Wrestling ist ein gefährlicher Sport und auch die besten Sicherheitsvorkehrungen können Unfälle nicht immer verhindern. Auch außerhalb des Rings hat das Geschäft viele dunkle Seiten und nicht jeder Wrestler erreicht ein hohes Lebensalter. Im Ring herrscht bei den Showkämpfen das große Drama. Siege, Niederlagen, bittere Enttäuschungen. Doch die echten Tragödien finden im realen Leben statt.
Bekannte Todesfälle in der Wrestling-Welt
Der Mai 2020 sollte vielen Wrestling-Fans als ein trauriger Höhepunkt des Jahres in Erinnerung bleiben. Shad Gaspard, früher Mitglied des Tag Teams „Cryme Tyme“, war nach einer starken Welle am Strand von Los Angeles vermisst worden. Drei Tage nach seinem Verschwinden wurde sein Leichnam am Strand angespült und von den Behörden identifiziert.
Viele Stars der 80er- und 90er-Jahre sind tot, sie wurden kaum älter als 50 Jahre. Hier eine Auswahl einiger tragischer Fälle:
Owen Hart
Zwischen 1993 und 1997 war Owen Hart eines der Aushängeschilder der damaligen WWF. In einer mehrjährigen Fehde gegen seinen Bruder Bret Hart stellten beide immer wieder legendäre Kämpfe auf die Beine. Später schlossen sie sich mit Davey Boy Smith, Jim Neidhart und Brian Pillman zur Hart Foundation zusammen. Nach dem „Montreal Screwjob“ verblieb er als einziges Mitglied der Fraktion bei der WWF.
Bei „Over the Edge“ sollte Hart erneut um die Intercontinental Championship antreten. Für seinen Einzug hatte man geplant, ihn von der Hallendecke abzuseilen und in den Ring schweben zu lassen. Doch beim Richten seines Kostüms löste sich die Sicherung des Haltegeschirrs und Hart stürzte 24 Meter in die Tiefe.
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Eddie Guerrero
Für viele Fans gilt Eddie Guerrero als einer der größten Publikumslieblinge der Geschichte und seine starken Leistungen im Ring waren rund um den Globus bekannt. Guerreros größter Moment war der Gewinn der WWE Championship bei „No Way Out“ 2004 gegen Brock Lesnar. Doch auch seine sehr emotionale Rivalität um das Sorgerecht von Rey Mysterios Sohn Dominik sollte den meisten Zuschauern bekannt sein.
Trotz großer Erfolge kam auch Guerrero nicht ohne Drogen aus. Er war alkoholsüchtig, nahm Schmerzmittel und Steroide zum Muskelaufbau. Diese Mischung verschiedenster Substanzen waren schlussendlich mitverantwortlich für seinen frühen Tod.
Brian Pillman
Brian Pillman war vor allem in den 1990er Jahren ein bekanntes Gesicht in den Shows von WCW und WWF. Er war Mitglied der Hart Foundation und fehdete unter anderem gegen seinen früheren Tag Team Partner, Stone Cold Steve Austin. Doch auch Pillman hatte mit Drogen zu kämpfen und war schmerzmittelabhängig. Die Medikamente und eine angeborene Herzschwäche resultierten bei Pillman 1997 in einer Herzattacke, die er nicht überlebte.
Davey Boy Smith
Hall-of-Famer Davey Boy Smith hatte während seiner Hochzeiten Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre viele großen Fehden. Besonders die Hart Foundation war die Grundlage vieler Rivalitäten. Smith verließ die WWF im Jahr 2000 und beendete seine Ringkarriere. Zwei Jahre später starb er im Alter von 39 Jahren durch einen Herzinfarkt.
Umaga
Als Mitglied der berühmten samoanischen Anoa’i-Familie war der Weg ins Wrestling-Geschäft für Umaga quasi vorgegeben. Der Cousin von Roman Reigns durfte während seiner Zeit bei WWE unter anderem zweimal die Intercontinental Championship gewinnen. Im Juni 2009 wurde Umaga wegen Verstößen gegen das Drogenprogramm der WWE entlassen. Ein halbes Jahr später starb der damals 36-jährige infolge zweier Herzinfarkte.
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Yokozuna
Auch der als japanischer Sumo-Ringer dargestellte Yokozuna war Teil des Anoa’i-Clans. Am Anfang der 1990er-Jahre war er an vielen großen Rivalitäten beteiligt, kämpfte unter anderem gegen Bret Hart und Hulk Hogan. Auch die WWF World Championship konnte er in dieser Zeit zweimal gewinnen. 1996 wurde er wegen Gewichtsproblemen entlassen. 2000 starb er in London an einem Lungenödem, einer tödlichen Ansammlung von Flüssigkeit in der Lunge.
Crash Holly
Vielen dürfte Crash Holly als der bekannteste Träger der WWF Hardcore Championship bekannt sein. Zwischen 2000 und 2002 durfte er sich den Titel insgesamt 21mal sichern. 2003 wurde Crash Holly jedoch von der WWE entlassen. Er starb im November 2003, nachdem er infolge eines Medikamentencocktails an seinem eigenen Erbrochenen erstickt war. Aufgrund der gefundenen Menge an Schmerzmitteln wurde sein Tod später als Suizid erklärt.
Test
Auch der Kanadier Test hatte seine beste Zeit bei WWE während der Attitude Era. Er war unter anderem Teil der Fraktion „The Corporation“ und vor den Kameras auch der Geliebte von Stephanie McMahon. 2007 wurde er aufgrund eines positiven Drogentests entlassen. Trotz eines Entzugsprogrammes konnte er den Drogen nicht entkommen.
Weitere tragische Todesfälle
- Cade: Debütierte 2003 bei WWE und gewann Mitte der 2000er dreimal die Tag Team Gürtel mit seinem Partner Trevor Murdoch. Nach ihrer Trennung sollte er sich größeren Aufgaben widmen, doch ein Zusammenbruch durch Drogenmissbrauch ließ seine Träume platzen.
- Dino Bravo: Im März 1993 wurde Bravo in seinem Haus in Quebec erschossen aufgefunden. Man geht davon aus, dass er in den Fokus der Mafia geriet.
- Bruiser Brody: Seine Karriere nahm am 16. Juli 1988 in Puerto Rico ein abruptes Ende, als er von einem Wrestling-Kollegen erstochen wurde.
- Randy Savage: Starb 2011 an einem Herzanfall während der Autofahrt.
- Darren Drozdov: Erlitt 1999 eine Querschnittslähmung nach einem missglückten Manöver im Ring.
- Miss Elizabeth: Starb 2003 an einem tödlichen Mix aus Alkohol und Schmerzmitteln.
- Familie Von Erich: Eine Familie gezeichnet von vielen Tragödien, darunter mehrere frühe Tode durch Unfälle, Drogenmissbrauch und Suizid.
- Chris Benoit: Beging 2007 einen Doppelmord an seiner Frau und seinem Sohn, bevor er Selbstmord beging.
Hulk Hogan
Schnauzer, Bandana und Sonnenbrille: Hulk Hogan machte Wrestling populär - auch beim TV-Publikum der Bundesrepublik. Der legendäre US-Profi-Wrestler Hulk Hogan ist tot. Der 71-Jährige starb im US-Bundesstaat Florida, wie die zuständige Polizei mitteilte. Sein Manager Chris Volo sagte dem Sender NBC Los Angeles, Hogan sei im Kreise seiner Familie in seinem Haus in Clearwater gestorben. Die Wrestling-Organisation WWE würdigte Hogan als eine der "Figuren der Pop-Kultur mit dem höchsten Wiedererkennungswert".
Die örtlichen Behörden teilten mit, dass am Donnerstagvormittag um 9.51 Uhr (Ortszeit) ein Notruf wegen Herzstillstands eingegangen sei. Feuerwehr und Rettungskräfte hätten ihn zunächst vor Ort behandelt. Dann sei er in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er für tot erklärt worden sei.
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Hogan war am 11. August 1953 als Terrence Gene Bollea im US-Bundesstaat Georgia geboren worden. Zunächst spielte er unter anderem Baseball und als Bassist in einigen Bands, bis er schließlich in den 1970er Jahren zum professionellen Wrestling fand. Jahrzehntelang lieferte er sich Matches auf der ganzen Welt und gewann unzählige Trophäen. Noch Anfang des Jahres hatte Hogan im Ring gestanden, zuletzt hatten aber Gerüchte über gesundheitliche Probleme des Wrestlers zugenommen. Zahlreiche Reality-Shows verschafften Hogan zusätzliche Bekanntheit auf der ganzen Welt. Erst vor zwei Jahren hatte der Vater zweier Kinder zum dritten Mal geheiratet.
In den vergangenen Jahren mischte Hogan außerdem immer wieder in der US-Politik mit und unterstützte zuletzt den Republikaner und aktuellen US-Präsidenten Donald Trump.
