Die Geschichte des Vita-Parcours in der Schweiz

Der Vita-Parcours ist der am weitesten verbreitete Trimmpfad. Erfunden wurde er 1968 in der Schweiz, wo etwa 500 Vita-Parcours entstanden. 50 Jahre später gibt es diese Trimmpfade immer noch in nahezu konstanter Anzahl.

In den sechziger Jahren trainierte die Männerriege des TV Wollishofen im Sommer im nahe gelegenen Entlisbergwald und nutzte im Wald herumliegendes Holz für Turnübungen. Leider waren die genutzten Materialien immer nur für eine begrenzte Zeit verfügbar, da sie durch Forstarbeiten verschwanden.

Als man den Forstmeister Carlo Oldani bat, nicht alles wegzuräumen, hatte dieser die Idee, fixe Trimmstationen einzurichten. Der ETH-Hochschulsportlehrer Dr. Charly Schneiter entwickelte das Konzept für den Trimmpfad. Der Forstmeister und der Hochschullehrer suchten einen Sponsor für den Aufbau einer solchen Anlage.

Am 18.05.1968 konnte schließlich der erste Vita-Parcours in der Forrenweid bei der Allmend Zürich-Fluntern eröffnet werden, wo der Wald der Stadt Zürich gehörte.

Hier ist eine kurze Übersicht zu den Eröffnungen bzw.:

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  • 18.05.1968: 1. Vita-Parcours
  • 26.08.1970: 50. Vita-Parcours
  • 17.06.1971: 100. Vita-Parcours
  • 1990: 500. Vita-Parcours
  • 1973 wurde der europaweit 1000. Vita-Parcours eröffnet

1993 wird die VITA-Lebensversicherung umbenannt in Zürich-Leben. Leider wird auch die Unterstützung der Vita-Parcours aufgegeben. Von der Versicherung gibt es aber eine Millionen Franken als Kapital für eine Stiftung. Diese soll die Unterstützung der Vita-Parcours übernehmen, aber ausschließlich in der Schweiz.

Im Jahr 1997 entsteht anlässlich des 125-Jahr-Jubiläum der Versicherungsgesellschaft ein neues Konzept für die Vita-Parcours. Die Zürich-Versicherung wird 1998 Sponsor der Stiftung Vita-Parcours - allerdings unter der Bedingung, dass diese modernisiert werden.

Mit neuen Konzepten werden neue Zielgruppen erschlossen. Am 28.6.2012 wird der erste "Zurich vitaparcours junior" in Baden eröffnet, bei dem der Trimmpfad durch eine spezielle Beschilderung kindertauglich wird. Hinter "Vita-Parcours City" hingegen verbergen sich hingegen große Multifunktionsgeräte, auf denen Nutzer in der Stadt eine Vielzahl von Übungen absolvieren können. In Zürich wird ein solches Trimmgerät am 23.

Die Vorlage für den Vita-Parcours wurde im Laufe der Zeit mehrmals verändert:

  1. 1.0 (1968): Der erste Vita-Parcours verfügt über 20 Übungsstationen mit je einer Übung.
  2. 1.1 (wahrscheinlich 1972): Die Übungen für die Stationen 6, 16, 19 und 20 werden ausgetauscht.
  3. 2.0 (1988): Die Schilder sind immer noch hellblau, aber zumindest ein Teil der Übungen hat sich verändert. Es können mehrere Übungen an einer Station ausgeführt werden. Es gibt Stretching-Übungen, die auf den Schildern durch ein S bezeichnet werden. Außerdem gibt es neue Wegweiser.
  4. 3.0 (1997): Der Vita-Parcours hat nur noch 15 Stationen und mehrfarbige Schilder mit dunkelblauem Hintergrund bei den Symbolgrafiken. Durch unterschiedliche Farben werden die Übungen zu den Kategorien Audauer, Beweglichkeit / Geschicklichkeit und Kraft zugeordnet.

Der Vita-Parcours breitete sich nicht nur in der Schweiz aus. In Deutschland entstanden viel mehr Vita-Parcours als in der Schweiz. Es hätten sogar noch deutlich mehr werden können. In dieser Zeit gab es nämlich zwei deutsche Staaten.

Es gab sogar Konkurrenz für den Vita-Parcours: Der Deutsche Sportbund entwarf ein Alternativkonzept, bei dem alle Übungen an einem Platz konzentriert und durch eine separate Laufstrecke ergänzt wurden. Die Trimmplätze vom Deutschen Sportbund fanden jedoch keine so große Verbreitung wie die Vita-Parcours.

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Allerdings gab es auch Gemeinden, die durch regelmäßige Pflege ihren Vita-Parcours in einem nahezu originalen Zustand erhalten haben. Begünstigt wurde dies durch den Hersteller der Beschilderung, welcher diese bis etwa 2010 herstellte. So war in der Zeit von 2010 bis 2020 der Vita-Parcours Version 1.1 immer noch der mit Abstand häufigste Trimmpfad in Deutschland.

Die deutschen Vita-Parcours erlauben damit einen Blick in die Vergangenheit der Trimmpfade in der Schweiz. Allerdings stimmten die Beschilderungen in beiden Ländern nicht ganz überein. Die wenigen verfügbaren Bilder zeigen, dass zumindest die älteren Schilder in der Schweiz nicht über angerundete Ecken verfügten.

Außerdem hatten die Schilder wohl keinen nach hinten gebogenen Rand zur Montage auf einem Träger. Auf den Vita-Parcours in Deutschland und der Schweiz gab es wahrscheinlich keine unterschiedlichen Übungen - zumindest sind in den vorhandenen Aufnahmen keine Abweichungen zu entdecken.

Bei Übung 4 ist die Figur in der Schweiz stärker gebeugt. Beide Arme sind komplett sichtbar, während bei der deutschen Variante ein Arm oben abgeschnitten ist. Bei Übung 5 zeigen in der Schweiz zwei Linien die Bewegungsrichtung an. Auf dem deutschen Schild fehlen diese Linien. Bei Übung 10 unterscheidet sich der Bewegungspfeil. Bei Übung 19 (Version 1.0) hat das schweizer Schild eine Textzeile mehr.

Von der schweizer Anleitungstafel gibt es mindestens zwei Aufnahmen. Eine zeigt nur die oberen Zeilen "Hier beginn der VITA-Parcours. Er wurde im Rahmen des VITA-Gesundheitsdienstes". Hier beginnt der Text weiter oben als bei der deutschen Variante. Er verhilft Ihnen bei regelmässigem Training zu einer guten Gesundheit.

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Zur deutschen Ausstattung gehören rechteckige Wegweiser, welche das Logo der Motivationskampagne „Trimm Dich durch Sport“ zeigen. Diese Kampagne stammte vom Deutschen Sportbund. Es ist davon auszugehen, dass diese Wegweiser nicht außerhalb von Deutschland verwendet wurden.

In der Schweiz gab es dafür Wegweiser, welche auf der einen Seite eine Pfeilspitze hatten. Durch den Umbau der schweizer Vita-Parcours um die Jahrtausendwende gab es keine Chance mehr, noch Vita-Parcours mit der Ausstattung der früheren Versionen zu finden.

Entsprechend findet man bei der Suche nach Bildern aus der Schweiz fast nur Bilder der Version 3. Bei gründlicher Suche finden sich jedoch einzelne Quellen von historischen Aufnahmen.

Der Fernsehsender SRF hat bei Youtube einen Bericht aus der Sendung Antenne» vom 26.8.1970 eingestellt. Die Aufnahme ist in Schwarzweiß, und die Auflösung ist bescheiden. In dem Video ist eine Gruppen von Jungen zu sehen, die über den Vita-Parcours läuft und einige Übungen absolviert.

In einer Szene ist Station 8 mit Beschilderung zu sehen, aber Nahaufnahmen von dem Schildern gibt es nicht. Die gezeigten Übungen sind alle auch an deutschen Vita-Parcours zu finden, wobei es eine Besonderheit gibt: Die letzte Übung wurde nur bei den Vita-Parcours der ersten Jahre aufgebaut und wurde danach durch die wesentlich bekanntere Übung "Balancieren über Hindernis vorwärts und rückwärts, tief durchatmen" ersetzt.

Im Internet ist nur eine einzige Aufnahme von einem Originalschild zum "Sprung in Grube" zu finden. Die Aufnahmen entstanden bei der Einweihung des 50. Vita-Parcours im Königsbergwald am östlichen Stadtrand von Bern.

Vor zweieinhalb Jahren entstand der erste. Heute wird im Königsbergwald am östlichen Stadtrand von Bern bereits der fünfzigste eingeweiht. Der Parcours umfasst zwanzig Übungsposten, die sich auf eine Laufstrecke von zwei bis drei Kilometern verteilen.

In Abständen von 100 Metern werden vom Läufer Gymnastik und mittelschwere Kraftübungen verlangt. Ist eine Ortschaft am Bau eines Fitnessparcours interessiert, stellt die Lebensversicherungsgesellschaft gratis die nötigen Tafeln zur Verfügung. Sonstige Kosten fallen zu Lasten der Erbauer. Vita-Pacours fehlen vorderhand im Tessin, im Wallis und in der Westschweiz.

In dem Video vom Rundfunksender SRF 1 werden Trimmpfad-Nutzer an den Stationen 10 und 11 sowie beim Laufen gezeigt. Der Film ist in Farbe und enthält zwei Detailaufnahmen von Wegweisern. Diese gehören zu den Typen "Gehen links" und "Laufen links".

Farbe und Aufdruck sind wie in Deutschland. Bei den Details gibt es jedoch Unterschiede: Die deutschen Schilder der Firma Knipp haben abgerundete Ecken und einen nach hinten umgebogenen Rand, um sie auf einen Träger wie ein Brettchen zu montieren.

Die Ärzte Hans Howald (Sportmediziner, Magglingen) und Pièrre Wirz (Kardiologe) kommentieren die Leistung der Trainierenden (Praktische Medizin, 23.04.1974). Das Video zeigt in Farbe diverse Stationen des Trimmpfads von Danis-Tavanasa.

Dabei handelt es sich nicht um einen Vita-Parcours. Auf einer Übersichtstafel ist erkennbar, dass der Trimmpfad über 15 Stationen verfügt. Auf der Tafel ist die Angabe 1973/74 zu finden. Neben Details von Stationsschildern ist auch ein Wegweiser zum Trimmpfad mit der Aufschrift PERQUORSA DA SANADAD zu sehen.

Die Beschilderung scheint handgemalt zu sein. Die gezeigten Übungen stammen teilweise vom Vita-Parcours. Im Hintergrund wird die Melodie des bekannten Schlagers "Immer wieder sonntags" gespielt.

Am 07.10.2015 veröffentlichte die Neue Zürcher Zeitung einen Bericht über den Vita-Parcours, der sich sowohl mit der Geschichte der Vita-Parcours als auch ihrer heutigen Nutzung beschäft. Beim einem kurzen Blick Richtung Deutschland wird ein Ausschnitt von einem Werbefilm des Deutschen Sportbunds zum Trim-Trab gezeigt.

Zum Schluss werden auch neue Entwicklungen wie die App zum Vita-Parcours oder das Projekt Vita Parcours City vorgestellt. Der Bericht enthält neben aktuellen auch einige historische Aufnahmen, welche bei der Eröffnung des ersten und des fünfzigsten Vita-Parcours entstanden sind.

Bei den Aufnahmen vom ersten Vita-Parcours werden zudem Ausschnitte vom Schild bei Übung 10 und der obere Teil der Anleitungstafel gezeigt. Letztere unterscheidet sich zumindest von den Exemplaren in Deutschland.

Auf dem Video sind unter der Überschrift VITA(Logo) Parcours die folgenden vier Zeilen erkennbar: "Hier beginnt der VITA- | Pacours. Er wurde im | Rahmen des VITA- | Gesundheitsdienstes". In Deutschland hingegen befindet sich vor dem Text ein leerer Raum von etwa der vierfachen Zeilenhöhe, und nach dem ersten Satz "Hier beginnt der | Vita-Pacours." folgt der weitere Text in einem Rahmen.

"Der erste richtige Vita-Parcours wurde dann aber nicht in Wollishofen, sondern am Zürichberg eingerichtet. Auf der Forrenweid in der Nähe des heutigen Fifa-Hauptquartiers. Clever: Die Initianten hatten sich die Unterstützung der Krankenversicherung Vita gesichert, die dem Parcours ihren Namen und Geld für die Ausstattung gab.

Der Ur-Parcours wurde am 18. Mai 1968 eingeweiht. Danach setzte eine stürmische Entwicklung ein: Schon fünf Jahre später wurde der hundertste eröffnet, 1990 der fünfhundertste.

Am 21.5.2018 war der letzte Beitrag der SRF Tagesschau dem Vita-Parcours gewidmet. Dabei wurden auch Schwarzweiß-Aufnahmen von historischen Trimmpfaden gezeigt, darunter auch welche von der Eröffnung des ersten Vita-Parcours. Besonders interessant ist eine Detailaufnahme des Schilds zu Übung 1.

Sprecher: "Die Idee vom Sport in der Natur erhält schnell Schwung in der Schweiz. Fünf Jahre nach der Einführung wurde bereits der 100. Vita Parcours eröffnet und entsprach dem Trend hin zum individuellen Sport. Sport war damals praktisch nur in den Vereinen möglich.

Walter Mengisen, Stv. Direktor Bundesamt für Sport: "Es war natürlich nicht nur eine Bewegung, die überall Freude ausgelöst hat.