Karate Zeon: Mischverhältnis und Ursachen für Wirkungsminderung

Karate Zeon ist ein Pflanzenschutzmittel, das in der Landwirtschaft und im Forst eingesetzt wird. Dieser Artikel beleuchtet das Mischverhältnis von Karate Zeon, die Ursachen für eine mögliche Wirkungsminderung und gibt Hinweise zur korrekten Anwendung.

Anwendung von Karate Zeon

Gegen den Eichensplintkäfer steht für Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, aktuell nur das Pflanzenschutzmittel Karate Zeon (Wirkstoff lambda-Cyhalothrin, Zulassungs-Nr. 024675-00, derzeitiges Zulassungsende: 31.12.2022) zur Anwendung zur Verfügung. Die Anwendung erfolgt mit 1 mal 0,075 l/ha in 38 l/ha Wasser (entspricht 0,2 %) bei festgestellter Befallsgefahr oder mit 1 mal 0,075 l/ha in 19 l/ha Wasser (entspricht 0,4 %) vor dem Ausfliegen der Käfer. Zusätzlich zu den mittelbezogenen Auflagen und Anwendungsbestimmungen, die in der Gebrauchsanleitung nachzulesen sind, ist die Öffentlichkeit in geeigneter Weise (z. B. durch das Aufstellen von Warnschildern vor Ort während und bis mindestens 48 h nach der Anwendung) über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu informieren.

Da es sich bei den genannten Flächen zum Teil um sensible Bereiche handelt und auf diesen die Wahrscheinlichkeit eines Kontaktes mit dem applizierten Belag erhöht ist, sollte auch entsprechend umsichtig mit den Pflanzenschutzmaßnahmen agiert werden. Zu empfehlen ist daher ein zusätzlicher Schutz der Stämme nach der durchgeführten Streichbehandlung, z. B. Falls ein Stammanstrich (Weißeln) geplant ist, muss dieser vor der Applikation des Insektizids erfolgen, da sonst die Tiere nicht ausreichend mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen.

Eichen werden allerdings oftmals nicht auf gärtnerisch genutzten Flächen gepflanzt, sondern sind Bestandteil von nicht regelmäßig gärtnerisch gepflegten Anpflanzungen, z. B. in der freien Landschaft (Ausgleichspflanzungen, Böschungen etc.), die als Nichtkulturland aufgefasst werden. Grundsätzlich gilt, dass die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf diesen Flächen verboten ist. Die Anwendung kann nach Antrag durch die zuständige Behörde genehmigt werden.

Ursachen für die Resistenz gegen Pyrethroide

Pyrethroide der Klasse II, wie Decis Forte, Karate Zeon und Sumicidin Alpha EC, galten jahrelang als Standardmittel bei der Bekämpfung von Rapsschädlingen. Seit 2003 gibt es aber zunehmend Meldungen aus der Praxis über unzureichende Wirkung gegen Rapsglanzkäfer. Erste Resistenzfälle wurden bereits 2004 bestätigt.

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Was hat zu dieser Resistenz geführt? Der zu häufige Einsatz der gleichen Wirkstoffgruppe hat dazu geführt, dass sich unempfindliche Individuen durchsetzen konnten, wodurch die Wirksamkeit der Mittel sinkt. Ein Monitoring des bayerischen Pflanzenschutzdienstes hat 2022 gezeigt, dass mittlerweile in allen Anbaulagen eine Resistenz oder zumindest eine Minderwirkung gegen Pyrethroide besteht. Es zeigt, dass der Resistenzdruck aufgrund des wiederholten Einsatzes dieser Insektizide immer weiter steigt. Dies betrifft nicht nur Rapsglanzkäfer, sondern auch Stängelschädlinge.

Der Rapsglanzkäfer hat sich an die wiederholte Anwendung von Pyrethroiden angepasst. Der Käfer entgiftet die Wirkstoffe schnell, sodass die Pyrethroide ihre Wirkung verlieren. Dabei werden die Pyrethroide der Klasse II besonders schnell abgebaut und sind daher noch stärker von der Resistenz betroffen.

Die Pyrethroide der Klasse I, wie Trebon 30 EC und Mavrik Vita, zeigen noch eine bessere Wirksamkeit. Aufgrund eines leicht veränderten Aufbaus des Wirkstoffmoleküls können sie vom Rapsglanzkäfer nicht so leicht entgiftet werden. Doch auch bei diesen Präparaten wird der Resistenzdruck mit jeder Anwendung weiter erhöht.

Auch Trebon 30 EC und Mavrik Vita zeigen in Regionen, in denen bereits 2004 und 2005 Resistenzen festgestellt wurden, reduzierte Wirksamkeit. Das bedeutet für die Zukunft, es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Insektizide ihre volle Wirkung verlieren, was die Notwendigkeit einer Anti-Resistenz-Strategie und der Anpassung der Anbauweise (z.B.

Die intrinsische Wirkung von Pyrethroiden

Die Wirkung der Pyrethroide beruht auf einer Überreizung der Nerven des Insekts, welche zum Tod führt. Die Wirkung tritt bereits nach sehr kurzer Zeit ein und Bedarf lediglich einer geringen Wirkstoffdosis. Die Wirkung beschreibt die Stärke des Effekts, der durch den Wirkstoff am Wirkort hervorgerufen wird. Die insektizide Gruppe der Pyrethroide beispielsweise wirkt indem die Wirkstoffe an die Na+-Kanäle der Nervenzellen der Insekten binden.

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Die Kanäle sind nicht mehr in der Lage sich zu schließen und es kommt zu einem unkontrollierten Einstrom von Na+-Ionen. Die Folgen sind eine Überreizung der Nerven und der Tod. Der Wirkort der Pyrethroide ist demnach der Na+-kanal und die Wirkungsweise das Blockieren des Kanals. Die Stärke der Wirkung ist abhängig von der Konzentration des Wirkstoffs. Kann durch eine Steigerung der Konzentration keine Wirkungssteigerung mehr erreicht werden, hat man die maximale Wirksamkeit (Efficacy) erreicht.

Dass die Wirkung der Pyrethroide auf demselben Mechanismus beruhen, ist der Grund, weshalb sich so schnell resistente Insektenpopulationen bilden. Viele der noch zugelassenen Insektizide gehören der Wirkstoffklasse der Pyrethroide an. Da sie alle am gleichen Ort wirken, ist der Selektionsdruck sehr hoch. Die Insekten, die eine Veränderung am Natriumkanal aufweisen, wodurch die Pyrethroide nicht mehr wirken können, oder jene, die die Pyrethroide schnell verstoffwechseln, überleben. Alle anderen werden mit jeder Behandlung weiter aussortiert, sodass am Ende überwiegend die resistenten Insekten übrigbleiben und sich vermehren.

Wenn man die maximale Wirkung von Wirkstoffen beschreibt, die an demselben Ort wirken, dann spricht man von der intrinsischen Wirkung statt von Efficacy. Vergleicht man die maximale Wirkung dieser Wirkstoffe, so vergleicht man die intrinsische Wirkung. Neben der maximalen Wirkung, kann auch die Potenz des Wirkstoffes ein wichtiger Parameter sein, um verschiedene Wirkstoffe zu bewerten. Wenn zwei Wirkstoffe die gleiche intrinsische Wirkung haben, aber der eine diese bereits mit einer niedrigeren Konzentration erreicht, ist er der potentere Wirkstoff.

Die Potenz eines Wirkstoffes wird häufig durch den EC50-Wert beschrieben. Der EC50-Wert ist die Konzentration, die benötigt wird, um die halbmaximale Wirkung zu erzielen und entspricht dem Wendepunkt der Kurven.

Der gezeigte Zusammenhang macht deutlich, dass sich die intrinsische Wirkung zweier Pflanzenschutzmittel mit demselben Wirkstoff nicht unterscheiden kann. Der Begriff intrinsische Wirkung bezieht sich wie gesagt auf den Wirkstoff und seine Wirkung am Wirkort. Wenn der Wirkstoff dort angelangt ist, handelt es sich um eine reine Molekül-zu-Molekül-Beziehung. Nun ist es für den Anwender des Pflanzenschutzmittels in der Regel von größerem Interesse wie das Produkt in seiner Gesamtheit wirkt. In die Bewertung fließt jetzt nicht mehr nur der Wirkstoff ein, sondern auch die Kombination mit den Formulierungshilfsstoffen. Die Wirkstoffe alleine, ohne die Formulierung, sind meist ungeeignet für die Anwendung. Sie lassen sich nicht mit Wasser mischen, sind instabil, oder ungeeignet für den Transport.

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Wenn Sie sich also für einen Wirkstoff entschieden haben, stellt sich als nächstes die Frage, welche die beste Formulierung für Ihre Maßnahme ist und worauf Sie persönlich Wert legen. Habe ich das Equipment für das Produkt, ist es mischbar mit den Produkten die ich gleichzeitig ausbringen will? Kann das Mittel mit dieser Formulierung das Ziel (Pflanze, Schadorganismus erreichen, oder benötige ich einen Dauereffekt, falls der Anwendungszeitpunkt nicht ganz klar ist? Lege ich mehr Wert auf einen niedrigen Preis, oder ist mir der Anwenderschutz besonders wichtig?

Die intrinsische Wirkung ist kein klassischer Begriff im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln. Sollte man ihn dennoch in der Branche verwenden, ist es wichtig zu verstehen, dass sich Produkte des gleichen Wirkstoffs nicht in der intrinsischen Wirkung unterscheiden können.