Verbal Judo ist die Kampfkunst des Geistes und des Mundes, die Ihnen zeigt, wie Sie in jeder verbalen Auseinandersetzung besser vorbereitet sein können. Als Autor sagt er: Verbal Judo ist die Kampfkunst des Geistes und des Mundes, die Ihnen zeigen kann, wie Sie in jeder verbalen Auseinandersetzung besser vorbereitet sind.
Verbal Judo bietet einen kreativen Blick auf Konflikte, der Ihnen helfen wird, Konfrontationen zu entschärfen und die Zusammenarbeit von Ihrem Ehepartner, Ihrem Chef und sogar Ihrem Teenager zu fördern. Hören Sie aufmerksamer zu und sprechen Sie effektiver, beziehen Sie Menschen durch Empathie ein, vermeiden Sie die häufigsten Gesprächskatastrophen und wenden Sie bewährte Strategien an, die es Ihnen ermöglichen, Ihren Standpunkt erfolgreich zu kommunizieren und in den meisten Streitfällen die Oberhand zu gewinnen.
Diese neue Ausgabe enthält ein frisches neues Cover und ein Vorwort, das das Erbe des Verbal Judo-Gründers und Autors George Thompson demonstriert, sowie ein noch nie zuvor veröffentlichtes Schlusskapitel, das Thompsons "Fünf universelle Wahrheiten" der menschlichen Interaktion vorstellt. Wie die Judoka agieren können Sie, statt solche Situationen wehrlos hinzunehmen oder es dem Gegenüber mit gleicher Münze heimzuzahlen: Judo ist eine Kampfkunst zur Selbstverteidigung durch überraschendes Verhalten und geschicktes, intelligentes sowie flexibles Kontern.
Die Grundlagen des rhetorischen Judo
"Sie wissen doch gar nicht, wovon Sie da reden!" Bei unfairen verbalen Angriffen möchte man am liebsten "zurückkeilen". Besser ist es, den Angriff mit rhetorischem Judo elegant abzuwehren. Die Techniken des rhetorischen Judos lassen einen Angriff ins Leere laufen oder drehen ihn so um, dass seine Wirkung verpufft. Es geht hier darum, das Gespräch sachlich fortsetzen zu können.
Viele haben es selbst schon erlebt: Sie werden in einer Diskussion mit unfairen Mitteln angegriffen. Eine Eskalation kostet Kraft sowie Nerven und ist riskant, schließlich kann eine solche Episode ein Verhältnis langfristig vergiften. Zudem kennen Sie oft die Gründe eines Angriffs nicht. Wenn Sie mit aggressiven Äußerungen konfrontiert werden, sollten Sie daher dem Impuls widerstehen, zurückzuschlagen, um eine verbale Prügelei zu vermeiden.
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Die Judoka nutzen die Angriffsenergie der Gegenseite, um diese zu kontrollieren und zu neutralisieren. Beim rhetorischen Judo ersetzen Argumente die Abwehrbewegungen. Die rhetorischen Angriffe werden durch geschickte Gegenargumente abgewehrt und das Gegenüber (also das Gesprächsgegenüber) wird in der Argumentation irritiert. Bevor Sie jedoch einen rhetorischen Angriff abwehren können, müssen Sie ihn als solchen erkannt haben.
Erkennen von verbalen Angriffen
Ein Hinweis dafür, dass Sie jemand angreift, ist, dass Sie sich emotional angegriffen fühlen und sofort zurückschlagen wollen. Oft läuft dann ein unbewusster Mechanismus ab, der in einem rhetorischen Schlagabtausch gipfelt.
- Spott: Äußert sich in verächtlichen Bemerkungen, die darauf abzielen, das Gegenüber lächerlich zu machen oder zu erniedrigen.
- Abwertende Kommentare: Dienen der Herabsetzung, indem sie dem Gegenüber Integrität oder Kompetenz absprechen.
- Persönliche Angriffe: Bestehen aus beleidigenden oder abwertenden Kommentaren, die dazu dienen, die Persönlichkeit des Gegenübers zu diskreditieren oder zu demütigen. Insbesondere durch Kommentare über das Aussehen, die Kleidung oder die Persönlichkeit des Gegenübers.
- Arrogantes Verhalten: Zeigt sich in überheblichen oder selbstgefälligen Äußerungen, die oft ein Überlegenheitsgefühl gegenüber anderen zum Ausdruck bringen. Diese Äußerungen können herablassend, respektlos und beleidigend sein und zielen darauf ab, die andere Person herabzusetzen oder zu demütigen. Beispiel: "Warum verstehst du das nicht?
- Diffamierung: Ist das Verbreiten falscher oder beleidigender Gerüchte oder Behauptungen, um jemanden vor anderen (oder hinter dessen Rücken) in einem schlechten Licht darzustellen oder dessen Ruf zu schädigen.
- Verhöhnung von Schwächen oder Fehlern: Betonung von Fehlern, Schwächen oder negativen Eigenschaften, um die andere Person zu demütigen oder zu verletzen.
Wenn Sie mit solchen Äußerungen konfrontiert werden, sollten Sie dem Impuls widerstehen, zurückzuschlagen, um eine verbale Prügelei zu vermeiden. Der erste Schritt dabei ist, dass Sie das Spiel erkennen und stoppen.
Techniken des Verbalen Judo
Signalisieren Sie Ihrem Gesprächsgegenüber, dass Sie bereit sind, sich zu verteidigen. Straffen Sie Ihre Haltung und wenden Sie sich Ihrem Gegenüber zu. Nehmen Sie Blickkontakt auf und halten Sie diesen selbstbewusst. Alle Techniken beruhen auf dem gleichen Prinzip: Sie lassen den rhetorischen Angriff ins Leere laufen oder drehen ihn so um, dass seine Wirkung verpufft.
- Schweigen: Bei dieser Technik vermeiden Sie es bewusst und demonstrativ, die Äußerung mit einer Antwort zu würdigen. Demonstrieren Sie durch eine aufrechte Körperhaltung, dass Sie nicht verlegen sind. Falls Sie den Impuls zu reagieren verspüren, unterdrücken Sie diesen und schweigen Sie. Dann widmen Sie Ihre Aufmerksamkeit anderen Themen. Sie können Ihr Schweigen durch Mimik und Gestik aktiv gestalten. Wie z.B. durch ein erstauntes oder trauriges Gesicht, durch Kopfschütteln oder völlig neutral ohne jede Regung. Auf die Bemerkung: "Du machst immer Fehler, das ist lächerlich" schweigen Sie und machen ein erstauntes Gesicht. Anschließend nehmen Sie Ihren Gesprächsfaden wieder auf.
- Zweisilbige Kommentare: Statt zu schweigen, kommentieren Sie den Angriff. Der bewährteste zweisilbige Kommentar ist: "Ach was!" Diesen sollten Sie bewusst und aus vollem Herzen machen. Auf die Bemerkung "Du bist unfähig, diese Aufgabe zu erledigen" antworten Sie mit einem ironischen "Ach was!" und gehen zu Ihrem Thema über.
- Entgiftende Gegenfragen: Greifen Sie das Wort auf, das Sie besonders getroffen hat, indem Sie nachfragen, was dieses Wort bedeutet, oder fragen Sie nach, was die gesamte Aussage bedeuten soll.
- Ironische Komplimente: Mit dieser Technik verstärken Sie die Energie des Angriffs. Bildlich gesprochen rennt die gegnerische Person auf Sie zu, und Sie geben ihr zusätzlich noch einen Schubs. Rhetorisch verstärken Sie das Argument Ihres Gesprächsgegenübers. Auf den Angriff "Warum verstehst du das nicht?
- Umleitungen: Bei einer Umleitung antworten Sie Ihrem Gegenüber, ignorieren aber dessen Äußerung und wechseln das Thema. Die Äußerung "Man sagt ja von dir, dass du nie fleißig warst" kann folgendermaßen umgeleitet werden: "Oh, wo Sie das gerade ansprechen, fällt mir ein …" und dann leiten Sie zu einem anderen Thema über.
- Unpassende Sprichworte: Hier antworten Sie mit einem Sprichwort, das zunächst vernünftig klingen mag, aber nichts mit dem Thema zu tun hat, mit dem Sie angegriffen wurden. Ihr Gegenüber sucht erfolglos nach einer logischen Erklärung, was es aus seinem Konzept bringt. Dann können Sie das Gespräch in Ihrem Sinne fortsetzen.
Es geht hier darum, den Angriff möglichst effizient abzuwehren, um das Gespräch sachlich fortsetzen zu können. Ergreifen Sie bei Ihrem Gegenangriff bestimmt das Wort und signalisieren Sie Dominanz durch eine aufrechte Körperhaltung und einen festen Blick. Lassen Sie sich jedoch nicht provozieren und schlagen Sie nicht unterhalb der Gürtellinie zurück. Falls Ihr Gegenüber Ihr Angebot zur Deeskalation ignoriert und Sie weiter provoziert, bleiben Sie dennoch ruhig und behalten Sie Ihre offene Körperhaltung bei. Sollte das rhetorische Judo nicht helfen, können Sie auf die Metaebene wechseln. Schildern Sie, wie die Bemerkung auf Sie gewirkt hat. Beispiel: "Deine Bemerkung hat mich getroffen.
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Rhetorisches Judo in der Praxis
Dieser Beitrag soll Sie dazu anregen, rhetorisches Judo auszuprobieren. Wichtiger als eine Vielzahl von Techniken zu kennen, ist die Fähigkeit, spontan auf unfaire Äußerungen zu reagieren. Selbst wenn Ihnen im Nachhinein einfällt, dass Ihr Gegenangriff nicht optimal war: Die Hauptsache ist, dass Sie gekontert haben - Schnelligkeit ist wichtiger als Perfektion. Aber nutzen Sie dies auch als Chance, sich auf einen nächsten Angriff vorzubereiten, indem Sie überlegen, wie Sie sich besser hätten wehren können. Hier ist Ihre Kreativität gefragt. Kontern Sie auch Angriffe gegen Ihre Kolleg:innen. Dadurch trainieren Sie Ihre Fähigkeit, gute Gegenstrategien zu entwickeln, und verbessern nebenbei Ihr internes Standing.
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