Jugend und Ausbildung
Im Alter von 16 Jahren begann Dolph Lundgren mit Judo, wechselte aber schon wenig später zu Karate, wo er es schnell zu großem Erfolg brachte. So ist Dolph Lundgren Träger des schwarzen Gürtels im Kyokushin-Karate, aufgrund seiner Vollkontakt-Kampftechnik eine der härtesten Karate-Techniken überhaupt.
Bevor er seine Vorliebe für die Schauspielerei entdeckte, studierte Dolph Lundgren zunächst von 1976 bis 1980 an der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm Ingenieurswesen, um dann von 1980 bis 1982 an der Universität von Sydney einen Studiengang in Chemieingenieurswesen anzuschließen. Seine Schulausbildung auf dem Gymnasium in Kramfors, das er besuchte, der Ådalsskolan, schloss er als erster Schüler mit der höchstmöglichen Punktzahl ab. 1983 erhielt Dolph Lundgren ein Stipendium am MIT in Boston.
Kampfsportkarriere
Dolph Lundgren ist schon seit seiner Kindheit sportlich aktiv. Als Kind spielte er Eishockey und begann mit 16 Jahren mit Judo, wechselte allerdings ein Jahr später zu Karate. Seine erster Wettkampf auf internationaler Ebene war das World Open Karate Tournament in Tokyo 1979. Zu Beginn der 1980er Jahre gewann er einige Tourniere, wie zum Beispiel das British Open und das Australian Open. Außerdem führte er einen eigenen Karate-Club. Seitdem hat er an drei Weltmeisterschaften teilgenommen. Ende der 70er Jahre wurde er zum Mannschaftskapitän des schwedischen Nationalteams ernannt und gewann 1980, 1981 und 1983 die europäischen Meisterschaften im Vollkontakt-Karate.
Der Durchbruch als Schauspieler
Die Rolle, mit der Dolph Lundgren seinen Durchbruch in der Filmindustrie schaffte, war die als sowjetischer Boxer Ivan Drago in Rocky IV - Der Kampf des Jahrhunderts. Für diese bewarb er sich 1985, wurde jedoch zuerst abgelehnt. Nachdem Sylvester Stallone allerdings ein Foto von ihm sah, bekam er die Rolle doch. Die Rolle verschaffte ihm große Beliebtheit bei Filmfans und war erst der Anfang von Dolphs Filmkarriere.
Filmkarriere
Nachdem Dolph Lundgren sich in seinem ersten Film James Bond 007 - Im Angesicht des Todes noch mit der Rolle des mehr oder minder kleinen Thugs (bei 1,97 m Größe) begnügen musste, konnte er noch im gleichen Jahr Sylvester Stallone als Ivan Drago in Rocky IV - Der Kampf des Jahrhunderts entgegen treten - mit bekanntem Ausgang. 1987 erhielt Dolph Lundgren höhere Weihen, als er mit He-Man zum Masters of the Universe aufstieg. Spätestens mit Red Scorpion wurde er zur Testosteron-Ikone.
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Sein Debüt als Regisseur gab Dolph Lundgren 2004 mit The Defender, in dem er auch die Hauptrolle spielt. Jüngstes Highlight einer schlagkräftigen Karriere: In The Expendables von und mit Sylvester Stallone spielt Dolph Lundgren 2010 diesmal mit einer Vielzahl anderer Ikonen des Action-Kinos der Achtziger und Neunziger wie Bruce Willis und Eric Roberts ein Mitglied einer Söldnertruppe auf einem Himmelfahrtskommando. Eine Rolle, die Dolph Lundgren wie auf den Leib geschmiedet ist.
Die meisten dieser Filme fallen in das Action-Genre. 2022 erschien Lundgren im Film Minions: The Rise of The Gru, die Fortsetzung der Illumination-Produktion von Minions (2015) sowie in Section 8. Ein Jahr später, 2023, war er in The Best Man, The Expendables 4 und Aquaman: Lost Kingdom zu sehen.
Nach dem Kinoerfolg des Boxhammers lief Dolph Lundgrens Karriere wie von selbst, vor allem im Homevideo-Bereich mutierte er zum Superstar. Auf „Rocky 4“ folgte „Masters of the Universe“ (1987) für die Cannon-Studios und in „Red Scorpion“ gab er 1988 erneut einen Russen.Der eigentliche Durchbruch kam 1990 mit „Dark Angel“, der zu einem veritablen Hit geriet. Es folgte der wenig erfolgreiche Versuch eines Imagewechsels in „Cover Up“, nur um 1991 mit „Showdown in Little Tokyo“ wieder zu alter Form aufzulaufen. Rund um den erfolgreichen Film wurden Fortsetzungen und Fernsehfilme gestrickt, an denen Lundgren nicht beteiligt war, aber 2009 und 2012 kehrte er als Andrew Scott zu dem Franchise zurück. Dabei geriet vor allem der 2012 veröffentlichte, brettharte „Universal Soldier: Day of Reckoning“ zu einem qualitativen Triumphzug.
Obschon „Universal Soldier“ super performte, zündete er eher die Karrieren von Jean-Claude Van Damme und Regisseur Roland Emmerich. Schon der geniale „Barett“ mit dem schwedischen Actionstar schaffte es im Jahr darauf nicht mehr ins Kino. Jahrelang wurden alle weiteren Filme von Lundgren Direct to video ausgewertet. So zog sich der Schwede nach Vollgurken wie „The Last Warrior“ oder „Agent Red“ (beide 2000) für einige Zeit frustriert aus dem Filmgeschäft zurück, um sich mit „Detention“, „Direct Action“ und „The Defender“ eindrucksvoll zurückzumelden. Was ihm Spaß zu machen schien, denn mit dem brutalen „The Mechanik“ legte er 2005 mit sich selbst in der Hauptrolle einen Actionhammer sondergleichen vor.
Auch „Missionary Man“ (2007), „Command Performance“ (2009) und „Icarus“ (2010) drehte er selbst und zeigte, dass er verstanden hatte, was Actionfans sehen wollen! Oder besser: Sylvester Stallone rief. Der engagierte den Schwedenhammer nämlich für die „Große Jungs“-Nostalgie-Parade „The Expendables“, die 2010 an den Kinokassen abräumte und 2012 und 2014 Fortsetzungen erfuhr. Bei denen geriet Lundgren als lässiger Gunner wiederholt zum Showstealer.
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Parallel dazu lief es im DtV-Bereich aber nicht so gut für Lundgren. Der Schwede drehte zwar unermüdlich, ließ hier aber immer wieder ein Näschen für Qualität missen.
Weitere Projekte und Privates
1987 brachte Dolph Lundgren sein erstes Trainingsvideo „Maximum Potential“ heraus und ließ 1993 „Maximum Power“ folgen. Auch gründete er mit Red Orm seine eigene Produktionsfirma und vertrieb über diese seine eigene Sportmodenserie. Zudem veröffentlichte das Buch „Fit Forever“.
Dolph Lundgren spricht neben Schwedisch und Englisch auch Spanisch, Deutsch, Französisch, Japanisch und Italienisch. In den 1980ern führt er Beziehungen mit den Models Grace Jones und Paula Barbieri. 1994 heiratet er die Schmuckdesignerin Anette Qviberg in Marbella. Das Paar hat zwei Töchter, Ida Sigrid und Greta Eveline, beide geboren in Stockholm. Viele Jahre lebt die Familie in Marbella. 2009 wird in sein Haus eingebrochen, seine Frau gefesselt und bedroht, bis die Einbrecher ein Familienfoto sehen und erkennen, mit wem sie es dort zu tun haben und fliehen. Sowohl die ältere Tochter als auch die Frau des Schauspielers werden durch den Überfall traumatisiert. 2011 lassen sich die Eheleute scheiden.
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