Die Geschichte der UFC: Von den Anfängen bis zum globalen Phänomen

Die Ultimate Fighting Championship (UFC) ist die größte Veranstaltungsreihe im MMA-Sport. Die Mixed Martial Arts (MMA) sind eine intensive und immer beliebter werdende Form des Kampfsports, bei der die Kämpfer Techniken aus den unterschiedlichsten Kampfsportarten (Jiu-Jitsu, Judo, Boxen, Karate, Kickboxen, Ringen usw.) benutzen um sich im Wettkampf gegeneinander einen taktischen oder strategischen Vorteil zu verschaffen.

Die Anfänge der UFC

Im Grunde genommen war die erste Veranstaltung der UFC als Marketing-Gag für das brasilianische Jiu-Jitsu gedacht; eine Bodenkampfkunst, die darauf abzielt, den Gegner mit Würgegriffen oder Hebeltechniken zur Aufgabe zu zwingen. Erfunden wurde sie von der Gracie-Familie. Eines der Familienmitglieder, Rorion Gracie, lehrte seine Kunst in den USA. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Amerikaner für seine Kampfkunst zu gewinnen, erinnerte er sich an die „Vale Tudo“-Kämpfe - Vergleichskämpfe unterschiedlicher Stilrichtungen - aus seiner Heimat, die dort häufig im Fernsehen übertragen wurden.

Einer von Rorions Schüler war der Filmemacher John Milius. Er brachte Rorion mit dem Unternehmer Art Davie zusammen. Gemeinsam entwarfen sie das Konzept einer Veranstaltung, die den Amerikanern die Effektivität des brasilianischen Jiu-Jitsus näherbringen sollte: ein Turnier mit acht Kämpfern unterschiedlicher Stilrichtungen. Die Kämpfe sollten so realitätsnah wie möglich sein. Verboten waren lediglich Tiefschläge, Angriffe gegen die Augen und Beißen. Gewinnen konnte ein Kämpfer nur durch Knockout, Aufgabe oder Handtuchwerfen durch die Ringecke.

Die Gracie-Familie überlegte lange, welchen Repräsentanten sie zur ersten „UFC“ schicken sollte.

Ihm standen gegenüber:

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  • Art Jimmerson, ein Profiboxer mit einer Bilanz von 26-5.
  • Kevin Roser, ein schlagkräftiger Kickbox-Champion.
  • Zane Frazier, ein mehrfacher Karate- und Kickbox-Champion.
  • Patrick Smith, ein Schwarzgurt im Taekwondo, Kenpo und Hapkido.
  • Gerard Gordeau, ein Kickboxer mit Erfahrung im Karate, Savate und Muay Thai.
  • Teila Tuli, ein fast 200 Kilogramm schwerer Sumo-Ringer.

Diese acht Kämpfer stiegen am 12. November 1993 in Denver, Colorado in das „Octagon“, eine achteckige Matte, die von einem schwarzen Maschendrahtzaun umgeben ist. Royce besiegte Jimmerson, indem er auf der Matte eine dominante Position einnahm. Jimmerson gab auf, da er nicht wusste, wie er sich auf dem Boden verteidigen sollte. Shamrock und Gordeau zwang Royce in 57 bzw.

Die erste „UFC“ war ein großer Erfolg für die Gracie-Familie. Von der Veranstaltung inspiriert und motiviert, begannen tausende Amerikaner damit, brasilianisches Jiu-Jitsu zu trainieren. Royce Gracie wurde zur Kampfsportikone.

Vom Prototypen zur Serie

Für die zweite „UFC“ ging man einen Schritt weiter. Rundenzeiten wurden aufgehoben, die Kämpfe hatten kein Zeitlimit mehr. Tiefschläge wurden erlaubt. Diese zweite „UFC“ fand im März 1994 statt, ebenfalls in Denver.

Die Teilnehmerzahl wurde von 8 auf 16 erhöht. Bis dato trainierte außer den Catch-Wrestlern niemand den Bodenkampf - Gracie hatte leichtes Spiel mit seinen Gegnern, die ihm zwar körperlich überlegen waren, aber keine Ahnung davon hatten, was sie auf der Matte tun können.

Nachdem die ersten Vorurteile gegenüber dem brasilianischen Jiu-Jitsu überwunden waren, begannen immer mehr Kämpfer, den Bodenkampf zu trainieren. Darüber hinaus eigneten sie sich auch wirkungsvolle Techniken aus anderen Kampfstilen an. Ringer lernten, wie man boxt und Boxer lernten, wie man ringt. Die dritte „UFC“ war von Verletzungen geplagt. Die Favoriten Royce Gracie, Ken Shamrock und Keith Hackney verletzten sich, sodass keiner von ihnen am Finale teilnehmen konnte. Hier zeigten sich erstmals die Schwächen an dem Turnierformat.

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Erster Gegenwind und Abschied von den Gracies

Im Vorfeld der „UFC 4“, die im Dezember 1994 stattfand, startete der spätere Präsidentschaftskandidat John McCain, damals noch Senator, eine Verbotskampagne. McCain wies die örtlichen Veranstalter an, „UFC 4“ abzusagen, doch diese ignorierten ihn. Dann wendete er sich an die Bereitsteller der PPV, „UFC 4“ aus dem Programm zu nehmen, doch die bisherigen Verkaufszahlen waren so hoch, dass auch sie ihn ignorierten.

Im Zuge von „UFC 5“ führte die UFC im April 1995 den „Superfight“ ein, einen Kampf, der nicht im Rahmen eines Turniers stattfindet. Den ersten „Superfight“ bestritten der dreifache Turniersieger Royce Gracie und sein Erzrivale Ken Shamrock. Es sollte ein Champion gekrönt werden, der im weiteren Verlauf von den kommenden Turniersiegern herausgefordert werden sollte. Im Oktober 1998 hatte der „Superfight“ die Turnierkämpfe vollends abgelöst.

Doch zurück zum „Superfight“ zwischen Gracie und Shamrock. Nach „UFC 5“ verkauften Art Davie und Rorion Gracie ihre Anteile an SEG und lösten WOW Promotions auf. Davie arbeitete weiterhin für SEG in der UFC mit, während Rorion und der Rest der Gracie-Familie - inklusive Royce - die UFC verließen.

Der ausgefallene Kampf zwischen Shamrock und Royce Gracie konnte also nicht bei „UFC 6“ im Juli 1995 nachgeholt werden. Der Ringer Dan Severn ersetzte Gracie, musste sich Shamrock jedoch durch Aufgabe geschlagen geben. Shamrock krönte sich somit zum ersten Titelträger in der UFC, dem „Superfight Champion“.

Der Abstieg

Derweil trug die Anti-UFC-Kampagne von Senator John McCain Früchte. Er hatte den Gouverneuren aller fünfzig US-Staaten geschrieben und sie gebeten, jegliche „no holds barred“-Veranstaltungen zu verbieten. Die UFC reagierte auf die Kritik, indem sie mit den Sportbehörden der Staaten zusammenarbeitete, die auch den Boxsport regulieren. Schritt für Schritt änderte man das Regelwerk, um den sportlichen Charakter der Kämpfe besser hervorzuheben.

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Seit „UFC 12“ im Februar 1997 gibt es Gewichtsklassen. Seit „UFC 14“ im Juli 1997 sind Faustschützer verpflichtend und Tritte zum Kopf eines am Boden liegenden Gegners verboten. Seit „UFC 15“ im Oktober 1997 sind Kopfstöße, Tiefschläge, Schläge gegen Nacken und Hinterkopf und Angriffe gegen kleine Gelenke (wie beispielsweise Finger und Zehen) verboten. Seit „UFC 17“ im Juli 1999 dauern Runden nur noch fünf Minuten.

In Zusammenarbeit mit den staatlichen Sportkommissionen erarbeitete die UFC ein Regelwerk, das noch heute gültig ist: die „Unified Rules of Mixed Martial Arts“ (eine vollständige deutsche Übersetzung ist unter diesem Link zu finden). Die erste Veranstaltung mit diesem Regelwerk fand am 30. September 2000 statt, abgehalten wurde sie von den International Fighting Championships (IFC). Die erste UFC-Veranstaltung unter den „Unified Rules“ war „UFC 28“ am 17.

Durch den Verlust ihres Sendeplatzes im Kabelfernsehen entging der UFC ihre Haupteinnahmequelle. Zudem gelang es ihr nicht, im Zeitraum zwischen November 1999 und Dezember 2000 („UFC 23“ bis „UFC 29“) einen Vertrieb für die VHS-Kassetten zu finden. Diese Zeit wird in der Unternehmensgeschichte als „Dark Ages“ bezeichnet, da die Veranstaltungen außerhalb der Hallen kaum gesehen werden konnten. Die kostspieligen Kampagnen mit dem Ziel der Akzeptanz und Regulierung taten ihr übrigens - SEG, und damit die UFC, verlor immer mehr Geld.

Dana White und die Fertitta-Brüder übernehmen die UFC

Als SEG Ende 2000 kurz vor dem Bankrott stand, kauften zwei Milliardäre aus Las Vegas die am Boden liegende Organisation. Frank und Lorenzo Fertitta, Eigentümer der mächtigen Station Casinos, erstanden die UFC im Januar 2001 für zwei Millionen US-Dollar. Lorenzos Kindheitsfreund, Dana White - welcher den Kauf angestachelt hatte - wurde der Präsident der UFC.

Lorenzo Fertitta arbeitete von November 1996 bis Juli 2000 bei der staatlichen Sportkommission von Nevada als Kommissar. Dies erleichterte es der UFC, in Nevada reguliert zu werden. Am 28. September 2001 fand in Las Vegas „UFC 33“ statt, die erste staatlich regulierte UFC-Veranstaltung in Nevada.

Die neuen Besitzer der UFC brachten weitaus mehr Verständnis für Geschäftspraktiken und Marketing mit als ihre Vorgänger. Im Laufe der nächsten Monate gewann die UFC wieder an Popularität. Dies führte dazu, dass der TV-Sender Fox Sports Net die UFC in sein Programm aufnahm. So wurde am 22. Den ersten großen Erfolg feierte die Zuffa-UFC wenige Monate später mit „UFC 40“.

150.000 Zuschauer kauften diese PPV-Veranstaltung - das waren mehr als dreimal so viele wie bei den vorherigen Zuffa-Veranstaltungen. Hauptattraktion war ein Titelkampf im Halbschwergewicht zwischen dem MMA-Pionier Ken Shamrock und dem Senkrechtstarter Tito Ortiz. Die Fehde zwischen den beiden bescherte der UFC erstmals die Aufmerksamkeit großer amerikanischer Medien wie ESPN und USA Today.

Reality-Show „The Ultimate Fighter“ verhilft UFC zum Durchbruch in den Mainstream

Der Erfolg, den die UFC durch „UFC 40“ hatte, sollte nicht lange anhalten. Die Veranstaltungen warfen nicht so viel ab wie erhofft, die UFC machte nach wie vor Verluste. Alt eingesessene Fans waren zwar mit dem neuen Produkt zufrieden, doch es fehlte die Akzeptanz der Massen und Medien. Viel schlimmer wiegten die 34 Millionen US-Dollar Verlust, welche die UFC in den ersten drei Jahren unter der neuen Regie machte. Es musste dringend etwas geschehen, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

2004 nahmen die Fertittas an der Reality-TV-Serie „American Casino“ teil und erkannten schnell, wie sich solche realitätsnahen Formate zu Promotionzwecken nutzen lassen. Ihre Idee sah vor, 16 talentierte Kämpfer, die es noch nicht in die UFC geschafft hatten, in ein Haus zu stecken. Sie sollten gemeinsam wohnen, unter der Leitung bekannter Kämpfer trainieren und in Trainingskämpfen im Turniermodus gegeneinander antreten, bis nur noch einer von ihnen übrig blieb. Zahlreiche TV-Stationen lehnten die Show ab.

Für die erste Staffel von „TUF“, welche am 18. Januar 2005 erstmals über die Bildschirme flimmerte, wurden die UFC-Legenden Chuck Liddell und Randy Couture als Trainer engagiert. Aus den 16 Halbschwergewichten und Mittelgewichten wählte jeder Trainer acht Kämpfer in sein Team, das er fortan auf die Ausscheidungskämpfe vorzubereiten hatte. In den einstündigen Episoden wurden das harte Training und das turbulente Zusammenleben im Haus zusammengefasst und von den Kämpfern kommentiert.

Zwei der Teilnehmer von „The Ultimate Fighter 1“ waren Stephan Bonnar und Forrest Griffin, der spätere Sieger des Turniers der Halbschwergewichte. Sie sind es, die im Finale jenen fantastischen Kampf im April 2005 bestritten, der Dana White und den Fertittas noch heute Freudentränen in die Augen treibt. Begeisterte Fans hatten damals während der TV-Übertragung ihre Freunde angerufen, damit sie ebenfalls einschalteten. 2,6 Millionen Millionen Zuschauer, so wurde hinterher bekannt gegeben, wohnten dem Kampf von zuhause aus bei und mit jeder Minute wurden es mehr.

Diejenigen, die erst durch „TUF“ zur UFC gefunden hatten, bekamen eindrucksvoll vor Augen geführt, was den MMA-Sport ausmacht: Spannung, Unterhaltung, Nervenkitzel. Obwohl der Kampf zwischen Griffin und Bonnar der abschließende Höhepunkt war, so darf man nicht vergessen, was die vorherigen zwölf Wochen für das Ansehen des MMA-Sports und seiner Kämpfer bewirkt haben. Die breite Öffentlichkeit bekam erstmals zu sehen, was hinter diesen „Verrückten“ steckt, die in Käfige steigen und sich mit allen legalen Mitteln bekämpfen, die ihnen zur Verfügung stehen.

Vor „TUF“ waren die Auseinandersetzungen im Octagon nur mittels Pay-Per-View oder Satellitenübertragung verfügbar. Ihre Reality TV-Show bescherte der UFC nach langem Warten endlich den heiß ersehnten Sendeplatz im Kabelfernsehen und darüber hinaus eine völlig neue Fanbasis. Ohne den Erfolg von „The Ultimate Fighter“ und des laut Dana White „wichtigsten Kampfes in der Geschichte der UFC“ zwischen Griffin und Bonnar würde es die MMA-Promotion heutzutage wahrscheinlich nicht mehr geben. Mittlerweile läuft die 18. Staffel von „TUF“ und es gibt internationale Versionen in Brasilien und Australien.

Der Aufstieg

Die „UFC 52“, die erste Veranstaltung nach dem Ende von „The Ultimate Fighter“, verkaufte sich 300.000 Mal und verdoppelte damit den bisherigen Zuffa-Rekord von „UFC 40“. Im Dezember knackte die UFC mit „UFC 66“ erstmals die bahnbrechende Marke von einer Million Käufen. Im selben Monat kaufte die UFC eine kleinere Organisation aus Kalifornien: World Extreme Cagefighting (WEC).

Der Plan war, die konkurrierende International Fight League (IFL) daran zu hindern, einen Platz im Programm des TV-Senders Versus zu bekommen. Die UFC war noch exklusiv an Spike gebunden, konnte aber WEC bei Versus platzieren, um so die IFL an einem Fernsehvertrag zu hindern. Weitaus bedeutender war jedoch der Kauf einer anderen Organisation am 27. März 2007. PRIDE Fighting Championship (PRIDE FC) aus Japan war jahrelang der größte - und einzig ernstzunehmende - Rivale der UFC. Die Japaner füllten riesige Hallen und hatten einige der besten Kämpfer weltweit unter Vertrag.

Als die japanische Öffentlichkeit erfuhr, dass PRIDE FC rege Kontakte zu den Yakuza unterhielt, gingen Fernseh- und Werbeverträge verloren - der Anfang vom Ende für die einst glorreiche Organisation. Am 11. Juli 2009 veranstaltete die UFC die geschichtsträchtige „UFC 100“.

Im Oktober 2010 löste Zuffa, LLC die Schwesterliga der UFC, World Extreme Cagefighting, auf und gliederte deren Gewichtsklassen Federgewicht und Bantamgewicht in die UFC ein. Von da an bot sie den Fans Kämpfe in sieben verschiedenen Gewichtsklassen an.

Vier Jahre nach dem PRIDE-Coup gelang Zuffa, LLC eine weitere Übernahme. Am 12. März 2011 gab Dana White bekannt, dass Zuffa, LLC den neuen Hauptkonkurrenten Strikeforce, eine Organisation aus Kalifornien, aufgekauft hatte. Strikeforce hielt weiterhin in unregelmäßigen Abständen Veranstaltungen ab, die letzte davon am 21. Januar 2013. Anschließend übernahm die UFC fast alle der Kämpfer, die noch bei Strikeforce unter Vertrag waren.

Eine neue TV-Zukunft

Ein Meilenstein in der Geschichte der UFC ist die Zusammenarbeit mit der amerikanischen FOX Sports Media Group. Am 18. August 2011 enthüllte die UFC, dass sie sich mit dem TV-Netzwerk FOX auf einen Vertrag über sieben Jahre geeinigt hatte. Die UFC hielt seitdem große Veranstaltungen auf FOX und kleinere auf FX und Fuel TV ab. Aufgrund der Umstrukturierung innerhalb des FOX-Netzwerks wird die UFC in den USA seit dem 17. August 2013 auf dem neuen Sportsender FOX Sports 1 ausgestrahlt. Damit erreicht sie ein größeres Publikum als über FX und Fuel TV.

Frauen an die Macht

Im November 2012 verpflichtete die UFC ihre erste weibliche Kämpferin. Ronda Rousey, Bronzemedaillengewinnerin im Judo bei den Olympischen Spielen 2008, bestritt am 23. Februar 2013 bei „UFC 153“ gegen Liz Carmouche den ersten Frauenkampf im Octagon. Heute ist sie einer der größten Superstars der UFC. Im nächsten Jahr wird sie in mehreren Hollywoodfilmen zu sehen sein.

Die UFC in Deutschland

Die UFC hat hierzulande seit jeher einen schweren Stand. Ein strenger Jugendschutz sowie heftige Kritik an den sogenannten "Mixed Martial Arts" - von Politikern, Medien und manchen Teilen der Bevölkerung - erschwerten den amerikanischen Kampfsport-Veranstaltern den Zugang zum deutschen Markt.

Der Mixed-Martial-Arts-Sport wird jedoch von Jahr zu Jahr beliebter und mit ihm auch die UFC. Der Mainstream befindet sich in Reichweite, denn heutzutage berichten immer mehr Sport- und Online-Medien über den Marktführer in Sachen MMA.

Die Anfänge der UFC im deutschen TV

In den ersten elf Jahren nach der Gründung der UFC kamen deutsche Kampfsport-Fans nur über VHS-Kassetten aus dem Ausland in den Genuss hochklassiger MMA-Kämpfe.

Am 31. Januar 2004 übertrug der Bezahlsender Premiere erstmals ein UFC-Event live: UFC 46 mit dem WM-Kampf der lebenden Legenden Randy Couture und Vitor Belfort.

Nur zwei Jahre später nahm Premiere die UFC-Events nach fehlgeschlagenen Verhandlungen mit der UFC aus dem Programm. UFC 57 war am 4. Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.

Der erste deutsche UFC-Fighter

Während die hiesigen UFC-Fans in die Röhre guckten, kämpfte Dennis Siver, ein Landesmeister im Kickboxen, als erster Deutscher in der UFC. Am 21. April 2007 feierte der Mannheimer bei UFC 70 sein Octagon-Debüt. Neun Jahre später ist er immer noch ein Teil der UFC: 20 Kämpfe hat er bislang für die Organisation bestritten.

Erst letztes Jahr hatte Siver die bedeutende Chance, gegen den Superstar Conor McGregor anzutreten - im Hauptkampf der UFC Fight Night in Boston. Siver verlor die Begegnung vorzeitig, doch mit seinem professionellen Auftreten gegenüber dem provokanten Iren verdiente er sich den Respekt der Fans.

UFC debütiert in Deutschland

2009 sollte das Jahr werden, in dem der UFC in Deutschland der Durchbruch gelingt. Im März begann das DSF, drei UFC-Formate auszustrahlen: die Reality-Show "The Ultimate Fighter", die Highlight-Sendung "UFC Unleashed" sowie unter dem Namen "UFC Fight Night" die eigentlichen Events - jeden Samstag ab 23 Uhr.

Der TV-Vertrag war die Basis für das Live-Debüt. Trotz heftigen Gegenwinds von Politik und Medien organisierte die UFC am 13. Juni 2009 ihre erste Veranstaltung auf deutschem Boden: UFC 99 in Köln. Fast 13.000 Zuschauer jubelten den MMA-Legenden Rich Franklin und Wanderlei Silva zu, die den Hauptkampf bestritten.

BLM verbietet UFC-Formate

Die Freude über UFC-Sendungen im deutschen TV währte nicht lange. Die für das DSF zuständigen Medienwächter der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) verboten im März 2010 nach erneuter Prüfung genau die UFC-Formate, gegen die sie ein Jahr zuvor nichts einzuwenden hatten. Auf das TV-Verbot reagierte die UFC mit einer "Jetzt erst recht"-Einstellung.

Bereits am 13. November 2010, nur wenige Monate nach dem TV-Verbot, kehrte die UFC mit einem Live-Event zurück: UFC 122 in Oberhausen. Trotz minimaler Werbung fanden über 8.000 Zuschauer den Weg in die Halle. Dennis Siver erzielte im Co-Hauptkampf gegen den Engländer Andre Winner einen der größten Siege seiner Laufbahn.

Die UFC Fight Nights in Berlin

Nach UFC 122 konzentrierte sich die UFC zunächst auf leichter zugängliche Märkte, während sie versuchte, Klarheit vor Gericht zu schaffen. Fast vier Jahre dauerte es bis zu ihrem Comeback in Deutschland. Am 31. Mai 2014 fand in Berlin eine UFC Fight Night statt, bei der die deutschen Starter Nick Hein und Peter Sobotta mit Punktsiegen überzeugten.

Nur 13 Monate später, am 20. Juni 2015, richtete die UFC bei der zweiten UFC Fight Night in Berlin ihren ersten WM-Kampf in Kontinentaleuropa aus.

Joanna Jedrzejczyk, die polnische Weltmeisterin im Strohgewicht, verteidigte ihren Titel im Hauptkampf des Events gegen Jessica Penne - und die Lokalmatadore Hein und Sobotta fuhren erneut Siege ein. Bei der UFC Fight Night in Hamburg wollen die beiden Deutschen die Zuschauer wieder von den Sitzen reißen.

UFC auf ran FIGHTING

Seit Dezember 2015 ist die UFC auf ran FIGHTING zu sehen, einem Web-TV-Angebot von ProSiebenSat.1. ranFIGHTING.de überträgt die Hauptprogramme aller PPV-Veranstaltungen sowie ausgewählter UFC Fight Nights aus Europa und den USA.

Die Regeln der UFC

Gekämpft wird nicht im Ring oder auf einer Matte, sondern in einem Käfig: Der hat acht gepolsterte Ecken (genannt Octagon), der Begrenzungs-Zaun soll verhindern, dass die Fighter aus dem Ring fallen. Kampfzeit: 3 Runden á 5 Minuten, bei Titelkämpfen 5 Runden á 5 Minuten.