Taekwondo ITF vs. WTF: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Ähnlich wie in anderen Sportarten gibt es auch beim Taekwondo unterschiedliche Weltverbände. Hier unterscheiden sich neben dem Regelwerk und Begrifflichkeiten auch die Lehrinhalte.

Die Weltverbände im Taekwondo

Sport - auch Kampfsport - muss organisiert sein. Sinn von Vereinigungen ist eigentlich der Wunsch nach Gemeinschaft und Ordnung in einem geregelten System, eine Art „Familie“. In solch einem Verband treffen sich Gleichgesinnte, die das Ziel haben gleiche Tätigkeiten zu pflegen. Im Taekwon-Do ist dies leider nicht so einfach. Taekwon-Do (kurz TKD) hat sich in verschiedene Richtungen entwickelt.

Es gibt eine Unmenge an traditionellen Taekwon-Do Verbänden, jedoch gibt es nur 2 Weltverbände - WTF und ITF. Ich möchte euch eine kurze Übersicht über die verschiedenen Verbände im Taekwon-Do erstellen. Es soll klar gemacht werden, warum es wichtig ist, in einem Verband zu sein und welche Kriterien welcher Verband in sich birgt.

ITF (International Taekwon-Do Federation)

Die International Taekwon-Do Federation (ITF) ist ein Taekwondo-Verband, der am 22. März 1966 von General Choi Hong Hi gegründet wurde. Dies ist der Verband, der vom Begründer des Taekwon-Do, General Choi Hong Hi, 1966 gegründet wurde. Die ITF hat Weltweit ca. 100 Nationalverbände. In Deutschland hat die ITF ca. 6000 Mitglieder. Die ITF ist der ursprüngliche Weltverband und derzeit der zweit größte.

Der Gründer des Taekwon-Do, General Choi Hong Hi, war bis zu seinem Tod Präsident des Verbandes.

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WTF (World Taekwon-Do Federation)

Die World Taekwondo (WT) wurde am 28. Mai 1973 gegründet und hat ihren Sitz in Seoul, Südkorea. Für General Choi kam Konkurrenz aus dem eigenen Mutterland: 1973 wurde in Seoul die WTF gegründet. Dies ist Weltweit der größte Verband.

Als General Choi die alten koreanischen Stilrichtungen (Kwans) zusammenführte und seiner Kunst den Namen Taekwon-Do gab, hatte er bereits Gegner. Diese Gegner nutzten seine Abwesenheit in Korea um die politische Macht des Generals zu schwächen.

Entwicklung der Stile

Aus verbandspolitischen Gründen haben sich im Taekwondo verschiedene Stile entwickelt, auch deshalb, weil sich gerade die großen Weltverbände gezielt weiterentwickeln: vor allem die WTF versucht, den Sport publikumswirksamer und damit die Wettkämpfe attraktiver zu gestalten. Demgegenüber setzen die traditionellen Schulen auf das Althergebrachte, das sie bewahren wollen.

Die Stile unterscheiden sich daher vor allem in den Formenläufen, in der Namensgebung der Techniken sowie in der Art des Wettkampfes. Die Techniken selbst sind im Grunde identisch.

Im Wesentlichen lassen sich drei Haupt-Stilrichtungen identifizieren:

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  • das traditionelle ITF-Taekwondo, wie es ursprünglich in den Anfangsjahren praktiziert wurde;
  • das reformierte ITF-Taekwondo, wie es von Choi Hong-hi nach 1972 aus dem traditionellen Taekwondo entwickelt wurde;
  • das WTF-Taekwondo, das sich nach 1973 aus dem traditionellen Taekwondo hervortat.

Unterschiede in der Ausführung

In der Körperbewegung gibt es augenfällige Unterschiede: In den traditionelleren Taekwondo-Schulen werden Bewegungen zumeist, dem Karate ähnlich, zwischen Positionen mit tieferem und breiterem Stand durchgeführt. Der Körperschwerpunkt wird kontinuierlich niedrig gehalten und wenn möglich auf einer Linie bewegt. Die moderneren, wettkampforientierten Richtungen gingen zu höheren Ständen über. Zwischen einzelnen Positionen im Formenlauf wird der Körper deutlich mehr auf und ab bewegt.

Hinzu kommt, dass diverse Großmeister den jeweiligen Stil ebenfalls leicht beeinflussen, was dazu führt, dass alle untergeordneten Schulen diesen Stil übernehmen. Dies betrifft vor allem bestimmte Techniken und hier insbesondere den jeweiligen Bewegungsablauf. Einige Großmeister verlangen weiche, fließende Bewegungen, andere kantig-dynamische.

Weitere Stile und Techniken im Taekwondo

Taekwondo, das seine Wurzeln in verschiedenen koreanischen Kampfkünsten und anderen asiatischen Disziplinen hat, hat im Laufe der Jahre verschiedene Stile entwickelt.

  • Stil der World Taekwondo Federation (WTF): Dieser Stil legt großen Wert auf schnelle und präzise Tritte. Die meisten Wettkampfveranstaltungen im Taekwondo folgen diesem Stil.
  • Stil der International Taekwon-Do Federation (ITF): Dieser Stil legt mehr Wert auf traditionelle Techniken und Formen.
  • Freestyle Taekwondo: Hierbei handelt es sich um einen eher modernen Ansatz, bei dem Kreativität und akrobatische Bewegungen eine große Rolle spielen.
  • Hosinsul: Dieser Stil konzentriert sich stark auf Selbstverteidigungssituationen.

Taekwondo bietet eine breite Palette von Techniken und Stilen, die von traditionell bis modern reichen. Jeder Stil hat seine eigenen Besonderheiten und Schwerpunkte.

Schutzausrüstung im Taekwondo

Die Schutzausrüstung beim Taekwondo ist bei Turnieren Pflicht (hier bitte jeweils die Ausschreibung beachten) und beim Training dringend zu empfehlen. Durch das Tragen des richtiges Equipments wird schweren Verletzungen vorgebeugt und verhindert.

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Da es beim Taekwondo zwei verschiedene Kampfstile gibt, WT (ehem. Im WT Stil wird bei den Olympischen Spielen gekämpft. Charakteristisch ist hier, dass die meisten Techniken mit den Füßen ausgeführt werden. Dabei wird ein Spannschutz getragen (Empfehlung Kwon Evolution Fußsupport). Da aber die Fäuste nicht zu vernachlässigen sind, ist auch meistens der Handschutz Pflicht (Empfehlung Kwon Evolution Handschutz ). Diese beiden Schützer dienen lediglich dazu, dich bein Angriffen zu schützen. Um dich bei gegnerischen Treffern zu schützen wird ein Körperschutz benötigt, die sog. Weste. Diese ist auf einer Seite blau und auf der anderen Rot.

Aus dem ITF Kampfstil hat sich das heutige Kickboxen entwickelt. Charakteristisch ist hier, dass das Verhältniss von Schlag- und Fußtechniken relativ ausgeglichen ist. Auf einen Körperschutz wird hier verzichtet, da die Fuß und Faustschützer mehr gepolstert sind als beim WT. Der Fußschutz ähnelt einem Schuh, jedoch ohne Sohle (Empfehlung Adidas Safetys). Bei beiden Stilen sind die folgenden Schützer dringend zu empfehlen und teilweise Pflicht (hier bitte jeweilige Ausschreibung beachten).

  • Der Kopfschutz dient dazu Tritte und Schläge abzudämpfen. Dadurch wird oft ein K.O. verhindert (Empfehlung TopTen Avantgarde, Kwon Kopfschutz).
  • Der Zahnschutz (auch Kieferschutz, Mundschutz, Gebissschutz, Zahnschiehne) dient dazu deine Zähne und deinen Kiefer bei Treffern zu schützen und stabilisieren (Empfehlung Orkan Zahnschutz, Orkan Air-Cushion).
  • Der Tiefschutz schützt dich vor Treffern in den Schritt (die meistens ausversehen erfolgen). Grundsätzlich kann man sagen: Je mehr Schutz desto mehr wird die Bewegungsfreiheit eingeschränkt.
  • Der Schienbeinschutz und der Unterarmschutz soll dich vor Prellungen, Blutergüssen und Brüchen schützen.

Grundsätzlich kann man sagen: Je mehr Schutz desto mehr wird die Bewegungsfreiheit eingeschränkt.