Die Titelkämpfe in der MBS Arena begannen am ersten Wettkampftag mit den Frauen in den Klassen -57, -63 und -70 kg und mit den Männern in den Klassen -73, -81 und -90 kg.
Die Ergebnisse vom ersten Wettkampftag:
Frauen U21
bis 57 kg:
- Jolina Reinhold, TSV Abensberg / BY
- Helene Riegert, JC Wiesbaden / HE
- Kathrin Krause, PSV Berlin / BE
- Leonie Wickert, TSV Bayer 04 Leverkusen / NW
- Julia Beissenhirtz, Kaizen Berlin / BE
- Miu Richter, Leipziger Sportlöwen / SN
- Narawadee Bröhl, SSF Bonn / NW
- Maya Patané, UJKC Potsdam / BB
bis 63 kg:
- Salome Steinebrunner, TV Heiterheim / BA
- Katharina Müller, FC Puchheim / BY
- Rabea Hohmann, 1. Fuldaer JC / HE
- Luise Mattisseck, TV Neustadt / BA
- Sara-Joy Bauer, TSG Backnang / WÜ
- Zoe Elisa Stockhausen, JC 71 Düsseldorf / NW
- Isabelle Schühlein, VfL Sindelfingen / WÜ
- Marley Garland, SV Nienhagen / NI
bis 70 kg:
- Hannah Müller, Judozentrum Heubach / WÜ
- Sveyarike Konrad, TSV Bayer 04 Leverkusen / NW
- Janne Päfgen, JC 71 Düsseldorf / NW
- Alica Thiele, UJKC Potsdam / BB
- Coco-Mia Baur, Judoschule Roman Baur / WÜ
- Emma Listl, TSV Abensberg / BY
- Malin Neumann, JC 90 Frankfurt (Oder) / BB
- Emelie Wagner, JG Uelzen / NI
Männer U21
bis 73 kg:
- Raphael Akoto, TB Hamburg-Eilbeck / HH
- Yuichi Yokoyama, JC 71 Düsseldorf / NW
- Arthur Akopjan, TSV Hertha Walheim / NW
- Nouri Günther, SSF Bonn / NW
- Louis Hüpenbecker, Judo-Team Hannover / NI
- Nikita Djadin, JC 66 Bottrop / NW
- Denis Hamidovic, 1. JC Bürstadt / HE
- Mark Volz, UJKC Potsdam / BB
bis 81 kg:
- Konstantin Distel, JC 66 Bottrop / NW
- Matti Göbel, Judo-Team Hannover / NI
- Henry Röder, JC Jena / TH
- Elija Ruben Märkt, SC Bushido Berlin / BE
- Yoshiya Laleike, JC 71 Düsseldorf / NW
- Kyrylo Kravtsov, JC Wiesbaden / HE
- Can Ilias Yosul, TB Hamburg-Eilbeck / HH
- Emil Keding, TSV Hertha Walheim / NW
bis 90 kg:
- Armin Pacariz, TV Wolbeck / NW
- Daniil Spyrydonov, TSV Großhadern / BY
- Alexander Lukas Margolin, BC Karlsruhe / BA
- Georgy Yakhnin, Eimsbütteler TV / HH
- Glib Nadyezhda, 1. JC Bürstadt / HE
- Hannes Reusch, KSC Asahi Spremberg / BB
- Maxim Belender, SSF Bonn / NW
In der Klasse bis 90 kg konnte Armin Pacariz vom TV Wolbeck seinen Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Im Finale setzte er sich gegen Daniil Spyrydonov vom TSV Großhadern durch.
Auch Konstantin Distel vom JC 66 Bottrop gelang nach seinem Titelgewinn 2024 in der U18 in diesem Jahr der Sieg in der U21. Er gewann das Finale der Klasse bis 81 kg gegen Matti Göbel vom Judo-Team Hannover.
Hannah Müller vom Judozentrum Heubach, im letzten Jahr noch Deutsche Meisterin in der U18, besiegte im Finale der Klasse bis 70 kg Sveyarike Konrad vom TSV Bayer 04 Leverkusen.
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Nach dem ersten Tag liegt Nordrhein-Westfalen mit zwei Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen im Medaillenspiegel vorne, gefolgt von Bayern (1/2/0) und Baden (1/0/2).
Die Kämpfe werden am Sonntag mit den Gewichtsklassen der Frauen -48, -52, -78 und +78 kg und der Männer -60, -66, -100 und +100 kg fortgesetzt.
Die Ergebnisse vom zweiten Wettkampftag:
Frauen bis 52 kg
- Diyora Keldiyorova, Usbekistan
- Distria Krasniqi, Kosovo
- Larissa Pimenta, Brasilien
- Amandine Buchard, Frankreich
- Odette Giuffrida, Italien
- Reka Pupp, Ungarn
- Mascha Ballhaus, Deutschland
- Gefen Primo, Israel
Männer bis 66 kg
- Hifumi Abe, Japan
- Willian Lima, Brasilien
- Gusman Kyrgyzbayev, Kasachstan
- Denis Vieru, Moldawien
- Strahinja Buncic, Serbien
- Walide Khyar, Frankreich
- Nurali Emomali, Tadschikistan
Souverän gewinnt Mascha Ballhaus ihre ersten beiden Kämpfe gegen Paulina Martinez aus Mexiko und Khordloodoi Bishrelt aus den Vereinigten Emiraten, muss sich jedoch der Ranglistenersten Diyora Keldiyorova aus Usbekistan und in der Trostrunde der Brasilianerin Larissa Pimenta geschlagen geben.
Die erste Gegnerin ist Paulina Martinez aus Mexiko. Mascha Ballhaus musste sehr aufpassen gegen die sehr aggressiv beginnende Mexikanerin. Nach 90 Sekunden setzte sie ein Zeichen und warf mit O-uchi-gari einen Waza-ari. Ein gutes Polster, aber sie erhielt danach auch die zweite Strafe für einen falschen Griff. Eine Minute vor Ende des Kampfes setzt Mascha Ballhaus eine Würgetechnik an und gewinnt den Kampf.
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Im nächsten Kampf steht sie gegen Khordloodoi Bishrelt aus den Vereinigten Emiraten. Nach zwei Minuten kontert sie ihre Gegnerin und erhält Waza-ari. Eine halbe Minute vor Ende arbeitet sie wieder eine Würgetechnik aus und gewinnt mit Ippon.
Damit steht sie in der Runde der letzten Acht und muss gegen Diyora Keldiyorova aus Usbekistan kämpfen, die im Kampf vorher die Weltklasse-Judoka und Favoritin Uta Abe ausgeschaltet hat. Die Siegerin der Begegnung zieht ins Halbfinale ein, die Verliererin hat noch die Chance, über die Trostrunde zu Bronze zu kommen.
Beide Kämpferinnen schenken sich nichts. Beide bekommen jedoch je zwei Strafen für Griffverhinderung. Sie liefern sich weiter einen starken Kampf, die fast immer gleichzeitig angreifen. Die Usbekin ist jedoch in einigen Fällen etwas schneller, ohne dass es eine Wertung gibt. Eine Minute vor Ende greift dann der Kampfrichter ein und gibt Mascha Ballhaus die dritte Strafe für Inaktivität. „Die Strafe hat mich schon etwas genervt. Ich wusste zwar, dass ich was machen muss, da sie vorher ein paar gute Aktionen hatte, aber dass ich gerade bei der Aktion den Shido bekomme, hab ich nicht ganz verstanden“, hadert Mascha Ballhaus etwas mit dem Kampfende.
Mit diesem Ergebnis steht Diyora Keldiyorova im Halbfinale, Mascha Ballhaus kämpft in der Trostrunde gegen die Brasilianerin Larissa Pimenta.
Es wird ein großartiger Kampf. Beide Athletinnen schenken sich nichts. Sie erhalten zunächst recht schnell beide eine Strafe für Inaktivität. Unsere Athletin bekommt nach zwei Minuten Kampfzeit noch eine weitere Strafe für Raustreten aus der Matte. Beide haben gute Aktionen, mal ist die eine aktiver, dann wieder die andere. Mascha Ballhaus kommt als gute Bodenkämpferin nicht zum Zuge, die Brasilianerin wehrt immer zeitig ab. „Da ich die letzten drei Mal gegen die Brasilianerin gewonnen habe, dachte ich mir schon, dass sie sicher etwas umstellen werden. Ich hab gleich am Anfang gemerkt, dass sie sich aggressiver und kräftiger vor allem im Griff anfühlt, als ich sie die letzten Male wahrgenommen habe.“ Es geht ins Golden Score. Nach zwei Minuten dann die entscheidende Aktion. Pimenta kommt am Boden zu einer Würgetechnik und damit verliert Mascha Ballhaus diesen Kampf.
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„Da ich dann recht schnell die zwei Strafen bekommen habe, kippt halt so ein Kampf auch mal schnell, weil ich ja mehr Risiko eingehen musste.“
Sie wird nach einem guten Wettkampftag Olympia-Siebte. „Ich bin irgendwie traurig, weil ich das Gefühl hatte, in der Vorrunde richtig gut performt zu haben. Diese lange Pause hat mich ein bisschen rausgebracht.“ Dennoch hat sie sich auf der Olympia-Matte gut verkauft.
„Ich bin jetzt grad traurig, aber eigentlich bin ich schon stolz auf den Wettkampftag. Vor allem auch, wie ich meine Emotionen und meine Aufregung gemanagt habe.“
„Mascha hatte einen sehr guten Start in den Wettkampf und hat auch gegen die spätere Olympiasiererin aus Usbekistan auf Augenhöhe gekämpft“ , wertet Frauen-Bundestrainer Claudiu Pusa den Wettkampftag. „Am Ende haben ein paar kleine Prozente gefehlt, da war schon noch etwas mehr drin.“
