Karate zur Selbstverteidigung: Frau gegen Mann – Techniken

Die Tage des Kampfsports als reine Männerdomäne sind längst vorbei. Viele Frauen suchen nach einer passenden Sportart, um sich zu bewegen, ein paar Pfunde zu verlieren und dabei Spaß zu haben. Shukokai Karate ist für Frauen und Männer jeden Alters erlernbar, da es vor allem darum geht, die vorhandenen körperlichen Eigenschaften möglichst geschickt einzusetzen.

Die Bedeutung von Strategie und Technik

Deine Chance besteht in einer "besseren" Strategie. Ein Kampf besteht aus einer Reihe immer gleicher Handlungen, die auf Grund der Körperstruktur vorgegeben sind. Setze Deine Kraft nicht direkt gegen die überlegene Kraft des Angreifers ein, schlage nicht auf seine Muskeln, heble nicht seine kräftigen Arme, sondern greife seine Schwachstellen "MASSIVST" an. Eine Strategie besteht darin, "methodisch" zu handeln. Dazu muss Dir klar sein, was Deine Möglichkeiten überhaupt sind. Diese kannst Du Dir selbst überdenken, oder Dich darin schulen/ausbilden lassen. Es gibt viele gute Kampfstile.

Ein zu wählender Kampfstil sollte Deine körperlichen wie mentalen Voraussetzungen berücksichtigen, sowie Deinen Bedürfnissen für eine mögliche Anwendungssituation gegenüber praxisgerecht sein. Nicht jeder will Jahrzehnte üben, um erst als Rentner sich verteidigen zu können. Das muss auch gar nicht sein, WENN Du sehr konsequent und ohne Skrupel gegenüber dem Wohlergehen eines Räubers handelst.

Karate und Selbstverteidigung

Shukokai Karate ist ein vielseitiges Ganzkörpertraining, das sich problemlos an alle Alters- und Fitnessstufen anpassen lässt. Der gleichwertig priorisierte Einsatz von Armen und Beinen beim Karate fördert Koordination, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer und spricht alle Muskelgruppen an. Nicht von ungefähr hat die WHO (die Weltgesundheitsorganisation) Karate als Gesundheitssport eingestuft!

Selbstverteidigung auf zwei Ebenen

Die Shukokai Karate Schule lehrt Selbstverteidigung auf zwei Ebenen, extern und intern. Zu den Selbstverteidigungstechniken auf externer Ebene gehören die diversen Faust-, Fuß- und Abwehrtechniken, die wir immer wieder üben. Ein Markenzeichen unserer Stilrichtung ist die außerordentliche Schlagkraft unserer Techniken.

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Die interne (und vielleicht wichtigere) Ebene beinhaltet Wachsamkeit, Selbstsicherheit und Ausgeglichenheit. Wachsamkeit bedeutet, eine potenziell gefährliche Person oder Situation früh zu erkennen und dementsprechend reagieren zu können. Wenn sich Menschen begegnen, werden viele Informationen unbewusst ausgetauscht. Körperhaltung, Atmung und Augenaktivität unserer Gegenüber kann viel über ihren Gemütszustand und ihre Absichten verraten.

Obwohl wir diese Signale meistens nicht bewusst wahrnehmen, reagiert unser Körper drauf. Unsere Schüler*innen lernen auf die Signale ihres Körpers - ihren Instinkt - zu achten. Das Wissen, sich notfalls wehren zu können, verleiht ihnen mehr Selbstsicherheit. Selbstsichere Menschen haben eine andere Ausstrahlung als ängstliche Menschen und werden seltener angegriffen. Selbstsicherheit bringt auch Ausgeglichenheit mit sich.

Unsere Schüler*innen sind in der Lage, die Ruhe zu bewahren und sich nicht reizen zu lassen, selbst wenn sie mit Aggression konfrontiert werden. In unserer schnelllebigen Zeit sind wir zunehmend mehr Stress ausgesetzt. Das Shukokai Karate bietet Ihnen einen Ausgleich zum hektischen Alltag. Bei uns können Sie sich regelmäßig eine Auszeit gönnen, während der Sie nur an sich denken und an sich arbeiten. Sie können sich auspowern und den Kopf frei kriegen. Umgeben Sie sich mit positiv denkenden Menschen.

Erfahrungen und Vorteile

Ich persönlich habe lange nach einer passenden Sportart für mich gesucht: Ich wollte mich bewegen, ein paar Pfund abnehmen und dabei Spaß haben. In meinem Fitness Center gab es einen Kurs des Shukokai Karate für Erwachsene. Ich hatte mich nie als “Kämpfer-Typ” gesehen. Jedoch der Gedanke, zusätzlich zu meinen anderen Zielen einige Selbstverteidigungstechniken zu lernen, gefiel mir. Also probierte ich es einfach aus. Ich war überrascht, wie viel Spaß mir die Stunde machte.

Seither sind 15 Jahre vergangen, und nach wie vor begeistert mich Shukokai Karate. Es ist ein Teil meines Lebens geworden und es gibt mir viel. Am wichtigsten für mich - Sicherheit. Nicht nur fühle ich mich durchaus in der Lage, mich gegen einen männlichen Angreifer wehren zu können, sollte es mal nötig sein. Ich fühle mich auch insgesamt selbstsicherer. Beim Karate geht es darum, an meiner Technik zu arbeiten, mich ständig zu verbessern - mir immer neue Ziele zu stecken und diese nach und nach zu erreichen.

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Hierdurch habe ich einiges über mich gelernt, wie zum Beispiel meine Stärken abzuschätzen und sinnvoll einzusetzen und auch meine Schwächen zu erkennen und mit ihnen umzugehen. Man sagt, dass Kampfsport “Körper und Geist in Einklang bringt”. Ich sehe das Shukokai-Training definitiv als positiv sowohl für den Kopf als auch für den Körper. Die detaillierte Auseinandersetzung mit dem Körper, die beim Shukokai praktiziert wird, erfordert eine Menge Konzentration.

Ich habe gelernt, meine Gedanken zu sammeln und nur auf das Wesentliche zu achten, ohne mich ablenken zu lassen. Dies bringt auch eine erhöhte Wachsamkeit mit sich, denn man lernt, auf die Signale des Körpers zu achten. Ich traue mir zu, potenziell gefährliche Situationen früh zu erkennen und ihnen aus dem Weg zu gehen, bevor es akut wird. Körperlich hat sich auch einiges getan. Neben der verbesserten Kraft, Beweglichkeit, Fitness und einer guten Figur, habe ich ein deutlich erhöhtes Bewusstsein für Bewegung und für meinen eigenen Körper gewonnen.

Das Training basiert darauf, die natürlichen Bewegungsabläufe des Körpers zu analysieren und zu optimieren. Es geht nicht so sehr darum, “neue” Bewegungen zu erlernen, sondern vertraute Bewegungsabläufe zu verstehen, zu verfeinern und gezielt einzusetzen. Ich finde es hochinteressant zu sehen, wie aus der Verfeinerung alltäglicher Bewegungen verheerende Kampftechniken entstehen.

Die Rolle der mentalen Stärke

In der Shukokai Karate Schule geht es darum, sich ständig zu verbessern. Durch die pausenlose Arbeit an der Technik lernen Sie stets nach vorne zu blicken und niemals aufzugeben. Wir legen Wert auf Respekt und wechselseitige Unterstützung. Shukokai Karate ist wie eine Entdeckungsreise in den eigenen Körper. Die menschliche Körpermechanik ist ein hochentwickeltes und faszinierendes System aus Knochen, Gelenken, Muskeln und Sehnen, deren Beherrschung wahrhaftig eine Lebensaufgabe darstellt.

In unserem Training erleben Sie Bewegung aus einer völlig neuen Perspektive. Sie lernen, gewohnte und natürliche Bewegungsabläufe zu analysieren und auszubauen, um immer bessere Techniken zu entwickeln. Sie lernen durch korrekte Körperhaltung ihr Gleichgewicht zu finden und zu halten. Viele sind erstaunt darüber, zu welchen Leistungen ihr Körper in der Lage ist.

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Weitere Aspekte der Selbstverteidigung

Zwischen Selbstverteidigung und Kampfsport liegt der größte Unterschied in der Zielsetzung. In der Selbstverteidigung lautet das Ziel, möglichst unbeschadet oder wenig verletzt die Situation verlassen, mit allen Mitteln - erst recht unfairen Mitteln. Frauen sind tendenziell kleiner und körperlich schwächer, als Männer. Sie besitzen selten das notwendige Selbstvertrauen, um einem Bedroher mit Ruhe und Gelassenheit gegenübertreten zu können.

Es ist wichtig, ruhig zu bleiben, wenn Sie angegriffen werden. Ebenso, wenn Sie sich verirren oder sich schlecht fühlen. Ein Anruf bei Ihrer Familie kann Ihnen in solchen Situationen sowohl Zeit als auch Stress ersparen. Es gibt Situationen, in denen sich trotz aller bisherigen Sicherheitsregeln eine direkte Konfrontation nicht vermeiden lässt. Es ist wichtig zu wissen, wie man entkommen kann. Es ist auch wichtig zu wissen, wie man Hilfe holen kann. Das ist sicher schwer, denn der Körper reagiert in Gefahrenmomenten mit großer Angst, die einen fast lähmen kann. Versuchen Sie, ihr nicht nachzugeben. Bleiben Sie nüchtern, dann haben Sie mehr Kontrolle über Ihr eigenes Verhalten.

Es mag unglaublich erscheinen, dass eine kleine ältere Frau gegen einen jüngeren, stärkeren Mann bestehen könnte. Ein Täter fürchtet in einer Angriffssituation, dass Ihnen jemand zu Hilfe kommt. Aus diesem Grund müssen Sie so laut schreien, wie es Ihre Lungen hergeben. Nutzen Sie gleichzeitig den Überraschungsmoment, den Sie bei Ihrem Angreifer auslösen, und gehen Sie zum Gegenangriff über. Denken Sie daran, dass die beste Verteidigung der Angriff ist. Nutzen Sie den Überraschungsmoment Ihres Gegners aus und schlagen Sie gezielt auf empfindliche Stellen, die Schmerzen verursachen werden. Wenn der Angreifer Sie festhält, können Sie beißen und kratzen, um sich zu verteidigen. Wenn Sie auf Ihren Gegner einschlagen, schlagen Sie weniger oft, dafür aber genauer zu.

Empfindliche Punkte am Körper

Beim Kampfsport, in der Selbstverteidigung und vor allem beim Krav Maga wird versucht die verwundbaren Körperstellen (engl. vulnerable points of the body) des Angreifers zu attackieren. Mit einem Schlag oder Tritt zu einer empfindlichen Stelle des menschlichen Körpers, kann der Verteidiger körperliche Unterlegenheit ausgleichen und sich eine Chance der Selbstverteidigung bewahren.

Es gibt Punkte am menschlichen Körper die bei einem harten Schlag zum KO oder zum Tod führen können. Diese Punkte werden umgangssprachlich auch oft als tödliche Punkte bezeichnet (Oder KO Punkte am menschlichen Körper). Dazu gehören unter anderem der Kehlkopf, die Schläfe und die Stelle am Hinterkopf an der die Wirbelsäule beginnt.

Der Tritt ins Genital ist wohl die beliebteste Krav Maga Technik. Auch in anderen Selbstverteidigungssystemen wird trainiert, den Angreifer mit einem gezielten Tritt kampfunfähig zu machen. Gerade aus der Ecke der traditionellen Kampfkünste hört man den Vorwurf, dass ein Tritt ins Genital des Gegners eine unfaire Aktion sei. Im Selbstverständnis der Kampfkünste ist es ein Verstoß gegen die Regeln. Bei einem realen Angriff, in einer realen Gefahrensituation jedoch gibt es keine Regeln. Der Angreifer hält sich an keine Regeln und ist der Verteidiger körperlich unterlegen, hat er keine andere Chance als gezielt verwundbare Punkte des Körpers anzugreifen!

Zusammenfassung

Karate, insbesondere Shukokai Karate, bietet Frauen effektive Selbstverteidigungstechniken, die auf Strategie, Technik und mentaler Stärke basieren. Es ist wichtig, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen, die Schwachstellen des Angreifers zu kennen und konsequent zu handeln. Regelmäßiges Training und die Schulung des Selbstbewusstseins sind entscheidend, um sich in gefährlichen Situationen erfolgreich zur Wehr zu setzen.