Es werden verschiedene Kunstausstellungen in Berliner Galerien im September und Oktober 2025 vorgestellt.
Ausstellungen im Überblick
Wentrup Galerie
Wentrup präsentiert vom 12. September bis 1. November 2025 die Ausstellung „Dein Gesicht in meinen Händen“ des Künstlers Magnus Plessen.
Magnus Plessens neuestes Werk entstand aus einem Moment persönlicher Auseinandersetzung heraus: dem Tod seines Vaters und der Rückkehr zu Kindheitserinnerungen an Porträts seiner Vorfahren.
Aus dieser intimen Landschaft entstehen Gemälde, die Erinnerung und Wahrnehmung in taktile, vielschichtige Bilder verwandeln, die zwischen Abstraktion und Figuration oszillieren.
DIEHL Galerie
DIEHL präsentiert vom 11. September bis 21. Oktober 2025 die Ausstellung „All rivers flow too, the sea, you must not look back“ des Künstlers Winston Branch.
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Contemporary Fine Arts
Contemporary Fine Arts präsentiert vom 12. September bis 1. November 2025 die Ausstellung „Corpo de Cor“ der Künstlerin Márcia Falcão.
Corpo de Cor - auf Englisch Body of Colour - fungiert zugleich als Titel und programmatische Klammer der Ausstellung.
In Falcãos Malerei verschränken sich eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den formalen Bedingungen des Mediums und eine intensive Erforschung des Körpers, der hier nicht nur als physische Gestalt, sondern auch als Träger von Geschichte, Identität und politischer Bedeutung erscheint.
In kraftvollen, pastosen Schichten von Ölfarbe und dynamischem Pinselstrich erschafft Falcão monumentale Akte, deren malerische und physische Präsenz an die fleischige Materialität eines Lucian Freud oder die imposanten Körperdarstellungen einer Jenny Saville erinnert.
Zugleich verortet Falcão den Körper explizit als Schwarzen Frauenkörper - ihren eigenen, von persönlicher Erfahrung geprägten Körper.
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Ihr malerischer Ansatz ist metalinguistisch: Ausgehend von der Reflexion über die Grundlagen der Malerei entwickelt Falcão Werke, die komplexe Bezugssysteme zu Weiblichkeit, Mutterschaft, Kunstgeschichte, Marginalisierung und Gewalt eröffnen.
Die Ausstellung versammelt, so die Künstlerin, „über zwanzig Jahre Forschung zur Malerei ausgehend vom Körper, verdichtet in fünf kontinuierlich weiterentwickelten Serien“: Ioga Psicológica, Monumentais, Capoeira em Paleta Alta, Passinho und Malandra não para.
Gruppenausstellung bei Contemporary Fine Arts
Contemporary Fine Arts präsentiert vom 10. September bis 1. November 2025 die Gruppenausstellung „I sing the body electric“ der Künstler*innen Cecily Brown, Ella Kruglyanskaya, Sarah Lucas, Maja Ruznic und Tobias Spichtig.
I Sing the Body Electric zeigt Werke zeitgenössischer MalerInnen, in denen der menschliche Körper verhandelt wird.
Walt Whitmans Gedicht, eine Ode an die humane Physis, dem der Ausstellungstitel entlehnt ist, mag aus heutiger Lesart ungewöhnlich emphatisch klingen.
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Als es 1855 in Leaves of Grass erschien, polarisierte es aber das Publikum.
Seine Sprache wurde als sexualisiert wahrgenommen und seine versteckte Kritik an der Sklaverei wurde von manchen als genau das verstanden.
Elektrisch waren seinerzeit noch nicht einmal die Straßenbahnen, sie wurden noch von Pferden gezogen.
Der Begriff hatte sich Mitte des 19. Jahrhunderts, als der Elektromagnetismus gerade erst entdeckt wurde, noch nicht in der Alltagssprache manifestiert, war lediglich einer intellektuellen und wissenschaftlichen Avantgarde vertraut.
Der menschliche Körper beschäftigt Kunstschaffende seit Jahrtausenden.
An seiner Darstellung in Schrift, Sprache und bildender Kunst lassen sich gesellschaftliche und kulturelle Diskurse ablesen.
Wie unterschiedlich die künstlerischen Annäherungen an diesen uralten Topos ausfallen können, zeigt diese Ausstellung auch.
Raab und JR Galerien
Raab und JR Galerien präsentieren vom 13. September bis 11. Oktober 2025 die Ausstellung La Divina - die Wienerin der Künstlerin Nina Maron.
Aus der Sezession und den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist uns das Bild der emanzipierten Wienerin lebhaft vor Augen.
Gustav Klimt malt damals elegante junge Damen, die wohlhabend genug sind, sich von ihm portraitieren zu lassen.
Anders als beim Thema Maler und sein Modell interessiert sich Klimt für das Selbstbewußtsein der von ihm gemalten Wienerinnen, ihre Geschmacksicherheit in Kleidung, Schmuck, Accessoires, im Umgang mit Intellektuellen, die sich mit ihrer Schlagfertigkeit und Schönheit schmücken.
Klimt sind die Konflikte seiner Zeit nicht unbekannt.
Er entwirft ein Gegenbild zugunsten der emanzipierten Frau und ihrer Inspiration für moderne Menschen.
Heute sind die emanzipierten Wienerinnen selbst Künstlerinnen, Nina Maron ebenso wie ihr Vorbild Maria Lassnig.
Nach einer anstrengenden Ausbildung bei Adolf Frohner ist aus der jungen Nina Maron eine angesehene zeitgenössiche Malerin geworden.
Eine Frau, die sich nicht inszeniert, um bewundert zu werden, die den Pinsel in die Hand nimmt und Aspekte aus dem täglichen Leben und Umfeld in vielen Varianten festhält.
Galerie Inga Kondeyne
Galerie Inga Kondeyne zeigt vom 5. September bis 18. Oktober 2025 im Backstage der Galerie die Ausstellung „leichtes Abweichen“ des Künstlers Christian Schiebe.
Die Ausstellung „leichtes Abweichen“ zeigt kleinformatige Federzeichnungen von Christian Schiebe, die auf grundierten Papieren, Folien oder handelsüblichen Schreibmaterialien montiert sind.
Die Arbeiten sind lose Bestandteile für Setzungen im Raum und werden in Bezug zu Oberflächen, Inventar, bautechnischen Gegebenheiten, Licht und Schatten gesetzt.
Durch Hängen, Legen oder Kleben interagieren die Zeichnungen humorvoll mit Elementen wie Fußleisten, Lichtschaltern oder Lüftungsgittern, bleiben dabei aber autonom und entwickeln ein eigenes Zeichnungslicht.
Schiebe arbeitet prozessorientiert: Wiederholung, Variation und Korrektur führen aus hunderten Versuchen zu wenigen eigentümlichen Ausnahmen, die über Monate zu Gruppen zusammengefügt und auf den passenden Einsatz im Raum vorbereitet werden.
Thematisch verhandeln die Zeichnungen das Werden, das Noch-Nicht oder Nicht-Mehr, und erzeugen einen Schwebezustand zwischen Erscheinen und Verschwinden.
Die Präsentation zeigt so die Beziehung zwischen Raum, Material und Linie in einem improvisierten Rhythmus leichten Abweichens.
Christian Schiebe, 1985 in Neubrandenburg, lebt und arbeitet in Berlin, Meisterschüler bei Prof. Nanne Meyer, Weißensee Kunsthochschule Berlin, zahlreiche Ausstellungen und Stipendien, darunter Kunstfonds Bonn, Galerie OQBO Berlin, Galerie Stella A. Berlin.
Galerie Buchholz
Galerie Buchholz zeigt vom 11. September bis 18. Oktober 2025 die Ausstellung „Imagine! Going to Egypt“ des Künstlers Robert Colescott.
Ebenfalls vom 11. September bis 18. Oktober 2025 zeigt die Galerie Buchholz die Ausstellung „Heaven’s worth, Hell on earth“ der Künstlerin Christelle Oyiri.
Galerie Max Hetzler
Galerie Max Hetzler (Goethestraße 2/3) zeigt vom 11. September bis 29. November 2025 die Ausstellung „Mothers“ der Künstlerin Grace Weaver.
In ihrer neuesten Serie wendet sich Grace Weaver archetypischen Motiven zu, darunter die Mutter und das Kind sowie der weibliche Akt.
Für Weaver ist der Körper nicht nur ein Sujet, sondern ein Ort - eine Bühne, auf der Linien in lyrischen Gesten choreografiert werden und durch die Emotionen zum Vorschein kommen.
Trotz ihrer monumentalen Größe offenbaren Weavers neue Werke einfache Motive und zarte Empfindungen.
In einer Reihe großer quadratischer Leinwände posieren Weavers Mütter in umhüllenden Umarmungen; sie schwanken, knien oder wiegen Kinder auf ihrem Schoß.
Daneben zeigen mehrere Gemälde einzelne weibliche Figuren in verbeugenden Haltungen, die an Eva oder Aphrodite erinnern und versuchen, ihre nackten Körper vor dem Blick des Betrachters zu verbergen.
Im Gegensatz dazu geben die Mutter-Kind-Gemälde eine Dreiecksformation der Blicke vor: Mal blickt entweder die Mutter oder das Kind nach außen, mal sind sie in ihrem Blick aufeinander fixiert.
Die verlängerten, sich biegenden Hälse erinnern an die Haltungen aus Weavers Flowers-Serie (2024).
Galerie Max Hetzler (Bleibtreustraße 45) präsentiert vom 11. September bis 11. Oktober 2025 die Ausstellung HIGH NOON LUMEN der Künstlerin Katharina Grosse.
Die Ausstellung HIGH NOON LUMEN, die vierte Ausstellung der international renommierten Künstlerin Katharina Grosse folgt auf eine bemerkenswerte Reihe vielbeachteter Einzelausstellungen von Grosses Werken im Jahr 2025: die Auftragsarbeit für die Art Basel Messeplatz, ihr bislang größtes Projekt, das Strukturen und Objekte in einem einzigen gemalten Bild kraftvoll vereinte; die erste Ausstellung ihrer frühen dreidimensionalen Arbeiten in der Staatsgalerie Stuttgart; sowie ihre aktuelle Ausstellung in den Deichtorhallen Hamburg, die den Betrachter in ein raumgreifendes Gemälde einhüllt, das die spezifische Architektur des Ortes einbezieht.
