Karate Zeon: Eigenschaften und Wirkungsdauer

Karate Zeon ist ein Insektizid zur Bekämpfung von beißenden und saugenden Insekten in Getreide (Weizen, Gerste, Roggen, Triticale, Hafer), Raps, Kartoffeln, Mais, Futter- und Zuckerrüben, Gemüse, Obst und Weinreben.

Wichtiger Hinweis: Nur für den beruflichen Anwender! Der Besitz des Sachkundenachweises Pflanzenschutz ist zum Erwerb und zur Anwendung des Pflanzenschutzmittels notwendig! Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor der Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Produktbeschreibung

Das Produkt entwickelt eine starke Fraß- und Kontaktwirkung, die sehr schnell nach der Anwendung einsetzt. Der Wirkstoff ist im Sonnenlicht stabil und besitzt deshalb auf pflanzlichen Oberflächen eine gute Dauerwirkung.

Auf eine gründliche Benetzung befallener Pflanzenteile ist unbedingt zu achten, da der Wirkstoff nicht systemisch in der Pflanze verlagert wird.

Es gilt ein absolutes Anwendungsverbot (gemäß § 12 Abs.

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Spezifikationen

Hier sind die Spezifikationen von Karate Zeon:

  • Wirkstoff: Lambda-Cyhalothrin
  • Artikel-Nr.: 63519-02-cfg
  • Hersteller: Syngenta Agro GmbH
  • Anwendungsgruppe: Insektizid
  • Bienengefährlichkeit: B4
  • Formulierung: flüssig

Anwendungshinweise und Sicherheit

Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermeiden. Das Pflanzenschutzmittel kann bei Kontakt mit der Haut (insbesondere des Gesichtes) ein Brennen oder ein Kribbeln hervorrufen, ohne dass äußerlich Reizerscheinungen sichtbar werden.

Das Auftreten dieser Stoffwirkungen muss als Warnhinweis angesehen werden, eine weitere Exposition ist unbedingt zu vermeiden.

Anwendungsflüssigkeiten und deren Reste, Mittel und dessen Reste, entleerte Behältnisse oder Packungen sowie Reinigungs- und Spülflüssigkeiten nicht in Gewässer gelangen lassen.

Das Mittel darf in Mischung mit Fungiziden aus der Gruppe der Ergosterol-Biosynthese-Hemmer an blühenden Pflanzen und an Pflanzen, die von Bienen beflogen werden, nur abends nach dem täglichen Bienenflug bis 23:00h angewendet werden, es sei denn, die Anwendung dieser Mischnung an blühenden Pflanzen und an Pflanzen, die von Bienen beflogen werden, ist ausweislich der Gebrauchsanleitung des Fungizides auch während des Bienenfluges ausdrücklich erlaubt. Bienenschutzverordnung vom 22.

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Das Mittel wird als schädigend für Populationen von Bestäuberinsekten eingestuft.

Wenn das Produkt mittels an den Traktor angebauten, gezogenen oder selbstfahrenden Anwendungsgeräten ausgebracht wird, dann sind nur Fahrzeuge, die mit geschlossenen Überdruckkabinen (z. B. Kabinenkategorie 3, wenn keine Atemschutzgeräte oder partikelfiltrierenden Masken benötigt werden oder Kabinenkategorie 4, wenn gasdichter Atemschutz erforderlich ist (gemäß EN 15695-1 und -2)) ausgestattet sind, geeignet, um die persönliche Schutzausrüstung bei der Ausbringung zu ersetzen.

Während aller anderen Tätigkeiten außerhalb der Kabine ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung zu tragen. Um die Kontamination des Kabineninnenraumes zu vermeiden, ist es nicht erlaubt, die Kabine mit kontaminierter persönlicher Schutzausrüstung zu betreten (diese sollte in einer entsprechenden Vorrichtung aufbewahrt werden).

Das Wiederbetreten der behandelten Flächen/Kulturen ist am Tage der Applikation nur mit der persönlichen Schutzausrüstung möglich, die für das Ausbringen des Mittels vorgegeben ist. Nachfolgearbeiten auf/in behandelten Flächen/Kulturen dürfen grundsätzlich erst 24 Stunden nach der Ausbringung des Mittels durchgeführt werden.

Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B.

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Enthält 1,2-Benzisothiazol-3(2H)-on. Enthält lambda-Cyhalothrin. Inhalt/Behälter ...

Rapsglanzkäfer und Resistenzproblematik

Großer Rapsstängelrüssler, Gefleckter Kohltriebrüssler und Rapsglanzkäfer sind in Bayern die relevanten Frühjahrsschädlinge im Raps. Die Wirtschaftlichkeit des Rapsanbaus hängt ganz entscheidend von der erfolgreichen Bekämpfung dieser Schadinsekten ab.

Doch der Glanzkäfer ist mit den bisherigen Standardinsektiziden aus der Gruppe der Pyrethroide kaum noch in den Griff zu bekommen. Seit 2007 gibt es neue Wirkstoffe.

2006 kam es zu einem massenhaften Auftreten von Rapsglanzkäfern in Verbindung mit unzureichender Wirksamkeit der gegen diesen Schädling zugelassenen Insektizide aus der Gruppe der Pyrethroide. In einigen Gebieten kam es zu nicht unerheblichen Ertragsausfällen und in Einzelfällen sogar zum Totalverlust der Ernte.

Die Rapsglanzkäfer-Population hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Bundesweit geht man davon aus, dass auf 200.000 ha Ertragsverluste aufgrund mangelnder Wirksamkeit der pyrethroidhaltigen Insektizide von 20 bis 100 % auftraten.

Der Rapsglanzkäfer überwintert als Käfer in der obersten mit Streu durchsetzten Bodenschicht von Waldrändern und Hecken. Im zeitigen Frühjahr (etwa zur gleichen Zeit wie die Stängelschädlinge) verlassen die Tiere ihre Winterquartiere und fliegen bei schönem, sonnigem Wetter in die Rapsbestände ein.

Typisches Merkmal der 1,5 bis 2,5 mm kleinen, schwarzen Käfer sind die metallisch (grünlich bis bläulich) glänzenden Flügeldecken. Sie ernähren sich überwiegend vom eiweißreichen Pollen.

Da zum Zeitpunkt des Zufluges die Rapsblüten noch geschlossen sind, werden die Knospen angefressen, um an den Blütenstaub zu gelangen. Die geschädigten Knospen zeigen Fraßlöcher unterschiedlicher Größe und fallen später ab.

Übrig bleiben leere Blütenstiele und eventuell auch missgebildete Schoten. Ab Blühbeginn sucht der Käfer normalerweise den bequemen Weg zu seiner Nahrung und die Schadwirkung nimmt ab.

Eiablage - Larve - Jungkäfer

Nach dem Reifungsfraß nagen die Weibchen ein kleines Loch in den Knospenboden und legen anschließend ihre Eier am Staubgefäß und Stempel ab. Die nach wenigen Tagen schlüpfenden Larven ernähren sich ebenfalls von Pollen, richten dabei jedoch kaum Schaden an der Rapspflanze an.

Nach drei bis vier Wochen lassen sich die Larven zur Verpuppung auf den Boden fallen.

Resistenzentwicklung

Jahrelang waren Insektizide aus der Gruppe der Pyrethroide Klasse II (Decis forte, Karate Zeon, Sumicidin Alpha EC u.a.) die Standardmittel bei der Bekämpfung von Rapsschädlingen. Seit 2003 häufen sich die Meldungen aus der Praxis über unzureichende Wirkungsgrade dieser Insektizide gegen Rapsglanzkäfer. Im Jahre 2004 konnten erste Resistenzfälle in der Oberpfalz auch im Labor bestätigt werden.

Ursache für die Resistenz des Rapsglanzkäfers gegen Pyrethroide ist deren häufiger Einsatz in den zurückliegenden Jahren. Kommt immer nur der gleiche Wirkungsmechanismus zum Tragen, überleben jeweils solche Individuen, die eine geringere Anfälligkeit haben.

Mit steigendem Anteil der unempfindlichen Tiere sinkt die Wirkung des Mittels. Im Raps lag in der Vergangenheit ein besonders intensiver Selektionsdruck vor, da es keine zugelassenen Insektizide außer solchen mit pyrethroiden Wirkstoffen gab.

Zusätzlich sind Rapsglanzkäfer in großer Zahl schon sehr früh in den Schlägen zu finden. Mit der Folge, dass Behandlungen, die sich gegen Stängelschädlinge richten, auch auf Rapsglanzkäfer wirken und umgekehrt.

Dass es auch bei den Stängelschädlingen erste Hinweise auf Pyrethroidresistenz gibt, ist deshalb nicht überraschend und muss in die Überlegungen für eine Anti-Resistenz-Strategie mit einbezogen werden.

Inzwischen weiß man, dass die Resistenz beim Rapsglanzkäfer auf einer schnellen Entgiftung des Wirkstoffs im Körper des Käfers beruht. Dieser Entgiftungsmechanismus funktioniert nicht bei allen Wirkstoffen gleich gut.

Leicht abgebaut und damit von Resistenz am stärksten betroffen sind Pyrethroide der sogenannten Klasse II.

Alternativen und Strategien zur Resistenzvermeidung

Eine bessere Wirksamkeit lassen die Präparate Trebon 30 EC und Mavrik Vita erwarten. Diese Pyrethroide der Klasse I können von den Käfern aufgrund eines etwas veränderten Aufbaus des Wirkmoleküls nicht so leicht entgiftet werden.

Jede Anwendung von diesen Präparaten fördert jedoch den Resistenzdruck und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch Präparate der Klasse I ihre Wirkung verlieren. Versuche zeigen, dass beide Präparate in Gebieten, in denen schon in 2004 und 2005 Resistenzen auftraten (nördliche Oberpfalz) auch nicht mehr die volle Wirkung bringen.

Mit Danjiri und Mospilan SG sind zwei Insektizide aus der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide zur Bekämpfung von pyrethroidresistenten Rapsglanzkäfern im Raps zugelassen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als Zulassungsbehörde hat den Anwendungszeitraum beider Insektizide im Raps auf die Kulturstadien BBCH 51 (Hauptinfloreszenz in mitten der obersten Blätter von oben sichtbar) bis zum Stadium BBCH 59 (erste Blütenblätter sichtbar) seit 12. März 2021 eingeschränkt.

Bei diesen Präparaten spielt die Fraßwirkung neben einer Kontaktwirkung eine große Rolle. Käfer müssen erst an einer Knospe fressen, damit die volle Wirkung eintritt.

Somit ergibt sich eine zeitliche Verzögerung, die noch dadurch verstärkt wird, dass nach einem Fraßstopp (Anti-Feeding-Effekt) die Tiere noch einige Zeit auf der Pflanze sitzen, bevor sie absterben und zu Boden fallen. Wer die Zusammenhänge nicht kennt, glaubt schnell, das Mittel habe nicht gewirkt.

Mit dem Einstellen der Fraßtätigkeit entsteht jedoch kein weiterer Schaden mehr. Mospilan SG zeigt in unseren Versuchen Wirkungsgrade zwischen 60 bis 80 %. In den allermeisten Fällen wird man damit gut zurechtkommen.

Bei massenhaftem und permanentem Zuflug von Rapsglanzkäfern, wie es in manchen zurückliegenden Jahren in Deutschland nicht selten der Fall war, stoßen diese Insektizide jedoch auch an ihre Grenzen.

Weitere wichtige Hinweise zur Anwendung

Für die Wirksamkeit ist bei allen Präparaten die Lufttemperatur mitentscheidend. Bei Pyrethroiden sollte die Tagesdurchschnittstemperatur bei 5 bis 15 °C liegen. Neonicotinoide benötigen mindestens 12 °C.

Bei der Stängelschädlingsbekämpfung wird dieser Wert in den meisten Fällen nicht erreicht. Die Wirkungsdauer der Insektizide beträgt 7 bis 10 Tage, hängt jedoch stark vom Pflanzenwachstum ab.

Es darf nicht aus den Augen verloren werden, dass die Stängelschädlinge (Großer Rapsstängelrüssler, Gefleckter Kohltriebrüssler) besonders zu beachten sind und in vielen Regionen weiterhin in der Wichtigkeit ganz oben stehen.

Die Flugaktivitäten beider Schädlinge lässt sich im Frühjahr mit rechtzeitig und sachgerecht aufgestellten Gelbschalen sicher erfassen. Werden die in der Übersicht 3 und 4 aufgeführten Bekämpfungsrichtwerte erreicht, ist eine Insektizidbehandlung aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll und notwendig.

Zu diesem Zeitpunkt ist in aller Regel auch schon ein Großteil der Rapsglanzkäfer-Population im Rapsschlag. Da die Rapspflanzen noch in der Blattentwicklung sind und noch keine Knospen gebildet haben, werden die kleinen schwarzen Käfer kaum wahrgenommen.

Der wirtschaftlich denkende Praktiker wird deshalb darauf achten, ein Insektizid auszuwählen, das sowohl Stängelschädlinge als auch Rapsglanzkäfer ausreichend erfasst.

Unter Berücksichtigung der Resistenzsituation kommen in diesem Frühjahr nur Trebon 30 EC für diesen Einsatztermin in Frage. Sind gesonderte Behandlungen wegen Schwellenüberschreitung (Übersicht 3 und 4) des Rapsglanzkäfers notwendig, dürfen nur Mittel ohne Selektionsdruck auf Pyrethroidresistenz zum Einsatz kommen.

Dies ist zur Zeit mit Mospilan SG und Danjiri (je max. 1 Anwendung) möglich.

Ziel der aufgezeigten und in der Übersicht 5 nochmals dargestellten Strategie ist es, bereits bestehende Resistenzen gegen Pyrethroide nicht weiter zu verstärken, den Insektizideinsatz auf das absolut notwendige Maß zu begrenzen sowie die Wirksamkeit aller Mittel und damit auch den Bekämpfungserfolg langfristig zu sichern.

Die Erfahrungen in den letzten Jahren haben den Landwirten vor Augen geführt, dass die Wirtschaftlichkeit des Rapsanbaus ganz wesentlich von der sicheren Bekämpfbarkeit von Rapsschädlingen abhängt.