Kickboxen ist eine faszinierende Kampfsportart, die für Fitness und Effektivität bekannt ist. Sie erfordert jedoch eine starke Disziplin und eine gute Ausdauer, um sie zu erlernen.
Der Einstieg ins Kickboxen
Der Einstieg ins Kickboxen ist für Kinder gut geeignet. Das Kämpfen mit umfangreichen Körperschutz mildert die Härte der körperbetonten Boxtechniken und Fußtritte entscheidend ab. Zusätzlich stärkt Kickboxen das Selbstbewusstsein und verbessert die Fitness.
Mindestalter und Techniken
Die meisten Sportvereine oder Sportschulen setzen ein Mindestalter von zwölf Jahren für Ihre Kickbox-Kurse voraus.
Im Vergleich zu Karate oder Taekwondo punktet das Kickboxen mit seiner geringeren Anzahl an Techniken. Allerdings weist es auch Verbindungen zu den genannten Kampfkünsten auf, denn Kickboxer nutzen sowohl ihre Hände als auch ihre Beine zum Ausführen von Arm- und Fußtechniken.
Abwandlungen und Einflüsse
Wir nutzen das Kickboxen als Einstiegselement, wandeln die Form jedoch leicht ab. So ist das Kickboxen bei uns ein Hybrid aus dem klassischen Kickboxen und dem Muay Thai. Ellbogen- und Knietechniken wirst Du zu Beginn dabei aber trotzdem noch nicht lernen. Denn diese sind sehr Trainingsintensiv und können schnell zu schweren Verletzungen führen, wenn sie nicht richtig ausgeführt werden.
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Kickboxen vereint zahlreiche Einflüsse in sich, was an verschiedenen Details deutlich wird. So werden bestimmte Tritte beispielsweise nach wie vor wie beim klassischen Karate ausgeführt. Dass bedeutet, dass der Fuß-Spann den Gegner trifft, und nicht wie beim Muay Thai das Schienbein.
Die traditionellen Regelwerke des Kickboxens umfassen keine Schläge mit dem Ellbogen, keine Stöße mit dem Knie und keine Tritte gegen die Oberschenkel. In anderen Regelwerken dürfen „Low Kicks“ - also Tritte gegen den Oberschenkel - ausgeführt werden, allerdings waren Stöße mit den Ellbogen auch weiterhin verboten.
Der Trainingsablauf
Erfahrene Trainer führen ein gut strukturiertes Training durch. Dementsprechend beginnen die Übungen mit einer lockeren Aufwärmgymnastik. Anschließend folgen Dehnübungen. Da im Kickboxen die Beintechniken eine große Rolle spielen, ist das Dehnen der Ober-, Innen- sowie Unterschenkel unerlässlich. Anfänger neigen dazu, diese kleine Tatsache zu vernachlässigen. Das kann jedoch ernsthafte Folgen haben. Nach der Dehnung folgen Kraftübungen, welche beim Aufbau einer starken Muskulatur helfen sollen. Dazu gehören nicht nur Kniebeugen oder Bauchaufzüge, sondern auch Liegestützen. Zuletzt folgen Kämpfe, bei welchen die Trainierenden jedoch Rücksicht auf ihre Sportkameraden nehmen.
Das Aufwärmen steht am Anfang jeder Trainingseinheit. Übungen, die den Kreislauf fordern, wärmen gleichzeitig die Muskulatur auf. Beispielsweise kann man einige Runden in der Halle laufen oder Seilspringen. Denkbar ist auch ein leichtes Boxtraining mit Partner im Form eines Sparrings oder Pratzentraining. Ist die Muskulatur warm, und insbesondere die Beinmuskulatur, kann man mit Dehnübungen beginnen. Die Sehnen und Bänder der Oberschenkel-Innenseite werden bei hohen Beintechniken besonders stark beansprucht und müssen deshalb gut gedehnt werden.
Nachdem man gut aufgewärmt und gedehnt ist, geht man häufig zum Lernen oder Verbessern von Techniken über. Beim Einstudieren der Techniken stellen sich die Trainingsteilnehmer am besten vor einen Spiegel und ahmen die Bewegungen des Trainers nach. Einem guten Trainer gelingt es, den Bewegungsablauf, den Sinn einer Technik sowie häufige Fehler anschaulich und verständlich zu erklären. Auf diese Weise lernen Anfänger zum einen neue Techniken und Fortgeschrittene verbessern ihre Techniken.
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Die Trainingsteilnehmer sollen sich ständig verbessern, indem sie die Techniken und Kombination immer wieder am Partner, am Boxsack und beim Schattenboxen üben. Das ist der Gundgedanke des Trainings. Boxsacktraining und Krafttraining erhöhen die Schlaghärte. Die Arbeit mit Pratzen steigert die Koordination und Reaktionsfähigkeit. Beim Schattenboxen arbeitet man an Technik und Schnellkraft.
Zusätzliches Training
Beim Kickboxen spielen neben Technik auch Ausdauer und Schnellkraft eine große Rolle. Die Ausdauer lässt sich zu Hause bespielsweise durch joggen oder seilspringen, die Schnellkraft durch Boxsacktraining oder Schattenboxen maßgeblich verbessern. Liegestütze auf Fäusten erhöhen die Schlagkraft der Boxtechniken, Kniebeugen den ausgeübten Druck bei Stoßtritten wie dem Front-Kick und dem Side-Kick. Für hohe Präzision bei Fußtritten im Kopfbereich ist außerdem fast tägliches Dehnen notwendig. Viele Dehnübungen sind alleine zu Hause durchführbar. Für die heimischen vier Wände ist beispielsweise eine umfangreiches Spagattrainging bestens geeignet. Hervorragende Dehneffekte erzielt man auch mit einem Partner, der bei den Dehnübungen sanften Druck ausübt. Idealerweise tut man sich hier privat mit Gleichgesinnten zusammen.
Kickboxer können in ihren eigenen vier Wänden die Dehnübungen wiederholen. Eine regelmäßige Dehnung sorgt für eine besser gedehnte Muskulatur innerhalb eines kurzen Zeitraumes. Darüber hinaus können Trainierende zuhause Liegestützen, Sit-Ups und Kniebeugen trainieren. Sie bauen auf diese Weise eine starke Muskulatur auf, die sie während des Trainings benötigen.
Trainingshäufigkeit
Kickboxer sollten mindestens zwei Mal pro Woche für je 90 Minuten ein Training besuchen.
Voraussetzungen für den ersten Kampf
Die Teilnahme an Wettkämpfen erfordert eine Grundkondition, um Kämpfe über größere Distanzen siegreich gestalten zu können. Neben dem Techniktraining sind Ausdauer und Schnellkraft wesentliche Elemente des Kickboxen Trainings. Nur eine gute Fitness ermöglicht eine siegreiche Teilnahme an Wettkämpfen.
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Tritte mit den Füßen erfordern nicht nur eine hohe Muskelkraft, sondern auch eine gute Dehnung.
Kickboxen zeichnet sich nicht nur durch das schnelle Ausführen von Fuß- und Armtechniken, sondern auch durch eine gute Kondition und Dehnung. Kickboxer müssen nicht nur in einer guten körperlichen Verfassung, sondern auch gut gedehnt sein. Darüber hinaus sind regelmäßige Trainingsstunden erforderlich.
Dauer bis zum ersten Kampf
Diejenigen, die an Wettkämpfen teilnehmen möchten, sollten jedoch mindestens zwei Jahre regelmäßig und intensiv trainieren. Blutige Anfänger würde nur enttäuscht werden. Sie würden vermutlich auch demotiviert das Training aufgeben. Ein jahrelanges Training stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern gibt den Wettkämpfern auch ein Gefühl der Sicherheit. Schließlich steigt bei einem Wettkampf der Puls an und das Herz schlägt vor Aufregung ein wenig schneller.
Die Rolle des Trainers
Allerdings sollten diejenigen, die diesen Sport erlernen möchten, den Weg in eine Kampfsportschule machen. Es ist zwar nicht unmöglich diesen Sport zuhause zu lernen, dennoch kann ein erfahrener Kickbox-Trainer hilfreiche Ratschläge geben. Außerdem ist er ein guter Motivator, wenn die eigene Disziplin nachlässt und der Kickboxer das Gefühl hat, nicht mehr weitermachen zu können.
Einem guten Trainer gelingt es, den Bewegungsablauf, den Sinn einer Technik sowie häufige Fehler anschaulich und verständlich zu erklären.
Bücher zur Vorbereitung
In diesem Ratgeber mit vielen Bildern erklärt der achtfache Weltmeister Klaus Nonnemacher anschaulich die Grundtechniken bis hin zu wirkungsvollen Kombinationen für Training und Wettkampf. Der Leser erhält gute Tipps, das Training mit verschiedenen Methoden und Geräten noch effektiver zu gestalten. Ein 12 Wochen Trainingsplan zur Vorbereitung auf Wettkämpfe rundet das Buch ab.
Kickboxer, die das Einstieger-Niveau bereits hinter sich gelassen haben, finden in diesem Werk von Christoph Delp ein hevorrangendes Buch zur Technik und Taktik auf Wettkampfebene. Mit anschaulichen Bildern geht der Autor auf Verteidigungs- und Kontertechniken und auf Körpertäuschungen und Finten ein, um den Gegner zu überlisten. Ein weiterer Teil des Buches bildet der Trainingsplan mit speziellen Fitnessübungen zur Vorbereitung auf Wettkämpfe. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit Wettkampftaktiken und Aspekte der Selbstverteidigung.
Trainingsplan zur Wettkampfvorbereitung
Die körperliche Fitness ist neben Technik und Taktik ein wichtiger Baustein zur erfolgreichen Teilnahme an Wettkämpfen. Hier finden Sie einen Trainingsplan, der ihre Ausdauer, Schnellkraft und Schlaghärte verbessert und Sie so optimal auf ihren nächsten Wettkampf vorbereitet.
In der Vorbereitung sollten Sie vor allem viel Sparring, Schattenboxen und Pratzentraining machen.
Kickboxen als Selbstverteidigung
Diejenigen, die Kickboxen als Selbstverteidigung und als Sportprogramm betrachten, sollten wissen, dass hierfür keine Altersgrenze existiert. Individuen sind auch für diesen abwechslungsreichen Sport weder zu jung noch zu alt. Allerdings sollten interessierte Personen in einer guten körperlichen Verfassung sein, da der Sport eine hohe Kondition erfordert. Die weiteren Übungen lassen sich mittels Disziplin erlernen. Schließlich beinhaltet das Kickboxen weitaus weniger Techniken als die anderen Kampfsportarten. Es erfordert lediglich einen regelmäßigen Trainingsbesuch und den Willen stets besser zu werden.
Fazit
Es erfordert lediglich einen regelmäßigen Trainingsbesuch und den Willen stets besser zu werden. Denn motivierte Kickboxer pflichten Phillip Rosenthal bei seinem Zitat: „Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein“. Deswegen verfolgen sie das Ziel mit jedem Training besser zu werden.
