Die Canton Karat 795 DC sind schlanke, edel glänzende Standboxen, die ihre Bassgewalt über seitliche Tieftöner gewinnen.
Die Entscheidung für oder gegen die Canton Karat 795 DC ist oft von persönlichen Vorlieben und den spezifischen Anforderungen des Hörraums abhängig.
Alternativen und Vergleiche
Einige Nutzer zogen es vor, auf gebrauchte B&W 804S zu sparen, da B&W klanglich gefiel.
Andere entschieden sich für ein gebrauchtes HECO Metron 1000 Set, das klanglich überzeugte, aber im Mittel- und Hochtonbereich nicht ganz die Stimmigkeit der Nubert NuWave erreichte.
Die Karat-Serie ist nicht nur ein Bestseller im Canton-Programm, sie setzte mit ihrem Erscheinen auch einen Trend: sehr schlanke, edel glänzende Standboxen, die ihre Bassgewalt über seitliche Tieftöner gewinnen.
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Die neue Karat 790 DC passt da bestens ins Bild, sie gleicht ihrer Vorgängerin 709 wie ein Ei dem anderen.
Geblieben ist auch der seitliche Papier-Bass im 25-Zentimeter-Format, der mit dem rückwärtigen Reflexrohr für den richtigen Dampf "untenrum" sorgen will.
Technische Details der Karat 790 DC
Die 13-Zentimeter-Zwillinge auf der schmalen Vorderseite arbeiten im Gegensatz zu den Vorgängermodellen keineswegs im Gleichtakt: Im Datenblatt findet sich die ungewöhnliche Bezeichnung "3,5 Wege".
Von den beiden Aluminium-Mitteltönern auf der Schallwand spielt also nur einer bis zum Hochtöner hinauf, der andere wird bereits ab 400 Hertz ausgeblendet.
Diese Technik erweitert den vertikalen Abstrahlwinkel und beugt effektiv Schallauslöschungen ober- und unterhalb der Hochtöner-Achse vor, die man von der als "D'Appolito-Bauweise" bekannten Anordnung Mitteltöner-Hochtöner-Mitteltöner sonst zu befürchten hätte.
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Beim Hochtöner setzt Canton auf seine bewährte Alu-Mangan-Kalotte, die schon in der überragenden Vento Reference 1 ihren anerkannt highendigen Dienst tut.
Sie spielt nicht in den freien Raum, sondern auf eine Schallführung, die unter dem Stichwort "Directivity control" den Abstrahlwinkel etwas einschränkt und somit Kanten- wie Raumreflexionen mindert.
Von der großen Schwester erbte die 790er auch die superbe Lackqualität.
Klangqualität und Leistung
Die Canton konnte mit einer offenen, natürlichen und räumlich souveränen Darstellung der Berliner Philharmonie glänzen, sie zeichnete ein fast fotorealistisch zu nennendes Klangbild in den Hörraum.
Klanglich insgesamt etwas kleiner und schlanker, aber mit einer homogen-cremigen Darstellung ließ die Box völlig vergessen, dass hier mehrere Töner am Werke sind.
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Scheinbare Gegensätze balancierte sie locker aus: Sie reproduzierte plausibel räumlich, ohne die Ortung einzelner Instrumente zu vernachlässigen, servierte dem Hörer Details, ohne ihn damit zu überfrachten, bewahrte die Übersicht über die Tonalität wie über die Dynamik.
„... mischt auch klanglich ganz vorne mit. „Plus: Natürlicher, präziser und homogener, dabei genau abbildender Lautsprecher.
„... Abgesehen von der vorzüglichen Dynamik, die selbst bei hoher Lautstärke noch viele Feinheiten und saubere Attacken herausarbeitet, überzeugte uns vor allem die enorme Auflösung dieses sehr ausgewogenen Lautsprechers.
„Plus: schnell: Details lösen sich leicht aus der Boxenebene, Top-Räumlichkeit; herausragende Verarbeitung, wohnraum-unkritisch.
Habe mir vor einiger Zeit die Karat 790 DC gekauft.
Diese Entscheidung fiel nicht leicht.
Hatte mehere Boxen im Auge wie man so sagt.
Entscheident zum Kauf war das in allen Tests die Box als Aufstellungsunkrtisch gepriesen wurde.
Dem kann ich nur zustimmen, denn keiner lebt in einem Musikstudio in dem man auch leben kann.
Die 795 ist noch kräftiger ausgelegt.
Was sich als positiv in Hinblick auf den Bass auswirken könnte.
Canton Karat GS Edition
Die Canton Karat GS Edition ist eine doppelte Verneigung: Deutschlands bekannteste Lautsprechermarke ehrt damit einerseits die vielleicht markantesten Lautsprecherlinie ihrer Geschichte und andererseits den Firmen-(Mit-) Gründer Günther Seitz (GS).
Und zwar mit einem klanglichen Auftritt, der weit über dem liegt, was die verlangten 3.500 Euro erwarten ließen…
Über was sprechen wir hier eigentlich?
Über die Karat.
Die ersten Karats stammen ja fast noch aus der Canton-Gründerzeit.
Aber jene Karat-Serien mit diesem speziellen Gehäuse-Auftritt (gerade Kanten von fast schon skandinavischem Zuschnitt, viel tiefer als breit, Tieftöner auf der Seite) erschienen Anfang des neuen Millenniums und verblüfften die gesamte HiFi-Gemeinde: Hey, das war ja mal ein richtig moderner Ansatz!
Unter allen Canton-Modellen waren die Karats mir stets am liebsten.
Doch genauso plötzlich wie sie auftauchten, verschwanden sie wieder.
“Zu viele Modellreihen”, hieß es aus Weilrod und schon waren die stylischen Speaker einfach eingestellt.
Mein Herz schmerzte.
Doch dann kam der 50. Geburtstag der Firma - siehe LowBeats History.
50 Jahre Canton, 50 Jahre mit Günther Seitz an der Spitze.
Daraus entstanden zwei Jubelmodelle.
Die Ergo in der GS-Edition ist ein ganz tiefer Griff in die Designgeschichte, es schmeckt förmlich nach den 70er-Jahren, nach Vanille-Tee, psychedelischer Muster-Tapete und Flokati-Teppich.
Die Karat in der GS Edition hingegen ist zwar auch der Vergangenheit verpflichtet, sieht aber aus wie die Venus aus dem Bade - frisch entworfen und für jedes moderne Wohnzimmer tauglich.
Genau sie wollten wir haben.
Die Plakette auf der Rückseite weist auf den Sonderstatus: zum 50. Jubiläum, auf 1972 Stück (1972 war das Gründungsjahr) limitiert.
Wir hatten die Seriennummer 26 zum Test…
Kokettiert mit der elegant-gradlinigen Formensprache ihrer Vorgänger, ist jedoch mit den neusten Chassis von Canton ausgestattet.
Und mit einer optischen Innovation: Wer auch immer im Firmenimperium das Sagen über das Design hat, hat sich unter anderem für ein dunkles, mattes, „schlammiges“ Grün als Oberflächenfarbe entschieden.
Das hat sicher keine Verbindung zur historischen Erstauflage.
Weiß und schwarz sind natürlich auch heute zu haben, aber gedecktes Grün?
Egal, völlig egal - denn es sieht super aus.
Kompliment für diese Entscheidung!
Aber auch die technische Seite hat ihre Eigenheiten.
