Gold ist eines der wertvollsten Metalle der Welt und wird seit Jahrtausenden in Schmuck, Kunstgegenständen und für Investitionen verwendet. Allerdings besteht nicht jedes Goldstück aus reinem Gold. Stattdessen werden verschiedene Legierungen verwendet, bei denen Gold mit anderen Metallen wie Silber, Kupfer oder Palladium gemischt wird. Diese Mischungen verleihen dem Gold unterschiedliche Eigenschaften in Bezug auf Farbe, Härte und Preis. In diesem Artikel gehen wir auf die verschiedenen Goldlegierungen ein und erklären ihre Eigenschaften, Vor- und Nachteile.
Was ist eine Goldlegierung?
Bei einer Goldlegierung handelt es sich um Gold, dem mindestens ein weiteres Element beigemengt ist. Ausgedrückt wird der Goldanteil in Tausendteilen vom Gewicht. Eine ältere Kennzeichnung ist die Angabe in Karat, welche im Schmuckbereich noch gebräuchlich ist.
Hiervon abzugrenzen sind Goldimitate. Diese enthalten entweder gar kein Gold oder der Anteil ist schwindend gering. Im letzteren Fall spricht man dann von einer Vergoldung. Um das zu erkennen gibt es diverse Testverfahren.
Goldlegierungen Tabelle
Hier ist eine Übersichtstabelle über die verschiedenen Goldlegierungen:
| Goldlegierung / Feinheit | entspricht Karat | Anteil Feingold |
|---|---|---|
| 333er Gold | 8 Karat | 333 Tausendteile vom Gewicht |
| 375er Gold | 9 Karat | 375 Tausendteile vom Gewicht |
| 417er Gold | 10 Karat | 417 Tausendteile vom Gewicht |
| 585er Gold | 14 Karat | 585 Tausendteile vom Gewicht |
| 750er Gold | 18 Karat | 750 Tausendteile vom Gewicht |
| 833er Gold | 20 Karat | 833 Tausendteile vom Gewicht |
| 875er Gold | 21 Karat | 875 Tausendteile vom Gewicht |
| Feinheit 916,667 | 22 Karat | 916,667 Tausendteile v. Gewicht |
| Feinheit 999,9 | 24 Karat | 999,9 Tausendteile vom Gewicht |
Woran erkenne ich Goldlegierungen?
Hierüber gibt die Punzierung Auskunft. Es handelt sich dabei um eine kleine Prägung an verborgener Stelle. Diese fehlt aber oft bei alten Goldschmuckstücken.
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Was ist reines Gold?
Vollkommen reines Gold gibt es nur in der Theorie. Auch bei der Goldförderung liegt Gold nur als mehr oder weniger gehaltvolles Erz vor. Streng genommen ist daher jedes uns bekannte Gold eine Legierung.
Die bisher höchste Goldlegierung mit 999,999 Gewichtstausendteilen wurde 1957 erreicht durch die australische Münzprägeanstalt Perth Mint. Seither auch als Gold Reinheitsweltrekord bekannt.
In der Praxis gilt bereits 999,9 Gold als reines Gold. Diese Legierung ist daher sehr verbreitet bei Anlagegold. Viele bekannte Goldmünzen und fast alle gängigen Goldbarren besitzen diese Feinheit. Für viele Anleger ist dieses auch four nine fine genannte Gold deshalb die beste Goldlegierung. Reines Gold ist aber sehr weich. Für den alltäglichen Gebrauch eignet es sich nur bedingt.
Zudem lässt dies unberücksichtigt, dass es viele Münzen gibt, die zwar einen geringerem Goldanteil haben, sich aber trotzdem im Wert besser entwickeln können. Das gilt insbesondere für historische Goldmünzen.
Und im Industrie- und Schmuckbereich zählen sowieso ganz andere Faktoren, warum man zu einer bestimmten Goldlegierung greift.
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Herstellung und Zusammensetzung
Die Herstellung einer Goldlegierung erfolgt durch Schmelzen. Die Gründe dafür sind vielfältig:
- Physikalische Gründe: Durch gezielte Beigaben werden bestimmte Eigenschaften von Gold wie Härte, Formbarkeit, Leitfähigkeit oder Schmelzpunkt nach Wunsch verändert
- Ästhetische Gründe: Gold ist von Natur aus gelblich. Durch Legierungen lassen sich Farbnuancen erzeugen
- Kostengründe: Durch Beimengung kostengünstiger Metalle lassen sich Kosten einsparen
- Medizinische Gründe: Hier kommen je nach Einsatz diverse Legierungen zum Einsatz. Entscheidend sind hier Verträglichkeit, Formbarkeit, Festigkeit, Säure- und Korrosionsbeständigkeit
Was die Zusammensetzung betrifft, so lassen sich viele Elementen zu einer Goldlegierung schmelzen. Gebräuchliche Beimischungen sind Kupfer, SiIber, Nickel, Palladium, Platin, Titan, Cadmium, Zink oder Zinn.
Von Umlegieren spricht man, wenn ein Goldschmied bei einer bereits bestehenden Legierung den Anteil an Feingold erhöht oder verringert. So lässt sich aus Altgold neues Gold schmelzen mit einer anderen Feinheit.
Typische Verwendungen
- 333er Gold: Mindestuntergrenze für Goldanteil, um sich in Deutschland offiziell als Goldschmuck bezeichnen zu dürfen
- 375er Gold: Mindestuntergrenze für Goldschmuck in Großbritannien
- 417er Gold: Mindestuntergrenze für Goldschmuck in USA
- 585er Gold: Populäre Schmucklegierung, da relativ hochwertig bei gleichzeitig hoher Kratzfestigkeit. Gern genommen für Goldohrringe, ein Goldarmband oder eine goldene Uhr
- 750er Gold: Auch “Kronengold” genannt. 750er Schmuckgold wird gern verwendet für relativ hochwertigen Schmuck, etwa eine Goldkette. Auch für Zahngoldlegierungen
- 833er Gold: Hochwertiger Schmuck
- 875er Gold: Für besonders hochwertigen Goldschmuck, etwa ein Gold-Collier
- 895er Gold: Historische Goldmünzen. Auch “Pistolengold” genannt (Pistole = historische spanische Goldmünze)
- Feinheit 900: Diverse Goldmünzen wie etwa die Goldmünze Tscherwonetz. Auch “Münzgold” genannt
- Feinheit 916,667: Diverse Goldmünzen, wie etwa der Kürgerrand. Aufgrund der Kupferbeimischung gilt der Kügerrand als weniger kratzempfindlich
- Feinheit 965: Auch “Thaigold” genannt. Hier wenig gebräuchlich
- Feinheit 986: Manche Goldmünzen wie etwa Kaiser Franz Joseph Dukaten aus Österreich. Auch “Dukatengold” genannt
- Feinheit 995: Mindestgehalt für Goldbarren.
- Feinheit 999: Manche Goldmünzen wie z.B. China Panda. Als 999er Goldschmuck in China populär
- Feinheit 999,9: Gängig für viele Anlagegold-Produkte, also Goldmünzen und Goldbarren.
Thai Gold
Namentlich erwähnenswert ist das sogenannte Thai Gold mit einer Feinheit von 965 Tausendteilen. Diese Legierung ist bei uns praktisch unbekannt, in Thailand aber sehr populär. Daher auch der Name. Es handelt sich in der Regel um Goldschmuck.
Die Feinheit von 965 bedeutet umgerechnet rund 23 Karat. Möglich sei das, weil die anteiligen Fertigungskosten bei Thai Goldschmuck viel geringer sind. Handel wie Preisbemessung verlaufe relativ nah am Spotpreis, was diese vergleichsweise gute Fungibilität ermögliche. Die Zahl der Goldläden, die Gold ankaufen, verkaufen oder als Sicherheit für ein Darlehen annehmen ist in Thailand hoch.
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Farbgoldlegierungen
Goldfarben spielen vor allem bei der Schmuckherstellung eine große Rolle. Der Goldton kann rötliche, gelbliche, grünliche oder weißliche Farbtöne haben.
| Farbton | Legierung | Typische gängige Legierungszusätze | Details |
|---|---|---|---|
| Gelbgold | Kupfer, Silber | Je nach Mischverhältnis Farbtöne von hellgelb bis gelborange | |
| Rotgold | Kupfer, Silber | Höherer Kupferanteil sorgt für rötlichen Schimmer und macht Legierungen härter | |
| Roségold | Kupfer, Silber | Wie Rotgold, aber Kupferanteil etwas geringer | |
| Grüngold | Silber, Cadmium, Kobalt | Weniger verbreitet | |
| Weißgold | Palladium, Silber, Nickel, Platin | Weiß-blasser Farbton. Ursprünglich als Platinersatz in Pforzheim entwickelt. |
Goldfarben kurz erklärt:
- Kupfer erzeugt Rot.
- Palladium oder Nickel ergeben in Goldlegierungen Weiß. Zur Aufhellung wird häufig eine Rhodiumschicht aufgebracht.
- Silber führt in Goldlegierungen zu Grün.
- Cadmium liefert zwar ein sattes Grün, ist jedoch toxisch und heute weitgehend tabu.
- Violette, blaue und schwarze Goldvarianten sind oft spröde und werden in der Schmuckindustrie überwiegend nur zur oberflächlichen Färbung eingesetzt.
Achtung Gesundheit: In der EU ist die Nickelabgabe aus Schmuck streng geregelt; bei älteren oder günstigen Stücken aus nickelhaltigem Weißgold ist Vorsicht geboten.
Goldlegierungen im industriellen Bereich
- Titan-Gold-Legierungen: Gelten als besonders fest. Interessant für die Medizintechnik.
Die Wahl der richtigen Karatstufe
Die Wahl der richtigen Goldlegierung hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich des Verwendungszwecks, der persönlichen Vorlieben und des Budgets. Für den täglichen Gebrauch und hohe Belastbarkeit ist 14K Gold ideal, während 18K Gold ein perfektes Gleichgewicht zwischen Reinheit und Haltbarkeit bietet und sich für feinen Schmuck eignet. Bei der Wahl von Goldschmuck sollte der Zweck des Schmuckstücks, das Budget und die erforderliche Pflege berücksichtigt werden.
Unterschiedliche Goldfarben
Gelbgold ist die üblichste Gold-Legierung für Schmuckstücke. Hier wird das Feingold mit Silber und Kupfer vermengt, um die gelbe Farbe beizubehalten, aber eine höhere Härte und bessere Bearbeitbarkeit zu erreichen. Bei Roségold wird der Anteil von Silber zugunsten des Kupfers verringert. Die größere Beimengung von Kupfer gibt dem Gold eine zarte, pastellige rosenfarbene Tönung.
Rotgold enthält nur sehr wenig oder gar kein Silber mehr. Die Beimengung von Kupfer gibt der Legierung eine kräftig rötliche Färbung. Weißgold enthält kein Kupfer, stattdessen wird das Feingold mit Silber, Palladium und geringen Mengen Zink legiert. Oft wird Weißgoldschmuck rhodiniert, also mit einer dünnen Schicht Rhodium überzogen, um einen noch strahlenderen weißen Glanz zu erreichen.
Graugold ist eine Legierung aus Feingold und Palladium und Silber. Der Verzicht auf Zink verschiebt die Farbe durch den hohen Palladium-Anteil deutlich ins Graue.
