MMA steht für Mixed Martial Arts - was so viel bedeutet wie: gemischte Kampfkünste. Seit 2016 kann man das auch in Rostock trainieren. Ein kleiner Flachbau in Rostock-Toitenwinkel, eher ein umgebautes Lager als eine Sporthalle, ist der Trainingsort des Klubs MMA Rostock. Steven Kitzing, ein durchtrainierter Bundeswehrsoldat, leitet das Training.
Schon nach wenigen Minuten steht den 20 Männern und zwei Frauen der Schweiß auf der Stirn. "Gut. Ein Knie hoch, Hände übern Kopf, Wechselsprünge. Füße schleifen über den Boden, nicht hochhopsen. Schön schnell. Und: Eins, zwo, drei…" Kraft und Gewandtheit sind nötig, um Mixed Martial Arts zu beherrschen: Es ist eine harte Kampfsportart, die Elemente von Boxen und Kickboxen, Judo und Ringen, Karate und Kung Fu vereint.
Die Anfänge und Entwicklung von MMA Rostock
"Das war am Anfang so eine kleine Runde aus Feuerwehrleuten und Freunden der Feuerwehrleute. Ins Leben gerufen hat das der René Hoppe, der in Rostock als Ringer-Urgestein bekannt ist. Er leitet hauptsächlich das Bodentrainig, ich das Standtraining, so ist MMA Rostock entstanden." Kitzing selbst kommt vom Boxen, und auch viele der 80 Klubmitglieder haben vorher schon die eine oder andere Kampfsportart betrieben.
Wie Henry Stieler, der früher ebenfalls boxte. "Man kann jedes Mal sich aus anderen Kampfsportbereichen Elemente aneignen, vertiefen und seine Stärken in diesen anderen Bereichen suchen, die sich aneignen und seinen eigenen Stil daraus finden. Es gilt bei Mixed Martial Arts, den Gegner mit - fast - allen Mitteln zu bezwingen. Das lässt diesen Sport besonders hart und brutal wirken. Und immer populärer werden, wie Zuschauerzahlen in den Hallen, bei Fernsehübertragungen und Klickzahlen bei YouTube zeigen.
Der Hype um MMA und das Image des Sports
"Der Hype um dieses Mixed Martial Arts wird ja immer größer, auch in Deutschland, gerade durch dieses UFC, Ultimate Fighting Championship, was eine größere Veranstaltungsserie aus den USA ist, die es da schon über Jahre - 20 oder 30 Jahre - gibt, und das schwappt ja hier auch rüber. Deutschland hat Super-Kämpfer, die auch bei UFC kämpfen. Trotzdem wird es öfters in den Medien hingestellt als irgendwelche Schläger von der Straße, die am Boden prügeln, bis einer blutet. Und auch noch auf einem drauf sitzen und im Liegen schlagen. Aber das ist halt dieses Mixed Martial Arts, das den Bodenkampf und den Standkampf verbindet. Das gehört halt dazu."
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Herausforderungen und Erfolge
Ein Sieg, eine Niederlage und ein Sparringskampf. Wir sind sehr stolz auf euch. Die Erkennung und Förderung junger Talente ist die Herausforderung schlechthin. Talent ist kein statischer Begriff sondern ein dynamischer.
Unser Bin kämpfte am vergangenen Wochenende auf der Deutschen Meisterschaft der Kinder und Jugend 2024 im Muay Thai in Rathenow. Dort traf er auf Melvin Lehmann vom Ringside Gym Berlin. Leider kam bin nicht richtig in den Kampf, schlussendlich Platz 2 für ihn. Stark gemacht, Potenzial wird ausgebaut und wir werden fleißig weiter trainieren.
Am Sonnabend den 01. Juli 2023 findet der „Baltic Cup“ in Rostock statt. Ort: Wiro Sport Center: Danziger Str. 45b, 18107 Rostock // Baltic Fighters e.V.
Engagement und Weiterentwicklung
Im Jahr 2023 bestand Sari die Übungsleiter - C Lizenz Breitensport Kinder/Jugend, des Deutsch Olympischen Sportbundes (DOSB). Heute bestand Sari die Prüfung zur Punkt- und Ringrichterin des Deutschen Box Verbandes und schreibt somit Vereinsgeschichte. Sari ist somit die ERSTE Ring- und Punktrichter in unsrem Verein. Das Probepunkten lässt nicht lange auf sich warten.
Bei einem Nachwuchsturnier am 25.01.2025 in Stralsund wird Sari das erste Mal zur Probe Punkten und im Februar 2025 evt. Als Mentor bin ich wahnsinnig stolz auf das Erreichte.
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Zum Jahreswechsel besuchte Theda ihren Coach Andi. Theda ist vor ca. 2 Jahren nach Australien ausgewandert und macht dort ihren Dr. in Meeresbiologie. Neben gutem Essen und vielen Gesprächen, führte uns der Weg natürlich auch ins Gym. Theda hat eine knackige und Anspruchsvolle Einheit absolviert. Viel zu schnell vergingen die 3 Tage - aber Freundschaft verbindet. 20 Runden geiles Sparring zum Jahresende.
Heute morgen um 07:30 Uhr rollte der neue Bus mit 5 Wettkämpfern und 3 Betreuern gen Müritz, um am Adventsbox-Turnier teilzunehmen. Vor Ort angekommen, sind alle problemlos über die Waage gekommen, die erste Hürde geschafft. Bei der anschließenden Trainerbesprechung konnten leider nur 4 Kämpfer gesetzt werden, sodass unser Kämpfer „Malte“ heute leider nicht kämpfen konnte.
Unser Kämpfer „Andi“ machte einen technisch sauberen Kampf, kommt aber leider erst zum Ende der zweiten Runde richtig rein und muss den Kampf nach Punkten leider abgeben. Potenzial ist da und wird ausgebaut. Bei unserem Kämpfer „Huy“ müssen wir dringend an seinen Innenhänden arbeiten, das nehmen wir als ToDo mit. 😉 Dennoch hat Huy einen tollen Kampf mit viel Herz abgeliefert.
Unser „Muhammed“ musste gegen einen deutlich erfahreneren Gegner in den Ring. Er schlägt sich wacker und kann gute Akzente setzen, allerdings haben wir uns nach der ersten Runde entscheiden den Kampf abzubrechen. Der Gegner war einfach viel zu Stark. Wir sind unglaublich stolz auf unsere Box-Bande. Wir hatten einen tollen Tag als Gemeinschaft und freuen uns schon auf die nächsten Kämpfe. Jeder, der in den Ring steigt, ist ein Gewinner. Beim nächsten Mal auch auf dem Papier! Wir bedanken uns beim Veranstalter für die Möglichkeit kämpfen zu können.
Der Lehrgang hat nicht nur viel Spaß gemacht, Lena konnte auch eine Menge zum Thema „Tapen im Sport“ mitnehmen. Sofern jemand von unseren Sportlern ein Tape benötigt - wendet euch gerne an Lena. Wir freuen uns sehr, dass wir nun eine Spezialistin im Team haben.
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Maisha trainiert bereits seit ihrem 18. Lebensjahr K1 und Kickboxen. Seit 2018 hat sie ihre Liebe für Thailand entdeckt und ist auf die schöne Insel Phuket gezogen, um sich dort intensiv dem Muay Thai Studium zu widmen. Maisha trainiert im Phuket Fight Club und konnte in zahlreichen lokalen Wettkämpfen mitmischen. Das Seminar findet am Sonnabend 22. Juni 2024 bei uns im Gym statt.
Stellt uns auf die Probe. Ihr könnt bei uns ganz unverbindlich für 26,00 Euro - 4 Wochen trainieren und uns kennenlernen. Also ran ans Telefon und Probetraining vereinbaren. Mach mit sag´s weiter.
Probleme und Lösungsansätze im MMA-Sport
Zuletzt wurde wieder einigermaßen kontrovers diskutiert, was im deutschen MMA schief läuft und wie man den MMA Sport in Deutschland voran bringen könnte. Ausgehend von der Frage wie die UFC als Weltmarktführer für MMA Events in Deutschland populärer werden könnte, verliefen die Überlegungen dann zu einem großen Teil in Richtung der Frage welche Basis der MMA Sport überhaupt in Deutschland hat. Weitestgehend einig war man sich, dass die gewünschte wachsende Bekanntheit des Sports ganz wesentlich mit hochwertigen und interessanten Events zusammenhängt, diese aber wiederum aus einem Pool guter Athleten gespeist werden muss. Vor allem wenn die deutsche Szene mitunter einigermaßen unübersichtlich bis teilweise "halbseiden" agiert?
Da sich solche Überzeugungen und Wünsche aber allein durch hoffen oder Eigenbrötlerei nicht umsetzen lassen, haben wir uns vergangene Woche entschieden mit unserer MMA Sektion Mitglied der GEMMAF - German Mixed Martial Arts Federation e.V. zu werden. Hinzu kommen weitere vielversprechende Pläne die teilweise bereits in Angriff genommen wurden und die uns in sehr offenen und konstruktiven Gesprächen dargelegt wurden. Vorschläge die wir unsererseits eingebracht haben, wurden direkt dankbar aufgenommen und werden in den nächsten Wochen im Verband besprochen werden. Man ist also wirklich gewillt die Ärmel hochzukrempeln und was für die Förderung des MMA Sports zu leisten.
Vielen Dank für den tollen Einsatz, das MMA ist Deutschland voranzubringen. Leider hat der Sport einen dermaßen schlechten Ruf, dass hier dringend was getan werden muss. Die meisten, die sich zu "Experten" diesbezüglich aufschwingen und Vorurteile in die Welt blasen, haben wahrscheinlich noch nie ein Turnier live miterleben bzw. wissen, welche Vorbereitung bei Organisatoren und vor allem Kämpfern dafür gefordert sind.
MMA ist Hochleistungssport at its best, vereinigt Kraft, Technik und Taktik miteinander und ist obendrein mit einer der fairsten Kampfsportarten, die es gibt. Ich habe den Faden hier nur aufgemacht um mal meine Sicht auf Verbandsarbeit im deutschen MMA darzustellen und ein bisschen Werbung zu machen, da ich die letzten Tage erstaunt war, wie wenig selbst sehr etablierte und engagierte Gymbetreiber / Teamchefs überhaupt vom Verbandswesen wissen. Ich glaube auch nicht mehr daran. es gab viele möglichkeiten vor 5 - 10 Jahren den sport aufzubauen.
MMA hat nicht ganz ohne Grund in und außerhalb der Kampfsportszene in Deutschland einen so schlechten Ruf. Es gibt viele Milieu-Gyms und viele Gyms in denen sich ausnahmslos Assis und Schläger tummeln. Das wird eben stärkter wahrgenommen als das "saubere" Sport-MMA-Gym zwei Straßen weiter. Des Weiteren ist nicht immer MMA drin, wo es drauf steht.
Die Gyms und Anbieter schießen aus dem Boden und es gibt in meinen Augen viel Licht und Schatten, was die Qualität betrifft. Irgendwie meint jeder MMA-Unterricht anbieten zu können, egal was sich jetzt genau dahinter verbirgt. Auch die Flut unseriöser Verbände und Titel macht es nicht besser. Irgendwie hat jedes Gym offenbar ein paar Welt-, Europa- und deutsche Meister in den eigenen Reihen. Das trägt nicht gerade zur Vertrauensbildung in den Sport MMA bei.
Wenn man das Ruder nochmal herumreißen will, dann braucht man in meinen Augen wenige, aber seriöse Verbände und ein gewisses Maß an standardisierter Ausbildung auf einem gewissen Niveau. Ebenso müssen Titel etwas Wert sein und nicht an jedem Wochenende neue Meister ausgerufen werden. Nicht zu letzt müsste man sich von den schwarzen Schafen der Szene deutlich distanzieren und klar machen, dass MMA ein Sport ist und nicht mit der Hooligan-Szene, Gewalttätern, Schlägern, etc.
Die GEMMAF als Lösungsansatz
Ganz ohne Frage hat jeder Recht, der die großen Probleme in der MMA Szene anspricht! Ich tue das genau so und wie viele andere die im Sport aktiv sind, versuche ich durch strikte Auswahl der Mitglieder bei uns und durch hochwertiges Training andere, positive Akzente zu setzen und meinen Teil zu einer Verbesserung der Situation beizutragen. Fest steht aber, dass so etwas nicht nur besser, sondern eigentlich grundsätzlich nur zusammen möglich ist.
Wenn sich die guten, Milieufreien, engagierten Teams und Gyms in der GEMMAF zusammenschließen, wird die gemeinsame Front für den MMA Sport größer und stärker. Je mehr Gyms und Teams in der GEMMAF organisiert sind, desto größer sind die Möglichkeiten im Amateurwettbewerb, dadurch wird es eine stetige Verbesserung der kämpferischen Qualität geben. Je mehr Gyms und Teams sich anschließen, desto besser wird ein Ligabetrieb mit ernstzunehmenden Sportlern aufzubauen sein.
Diese Teams müssen durch die Auswahl ihrer Mitglieder eine scharfe Abgrenzung zu allem vornehmen was dem zu verbessernden Ansehen des MMA Sports entgegenwirkt und sollten sich in einem starken Verband mit gemeinsamen Werten organisieren. Mich hat die GEMMAF überzeugt und ich bin äußerst zuversichtlich, dass sich in den nächsten Jahren andere Klein- und Kleinstverbände im MMA weitestgehend erledigt haben werden.
Das Regelwerk ist eine Zusammenführung des IMMAF Regelwerks für Amateure und der Unified Rules of MMA in ihrer aktuellen Fassung. Es ist in deutsch für jedermann als Download verfügbar. Ebenfalls tritt die GEMMAF bei allen von ihr sanktionierten Veranstaltungen dafür ein dass ausnahmslos alle Sicherheit- und Qualitätstandards der IMMAF bzw. GEMMAF umgesetzt werden. Er muss Mitglieder mit den gleichen Werten und Zielen zusammenführen und für Aufklärung über den MMA Sport sorgen.
All das tut die GEMMAF bereits recht erfolgreich seit ihrer internen Neuaufstellung vor einigen Monaten. Die Veranstalter müssen über den Verband mit den Gyms / Teams, Trainern und Athleten zusammenarbeiten. Dabei ist das gegenseitige Verständnis für unterschiedlichen Bedürfnisse aller Parteien wichtig. Veranstalter wollen, müssen und sollen Geld mit den Events verdienen. Die Frage ist, ob es dazu in einem MMA Entwicklungsland wie Deutschland lauter "Profi" Kämpfe bedarf, die im internationalen Vergleich oft keinen Pfifferling wert sind.
Meiner Meinung nach braucht es solche Pseudoprofis nicht. Den Unterschied zwischen einem Kampf nach Amateuerregeln und einem nach Profiregeln erkennt die Mehrheit der Zuschauer die selbst nicht aktiv im MMA sind, eh nicht. Aber ein Ligabetrieb böte gute Möglichkeiten für Matchmaker gute Amateure zu sichten und den Jungs und Mädels mal ein bisschen "große Bühne" zu ermöglichen, ohne direkt "Profi" zu werden. Und warum verkauft man es dem Publikum nicht direkt auch so?
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Veranstaltung schlechter besucht wird, weil es im Vorprogramm ein paar ausdrückliche Amateurkämpfe nach entsprechendem Regelwerk gibt. Ich denke dass alleine mit diesen ersten Schritten mittelfristig etwas zum besseren bewegt werden könnte. Wird es leicht? Aber dieser Sport ist so großartig dass es sich lohnt die Ärmel hochzukrempeln und aktiv zu werden.
Es kann ggf. auch hilfreich sein, wenn man versucht den Leuten die "Angst" vor Verbänden bzw. e.V. zu nehmen. Zumindest wenn man die Werte und Überzeugungen der GEMMAF teilen kann. Überbordende Bürokratie gibt es nicht.
Zum Thema Nationalismus / Rassismus: Die GEMMAF steht ganz klar für einen Kurs der den Sport in den Mittelpunkt stellt und setzt sich für einen wirklich umfassend "sauberen" Sport ein. Nationalismus bzw. Rassismus, aber Politik im allgemeinen haben in der mit Sicherheit GEMMAF keinen Platz. Andererseits und da spreche ich ausdrücklich nur für meine Erfahrung und Ansicht, wird das Thema Rechtsradikalismus im MMA teilweise sehr einseitig aufgebauscht.
Gibt es diese merkwürdigen rechtsaußen Kampfevents? Ja gibt es. Gibt es Gyms / Teams in denen Faschos und Rassisten trainieren? Sind sie eine Mehrheit? Sind das die einzigen die sich im MMA mit einer extremen politischen oder religiösen Gesinnung zusammenfinden? Nein.
MMA und Rechtsextremismus
Die MMA-Kämpfer haben nicht nur mit dem Image der Brutalität ihres Sports zu kämpfen. Ein Video im Internet. Die Musik ist martialisch, die Bilder passen dazu: Kämpfer mit nacktem Oberkörper voller Tattoos, schlagen, boxen und treten aufeinander ein. Auch, wenn der Gegner schon am Boden liegt.
Die Initiative "Runter von der Matte", die sich gegen eine rechte Vereinnahmung von Kampfsport zur Wehr setzt, dokumentiert auf ihrer Internetseite die Zugehörigkeit dutzender Besucher und Kämpfer zur gewaltbereiten rechtsextremen Szene. In den vorangegangenen Jahren wurde die Veranstaltung noch konspirativ organisiert - 2018 war der "Kampf der Nibelungen" erstmals eine angemeldete Veranstaltung.
König will mit Projekten in Schulen, Gemeinden und Vereinen aufklären. Trainer, Lehrer und die Jugendlichen selbst sollen erkennen, welche Ideologie hinter der angesagten Jacke und dem coolen Spruch steckt. Auf dem Werbevideo für die rechtsextreme Kampfsportveranstaltung in Sachsen beispielsweise taucht auch das Signet des russischen Labels "White Rex" auf - Weißer König. Inhaber ist der russische Hooligan Denis Nikitin.
White Rex - der Name ist Programm. "Dessen Labelbetreiber hat Kontakte zu rechtsextremen Kameradschaften in Rostock. Und war in den letzten zwei Jahren mindestens zwei Mal zu entsprechenden Kampfsportveranstaltungen hier gewesen. Die liefen konspirativ ab. Einmal hat man sich unter konspirativen Gründen eine Turnhalle gemietet von einer Grundschule, einmal war es ein rechtsextremer Veranstaltungsort hier in Nordwest-Mecklenburg, wo es entsprechende Kampfsporttrainings gab. Und es ist auch zu beobachten, dass Leute, die dort diese Trainings erfahren haben, jetzt selber weitergehen und anderen Neonazis diese Trainingssachen weitergeben."
Viele Vereine und Klubs grenzen sich explizit von extremistischen Tendenzen ab. So heißt es zum Beispiel in den Regeln der Schweriner Kampfkunstschule "Fight & Family": Kampfkunsttraining hat nichts damit zu tun, andere brutal zu verletzen. Es handelt davon, Konflikte friedlich zu lösen. Es hat nichts damit zu tun, andere zu kontrollieren. Seine Kraft und Technik verantwortlich einzusetzen, das ist bei Klubs wie dem in Rostock selbstverständlich.
Hier trainieren Handwerker, Feuerwehrleute, Lehrer, Versicherungsvertreter, Studenten und Schüler. Mixed Martial Arts ist weder per se brutal, noch birgt dieser Sport eine besonders große Verletzungsgefahr - wenn man die Regeln einhält, stellt Henry Stieler klar. "Das Problem ist natürlich: Für Laien sieht es von außen halt schnell mal wie 'ne wilde Prügelei aus. Es wird unterschätzt, wieviel Fachwissen und wieviel Technik dahinter ist. Und wer vernünftig trainiert und vernünftig vorbereitet ist, weiß, was er da tut und verletzt sich in der Regel nicht schwer."
Jan König: "Kampfsport per se und auch Mixed Martial Arts würde ich nicht grundsätzlich in ein rechtsextremes Spektrum packen, das wäre vermessen. Aber es gibt ein paar Andockpunkte, die sich Rechtsextreme nehmen. Wie zum Beispiel den Kampf umzuinterpretieren zu einem Vorbereiten auf einen Kampf für die Nation als eine Kampfgemeinschaft. So wird sich da verstanden."
Über Kampfsport und die entsprechenden Labels, über Musik und Bekleidungscodes versucht die rechte Szene, vor allem bei jungen Menschen Aufmerksamkeit zu bekommen. "Rechtsextreme mobilisieren und rekrutieren selten, indem sie hochtrabende Seminare über germanische Geschichte veranstalten. Sondern rekrutieren viel mehr über eine Erlebniswelt, die viel niedrigschwelliger daherkommt. Da geht’s um Action. Das geht’s um Zugehörigkeit, Gewalt und Männlichkeit.
Die dann noch mehr zu bieten haben: Zelten am Wochenende, gemeinsames Grillen, Musik hören. "Das heißt, der Sport ist der Trigger um sie zu holen in ihre Räumlichkeiten. Wenn sie dann erstmal da drin waren und sie sind ein paar Wochen da, dann werden sie auch nicht mehr aus diesen Fängen rausgelassen Und auf einmal haben sie dann nur noch dieses Umfeld und es wird schwer, den Jugendlichen da wieder rauszuholen."
In Rostock ist Trainer Steven Klitzing gerade dabei, der 15-jährigen Gymnasiastin Klara Neumann zu zeigen, wie sie sich mit besonderen Griffen am Boden befreien kann - selbst wenn der Gegner über Ihr drei Gewichtsklassen mehr hat. "Wenn sie unten liegt und ich auf ihr bin: Sie muss nur hier die Hand festhalten. Kommt jetzt hoch, greift einmal um die Hand. Dein Handgelenk greifen! Genau. Biegt meinen Arm nach oben und den Fuß in den Rücken. Und das war das - ah, okay."
Extremisten dagegen haben im Rostocker MMA-Klub keinen Platz, betonen Steven Klitzing und Henry Stieler. "Die, die Anwandlung haben, sich auf irgendwas vorzubereiten, die haben bei uns nichts zu suchen, die sollen ihren eigenen Verein gründen! Wir wollen einfach nur den Sport machen. Die haben bei uns nichts zu suchen, die sollen ihren eigenen Verein gründen! Wir haben hier über Aserbaidschan, Syrer, alles mögliche an Mitgliedern. Und das gilt einfach für alle: Politik und Religion hat beim Sport nichts zu suchen. Hier will man miteinander trainieren, miteinander arbeiten. Politik und Religion von der Matte fernhalten - das ist eine immerwährende Aufgabe für den Sportverein.
Robert Claus ist jedoch der Meinung, dass "unpolitischer Sport" eine Fiktion sei. "Man könnte ja sagen: Wenn die sich im Ring gegenseitig boxen, dann haben die ihre Gewalt dort und tragen die nicht nach außen. Das ist aber leider eine sehr naive Vorstellung. Es gibt Menschen, die einfach nur Kampfsport machen und ihren Raum haben. Aber bei Rechtsextremen muss man immer die politische Dimension mitdenken und darf da nicht drüber weg gucken. Es geht nicht nur um Sport im klassischen Sinn im Ring oder im Käfig, sondern es geht darum, sich fit zu machen für den politischen Umsturz oder mindestens für Angriffe auf den politischen Gegner."
Weitere Kampfsportschulen und -angebote in Rostock
Neben MMA Rostock gibt es in Rostock noch weitere Möglichkeiten, Kampfsport zu betreiben und sich fit zu halten.
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Seit dem 01.08.2009 hat die German Fight Company Ihre Türen für Fitness und Kampfsport in Rostock geöffnet. Auf den fast 800qm wurden optimale Trainingsmöglichkeiten für Leistungs - und Wettkampfsportler im Kinder - und Jugendbereich, genauso wie für Freizeitsportler geschaffen. Unser Studio ist für jedermann geeignet, für Groß und Klein, Jung und Alt und nicht zu vergessen für Frau und Mann! Durch Ihre zentrale Lage und die gute Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz, sind das Fitnessstudio und die Kampfsportschule, aus allen Richtungen Rostock`s gut zu erreichen.
Der German Fight Company Rostock e. V. ist ebenfalls bei uns zu finden und wartet auf neue Mitglieder.
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