Es gibt eine breite Auswahl an Kampfsportarten, zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Aber es gibt weitaus mehr Kampfsportarten, nicht nur aus dem asiatischen Raum. Im Prinzip kann jede/r jeden Kampfsport ausüben, egal welches Alter oder körperlichen Voraussetzungen ihr habt. Euer Wille ist entscheidend. Allerdings sind manche Kampfsportarten härter als andere, erfordern mehr Beweglichkeiten etc.
Welcher Kampfsport ist der richtige?
Ihr wisst noch nicht genau welcher Kampfsport für Euch geeignet sein könnte? Zunächst einmal müsst ihr wissen, dass Kampfsportarten teilweise andere Zielstellung haben: Verteidigung (für das Militär oder Bevölkerung), sportliche Ertüchtigung oder Training des Geistes/ Konzentration. Manche Kampfsportarten sind härter als andere: Kickboxen und MMA sind sehr hart, Tai Chi hingegen ist auf sanfte Abläufe ausgelegt. Und habt keine Sorge, bei einer Anfängergruppe im Kickboxen schlägt man sich nicht sofort die Zähne ein. Es ist sehr empfehlenswert ein paar Schnupperkurse zu besuchen und sich einen Einblick zu verschaffen. Denn das Umfeld, eure Trainingspartner und der Trainer machen sehr viel aus. Sie entscheiden maßgeblich über den Erfolg.
Je nach Kampfsportart liegt der Fokus auf dem Kampf mit Waffen, Verteidigung, mentaler Stärke etc. Kampfsportvereine gibt es auch in eurer Stadt. Als Anfänger startet man nicht mit Wettkampfsport und auch nicht im Vollkontakt. Daher müsst ihr keine Sorgen oder Ängste haben.
Kampfsportarten für Kinder, Frauen und Senioren
Für Kinder gibt es eigentlich keine auszuschließende Kampfsportart. Wichtig ist nur, dass sie in einem guten Kurs landen und der Trainer ein gutes Händchen für den Umgang mit Kindern hat. Die meisten Kampfkünste sind für Kinder eher spielerischer Natur. Es gibt keine Einschränkungen bei Kampfsportarten für Frauen. Falls gewünscht, werden oft spezielle Frauenkurse angeboten, die ohne Männer stattfinden. Senioren sind zumeist in ihrer Beweglichkeit, Kraft und Schnelligkeit eingeschränkt. Daher gilt es hierbei einen geeigneten Kampfsport zu finden. Fokussiert auf Selbstverteidigung ist Krav Maga oder ein Selbstverteidigungskurs.
Wie effektiv und schwer sind die einzelnen Kampfsportarten?
Grundsätzlich werden bei allen Kampfsportarten intuitive Bewegungsabläufe gelehrt und gesucht. Hervorzuheben sind hierbei ggf. Krav Maga, Sambo und ggf. Kickboxen. Denn diese Kampfsportarten wurden teilweise vom Militär entwickelt, mit dem Ziel, dass die Techniken schnell zu vermitteln und zu erlernen sind. Es gibt auch Kampfstile, die Jahrelange Übung erfordern. Die Grundbewegungen, -schläge, -tritte, -würfe und Hebel lassen sich bei allen Sportarten innerhalb von 12 Monaten erlernen. Vorausgesetzt, das Training wird zweimal die Woche besucht. Bis ihr allerdings schwierige Kicks gut beherrscht, vergehen Jahre.
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Hier schneiden letztendlich alle Kampfsportarten gut ab. Denn ihr Hintergrund ist die Verteidigung. Davon ausgenommen sind nur sehr wenige, wo es eher um Fitness und Beweglichkeit geht. Wer schon einmal einen Trainingskampf hatte, weiß wie anstrengend das ist. Daher ist der Konditionspunkt ein wichtiger Faktor. Auch zur Selbstverteidigung ist es sehr sinnvoll eine gewisse Fitness mitzubringen. Das Gute an allen klassischen Kampfsportarten ist die Erhöhung der Fitness.
Kampfkünste die explizit die Kraft des Gegners nutzen, um sie gegen diesen einsetzen sind für körperlich schwache Menschen gut geeignet. Das ist beispielsweise Judo sowie Jiu Jitsu. Aber auch sehr effektive Kampfsportarten gleichen diesen Faktor aus, so ist auch Krav Maga oder Sambo eine gute Wahl. Beim Training werdet ihr natürlich an Fitness zulegen. Allerdings werdet ihr dadurch nicht unbedingt Muskelpakete. Daher könnt ihr euer Kampfsport-Training noch um ein Muskeltraining ergänzen. Es ist jedoch selten entscheidend, wie viel Kraft ihr habt.
Die Anforderungen an die Beweglichkeit variieren innerhalb der Kampfsportarten mitunter erheblich. Das betrifft in erster Linie die Beweglichkeit für Würfe oder auch Fußtritte. In jeder Kampfsportart existieren beim Training für Fortgeschrittene Tritttechniken, die ein hohes Maß an Beweglichkeit erfordern. Jedoch kann das Anfängertraining auch mit geringer Beweglichkeit absolviert werden.
Als effektivste Kampfsportart zur Selbstverteidigung können wir Euch guten Gewissens das Krav Maga empfehlen. Der Begründer legte großen Wert darauf, dass es effektiv ist, schnell erlernt werden kann und dabei keine allzu hohen körperlichen Anforderungen benötigt. Ihr erlernt hier gezielt jene Techniken, die Euch im Notfall helfen können.
Kampfsport zuhause erlernen und Wettkämpfe
Nein, eher nicht. Sicherlich könnt ihr eure Fitness verbessern und Grundtechniken zur Abwehr und zum Angriff üben. Fehler in der Stellung und Lücken in der Abwehr werdet ihr allerdings nicht bemerken. Zudem fehlt euch ein ganz wichtiger Baustein: Die Partnerübungen und Übungskämpfe. Im Verein oder mit erfahrenen Übungspartner lernt ihr die richtigen Grundlagen, macht schneller Fortschritte und schärft euer Auge für Bewegungen. Kurzum, zu Beginn solltet ihr auf alle Fälle in einen Verein gehen, Bewegungsabläufe können und sollten aber zuhause vertieft werden.
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Es dauert mindestens Jahre bis man im Vollkontakt kämpfen kann, und nicht völlig untergeht. Je nach Kampfstil müssen Kampftechniken, Hebel, Faustkampf, Fußtechniken, Bodenkampf oder der Kampf mit Waffen lange geübt und perfekt beherrscht werden, bevor man für einen Wettkampf bereit ist. Man muss zwar keinen schwarzen Gürtel haben, bis man an einem Wettkampf teilnehmen kann, allerdings sollte man schon fortgeschrittener sein.
Das ist ganz von eurem Ziel abhängig: Wenn ihr an einem Wettkampf teilnehmen und euch mit den besten messen wollt, dann solltet ihr täglich trainieren oder mindestens 5-mal die Woche. Und das über mehrere Jahre. Wenn ihr euch fit halten und im Ernstfall verteidigen möchtet, dann ist es ausreichend, wenn ihr zweimal die Woche trainiert. Und noch einen weiteren Sport (Joggen, Schwimmen, Fitnessstudio…) ausübt. Wenn euer Ziel ist, besser auf einen Ernstfall vorbereitet zu sein, dann solltet ihr ein paar Intensivkurse besuchen.
Kosten und Fazit
Die Mitgliedschaft im Verein für Kampfkunst variiert sehr nach Region und beläuft sich auf 30€ bis 100€ im Monat. Das hängt ganz davon ab, wie viele Mitglieder es gibt, wie teuer die Miete ist, welche Ausrüstung vorhanden ist. Ein reiner Selbstverteidigungskurs, der einen Nachmittag lang geht, kostet meist um die 100€.
Gefährliche Sportarten im Vergleich
Bei risikoreichen Sportarten denkst du vielleicht an hohe Geschwindigkeiten, Felsabgründe und Motoren. Das kann alles gefährlich sein - doch unter den Top 15 sind auch unerwartete Kandidaten. Du suchst nach einem Adrenalinkick, möchtest mal etwas Neues ausprobieren oder deine persönlichen Grenzen austesten? Dann ziehen dich möglicherweise Sportarten an, die mit einer gewissen Gefahr verbunden sein können. Bist du richtig gesichert und weißt du, was du tust, können einige Sportarten auch Nervenkitzel und Herausforderung bieten - ohne dass du dich und/oder andere dabei in Gefahr bringst.
Es ist wenig überraschend, dass Kampfsport gefährlich ist. Besonders beim Boxen ziehen sich die Sportler:innen oft schwerere Verletzungen zu - neun von zehn erleiden im Laufe ihrer Karriere zum Beispiel Schäden am Gehirn. Eine interdisziplinäre Expert:innenrunde aus der Psychiatrie, Neurologie, Neurochirurgie und Sportmedizin des Klinikums rechts der Isar hat dazu Studien ausgewertet. Für Hobbysportler:innen sind die Risiken geringer. Boxer:innen erleiden im Durchschnitt etwa zehn Verletzungen pro Jahr. Auch Todesfälle, die direkt durch Verletzungen im Ring geschehen, sind nicht selten.
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Gemessen am Verletzungsrisiko ist Eishockey eine der gefährlichsten Sportarten. Dennoch gibt es einer Studie zufolge pro 1.000 gespielten Stunden bei Männern 18 Verletzungen, bei Frauen immerhin 12. Meistens handelt es sich dabei um Gehirnerschütterungen und Verletzungen am Bein. Wer beim Eishockey die Regeln beachtet und verpflichtende Schutzausrüstung wie Helme, Gesichtsschutz, Schulter- und Beinschoner trägt, wird sich wahrscheinlich nicht verletzen. Wie in vielen anderen organisierten Sportarten sind die Risiken für Profis viel höher als für Amateure.
Die Gefahr beim Bergsteigen wird zu oft unterschätzt. Allein 2021 gab es im bayrischen Alpenraum 55 Bergtote. Das sind etwa 20 mehr als in den vorherigen Jahren. Mount Everest, der höchste Berg, ist ein beliebtes Ziel für ambitionierte Bergsteiger:innen. Er hat mit 14 Prozent dabei aber eine relativ niedrige Todesrate. Laut Planet Outdoor sind Herz-Kreislaufversagen, Stürze, Stolpern oder Ausrutschen und ein Absturz die häufigsten Ursachen für Todesfälle beim Bergsteigen.
Als motorisierter Extremsport, bei dem es unter anderem auf Geschwindigkeit ankommt, besteht bei Moto-Cross immer eine Verletzungsgefahr. In einer 12 Jahre andauernden Studie lag die Gesamthäufigkeit von Motocross-Verletzungen bei 95 von 1000 Fahrer:innen.
Beim Mountainbiking ist man schnell, nur wenig geschützt und in unebenem Terrain unterwegs. Das macht den Sport gefährlich. Verletzungen sind bei dieser Sportart jedoch nicht untypisch. Viele Fahrer:innen verletzen sich an Nacken oder Kopf, nachdem sie über den Lenker gefallen sind.
Skifahren sehen die meisten Menschen wohl nicht als Extremsportart an. Doch das Verletzungsrisiko ist hoch. Allein Kollisionsunfälle gab es 2021/2022 1,29 pro 1000 Skifahrer:innen. Das Risiko beim Snowboarden hängt sehr stark vom Verhalten ab und das entspricht laut der GOTS der ausübenden Altersgruppe. So haben junge männliche Snowboarder um die 16 ein neunmal höheres Verletzungsrisiko als 25-Jährige. Sie fahren öfter mit Freestyleboards und auf der Halfpipe. Bei Frauen hingegen erhöht sich das Verletzungsrisiko erst ab dem Alter von 25.
Beim White Water Rafting ist das Wasser sehr bewegt und erscheint daher weiß. Statistiken zeigen, dass es pro 1000 Teilnehmenden etwa ein bis zwei Verletzungen gibt. Etwa die Hälfte davon geschieht innerhalb des Bootes, zum Beispiel durch die Paddel.
Stierkampf ist sowohl für das Tier als auch den Menschen sehr gefährlich. Einer Studie aus dem Jahr 2021 zufolge ist die Unfallrate dabei über neun Prozent. Zum Tod kommt es in jedem 200. Fall. Die häufigste Art von Verletzung beim Torero, also dem Stierkämpfer, ist wenig überraschend: Er wird von den Hörnern des Stieres aufgespießt.
Je höher der Absprung, desto gefährlicher ist die Sportart Cliff Diving. Du tauchst dabei mit einer Kraft von bis zu dreimal der Schwerkraft ins Wasser ein. Laut dem Getränkehersteller Red Bull, der die Cliff Diving World Series veranstaltet, springen Sportler:innen in Wettbewerben von bis zu 27 Metern Höhe und erreichen dabei eine Geschwindigkeit von 85 Kilometern pro Stunde.
American Football ist eine der gefährlichsten Sportarten, weil sich so viele Spieler:innen dabei verletzen. Allein in den USA spielen 1,5 Millionen junge Männer Football, und ziehen sich jedes Jahr 1,2 Millionen Verletzungen zu. Etwa 36 Prozent sind Knieverletzungen.
Beim Free Diving überschätzen sich Hobbysportler:innen häufig selbst - und ohne gewissenhafte Vorbereitung ist der Sport sehr gefährlich. Professionelle wissen sich selbst dabei gut einzuschätzen und unterliegen spezifischen Regeln, sodass es nur zu einem Todesfall unter 50.000 kommt.
Beim Surfen ist jede:r Teilnehmer:in der oft unterschätzten Kraft des Ozeans ausgesetzt. Pro 1000 Stunden Surfen kommt es zu einer bis knapp sieben Verletzungen. Ertrinken und Kollision mit anderen Surfer:innen und mit Gestein unter Wasser sind, was den Sport so gefährlich macht. Auch Todesfälle kommen daher beim Surfen immer wieder vor.
Free Soloing ist eine der gefährlichsten Sportarten überhaupt. Denn wie beim Bouldern klettert man dabei ohne Sicherung, aber in hohe Höhen und ohne eine weiche Unterlage. Doch beim Free Soloing klettern Extremsportler:innen ganz ohne Sicherung an Felswänden hoch, in Höhen, wo ein Fall sicher zum Tod führt.
Dass Rugby oft ohne Schutzausrüstung gespielt wird, macht es zu einer der gefährlichsten Sportarten überhaupt. Die Rate von Verletzungen beim Rugby variiert je nach Professionalität und Alter und liegt so bei etwa vier bis über 200 pro 1000 gespielten Stunden - eine ganz andere Größenordnung als bei anderen Teamsportarten also.
Wingsuit-Fliegen ist wohl die gefährlichste Sportart überhaupt. Laut flightnotch.com endet schätzungsweise einer von 500 Sprüngen tödlich. Fallschirmsprünge bieten eine Alternative mit extremem Nervenkitzel, sind aber den Zahlen nach viel sicherer.
| Sportart | Verletzungsrisiko | Besondere Gefahren |
|---|---|---|
| Boxen | Hoch | Gehirnschäden, Verletzungen im Ring |
| Eishockey | Mittel bis Hoch | Gehirnerschütterungen, Beinverletzungen |
| Bergsteigen | Hoch | Herz-Kreislaufversagen, Stürze, Abstürze |
| Moto-Cross | Hoch | Verletzungen durch hohe Geschwindigkeiten und unebenes Terrain |
| Mountainbiking | Mittel | Nacken- und Kopfverletzungen |
| Skifahren/Snowboarden | Mittel | Kollisionsunfälle |
| White Water Rafting | Niedrig bis Mittel | Verletzungen im Boot |
| Stierkampf | Hoch | Verletzungen durch Hörner |
| Cliff Diving | Hoch | Verletzungen durch Aufprall |
| American Football | Hoch | Knieverletzungen |
| Free Diving | Hoch | Überschätzung, Ertrinken |
| Surfen | Mittel | Ertrinken, Kollisionen |
| Free Soloing | Extrem Hoch | Tödliche Stürze |
| Rugby | Hoch | Verletzungen durch fehlende Schutzausrüstung |
| Wingsuit-Fliegen | Extrem Hoch | Tödliche Unfälle |
