Frauen haben in der WWE längst ein hohes Standing. Es gingen etliche Jahre ins Land, bis die Diven in der WWE zu festen Größen und Aushängeschildern der größten Wrestling-Liga der Welt aufstiegen. Lange galten sie nur als "hübsches Beiwerk", inzwischen ist es keine Überraschung mehr, wenn Frauen den Hauptkampf bei einem Main Event bestreiten.
Erstmals war das im April 2019 bei WrestleMania 35 der Fall, als Becky Lynch, Charlotte Flair und Ronda Rousey in New York das größte WWE-Event des Jahres beschlossen. Am Ende triumphierte Lynch und krönte sich zum Champion der Shows Raw und SmackDown. Die Diven Championship, die jahrelang eher belächelt wurde, war bereits 2016 abgeschafft worden. Aus der WWE Women's Championship wurde später der Titel für die Wochenshow Raw. SmackDown führte wenig später ebenfalls einen Titel ein.
Bekannte Namen und ihre Karrieren
Im Folgenden werden einige der bekanntesten ehemaligen WWE Divas und ihre jeweiligen Karrieren beleuchtet:
Kelly Kelly
Diva-Dirt.com hat WWE Diva Kelly Kelly zur "Women of the Year" gewählt. Diva-Dirt begründet ihre Wahl wie folgt: "Als die Diva Dirt Schreiber sich zusammensetzten um zu diskutieren, wer unsere 'Woman of the Year' werden sollte, haben wir mehrere Dinge in Erwägung gezogen: Wer sorgte für den besten Impact 2011? Wer machte die Schlagzeilen? Über wen diskutierten die Fans heiß und heftig? Wer war gut für das Business und zuletzt, wer definierte das Jahr in Sachen Women's Wrestling? Die Frau, die all diese Kästchen abhaken konnte, war die junge Diva aus Jacksonville, Florida."
Bereits zu Beginn des Jahres 2011 bestritt Kelly Kelly bei SmackDown an der Seite von Edge ein Main-Event-Match bei SmackDown, bei der sie für den "Rated-R-Superstar" dessen World Heavyweight Championship Titels während eines Mixed-Team Matches verteidigen konnte. Im Laufe des Jahres wurde sie dann zu RAW gedraftet, wo sie im Juni ihren allerersten Divas-Titel gewinnen konnte. Ihre Regentschaft hielt 104 Tage, die längste seit der Unicification des Diva-Titels mit dem Womens-Championship. Erst am 2. Oktober 2011 gab sie den Gürtel an Beth Phoenix weiter.
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Auch ausserhalb der WWE wurde Kelly Kelly zu einem bekannten Namen. In der jährlichen HOT100 des Männer-Magazin MAXIM erreichte sie Platz 82 und kam im Dezember auf das Cover des Magazins.
Diva-Dirt: "Natürlich müssen wir auch erwähnen, dass Kelly Kelly eine Figur ist, die Fans spaltet. Obwohl einige der Kritiken, z.B: wie sie in die Ringseile rennt, etwas für sich hat, wurde Kelly nicht nur kritisiert, sondern auch diskutiert, debattiert, analysiert, inspiziert und kleinlich auseinandergenommmen. Vergleichbar in einer Art und Weise wie es John Cena (allerdings auf einer deutlich kleineren Skala) wurde Kelly mehr und mehr zu einer polarisierenden Figur. Obwohl von der Mehrheit der WWE-Zuschauer verehrt, wird sie von den Hardcore-Fans abgelehnt, die dazu neigen unfairerweise dazu, sie mit dem all zu beschuldigen, was bei der Diva-Division falsch läuft und kategorisieren sie als "Modell, welches nicht wrestlen kann". Obwohl ihr Aussehen eines ihrer größten Vorzüge für einen Großteil der Demographik ist, wird es als abschreckend für einen kleineren, aber deutlich lauteren Teil der Altersgruppe angesehen... Letztendlich, wenn wir auf 2011 zurückschauen, wird es als das Jahr von Kelly Kelly in Erinnerung bleiben. Main-Eventer, Divas Champion, MAXIM Cover-Girl, Woman of the Year!"
Beth Phoenix
Beth Phoenix äusserte sich ausführlich über die von ihr kreierte "Pin-Up-Strong-Bewegung": "Ich denke, dass die Kombination aus einem gesunden Lebensstil und sich selber als wirkliches Vorbild für Frauen zu präsentieren in etwa das ist, was "Pin-Up Strong" beinhaltet. Es ist quasi ein Wort dass ich für junge Frauen herausgeben wollte, die sich damit identifizieren können. Ich wollte ihnen zeigen, dass Frauen aller Fom und Größen wunderschön und mächtig sein können und ein gutes, stilvolles Beispiel geben. Man kann mehr aus sich und seinem Leben machen, erfolgreich sein und gleichzeitig dabei elegant sein.
Es ist nichts falsches daran ständig ins Fitness-Studio zu gehen und dabei gut auszusehen. Ich speziell habe nie in die Modell-Passform gepaßt und war schon immer anders. Ich kann teilweise verstehen, wie dies manchen erscheint, als ob es mich zurückhalten würde, aber ich sehe es als das genaue Gegenteil: Etwas Besonderes bei den Divas zu sein, hat mich nach vorne gebracht. Man kann zwar sehen, dass ich kein 45-Kilo leichtes Modell bin, aber ich bringe etwas anderes aufs Tableau, was hilft damit viele Mädchen zu mir aufblicken können. Ich bin keine 45-Kilo, aber ich kann trotzdem das verfolgen was ich immer machen wollte und habe die Konstante, die "Pin-Up Strong" ausmacht."
Michelle McCool
Michelle McCool erzählte, dass ihre Entscheidung diesbezüglich schon länger gereift sei und bereits mehrere Monate zuvor feststand. Sie wollte allerdings ihrer Freundin Layla helfen und ein "wenn auch kurzlebiges Programm" auf die Beine stellen um das Richtige zu tun, wie sie sich ausdrückte. Zudem sollte der Moment unerwartet für Fans und Kollegen sein.
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Auf Nachfrage von Torrie gab McCool zu, dass ihr Rücktritt auch mit einem stetigen Anstieg von Neid und Hinterhältigkeit im Lockerroom aufgrund ihrer Positiion einher ging. McCool: "Je höher du steigst und je öfter du im TV bist, desto mehr Leute haben eine Meinung darüber, warum man das geschafft hat. Sie wollen nicht glauben, dass man dafür kämpfen muß - Dass man sich nicht beschwert, wenn man nur 2-3 Minuten bekommt und statt dessen diese 2-3 Minuten bedeutend macht, so dass man etwas für die nächste Woche, den nächsten Monat und die nächsten 3 Monate aufbauen kann. Das ist es, was Layla und ich machten. Die Hinterhältigkeiten und Zickereien sind immer da, aber wenn man öfter einen TV-Platz hat, dann wird das immer mehr."
Michelle McCool weiter: "Es ist hart, wenn man normalerweise nicht diese Art von Person ist, die ständig unglücklich und zickig ist, aber dieser Zickenkrieg dich ständig aufgrund deiner Situation oder Position verfolgt. Es zerrt an einem, auch wenn man zu sich sagt 'mir ist egal was die sagen und denken, ich mache einfach nur meinen Job'. Es wurde jede Woche härter und schwerer und es hat mich als Person verletzt."
Weitere bemerkenswerte Divas
- Trish Stratus: Gilt bei Fans und Experten als größte WWE-Diva aller Zeiten, wurde zur „Diva des Jahrzehnts“ gewählt und 2013 in die WWE-Ruhmeshalle aufgenommen.
- Stacy Keibler: Bekannt für ihre ultralangen Beine, machte sie kurzen Prozess mit ihren Gegnerinnen - und auch mit dem schönen Clooney.
- Lita: Ihr Markenzeichen war der aus der Hose herausschauende Tanga - und die Vorliebe für Wrestler.
- Maryse: Zweimal konnte sie den WWE-Diva-Titel gewinnen. Ein echter Gewinn waren auch ihre Playboy-Fotos aus dem Jahr 2006.
- Sable: War diejenige, die nackte Haut in der WWE so richtig durchsetzte.
Die "Women's Revolution"
Eine kleine Revolution ist in der WWE im Gange. Seit rund zweieinhalb Jahren versucht die bekannteste Wrestling-Liga der Welt ihr Erscheinungsbild zu ändern: Sie will die sexistische Vergangenheit hinter sich lassen und die Männerdomäne aufbrechen. Frauen-Champion Carmella spricht im Interview darüber, wie sie die sogenannte "Women's Revolution" miterlebt.
Mittlerweile ist diese Phase in der bekanntesten Wrestling-Liga der Welt vorbei. Die Frauen sind nicht mehr nur schmückendes Beiwerk bei den Shows, sie liefern auch selbst technisch beeindruckende Matches ab. Vor rund zweieinhalb Jahren dann der nächste Schritt: Die WWE rief die sogenannte "Women's Revolution" aus. Die Frauen sollen die Chance bekommen, längere Matches zu zeigen.
Fortan bezeichnete die WWE die Frauen nicht mehr als "Divas". Hier schwang immer mit, dass Wrestlerinnen zickig und eitel seien. Wie die Männer heißen die Frauen seitdem "WWE Superstars". Auch der Frauentitel wurde von "Divas Championship" in "Women's Championship" umbenannt.
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Außerdem bekommen die Frauen nun mehr Zeit in den Shows eingeräumt. Matches, die bisher nur den Männern überlassen wurden, gibt die WWE nach und nach auch für die Frauen frei. Wie zum Beispiel ein rein weiblicher "Royal Rumble" mit 30 Teilnehmerinnen oder "Hell in A Cell"-Matches in einem Stahlkäfig.
Ranking der Top 50 Women Wrestlers (2011)
Das Magazin „Respect“ veröffentlichte ein Ranking der „Top 50 Women Wrestlers“. Hier eine Auswahl:
| Platz | Name | Anmerkung |
|---|---|---|
| 1 | Mercedes Martinez | |
| 6 | Mickie James | Beste Wrestlerin im Main Stream Wrestling |
| 21 | Natalya Neidhart | |
| 24 | Gail Kim | |
| 25 | Michelle McCool |
Aktuelle Entwicklungen (2025)
Nikki Bella steht möglicherweise unmittelbar vor einer Rückkehr in den WWE-Ring. Demnach verhandeln die WWE Hall of Famerin und der Marktführer aktuell über einen Deal. Im Lockerrom der Frauen ging man übrigens laut PWInsider davon aus, dass Nikki bereits bei der ersten „Monday Night RAW“-Ausgabe auf Netflix am 06. Januar in die WWE-Shows zurückkehren würde, bei besagter Show wurde die 41-Jährige aber letztlich nur im Publikum sitzend gezeigt.
Auch laut Informationen des PWInsiders gibt es aktuell Gespräche über ein baldiges Comeback von Nikki und innerhalb von WWE gehen einige Personen davon aus, dass sie bald im WWE Performance Center für eine Rückkehr in den Ring trainieren wird. Natürlich würde ein Auftritt beim Royal Rumble Match der Frauen nahe liegen, bestätigt ist dies aber noch nicht.
