Kickboxen Deutsche Meisterschaft 2013: Ergebnisse und Highlights

Am Wochenende des 8. und 9. Juni fand die Deutsche Meisterschaft im Kickboxen statt, bei der zahlreiche Athleten in verschiedenen Disziplinen und Gewichtsklassen antraten. Der KSV Geisenhausen schickte eine Delegation aus sechs Jugendkämpferinnen, zwei Erwachsenen im Pointfighting und zwei Erwachsenen im Vollkontakt an den Start.

Ergebnisse der Deutschen Meisterschaft

Am Samstag, dem ersten Turniertag, wurden die Kämpfe der Deutschen Kickboxjugend um den Nationaltitel ausgetragen. Celina Brecht hatte den ersten Auftritt für Geisenhausen und kämpfte sich überzeugend ins Halbfinale der Klasse weibliche Jugend -32 kg vor. Dort traf sie auf ihre Angstgegnerin, Weltmeisterin Nele Glase aus Berlin.

Celina war jedoch noch nie so konzentriert und zielsicher aufgetreten wie dieses Mal. Sie wuchs über sich hinaus und schob sich in einem packenden Duell, das bis in die Verlängerung ging, an Nele vorbei. Franziska Moser legte ebenfalls einen bärenstarken Anfang hin. In der Klasse darüber (weibliche Jugend -42 kg) konnte der KSV mit Marie Ossner auf einen weiteren Titel hoffen. Sie ging siegreich aus ihren Vorkämpfen hervor und traf im Finale ebenfalls auf ein Mitglied der Nationalmannschaft.

Es entwickelte sich ein technisch hochklassiges Gefecht, erst in der Verlängerung mobilisierte die Kontrahentin aus Braunschweig jedoch nochmal ungeahnte Reserven und platzierte sich knapp vor Marie. Lisa-Maria Schandl ging, mit einer Sondergenehmigung, auch bei den Damen -55kg an den Start und katapultierte die erst 15-Jährige sich vorbei an Kaderkämpferinnen bis ins Finale. In der Gewichtsklasse -60 kg stand für den KSV eine weitere Favoritin in den Startlöchern: Katharina Flieser. Katharina zeigte demonstrativ, dass sie in Topform war und fest entschlossen, sich den Titel zu holen.

Nach Johanna Brunnbauers Vorkämpfen war bereits das grandiose Ergebnis von drei Finalistinnen bei drei Starterinnen im Damenbereich erreicht. Mit großer Entschlossenheit trat Johanna ihrer Erzrivalin Lisa Marie Fritsch aus Braunschweig entgegen. Ralf „The Bee“ Kubanek sah sich bei den „schweren Jungs“ im Superschwergewicht erfahrenen, erfolgreichen Kickboxern gegenüber, unter anderem dem Ex Weltmeister Christian Schulz aus Berlin.

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Weitere Ergebnisse und Turniere

Am 29.06.2013 wurde in Staufenberg bei Hann. Münden die Deutsche Meisterschaft im Kickboxen des Verbandes WIASKA ausgetragen. Die Kampfgemeinschaft Göttingen folgte der Einladung von Bundestrainer Karl-Heinz Frank. Im Semikontakt hatte Steffi diesmal keine Gegnerin, so das diese Kategorie nicht stattfand. Im Leichtkontakt gewann Sie souverän die Vorrunden. Im Finale merkte man, das Steffi nicht nur Leichtkontakt Kickboxen trainiert sondern auch Muay Thai. Durch zwei automatisierte Techniken die man im Kickboxen nicht machen darf, sammelte Steffi Minuspunkte, die Sie am Ende den Sieg kosteten.

Johannes starte im Semikontakt und Leichtkontakt - 81 KG. Durch seine Siege in den letzten 3 Jahren im Leichtkontakt, war Johannes der Favourite dieser Kategorie. Im Semikontakt konnte er sich bis ins Finale vorkämpfen. Im Finale traf er aber auf seinen Meister an diesem Tag.

Hier ist eine Übersicht der Ergebnisse weiterer Turniere im Jahr 2013:

Turnier Name Klasse Gewicht/Größe Platzierung
IDM - German Open am 16.03.13 in Ebern Murat Döke Jugend, m. -57 kg keine
Frederik Lumpe Jugend, m. -63 kg keine
Nina Christen Damen -60 kg keine
Marvin Christen Herren -69 kg 5. Platz
Kevin Trebing Herren -69 kg 5. Platz
Tobias Hofmann Herren -74 kg keine
-74 kg keine
Challenge - Serie am 02.03.13 in Schwalmstadt und am 24.03.13 in Flörsheim Kira Zündel Jugend, w. -155 cm 4. Platz
Luca Eifert Jugend, m. -165 cm 3. Platz
Murat Döke Jugend, m. +165 cm 1. Platz
Frederik Lumpe Jugend, m. +165 cm 7. Platz
Nina Christen Damen -60 kg 3. Platz
Anna Trebing Damen -60 kg 7. Platz
Tobias Hofmann Herren -75 kg 1. Platz
Sensei Cup am 06.04.13 in Berlin Murat Döke Jugend, m. -63 kg 3. Platz
Frederik Lumpe Jugend, m. -63 kg 3. Platz
Nina Christen Damen -64 kg 2. Platz
Kevin Trebing Herren -74 kg 1. Platz
Bezirksmeisterschaft am 27.04.13 in Eiterfeld Murat Döke Jugend, m. PF-175 cm 2. Platz
Frederik Lumpe Jugend, m. PF-175 cm 3. Platz
Nina Christen Damen PF-60 kg 3. Platz
Anna Trebing Damen PF-60 kg 6. Platz
Anna Trebing Damen LK-60 kg 1. Platz
Janka Zündel Damen PF-65 kg 2. Platz
Kevin Trebing Herren PF-69 kg 1. Platz
Marvin Christen Herren PF-69 kg 2. Platz
Alexander Schößler Herren PF-74 kg 2. Platz
Tobias Hofmann Herren PF-74 kg 4. Platz
Austrian Classics am 04.05.13 in Innsbruck/Österreich Kevin Trebing Herren PF-69 kg 9. Platz
Kevin Trebing Herren -74 kg 17. Platz
Marvin Christen Herren PF-69 kg 17. Platz
Marvin Christen Herren -74 kg 17. Platz
Hessenmeisterschaft am 19.05.13 in Bad Arolsen Murat Döke Jugend, m. PF-175 cm 3. Platz
Frederik Lumpe Jugend, m. PF-175 cm 3. Platz
Alexander Schößler Junioren PF-75 kg 3. Platz
Nina Christen Damen PF-60 kg 1. Platz
Deutsche Meisterschaft am 08. und 09.06.13 in Darmstadt Murat Döke Jugend, m. PF-63 kg krank
Frederik Lumpe Jugend, m. PF-63 kg 5. Platz
Alexander Schößler Junioren PF-74 kg 3. Platz
Nina Christen Damen PF-60 kg 5. Platz

Mit diesem Turnier ist die heiße Turnierphase vorbei und die Sportler des KSV Geisenhausen haben eine ruhigere Trainingsphase vor sich. In dieser Phase können grundlegende Fitness sowie technische Fähigkeiten verbessert werden, bis es dann in die Vorbereitung auf weitere Wettkämpfe geht.

Dank der großartigen Erfolge haben Katharina Flieser, Johanna Brunnbauer und Ralf Kubanek bereits die Zusage, im Herbst auf die Weltmeisterschaft für Deutschland fahren zu dürfen. Lisa-Maria Schandl qualifizierte sich für die Europameisterschaft der Jugend.

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Hall of Fame

In der „Hall of Fame“ werden all diejenigen Sportler und Funktionäre aufgenommen, die durch ihre Taten und Leistungen den Kickboxsport nach vorne gebracht haben. Ohne diese Persönlichkeiten würde es den Sport Kickboxen in dieser Form nicht geben.

Georg F. Brückner

An erster Stelle dieser Hall of Fame steht natürlich der Gründer der Sportart Kickboxen, Georg F. Brückner. Er ist der „Vater des Kickboxsports“, und ihm ist es zu verdanken, dass der Sport in der heutigen Form betrieben werden kann. Er organisierte die ersten Veranstaltungen und bald fanden sich viele Anhänger dieser neuen Sportart.

Brückner reiste durch ganz Europa und gab Lehrgänge und Seminare, um das Kickboxen zu etablieren. Er war der Gründer der WAKO und veranstaltete auch die ersten Welt- und Europameisterschaften in Deutschland. Weiterhin entwickelte er bereits zu den Anfangszeiten des Kickboxens eine Schutzausrüstung, die noch heute den höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards entsprechen.

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Georg F. Brückner es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, Kickboxen zu verbreiten, was ihm auch gelungen ist. Nach langer, schwerer Krankheit starb er am 30.

Dr. Dr. Ludger Dietze

Dr. Dr. Ludger Dietze ist ein Mann der ersten Stunde. Zum Kickboxen kam er im Jahr 1977 über das Taekwondo. Seinen ersten internationalen Einsatz im Kickboxen bestritt er 1979 bei der EM in Italien. 1983 in London wurde er Weltmeister im Semikontakt. Seinen Abschiedskampf bestritt Dr. Ludger Dietze 1986 beim Europacup in Warschau.

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Danach zwang ihn ein schweres Hüftleiden zur Beendigung seiner aktiven Laufbahn. Dennoch blieb er dem Kickboxen mit ganzem Herzen verbunden. Zum einem als Trainer in seinem Verein und zum anderen als Funktionär in der WAKO. Er wurde 1987 zum Bundestrainer im Semikontakt berufen. In Deutschland leitete er über acht Jahre als Präsident die Geschicke des Verbandes. Unter seiner Führung wurden in Deutschland eine Welt- und Europameisterschaft ausgetragen.

Auf Weltebene war Dr. Ludger Dietze von 1991 bis zum Jahr 2000 als Vizepräsident tätig. Der Allrounder, der insgesamt fünf Sprachen perfekt spricht, trat immer sehr bescheiden auf.

Ferdinand Mack

Begonnen hat der Ausnahmeathlet im Alter von 16 Jahren mit dem Karate. Bereits zwei Jahre später bestritt er die ersten Wettkämpfe im Semikontakt-Kickboxen. 1978 wechselte er dann zur Königsdisziplin, dem Vollkontakt-Kickboxen. Zur damaligen Zeit fanden Welt- und Europameisterschaften noch im selben Jahr statt, erst später wechselte man zum zweijährigen Turnus.

Insgesamt wurde Ferdinand Mack viermal Europameister und viermal Weltmeister der Amateure. 1988 wechselte er ins Profilager und wurde im gleichen Jahr in Mannheim Europameister der PKO, dem damaligen Profiverband, der mit der WAKO zusammenarbeitete. Weltmeister der PKO und Intercontinental Champion der ISKA wurde Ferdinand 1991.

Nach seiner aktiven Laufbahn war Ferdinand Mack von 1987 bis 2011 Bundestrainer im Vollkontakt-Kickboxen. In dieser Tätigkeit hat er zahlreiche Welt- und Europameister mitgeprägt.

Peter Zaar

Für Peter Zaar sind die Tugenden Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Gerechtigkeit, Freundschaft, Disziplin, Respekt und Anerkennung nicht nur leere Worte, sondern Lebensinhalt. Er versucht, diese Eigenschaften auch an seine Schüler weiterzugeben. Begonnen hat er in den 70er Jahren mit dem Kickboxen in Köln. Unter Anleitung von Georg F. Brückners Schüler Gustav Baaden begann er seine Kickboxkarriere in der er vier Deutsche Meistertitel im Leicht - und Semikontakt erkämpfte.

Seit 1990 ist Peter Zaar Bundestrainer im Leichtkontakt Kickboxen. Er zählt mit unzähligen Erfolgen auf nationaler- und internationaler Ebene weltweit zu den erfolgreichsten Trainern. Sein hervorragendes Lehrbuch über das Kickboxen - “von den Grundlagen bis zum Hochleistungstraining” - ist ein wegweisendes Standardwerk zum modernen Kickboxen für Sportler und Trainer.

Seit 1990 modifiziert Peter Zaar federführend das Prüfungsprogramm der WAKO Deutschland als Schnittstelle zum Wettkampf und entwickelte die Voraussetzungen für eine landesweite Trainerausbildung. Dazu gehört auch die langjährige Kooperation mit dem IAT in Leipzig und Dr. 1999 wurde Peter Zaar zum Präsidenten der WAKO Deutschland gewählt. Peter Zaar betreibt nicht nur Kickboxen, Peter Zaar lebt das Kickboxen.

Weitere Persönlichkeiten

  • Werner Sossna begann 1979 mit dem Kickboxen.
  • Peter Harbrecht erzielte seine Erfolge durch einen kompromisslosen und technisch Brillanten Kampfstil.
  • Peter Kruckenhauser begann 1978 , durch Bruce Lee Filme inspiriert, mit dem Taekwondo.
  • Andreas begann 1974 im Alter von 14 Jahren mit dem Kampfsport.
  • Birgid Sasse, 3-fache WAKO Weltmeisterin und 3-fache Tae Kwon Do Weltmeisterin.
  • Gustav Baaden gehört zu den ersten Weltkampfrichtern im Kickboxen mit erstem Einsatz 1979 bei der zweiten WM in Florida/USA.
  • Rüdiger Hermann war jahrelang Mitglied der Nationalmannschaft im Leichtkontakt-Kickboxen.
  • Michael Kuhr betrat im Alter von nur 12 Jahren zum ersten Mal das Sportstudio Blankenburg in der Luxemburger Straße in Berlin Wedding.
  • Peter Blankenburg war nicht nur Mitgründer sondern auch langjähriger Geschäftsführer der WAKO Germany sowie Präsident der WAKO Berlin.
  • Klemens Willner begann mit 13 Jahren in Berlin bei Georg F. Brückner mit dem Training.