kämpfen führen kann.
Verletzungsrisiko und Schwere der Verletzungen
Kampfsportarten, bei denen direkter Körperkontakt erlaubt ist, können zu schweren Verletzungen führen. MMA, aufgrund seiner Vielseitigkeit und der Kombination verschiedener Kampfstile, wird oft mit schweren Verletzungen in Verbindung gebracht. Dies liegt daran, dass es in MMA-Kämpfen erlaubt ist, Ellenbogen- und Knietechniken sowie Bodenkampfmanöver anzuwenden, die zu Verletzungen führen können.
Gemessen am Verletzungsrisiko ist Eishockey eine der gefährlichsten Sportarten. Bei Eishockey gibt es weder Motoren noch besonders hohe Geschwindigkeiten oder Naturgewalten, die unberechenbare Gefahren mit sich bringen können. Außerdem sind die Spieler:innen augenscheinlich sehr gut geschützt. Dennoch gibt es einer Studie zufolge pro 1.000 gespielten Stunden bei Männern 18 Verletzungen, bei Frauen immerhin 12. Meistens handelt es sich dabei um Gehirnerschütterungen und Verletzungen am Bein.
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Besonders beim Boxen ziehen sich die Sportler:innen oft schwerere Verletzungen zu - neun von zehn erleiden im Laufe ihrer Karriere zum Beispiel Schäden am Gehirn. Eine interdisziplinäre Expert:innenrunde aus der Psychiatrie, Neurologie, Neurochirurgie und Sportmedizin des Klinikums rechts der Isar hat dazu Studien ausgewertet. Boxer:innen erleiden im Durchschnitt etwa zehn Verletzungen pro Jahr. Auch Todesfälle, die direkt durch Verletzungen im Ring geschehen, sind nicht selten.
Sterblichkeitsrate bei Wettkämpfen
Kampfsportarten sind zwar riskant, aber Todesfälle bei regulären Wettkämpfen sind äußerst selten. Wenn es jedoch um die Sterblichkeitsrate bei Wettkämpfen geht, wurden einige tragische Fälle im Boxen und MMA verzeichnet. Es gibt in diesen Sportarten die Wahrscheinlichkeit von Todesfällen erheblich reduziert haben. Dennoch sind solche Vorfälle sehr selten und können nicht verallgemeinert werden.
Boxen: Gemäß einer Umfrage von Manuel Velazquez (US Aktivist, der sich gegen das Boxen engagierte und akribische Aufzeichnungen über Todesfälle im Zusammenhang mit dem Boxsport führte), durchgeführt für den renommierten US-Fernsehsender CNN, verloren zwischen über einen Zeitraum von 121 Jahren (1890 und 2011) ungefähr 1.604 Boxer ihr Leben als unmittelbare Konsequenz von Verletzungen im Boxring. Das entspricht einem Durchschnitt von 13 Todesfällen pro Jahr.
MMA: Seit 2007 gab es laut einer Berichterstattung der irischen Zeitung Mirror 13 dokumentierte Todesfälle im MMA. Im Vergleich dazu wurden bei Boxkämpfen deutlich mehr tragische Vorfälle verzeichnet. Manuel Velazquez Collection verzeichnet allein zwischen 2000 und 2010 insgesamt 103 verstorbene Athleten.
Aggressivste Techniken
Wenn es um aggressive Kampfsporttechniken geht, führt MMA die Liste an. In MMA-Kämpfen sind fast alle Techniken erlaubt, einschließlich Schlägen, Tritten, Würfen und Hebeln. Dies eröffnet den Kämpfern eine breite Palette von Möglichkeiten, um ihren Gegner zu besiegen. Der aggressive Charakter dieser Techniken hat dazu beigetragen, dass MMA als eine der härtesten und aufregendsten Kampfsportarten angesehen wird.
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Gefährlichste Kampfsportart
Die gefährlichste Kampfsportart ist ebenfalls eine subjektive Einschätzung. Neben MMA werden auch Muay Thai, Kickboxen und Vale Tudo oft als besonders gefährlich angesehen. Diese Sportarten zeichnen sich durch harte Treffer und intensive Kämpfe aus, bei denen Verletzungen nicht ungewöhnlich sind.
Körperliche Fitness
Körperliche Fitness ist in allen Kampfsportarten von entscheidender Bedeutung, da sie Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit erfordert. MMA erfordert jedoch eine besonders vielseitige Fitness, da Kämpfer sowohl in Standkampftechniken als auch im Bodenkampf exzellent sein müssen. Dies erfordert ein umfassendes Training und eine außergewöhnliche körperliche Verfassung.
Regeln und Vorschriften
Ja, alle etablierten Kampfsportarten haben strenge Regeln und Vorschriften, um die Brutalität zu begrenzen und die Sicherheit der Athleten zu gewährleisten. Diese Regeln umfassen Begrenzungen für Schläge, Tritte und Würfe sowie die Verwendung von Schutzausrüstung. Schiedsrichter überwachen die Einhaltung der Regeln und können Kämpfe bei schweren Regelverletzungen abbrechen.
So in den USA gelten die Unified Rules of Mixed Martial Arts by the Association of Boxing Commissions and Combative Sports, zum Beispiel.
Blutige Kämpfe
MMA und Muay Thai stehen im Ruf, besonders blutige Kämpfe zu haben. Dies liegt an der Tatsache, dass diese Sportarten Schläge und Tritte gegen den Kopf sowie Ellenbogen- und Kniestöße erlauben, die zu Schnittwunden und blauen Flecken führen können. Blutige Kämpfe sind zwar nicht die Regel, aber sie können in diesen Disziplinen vorkommen.
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Dokumentierte Fälle von schweren Verletzungen oder Todesfällen
In Bezug auf dokumentierte Fälle von schweren Verletzungen oder Todesfällen sind MMA und Boxen am häufigsten betroffen. Dies ist jedoch darauf zurückzuführen, dass diese Sportarten weltweit die größte Anhängerschaft haben und somit auch die meisten Wettkämpfe ausgetragen werden. Es ist wichtig zu betonen, dass diese Fälle trotzdem selten sind und dass die Sicherheit der Athleten in beiden Sportarten oberste Priorität hat.
MMA oder Boxen?
Es ist schwer zu sagen, welche der beiden Sportarten “schlimmer” ist, da dies stark von der Perspektive abhängt. Beide Sportarten haben ihre eigenen Risiken, und es ist wichtig zu beachten, dass die Sicherheit der Athleten in beiden Sportarten ernst genommen wird. Boxen konzentriert sich ausschließlich auf den Schlagkampf und kann zu Gehirnerschütterungen führen, während MMA vielseitiger ist und sowohl Schlag- als auch Bodenkampftechniken erlaubt. Letztendlich hängt es von den persönlichen Vorlieben und Zielen ab, welche der beiden Sportarten als “schlimmer” empfunden wird.
Tabelle: Brutalste Kampfsportarten
Um die verschiedenen Aspekte der brutalsten Kampfsportarten zusammenzufassen, hier eine Tabelle mit Expertendaten:
| Kampfsportart | Brutalität (1-10) | Verletzungsrisiko | Verboten |
|---|---|---|---|
| MMA | 9 | Hoch | Nein |
| Muay Thai | 8 | Hoch | Nein |
| Boxen | 7 | Hoch | Nein |
| Vale Tudo | 7 | Hoch | Nein |
Die Bewertungen in der Tabelle basieren auf subjektiven Einschätzungen und sind keine offiziellen Statistiken.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Entscheidung, eine bestimmte Kampfsportart auszuüben, stark von den persönlichen Interessen, Zielen und Fähigkeiten abhängt. Die Sicherheit der Athleten wird in jeder Kampfsportart ernst genommen, und Verletzungen sind nie das Ziel.
Die Vermutung, dass sich Faustwettkämpfe langfristig auf die Gesundheit auswirken, hält sich unter Medizinern aufrecht und wird alle paar Jahre neu aufgedröselt. Die Meinungen beziehen sich meist auf das Boxen, können aber auch für einen Kickboxer interessant werden. Es gibt Studien, die negative Langzeitfolgen von Boxen, wie Demenz, erweisen. Die Meinung unter Ärzten ist nicht eindeutig und wir sind keine Mediziner.
Das Ziel besteht in einem K.O., also einem Knockout, des Gegners. Dieser Knockout wird erreicht, indem der Rivale mit möglichst vielen Körper- und Kopftreffern zu Boden geschickt wird und dort bleibt. Ein Punktsieg ist super, aber nur ein Sieg durch K.O.
Bei einem Kopftreffer wird der Schädel des Getroffenen stark erschüttert und kurzzeitig deformiert. Tritte besitzen zwar mehr Kraft, werden aber aufgrund des längeren Weges zum Kopf selten mit einer derartigen Intensität getroffen, dass es schädlich wäre. Die Fäuste hingegen erreichen bei einem Profiboxer durchaus Geschwindigkeiten von 10 Meter pro Sekunde und treffen mit deutlich größerer Präzision. Es ist also nicht nur der Schlag zum K.O. Kopftreffer bzw. häufige K.O.
Der Fall des K.O. tritt ein, wenn einer der Kontrahenten ein stumpfes Schädel-Hirn-Trauma erleidet, welches eine vorübergehende Bewusstlosigkeit zur Folge hat. Diese Bewusstlosigkeit vergeht und die Kurzzeitfolgen wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Hörschäden können unter ärztlicher Aufsicht beseitigt werden.
Es gibt hier nur eine handvoll Versuche, diese Langzeitschäden nachzuweisen, aber vermehrt wird von Ärzten bemängelt, dass langjährige Boxer verschiedene geistige Schwächen aufweisen. Außerdem wurden Boxergehirne mikroskopisch untersucht und wiesen dabei deutliche Schäden auf.
Im Jahr 2005 forderte die World Medical Association (WMA) ein generelles Verbot des Boxsports.
Der Profi-Boxkampf gehört zu den am meisten gefeierten Ereignissen weltweit. Außerdem: Vitali Klitschko gewann 45 von 47 Kämpfen und hat damit kaum Grund zur Sorge um seine Gesundheit und auch geistig ist es um ihn nicht schlecht bestellt, er wurde Ende 2015 zum Bürgermeister Kiews gewählt.
Zurück zum Kickboxen speziell: Das Tragen von angemessenen Schutzausrüstungen, wie es im Amateurbereich (auch beim Boxen) üblich ist, senkt die Gefahr derartiger Langzeitschäden um ein Vielfaches. In Deutschland beispielsweise werden Wettkämpfe der WAKO und der WKA in allen Disziplinen mit einem Kopfschutz und stärkeren Handschuhen ausgetragen. Ein K.O. ist hier zwar ebenfalls möglich, aber der Kopfschutz nimmt einen Teil der Schlagkraft auf. Das senkt die Gefahr von Traumata enorm und die Zuschauer kommen immer noch auf ihre Kosten.
Ihr seht also, dass es für jedes Pro ein Kontra gibt und umgekehrt. Tatsache ist, dass diese neurologischen Schäden keinesfalls als „Hirngespinst“ abgetan werden können, sondern eine ernsthafte Schädigung darstellen, aber das müsst Ihr ja nicht überbewerten.
Solltet Ihr planen, eine Karriere als Profi-Kickboxer zu starten, könntet Ihr natürlich darüber nachdenken, ob Ihr Eure Titel vielleicht lieber in einem Verband holen wollt, welcher auf derartige Schutzmaßnahmen Wert legt.
Bitte versteht uns nicht falsch: Wir sind große Fans von Kampfsportarten, auch von Kickboxen. Wir möchten hier lediglich neutral die Auswirkung von Kampfsport auf Profi-Kämpfer aufzeigen.
