Ringen ist der optimale Kampfsport und eine sportliche Herausforderung, die sowohl Körper als auch Geist fordert. Die Sportart hat eine lange Geschichte und gehört zu den ältesten Kontaktsportarten der Welt. Im Ringen kämpfen zwei Athleten gegeneinander, indem sie versuchen, den Gegner auf die Matte zu werfen oder ihm einen Schulterpin zu verpassen. Die Techniken im Ringen erfordern Kraft, Ausdauer, Koordination und taktisches Geschick.
Die Geschichte des Ringens
Ringen ist eine der ältesten Sportarten der Welt, die bis in die Antike zurückreicht. Es hat seine Wurzeln in verschiedenen Kulturen, einschließlich den antiken griechischen und römischen Spielen, den mongolischen und türkischen Raufereien sowie den europäischen Ritterturnieren. Die Geschichte des Ringens geht bis zu den antiken Olympischen Spielen zurück, die im 8. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland stattfanden. Damals war Ringen eine der bekanntesten Sportarten und wurde oft in der Nacktheit ausgeführt. Die Römer führten das Ringen fort und es wurde zu einer beliebten Unterhaltung für die Massen.
Im Mittelalter wurde das Ringen in Europa weitergeführt, aber es hatte eine andere Form angenommen. Ritter nutzten das Ringen, um ihre Kriegsfähigkeiten zu verbessern und ihre Stärke und Kondition zu testen. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde das Ringen in England und Frankreich weiterentwickelt und als Teil der Renaissance-Sportkultur angesehen. Im 19. Jahrhundert wurde das Ringen in den USA und Europa weiter populär und es gab viele berühmte Ringer, die als Stars bekannt waren. Die Regeln des Ringens wurden ebenfalls vereinfacht, um es für das Publikum attraktiver zu machen. Im 20. Jahrhundert wurde das Ringen zu einer olympischen Sportart und es fand seinen Platz bei den Sommer- und Winterspielen. Heute ist das Ringen eine weltweit bekannte Sportart, die in vielen Ländern aktiv betrieben wird. Es hat sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt und verändert, aber sein Ziel, den Gegner zu Boden zu bringen und zu überwältigen, bleibt gleich.
Regeln und Stile im Ringen
Ringen ist eine traditionsreiche Sportart, die sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt hat. Es handelt sich hierbei um einen kraftvollen und anspruchsvollen Wettkampf, bei dem es darum geht, den Gegner zu Boden zu bringen oder ihn dazu zu zwingen, aufzugeben. Es ist wichtig, dass die Teilnehmer die Regeln des Ringens kennen und einhalten, um einen sicheren Wettkampf zu garantieren.
Bevor wir uns mit den spezifischen Regeln im Ringen befassen, ist es wichtig zu wissen, dass es unterschiedliche Ringstile gibt. Dazu gehören Freistil, Greco-Römisch und Frauenringen. Jeder dieser Stile hat seine eigenen Regeln und Vorschriften, die es zu beachten gilt. Beim Freistil-Ringen dürfen beide Kämpfer mit allen Teilen ihres Körpers angreifen und den Gegner zu Boden bringen. Das Greco-Römisch-Ringen ist eine spezielle Form des Ringens, bei der Griffe unterhalb der Gürtellinie verboten sind.
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Um einen fairen Wettkampf zu garantieren, sind die Regeln im Ringen von großer Bedeutung. Bei Turnierkämpfen werden drei Runden gekämpft, während Mannschaftskämpfe zwei mal drei Minuten dauern. Der Sieger eines Kampfes ist entweder derjenige, der am Ende der Zeit die meisten Punkte gesammelt hat, oder derjenige, der seinen Konkurrenten auf beide Schultern gebracht hat („geschultert“ oder „gepinnt“). Eine Runde kann vorzeitig gewonnen werden, wenn einer der Kämpfer entweder zwei Drei-Punkte-Wertungen oder eine Fünf-Punkte-Wertung erzielt, unabhängig vom Gesamtpunktestand, oder wenn ein Unterschied von sechs Punkten vorliegt.
Die Regeln im Ringen sehen vor, dass ein Wettkampf aus mehreren Runden besteht, die jeweils eine bestimmte Dauer haben. Während dieser Zeit versuchen die Kämpfer, so viele Punkte wie möglich zu erzielen. Punkte werden beispielsweise durch einen erfolgreichen Wurf, einen gegnerischen Aufgabegriff oder durch einen Konter verdient. Neben den erlaubten Techniken gibt es auch eine Reihe von Techniken, die beim Ringen verboten sind. Dazu gehören beispielsweise Schlag- und Trettechniken, Würgegriffe und unsportliches Verhalten. Wer gegen diese Regeln verstößt, muss mit Strafen rechnen. Die Strafen können je nach Schwere des Vergehens unterschiedlich ausfallen.
Gewichtsklassen im Ringen
Ringen ist eine anspruchsvolle Sportart, bei der Kraft, Technik und Taktik eine wichtige Rolle spielen. Um einen fairen Wettkampf zu garantieren, werden die Teilnehmer in verschiedene Gewichtsklassen eingeteilt. Gewichtsklassen sind Klassen, in die die Teilnehmer eines Ringwettkampfs aufgrund ihres Gewichts eingeteilt werden. Wenn Athleten unterschiedlicher Größe und Gewicht gegeneinander antreten, kann es zu einem ungleichen Kräfteverhältnis kommen. Es gibt im Ringen eine Vielzahl unterschiedlicher Gewichtsklassen, die je nach Veranstaltung und Regelwerk variieren können.
Die Gewichtsklassen im Ringen werden von den jeweiligen nationalen und internationalen Ringverbänden festgelegt. Die Einteilung erfolgt in der Regel in Schritten von 1-5 kg. Es ist wichtig zu beachten, dass die Gewichtsklassen je nach Verband unterschiedlich sein können. Es gibt im Ringen verschiedene Gewichtsklassen für Frauen und Männer. Die genauen Gewichtsklassen hängen ebenfalls von den jeweiligen nationalen und internationalen Ringverbänden ab.
Frauenringen
Frauenringen hat in den letzten Jahren einen starken Anstieg an Popularität erfahren. Besonders im olympischen Bereich hat sich Frauenringen als eine fesselnde und faszinierende Sportart etabliert. Seit dem Jahr 2004 ist Frauenringen eine olympische Sportart und hat seitdem bei jedem olympischen Spiel eine immer größere Anzahl an Teilnehmerinnen angezogen. Obwohl Frauenringen oft als eine brutale Sportart angesehen wird, ist es in Wirklichkeit eine sehr strategische und taktische Sportart. Die Athleten müssen in der Lage sein, ihre Gegnerinnen zu lesen und schnell auf Veränderungen zu reagieren, um den Sieg zu erringen.
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Da Frauen im Allgemeinen einen kleineren und schlanken Körperbau als Männer haben, sind die Techniken im Frauenringen oft anders als im Männerringen. Insgesamt ist das Frauenringen eine großartige Sportart für Frauen, die körperliche Stärke, Selbstvertrauen und Gemeinschaft sucht. Mit regelmäßigem Training und einem geeigneten Umfeld können Frauen die vielen Vorteile dieser Sportart nutzen und gleichzeitig ihre Fähigkeiten verbessern. Wenn Du neu im Frauenringen bist, empfehlen wir Dir, an Anfängerkursen teilzunehmen, um die grundlegenden Techniken zu erlernen und sich an die Anforderungen des Sports zu gewöhnen. Sobald Du die Grundlagen beherrschst, kannst Du Dich auf weitere Herausforderungen konzentrieren und Deine Fähigkeiten verbessern.
Internationales Ringen und der UWW
Der Weltverband im Ringen, auch bekannt als United World Wrestling (UWW), ist die führende internationale Organisation im Ringen. Die UWW ist verantwortlich für die Regulierung, Überwachung und Förderung des Ringens als Sport weltweit. Die Organisation wurde 1912 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Lausanne, Schweiz. Die UWW ist Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und ist somit auch für die Organisation des Ringens bei den Olympischen Spielen zuständig.
Internationales Ringen ist eine aufregende und faszinierende Weltbühne, auf der die besten Ringer-Athleten aus aller Welt gegeneinander antreten. Diese Wettkämpfe bieten eine Chance für Athleten, ihr Können und ihre Stärke zu zeigen und gegen die Besten der Branche anzutreten. Die Weltbühne des internationalen Ringens ist voller hochkarätiger Wettkämpfe, die jedes Jahr ausgetragen werden. Diese Wettkämpfe bringen Ringer-Athleten aus aller Welt zusammen, um ihr Können unter Beweis zu stellen und die Krone des Ringens zu erlangen.
Es gibt viele berühmte Ringkämpfer, die auf nationaler und internationaler Ebene erfolgreich waren. Einige der bekanntesten Namen sind Alexander Karelin, Buvaisar Saitiev, Abdulrashid Sadulaev, Riza Kayaalp, Alexander Leipold und Jordan Burroughs. Die UWW arbeitet auch eng mit Nationalen Ringverbänden in verschiedenen Ländern zusammen, um den Ringkampfsport zu fördern und zu entwickeln. Sie ist auch für die Schulung und Zertifizierung von Ringtrainern und Ringrichtern verantwortlich. Die UWW arbeitet daran, das Ringen als Sport attraktiv und zugänglich für Menschen auf der ganzen Welt zu machen, indem sie Regeln und Regulierungen für faire Wettbewerbe etabliert und die Integrität des Sports erhält. Denn das internationale Ringen ist ein wichtiger und faszinierender Teil des Sports, der viele Länder und Kulturen verbindet.
Deutscher Ringer-Bund (DRB)
Der Deutsche Ringerbund (DRB) ist der Dachverband für Ringer- und Ringersportarten in Deutschland. Gegründet wurde er im Jahr 1902 und ist seitdem für die Regelung, Förderung und Verbreitung des Ringens in Deutschland verantwortlich. Der DRB ist ein Mitglied des Internationalen Ringerbundes (FILA) und hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Zu den Aufgaben des DRB gehört es, die deutsche Ringer-Nationalmannschaft auszubilden und zu internationalen Wettkämpfen zu entsenden. Außerdem ist der DRB für die Durchführung von Deutschen Meisterschaften und Ranglistenturnieren zuständig.
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Der DRB arbeitet eng mit Ringervereinen zusammen, um ihnen bei der Förderung und Entwicklung des Ringens zu helfen. Zum Beispiel bietet der DRB Schulungen und Fortbildungen für Trainer und Übungsleiter an, um ihnen bei der Förderung und Entwicklung junger Talente zu helfen. Der DRB unterstützt auch den Nachwuchsbereich, indem er Trainings- und Förderprogramme für junge Talente anbietet. Diese Programme zielen darauf ab, junge Ringerinnen und Ringer auf den Wettkampf- und Leistungssport vorzubereiten. Ein wichtiger Aspekt der Arbeit des DRB ist auch die Förderung und Entwicklung des Breitensports. Dies umfasst die Durchführung von Veranstaltungen wie Freizeit- und Breitensportturnieren, um den Sport für ein breites Publikum zugänglich zu machen.
Der Deutsche Ringerbund ist eine wichtige Organisation für die Regulierung, Förderung und Verbreitung des Ringens in Deutschland. Mit seinem Engagement für den Nachwuchs- und Breitensport sowie seiner Arbeit in politischen Fragen trägt der DRB dazu bei, den Ringersport in Deutschland zu stärken und zu fördern.
Ringen in der Schule
Ringen ist eine alte Sportart, die sich im Laufe der Zeit als eine der effektivsten Möglichkeiten erwiesen hat, Kinder und Jugendliche zu körperlicher und mentaler Fitness zu führen. Ringen eine großartige Möglichkeit, Kinder und Jugendliche zu fördern und zu unterstützen. Wenn es um Schulsport geht, denken viele Eltern zunächst an traditionelle Sportarten wie Fußball, Basketball oder Leichtathletik. Doch es gibt auch Sportarten, die oft unterschätzt werden, aber eine große Bereicherung für Kinder darstellen können.
Ringen und Raufen ist eine körperliche Auseinandersetzung nach Regeln, die Körperbeherrschung, Konzentration und körperliche Stärke fördert. Kinder, die an dieser Sportart teilnehmen, lernen, wie man kontrolliert Bewegungen ausführt und Gegner unter Kontrolle hält. Dies hilft ihnen, ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Die Sportart fordert Kinder körperlich heraus und hilft ihnen, ihre Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit zu verbessern. Ein weiterer Vorteil von Ringen und Raufen ist, dass es eine gute Möglichkeit ist, Stress abzubauen und Aggressionen zu kanalisieren. Kinder lernen, wie sie ihre Energie sinnvoll einsetzen und ihre Emotionen kontrollieren können. Dies kann ihnen auch im Alltag helfen, bessere Entscheidungen zu treffen und konfliktfreier zu kommunizieren. Darüber hinaus lernen Kinder, wie man im Team zusammenarbeitet und gegenseitigen Respekt entwickelt.
Wenn Eltern ihr Kind für Ringen und Raufen im Schulsport anmelden möchten, sollten sie sicherstellen, dass es von erfahrenen und qualifizierten Trainern unterrichtet wird. Es ist wichtig, dass Kinder in einer sicheren und geschützten Umgebung lernen, um Verletzungen zu vermeiden.
Kampfsport für Kinder
Schon im frühesten Alter haben Kinder Spaß an der Bewegung und entwickeln gleichzeitig ein Gefühl für ihre eigenen Kräfte (siehe auch: Krafttraining im Kinder- und Jugendalter). Da wird geschubst, gedrängelt, gezogen, gezwickt und später auch gerauft. Solange dies in normalen Verhältnissen abläuft, ist dies vollkommen in Ordnung. Etwas spezieller wird dies, wenn es um Kampfsport bzw. Kampfkunst geht. Neben den körperlichen Vorzügen koordinativ anspruchsvoller Bewegungen kommen auch noch Respekt, Etikette, Höflichkeit und der Selbstverteidigungsaspekt hinzu.
Viele Eltern sind jedoch bei der Fülle an Angeboten überfordert und sind sich unsicher, was Sinn macht und was dem Kind evt. Auf den ersten Blick sollte ein Energiebündel eher für Kampfsportangebote geeignet sein, als ein schüchternes, ängstliches Kind, aber dies muss nicht die Regel sein. Am Ende geht Probieren über Studieren. Oftmals kann es sein, dass ein Kind ein Schlagen und Treten ablehnt oder als zu schwierig empfindet, jedoch viel Spaß beim Schieben und Rangeln empfindet. Aus diesem Grunde sollte man zumindest zwei (vom Typ her unterschiedliche) Schnupperangebote testen, um herauszufinden, was dem Kind Spaß macht und wofür es Talent hat. Gerade in den Kampfkünsten ist ein frühes Beginnen zu empfehlen. Die Gefahr des Überforderns besteht unter einem fähigen Trainer kaum. Im Grunde genommen kann es (mit dem geeigneten Programm) schon ab dem dritten Lebensjahr losgehen. Dies gilt für Jungs und Mädchen. Wichtig ist es, dass die Kampfsportschule spezielle Klassen für die jeweiligen Altersgruppen anbietet. Spaß, Motivation und verletzungsfreies Training sind nur möglich, wenn Kinder zu Beginn mit Gleichaltrigen trainieren. Mit zunehmendem Alter und Trainingserfahrungen ergibt sich ein gemischteres Training von selbst.
Kampfsportarten unterscheiden sich neben ihrem Regelwerk hauptsächlich im „Dialog“ mit dem Gegner. So wird bspw. im Karate, Taekwon-Do und Boxen der Gegner als Element angesehen, auf dessen Angriff man mit konträren Mitteln antwortet, also mit einem Block entgegenhält bzw. Weichere Kampfsportarten arbeiten mit dem Gegner, um seinen Angriffen zu entgehen, ihn zu werfen oder in eine Aufgabeposition zu bringen. In diese Liste fallen Fernost-Klassiker wie Judo, Ju-Jutsu und Aikido, aber auch das westliche Ringen (siehe Foto), welches gerade für Kleinkinder eine sehr empfehlenswerte Sportart darstellt. Daneben gibt es noch rein selbstverteidigungsorientierte Systeme, wie z.B. Wing-Tsun oder stilfreie Angebote. Daher spricht man hier auch von Kampfkunst anstelle von Kampfsport.
Wichtig ist es, einen Anbieter zu finden, der jüngere Kinder allgemein ausbildet, ohne an einem speziellen Stil zu klammern. Der Lehrer muss Erfahrung mit Kindern haben und sein Training gezielt auf die jeweiligen Altersgruppen ausrichten. Wer als Lehrer einem Sechsjährigen die Unterschiede zwischen Shotokan- und Wado-ryu-Karate vermitteln will, von dem sollte man sich eher distanzieren. Kinder wollen sich austoben, dass muss man berücksichtigen! Dazu trägt auch eine allgemeine Athletikausbildung bei, die verhindert, dass bereits in frühen Jahren einseitige Bewegungsmuster antrainiert werden. Selbstverteidigung kann man (auch für Jüngere) ebenfalls empfehlen.
Herkömmliche Kampfsportvereine haben selten spezielle Angebote für kleinere Kinder (bis sechs Jahren), daher sollte man hier genauer hinsehen. Jüngere Kinder einfach in ein normales Training zu integrieren macht wenig Sinn. Dafür gibt es kommerzielle Anbieter, die sich auf diese Zielgruppen spezialisiert haben. Ansonsten zählt einzig und allein die Qualität des Trainings. In Hinblick auf die Kosten sind Vereinsangebote im Allgemeinen preiswerter. Wer sich für asiatische Kampfsportarten entscheidet, sollte wissen, dass diese meist mit höheren Kosten (Trainingsgebühren, Kleidung, Gürtelprüfungen) verbunden sind. Es empfiehlt sich, vorab die Monatsgebühren und auch späteren Kosten genau zu hinterfragen.
Ein gutes Kindertraining beinhaltet stets ein lockeres Aufwärmen mit Spielen oder Geschicklichkeitsübungen. Auch das eigentliche Training dient in erster Linie zur Erlernung der Grundfertigkeiten wie Balance, Ausweichen, Druck- und Gegendruck, sich leichtfüßig bewegen und einem allgemeinen Gefühl für die Aktionen des Gegenübers. Erst dann werden Kinder an diffizilere Aspekte herangeführt. Gerade das bewusste Kennenlernen der eigenen Kraft und der Mittel, diese einzusetzen, verhindern, dass Aggressionen in die falschen Bahnen gelenkt werden. Dafür trägt ein guter Ausbilder Sorge.
Selbstverteidigung für Kinder
Ein Unterschied zum herkömmlichen Kampfsporttraining ist die Selbstverteidigung für Kinder. Diese ist nur zu einem geringen Teil körperlicher Natur. Kinder in die Welt des Kampfsports einzuführen, hat viele Vorteile. Jedoch nur unter der richtigen Anleitung. Leider gibt es zu viele „Könner“ auf dem Markt, die sich mit dem Schwarzgurt in irgendeinem Stil brüsten, jedoch kampfsportlich und pädagogisch unterste Schublade sind. Nicht immer fällt es einem Laien leicht, dies zu erkennen. Eine Kampfkunst muss nicht immer nur ein jugendliches Spaßtraining sein, sondern kann einen Menschen das ganze Leben lang begleiten. Als Eltern kann man nicht alles vorgeben und kontrollieren, aber zumindest für die richtigen Impulse sorgen.
Im Kinderbereich ist es wichtig zwischen Kampfsport und Selbstverteidigung zu unterscheiden. Kampfsportliches Training fördert die Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Reflexe und Koordination. Ein Kindertraining kann mit zweimal wöchentlich je 45 bis 90min einen guten Einstieg bieten. Kinder der gleichen Altersstruktur und Leistungsstand sollten in einer Trainingsgruppe trainieren. Im Bereich des Selbstverteidigungstrainings sollten Eltern wissen, dass ein reines Training von Verteidigungstechniken wenig Schutz bietet. Vielmehr ist sind mentale Voraussetzungen im Anwendungsfall entscheidend. Ein introvertiertes Kind wird eher in einer Opferrolle erkannt als ein Kind mit selbstbewusster Ausstrahlung. Daher geht es in erster Linie darum, die richtigen Verhaltensmuster schon im Ansatz umzusetzen. Daher stehen Rollenspiele und Situationstraining im Vordergrund.
Die Rolle des Trainers
Die räumlichen Anforderungen einer guten Kampfsportschule sollten mit allen erforderlichen Trainingsgeräten und Materialien ausgestattet sein. Ein guter Trainer und Lehrer sollte neben den kämpferischen Fähigkeiten auch über hohe Sozialkompetenz verfügen. Hierbei spielt die eigene Einstellung zum Kampfsport eine wichtige Rolle. Gute Trainer vermitteln diese Philosophie und leben sie auch vor. Kinder finden aus den unterschiedlichsten Gründen zum Kampfsport. Oft suchen Eltern etwas für ihre Kinder, bei dem sie sich auspowern können und gleichzeitig etwas Sinnvolles lernen. Andere kommen vordergründig, um Selbstverteidigung zu erlernen und wiederum andere, um sich überhaupt in irgendeiner Form zu bewegen. Egal, was die Motivation ist, ein gutes Kampfkunsttraining bringt fast immer große Vorteile.
Viele „Problemkinder“ haben sich bereits durch das Kampfkunsttraining zum Positiven entwickelt und ihre Eltern nicht selten sehr überrascht. Ein- bis zweimal Training pro Woche für rund eine Stunde reichen dabei aus. Mehr würde ich nicht empfehlen, da sonst aus Spaß schnell Pflicht für die Kinder wird. Ich vertrete die Auffassung, dass ein guter Trainer nicht mehr als sieben Kinder auf einmal betreut. Ab dem achten Kind braucht es einen zweiten Trainer. Wer mit Kindern arbeitet, sollte viel Einfühlungsvermögen haben. Langjährige Erfahrung sind genauso von Vorteil, wie ein breiter Wissensfundus aus den verschiedensten Kampfsportarten. Kindern kann man guten Gewissens Selbstverteidigungstechniken beibringen. Meine Wurzeln liegen in der Selbstverteidigung, daher unterrichte ich verstärkt diesen Aspekt. Aus meiner sportlichen Laufbahn als Kind, weiß ich aber, dass mir Wettkampfsport für meine Entwicklung sehr gut getan hat und sehe auch hier viele Vorteile.
In der Öffentlichkeit wird Kampfkunst oft in ein negatives Licht gerückt. Das ist schade, da die Kinder, die Kampfsport trainieren oft einen ruhigen und beruhigenden Einfluss auf ihre Umwelt haben. Sie können ihre Grenzen zeigen und neigen wesentlich seltener zu aggressivem Verhalten. Im Training sollte man den Leistungsdruck (dem unsere Kinder schon in der Schule ausgeliefert sind) etwas rausnehmen. Es ist wichtig, dass Kinder auch mal toben können und Spaß haben. Dann lernen sie am besten. Als Lehrer steht man in der Pflicht, effektive Techniken verantwortungsvoll zu erläutern und auch moralische Werte zu vermitteln. Dazu gehört auch, dass sich Kinder untereinander unterstützen und gemeinsam Fortschritte erleben. Für den Einstieg ist ein Schnuppertraining, bei dem Kinder und Eltern die Gruppe und die Trainer kennenlernen können, sehr wichtig.
Negative Argumente
Wenn der Kampfsport z.B. in der Grundschule nach den folgenden Prinzipien ausgeführt wird, sehe ich überhaupt keine negativen Argumente. Ich habe als Schulleiter und DJB-Fachübungsleiter für Judo, 1. Dan, jahrelang Judo-Arbeitsgemeinschaften mit jeweils 30 Kindern an der Grundschule durchgeführt, 100m² Mattenfläche, alle Anzüge von der Schule gestellt. Auch Gürtelprüfungen wurden durchgeführt und vom DJB anerkannt.
Kinder suchen in außerschulischen Situationen nach Gelegenheiten, ihre Kräfte in vielfältigen Ring- und Kampfspielen zu erproben und zu vergleichen. Beim Ringen und Kämpfen im Sportunterricht steht der spielerische, regelgeleitete Aspekt der körperlichen Auseinandersetzung im Vordergrund. Oberstes Prinzip ist das verantwortungsbewusste Handeln gegenüber der Partnerin/dem Partner bzw. der Gegnerin/dem Gegner, d. h. die Beherrschung von Emotionen und die Sorge um die körperliche Unversehrtheit der Partnerin bzw. des Partners müssen das Kräftemessen steuern. Hier ergeben sich nutzbringende Chancen über die bewussten Erfahrungen unmittelbarer Körperkontakte ein rücksichtsvolles Miteinander in der Begegnung von Schwächeren und Stärkeren anzubahnen. Auch für die Entwicklung der Mädchen sind die körperbezogenen Erfahrungen beim Ringen und Kämpfen unverzichtbar. Mädchen lernen, ihre (Körper-)Grenzen zu behaupten, und Jungen, sich einfühlsamer zu verhalten und auf Überlegenheitsansprüche zu verzichten. So können der unmittelbare Körperkontakt und das Sich- Anfassen zu wichtigen Erfahrungen des Miteinanders im Gegeneinander werden. Über die konkreten Körpererfahrungen und ihre Verarbeitung im Sportunterricht ergeben sich Lernchancen im Sinne einer Gewaltprävention. In diesem Zusammenhang sind die Möglichkeiten einer geschlechterbewussten Differenzierung zu nutzen. in Kampfsituationen die Gegnerin bzw. den Gegner als Partnerin bzw. Partner achten.
