Herbert Dreilich und Karat: Eine musikalische Legende

Herbert Dreilich, der Frontmann von Karat, verhalf der Band zu großem Erfolg in der DDR und darüber hinaus. Seine Stimme wurde durch Titel wie „Schwanenkönig“ oder „Der blaue Planet“ unsterblich.

Die Anfänge und der Aufstieg von Karat

Seine ersten Schritte als Profimusiker wagte der Pianist und Keyboarder Ed Swillms in der Gruppe “Die Alexanders”. Dort lernte er den Sänger Herbert Dreilich kennen, mit dem er bekanntlich Karat zusammen gründete. Vor Karat gab es noch die Zwischenstation Panta Rhei. Aus Panta Rhei entstand 1975 Karat.

Beim ersten Konzert am 22. Februar 1975 in Heidenau bei Dresden hatte Karat mit Hans-Joachim „Neumi“ Neumann zwar bereits einen Sänger. Doch Ed Swillms bestand darauf: nicht ohne Herbert Dreilich. Als Neumann nach zwei Jahren schließlich ausstieg, rückte der damals 34-Jährige, der bis dahin Gitarre spielte und die Background-Stimme lieferte, ans erste Mikrofon von Karat.

Mit Dreilich als Sänger stieg Karat zur kommerziell zweiterfolgreichsten Band der DDR hinter den Puhdys auf. Mit Songs wie „Über sieben Brücken mußt du gehn“ und Alben wie „Der blaue Planet“ feierte die Gruppe auf beiden Seiten der Mauer Erfolge.

Die musikalische Bedeutung von Ed Swillms

Ed Swillms schrieb die großen Hits der Gruppe Karat. Dazu gehören die Musik zu “Über 7 Brücken musst du geh’n”, “Der blaue Planet” und viele weiteren großen Erfolge der Band Karat. Auch die beiden Top-Hits vom 1982er Album “Der blaue Planet” schrieb Ed Swillms: “Jede Stunde” und der Titelsong des auch in der Bundesrepublik sehr erfolgreichen Album.

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Zur Freude von Dieter Thomas Heck stellte die Band ihren Song “Jede Stunde” in der ZDF-Hitparade vor. Es wurde der erfolgreichste Song der Band in der Bundesrepublik. Es gibt ungezählte Cover-Versionen des größten Hits aus der Feder von Ullrich “Ed” Swillms. Von Peter Maffay bis zu den Los Paraguayos interpretierten Künstler aus aller Herren Länder diesen Song auf ihre Art.

Dazu gehört auch eine Version von Chris deBurgh. Er machte aus “Über 7 Brücken musst du geh’n” “Seven Bridges”. Gemeinsam mit Karat präsentierte er seine Version. Am Keyboard stand der Komponist und ließ sich diesen großen Moment nicht nehmen.

"Schwanenkönig": Ein Meisterwerk und seine Interpretation

„Wenn ein Schwan singt, lauschen die Tiere“, sang Herbert Dreilich in „Schwanenkönig“. Der Karat-Klassiker von 1980 bedient sich einer Metapher aus der Mythologie: Schwanengesang als poetische Auseinandersetzung mit dem Tod. In gewisser Weise enthält der Song aber auch ein Stück Selbstbeschreibung. Denn mit dem eigenen Gesang, der manchmal rau, oft melancholisch und immer ausdrucksstark daherkam, gilt Dreilich vielen bis heute als die Stimme der DDR-Kultband.

Karat sind eine Band, die mich schon seit der Kindheit begleitet. Das Lied „Magisches Licht“ war mir lange Zeit nicht bewusst. Aber es ist etwas besonderes. Gerade in den heutigen Zeiten der Irrungen und Wirrungen ist das Meisterwerk aus dem Album „Schwanenkönig“ von Karat ein wichtiger Anker.

Das Lied „Magisches Licht“ wurde 1980 auf dem „Schwanenkönig“ veröffentlicht. Freilich: Damals sang Herbert Dreilich. Vor drei Jahren führten Karat dieses besondere Lied live auf. Natürlich sang sein Sohn Claudius Dreilich.

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Bianca Graf und ihre Hommage an Herbert Dreilich

Erst später erfuhr ich dann, dass Herbert Dreilich, noch vor seiner Panta- Rhei/Karat - Karriere in der Band meines Mannes „Blau-Gold“ Gitarre spielte und sang. Ich kenne viele Geschichten aus dieser Zeit, die wir dann bei späteren gemeinsamen Veranstaltungen austauschten und die ewig in Erinnerung bleiben werden. Als Hommage an Herbert ist somit "Der „Schwanenkönig“ in einer Interpretation von mir entstanden. Das war mein Wunsch !

Der Mensch Herbert Dreilich

Vollends fassbar wird die Persönlichkeit eines Künstlers aber erst, wenn man ihn abseits der Bühne betrachtet. Dort begegnete einem der Sänger von Karat, immerhin eine der namhaftesten Bands der DDR und eine der wenigen, die auch nach der Wende noch Erfolge feierte, oft zurückhaltend, fast schüchtern. Er war zwar Frontman, aber stets im Sinne eines primus inter pares - eines Ersten unter Gleichen.

Nicht nur, weil er im österreichischen Mauterndorf zur Welt kam, war diese Rolle kaum absehbar. Dort zeigte der Junge früh musikalisches Talent. Gemeinsam mit der Mutter sang er zweistimmig Kinderlieder. Später war er Teil von Schul- und Kirchenchören.

Und man soll träumen können. Welches Mädchen war im Traum nicht schon einmal Prinzessin? Welcher Junge war kein Abenteurer? Und von irgendwo her kommt dann ein Einhorn angeritten. Erhalten wir uns unsere Träume. Sie sind genauso wichtig wie die Zuflucht zuhause.

Das Vermächtnis von Karat

Auch nach der Wende verschwand Karat nicht von der Bildfläche. Das letzte Konzert fand 2003 in Neustadt (Orla) statt. Dreilich allerdings hatte ab Mitte der Neunziger bereits mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Am 12. Dezember 2004 erlag Herbert Dreilich seiner Krankheit.

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Dass sein Sohn Claudius heute bei Karat am Mikrofon steht, dürfte Herbert Dreilich wohl gefallen. Dem Ersten unter Gleichen ging es schließlich stets um die Musik, nicht um die eigene Person.

Karat - eine Gruppe, welche sich bis heute behauptet hat. Die Platten wurden im In- und Ausland erfolgreich vertrieben. Karat live zu erleben ist heute etwas ganz besonderes. 2004 verstirbt Herbert Dreilich, der Sänger von Karat.