Warum sterben Wrestler so früh? Ursachen und Hintergründe

Der Tod eines geliebten Menschen ist immer schmerzhaft. Besonders tragisch ist es, wenn die Person kein langes Leben hatte. Viele Wrestler sterben viel zu jung. In diesem Artikel werden die Ursachen für das frühe Ableben vieler Wrestling-Stars untersucht.

Die dunkle Seite des Wrestling: Drogenmissbrauch und Medikamentensucht

Schmerzmittelmissbrauch war bis vor wenigen Jahren im Pro-Wrestling keine Seltenheit. Diese schmerzlindernden Substanzen forderten viele Tribute.

Bret Hart packt aus

Vor allem in den 90er Jahren wurde der Kanadier in Deutschland zum absoluten Mega-Star. Im Ring spielte er einen Saubermann, doch hinter den Kulissen sah es ganz anders aus: Kokain, Alkohol und Pillen.

Bret Hart sagte in einer Doku: „Es war eine gute Entscheidung der WWE, dass Kokain zu verbieten. Viele Leute verloren ihr ganzes Geld, Wrestler zogen sich ihr ganzes Vermögen in die Nase. Dann beendete Vince McMahon es.“

Aber dann machte der Boss laut Bret Hart einen großen Fehler: „Uns wurde auch verboten, Gras zu rauchen. Ich hielt es damals schon für einen großen Fehler. Alle anderen Drogen zu verbannen, war richtig. Aber niemand störte sich daran, wenn Wrestler auf ihr Zimmer gehen, Gras rauchen und sich schlafen legen. Ich sagte damals zu jemanden: „Wenn sie mit Marihuana-Tests beginnen, werden die Wrestler quasi gezwungen, Alkohol zu trinken und Pillen zu nehmen.“ Er sollte recht behalten …„Innerhalb weniger Jahre starben sehr viele Wrestler. Bis heute ist das so.“

Lesen Sie auch: UFC und Blumenkohlohr: Ein Zusammenhang?

Die Arbeitsbedingungen im professionellen Wrestling

Die Bedingungen, unter denen professionelle Wrestler arbeiten, hat CM Punk, bürgerlich Phil Brooks, vor einigen Jahren überaus deutlich beschrieben. Er zog sich 2014 freiwillig aus dem Sport zurück; als Grund nannte er vor allem den brutalen Umgang mit der Gesundheit der Sportler. »Jeder weiß, wenn du eine Verletzung hast, arbeitest du trotzdem. Denn sonst verlierst du deinen Platz.«

Superstar Bret Hart kommt ebenfalls zu Wort, er sagt über den Vorstandsvorsitzenden der WWE, Vince McMahon: »Vince hat Wrestler immer wie Zirkustiere behandelt. Wenn die Karriere vorbei ist, haben viele nichts mehr. Dann entsorgen sie dich, das ist das Leben eines Profi-Wrestlers.«

Wrestler und Wrestlerinnen müssen bei ihrer Organisation offenbar unterschreiben, für niemand anderes zu kämpfen, und befinden sich faktisch im Besitz mächtiger Unternehmen, zumeist der WWE, sind aber trotzdem nicht fest angestellt. Auf dem Papier sind sie Freiberufler und damit ohne Ansprüche und Mitbestimmungsrechte. Es gibt für die Kämpfer weder eine Sommerpause noch eine automatische Gesundheitsversicherung oder eine Rente; sie müssen dort antreten, wohin der Boss sie schickt. In einer Welt ohne Gewerkschaft und externe Kontrollen sind sie dem Unternehmen schutzlos ausgeliefert.

Ohne objektive Leistungskriterien ist jeder ersetzbar, und Ersatz ist in der Millionenbranche schnell gefunden. In einem Theatersport wie Wrestling, in dem man noch mit 60 Jahren in den Ring steigen kann, ist der Zeitpunkt des Ausstiegs nicht so klar vorgegeben.

Herzprobleme als Hauptursache

In einer Studie von 2014 wurden die Todesfälle männlicher US-amerikanischer Profi-Wrestler zwischen 1985 und 2011 mit Sterbealter und Todesursachen der durchschnittlichen männlichen Bevölkerung abgeglichen. Dabei bestätigten die Forscher nicht nur das frühe Sterben der Sportler - 16 Prozent der Verstorbenen wurden keine 50 Jahre alt -, sondern verwiesen auch auf die Hauptursache: 38 Prozent der Tode wurden durch Herzprobleme verursacht. Insgesamt, so stellten die Wissenschaftler fest, hätten Wrestler eine 15 Mal höhere Wahrscheinlichkeit, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Außerdem stürben sie um ein Vielfaches öfter an Drogenüberdosis oder Suizid als die Männer der Vergleichsgruppe.

Lesen Sie auch: Warum wurde der WWF zum WWE?

Die gestählten Muskelberge im Wrestling entstehen zumeist nicht auf natürlichem Weg. In den achtziger Jahren wurden Anabolika eingesetzt; mit den Jahren bemühte sich die WWE zwar, diese und andere illegale Mittel durch Dopingkontrollen einzudämmen, kümmerte sich aber nicht um die Ursachen, nämlich das Idealbild des Wrestlers und die oft chronischen Schmerzen, die diese Art von Profi-Wrestling verursacht. Die Profis fanden Auswege: Muskelwachstum durch raffiniertere Mittel, Schmerz lindern durch legale Schmerztabletten und Alkohol.

Zwar hat die WWE seit dem tablettenbedingten Herztod des Superstars Eddie Guerrero im Jahr 2005 ein eigenes Gesundheitsprogramm, zu dem neben Herztests auch verschärfte Dopingkontrollen zählen. Aber auch diese Kontrollen haben allerhand Schlupflöcher, wie es zu erwarten ist, wenn ein Veranstalter seine eigenen Stars kontrolliert.

Viele Sportler aber forcieren dieses Bild selbst. Es bleibt die offensichtliche Frage: Warum tun Wrestler ihren Körpern das an?

Wrestling ist ein Sport der unteren Schichten und hat eine lange Tradition. Ähnlich wie Boxen oder Football ist Wrestling ein sehr physischen Sport; die Möglichkeit, nur mit körperlichen Fähigkeiten Karriere zu machen, hat Menschen, denen der Zugang zu höherer Bildung häufig verwehrt war, immer angezogen.

Beispiele für tragische Todesfälle

Hier sind einige Beispiele von Wrestlern, die viel zu früh verstorben sind:

Lesen Sie auch: Verformte Ohren im MMA

  1. Owen Hart (34): Starb bei einer WWE-Veranstaltung durch einen Sturz aus großer Höhe.
  2. Randy Savage (58): Verunglückte mit seinem Auto nach einem Herzinfarkt.
  3. Andre the Giant (46): Starb an Herzversagen aufgrund von Riesenwuchs.
  4. Chyna (46): Starb an einer Überdosis Medikamente.
  5. Mr. Perfect Curt Hennig (44): Die Todesursache hängt nicht mit Anabolika- oder Medikamentenmissbrauch zusammen.
  6. Rick Rude (40): Auch ihm war kein langes Leben vergönnt.
  7. The British Bulldog (39): Starb an einem Herzinfarkt infolge von Medikamentenmissbrauch.
  8. Eddie Guerrero (38): Starb an Herzinsuffizienz.
  9. Umaga (36): Starb an einem Herzinfarkt.
  10. Brian Pillman (35): Starb an Schmerzmittelmissbrauch.

Weitere Faktoren, die zum frühen Tod von Wrestlern beitragen

  • Aufbaumittel/Steroide: Damals in den 80er und 90er Jahren wurden die ganzen Nebenwirkungen solcher Mittel kaum ernst genommen.
  • Körperliche Schwierigkeiten/Belastungen: Viele "Riesen" und "Big Men" im Wrestling sind früh verstorben.
  • Drogen/Rauschmittel/Alkohol: Viele Wrestler leben unter Saus und Braus. Daher sind Alkohol und Drogen oft mit im Spiel.
  • Belastung durch den Wrestlingsport: Man hat seine Gehirnerschütterungen kaum ernst genommen.

Man muss sagen dass Wrestler in den letzten Jahren hauptsächlich an natürlichen Dingen sterben und nicht mehr wie noch 2000er...

Die Verantwortung der Promotions

Ist es das Risiko, dass das Business so mitbringt? Ja. Haben oder sind die Promotions auch mit in der Verantwortung bzw. haben sie sogar ne (Mit-)Schuld? Auf jeden Fall. Geht es im Wrestling gar nicht ohne Schmerzmittel/Drogen und ist die Abhängigkeit damit nicht vorprogrammiert? Geht schon, aber dann hat man eben auch kein Erfolg.

Zwar hat die WWE seit dem tablettenbedingten Herztod des Superstars Eddie Guerrero im Jahr 2005 ein eigenes Gesundheitsprogramm, zu dem neben Herztests auch verschärfte Dopingkontrollen zählen. Aber auch diese Kontrollen haben allerhand Schlupflöcher, wie es zu erwarten ist, wenn ein Veranstalter seine eigenen Stars kontrolliert.

Fazit

Das frühe Sterben vieler Wrestler ist auf eine Kombination aus Faktoren zurückzuführen, darunter Drogenmissbrauch, Medikamentensucht, körperliche Belastungen und die Arbeitsbedingungen in der Wrestling-Industrie. Es ist wichtig, dass die Promotions ihre Verantwortung wahrnehmen und Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit und Sicherheit ihrer Wrestler zu gewährleisten.

Bekannte Todesfälle von Wrestlern
Name Alter Todesursache
Owen Hart 34 Sturz bei WWE-Veranstaltung
Randy Savage 58 Herzinfarkt/Autounfall
Andre the Giant 46 Herzversagen
Eddie Guerrero 38 Herzinsuffizienz
Brian Pillman 35 Schmerzmittelmissbrauch