Karate Grundschule: Eine Liste wichtiger Begriffe für Anfänger

Dieses Buch eignet sich für Kinder im Alter von sieben bis 13 Jahren und dient als Trainingsbegleiter für die ersten drei bis vier Jahre Karate-Praxis. In kindergerechter Sprache geschrieben, werden die Basistechniken vorgestellt, die jedes Karate-Kid für den Beginn seiner Karate-Übungen in den Bereichen des Kihon, Kata und Kumite benötigt.

Darüber hinaus werden die Werte beschrieben, die das Karate schon in jungen Jahren vermittelt, wie Respekt, Disziplin, Tradition und der Umgang mit Kritik. Personalisierte Arbeitsbücher mit eigenen Bildern, Zeichnungen und Notizen machen das Buch zu einem echten Unikat. Zwei Lesezeichen und ein Aufsteller können ausgeschnitten und unabhängig vom Buch genutzt werden. Als Ergänzung zum Training, gilt das Buch als praktische Unterstützung für alle Trainer.

Grundlegende Karate-Begriffe

Jeder, der einmal ein Karate-Do Training miterlebt oder gesehen hat, kennt das An- und Abgrüßen vor und nach dem Training. In jedem Dojo wird es praktiziert, allerdings ist es überall leicht unterschiedlich in Form und Dauer. Es gibt im Prinzip nur zwei Basisformen, nämlich einmal den Gruß im Stehen (Ritsu-Rei) und einmal den Gruß im Kniesitz (Za-Rei).

Während die Ritsu-Rei-Variante einen ”schnellen” Gruß darstellt und überall gleich ist (es wird sich voreinander mit der Grußformel Oss verbeugt), ist der Gruß im Za-Rei doch oft sehr unterschiedlich zu sehen.

Man kann nicht behaupten, daß das eine Dojo es richtig und das andere es falsch macht, sondern es sind jeweils verschiedene Formen, die im Laufe der Zeit von Sensei zu Sensei so überliefert wurden. Um zumindest eine Art darstellen zu können, wird hier die allgemein altüberlieferte Variante des Grußes im Za-Rei dargestellt.

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Nachdem sich Meister und Schüler mit dem Gesicht zueinander in den Kniesitz gesetzt haben, wird zuerst ein Moment der Stille, das sog. Mokuso praktiziert. Hier soll sich der Karateka frei machen von allem Weltlichem, allen Ängsten und Problemen des alltäglichen Lebens und seine Konzentration auf das Karate-Do richten.

  • Shomen ni Rei ist der erste Gruß, der unmittelbar nach der meditativen Phase ausgeführt wird.
  • Sensei ni Rei ist der zweite auszuführende Gruß.
  • Otagai ni Rei ist der letzte Gruß am Anfang und Ende des Trainings, bzw. ein Gruß innerhalb des Trainings der Übenden zueinander. Dieser Gruß steht als Dank für die Hilfe eines Mitübenden oder auch zur höflichen Begrüßung von mitübenden Gästen im Dojo.

Sehr bedeutsam für alle Grußformen ist besonders die Ausführungsart, also die ehrliche Absicht den Gegenüber, die Ahnen, das Dojo oder entsprechende Personen zu Grüßen. Ein kurzes Kopfnicken oder hektisches Verbeugen zeigt genau das Gegenteil eines echten Grußes, denn der zu Grüßende wird hiermit nur zu einem lästigen oder nur für die eigene Person nutzbringendem Ding degradiert.

Auch wenn der Gegenüber nicht immer den optimalen Übungspartner darstellt, so sollten wir dennoch dankbar sein, daß wir mit jemanden trainieren können, und dadurch voneinander lernen können. Denn auch aus Situationen, die uns im ersten Moment nutzlos erscheinen mögen, lernen wir.

Das Wort "Oss" im Karate

Der Begriff Oss besteht in der japanischen Schreibweise aus zwei Schriftzeichen. Das erste ist Osu, das die Aussprache des ganzen Wortes beeinflußt. Dieses bedeutet wörtlich stoßen oder drücken. Das zweite Zeichen Shinobu hat die Bedeutung von ertragen, erdulden, erleiden.

Im Karate-Do sollte und wird dieses Wort Oss für fast alles benutzt. Übliche Bedeutungen sind Danke, Bitte, Ich habe verstanden und ist auch ein Grußwort zu einem anderen Karateka. Wird es mit einer Verbeugung ausgesprochen, drückt es Respekt, Vertrauen und Sympathie dem Gegenüber aus oder zeigt dem Sensei, daß das von ihm Gesagte verstanden worden ist.

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Das Wort ”Oss” wird nur zwischen Menschen gebraucht, d.h. es wird beim Shomen ni Rei und dem Shinza ni Rei nicht benutzt, sondern nur beim Sensei ni Rei oder dem Otagai ni Rei.

Weitere wichtige Karate-Begriffe

  • Budô: Budô ist der Überbegriff für die japanischen Kampfkunstmethoden, die sich unter dem Aspekt des Weges (Dô) aus dem Bujustu (Technik des Kriegers) entwickelten.
  • Bushidô: Weg des Kriegers (Ehrenkodex der Samurai)
  • Dachi: Stand, Stellung
  • Dai: gross
  • Dan: Stufe, Grad, Meisterstufe, Schwarzgurt
  • Dô: Weg, Pfad, Grundsatz, Lehre, Philosophie, Richtung, Prinzip; Dô ist ein Weg, in dessen Zentrum eine Übung steht, deren Ziel das Erweitern des im Menschen liegenden Potentials ist, durch das er zu seiner Sinnbestimmung wachsen und sein Leben mit Bewusstsein und Erkenntnis füllen kann.
  • Deshi: Bezeichnung für einen Schüler, einen Lernenden oder Auszubildenden
  • Dojo: Trainingsort, an dem die Kampfkünste gelehrt werden
  • Futanren: Unzulängliches Training
  • Gi: Karate-Bekleidung. Sie besteht aus einer Jacke(Uwagi), einer Hose(Zubon) und dem Gürtel(Obi)
  • Hanmi: abgedrehter Oberkörper und Hüfte
  • Hara: Bauch, energetisches Zentrum des Menschen, Schwerpunkt
  • Hiki-Te: Zurückziehen der Faust an die Hüfte
  • Hira: flach
  • Honbu Dojo: Zentraldojo
  • Jiyu: frei
  • Kanchô: Amt, Behörde; neuerer Titel für den Vorstand einer Schule
  • Kagi, Kake: Haken
  • Kamae: Bereitschaftshaltung, Kampfstellung, vorbereitende Haltung
  • Kara: Hülle, Schale, Leer
  • Karate-Do: Der Weg der leeren Hand
  • Karateka: Karatebetreibende(r) / Ausübender des Karate dô
  • Keiko: Das Alte, die Vergangenheit überdenken. Bezeichnung für das Üben im Sinne des Budo bzw. der alten traditionellen Künste. Es umfaßt die drei wichtigsten Komponenten Ki, Shin und Waza.
  • Hajime: Beginn, Anfang, Anfangen, Los
  • Kamaete: Körperhaltung einnehmen
  • Mawatte: Wendung
  • Mokuso: Meditation
  • Mokuso Yame: Meditation Ende
  • Naore: Rührt Euch!

Die Bedeutung von Kihon, Kata und Kumite

Der japanische Begriff «Kihon» (Grundschule) steht für «Basis», «Fundament» und kann sinngemäss mit «Ursprung der Kraft» übersetzt werden. Die Kata ist das Herzstück eines Stils. Sie stellt einen Kampf gegen imaginäre Gegner dar. Sämtliche Abwehr- und Angriffstechniken sind vorgegeben. Kumite bedeutet Kampf (Kumi: Begegnung, Te: Hand). Übersetzt heisst der Begriff so viel wie «Begegnung der Hände».

Erscheinungsformen im Karate

Im Ausbildungskonzept werden Erscheinungsformen als beobachtbare und erlernbare Bewegungs-, Verhaltens- oder Spielmuster in konkreten sportlichen Situationen definiert. Sie dienen den Teilnehmenden als Orientierungsmarke und als Lernziel, um sich in ihrer Sportart zu verbessern. Sie beschreiben also eine konkrete Handlungsqualität der Sportart.

Fürs Karate wurden fünf Erscheinungsformen festgelegt. Sie gelten für sämtliche Entwicklungsphasen von FTEM. Ihre Ausprägung ist entwicklungs- und leistungsabhängig. Den Unterschied der verschiedenen Phasen erkennt man einerseits an der Handlungsqualität der Erscheinungsformen (stabil, explosiv, flink, harmonisch, virtuos, usw.) und andererseits am zunehmenden Schwierigkeitsgrad der Trainingsinhalte.

Sie beschreiben Aktivitäten, die sowohl für die Disziplin Kata als auch die Disziplin Kumite gelten. Kaum einer anderen Sportart ist es gelungen, das Wesentliche ihrer Tätigkeiten auf so wenige Kernaktivitäten zu reduzieren. Dieses konzeptionelle Ergebnis wurde von den zuständigen Fachpersonen des BASPO anerkennend festgestellt.

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Trainingsformen sind zielführende Aufgaben, Übungen und spielerische Wettkampfformen, die Teilnehmende in ihrem Lern- und Entwicklungsprozess unterstützen. Lernen heisst, Möglichkeiten schaffen, um künftigen Aufgaben gewachsen zu sein. Um eine umfassende Grundausbildung zu ermöglichen, können sowohl allgemeine, sportartübergreifende Trainingsformen, wie auch sportartspezifische Trainingsformen eingesetzt werden.

Entwicklungsdimensionen im Karate

Den Erscheinungsformen liegen 16 grundlegende Entwicklungsfaktoren zugrunde. Sie sind aufgeteilt in fünf Entwicklungsdimensionen. Diese lassen sich den Bereichen Athletik, Technik, Taktik, Kooperation und Psyche zuordnen. Der Einfluss der jeweiligen Entwicklungsfaktoren hängt von der betreffenden Erscheinungsform ab. Die Gewichtung der einzelnen Entwicklungsfaktoren variiert dabei stark. Die Liste der 16 Entwicklungsfaktoren ist nicht abschliessend.