Karate Wettkampf: Olympia und die Regeln

Karate ist nicht nur eine traditionelle Kampfkunst zur Selbstverteidigung, Selbstfindung und Selbsterfahrung, sondern auch ein Kampfsport mit eigenem Regelwerk. Im Karate steht der ethische Anspruch, angemessen handeln zu können, an oberster Stelle, ebenso wie Selbstbeherrschung und äußerste Konzentration.

Viele junge und ältere Menschen haben sich für diesen Sport entschieden, da Karate Gesundheit und Wohlbefinden fördert. Stufe um Stufe wachsen Geschicklichkeit und Leistungsvermögen. Die farbigen Gürtel der Budosportarten sind dabei Hilfe und Ansporn.

Die Bedeutung der Selbstverteidigung im Karate

Obwohl Karate oft mit Bretterzerschlagen gleichgesetzt wird, spielt die Karate-Selbstverteidigung nur eine untergeordnete Rolle. Es ist eine praktikable Verteidigungsart, bei der Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Gelassenheit von Bedeutung sind. Wer bei einem Angriff nicht in Panik gerät, kann sich sinnvoll verteidigen.

Karate ist nicht nur spannend für alt und jung, sondern auch für Mädchen und Jungen interessant und bietet ein breites Betätigungsfeld. Ein Karateka kann alles anwenden und zeigen, was er gelernt hat, um sich selbst zu verteidigen und auf das, was ihm begegnet, richtig reagieren zu können.

Karate ist auch in der Selbstverteidigung bekannt. Es geht nicht darum, ein Schlägertyp zu sein, sondern darum, geistige Kräfte zu nutzen, um ein Ziel in Sekundenbruchteilen anzugreifen. Beispielsweise kann ein Karateka als Gefangener in einem brennenden Raum eine schwere Tür durchbrechen.

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Kihon und Kata: Die Grundlagen des Karate

Kihon, die Grundschule des Karate, wird systematisch aufgebaut und fördert Beweglichkeit und die eigene Körperwahrnehmung. Fauststöße werden vor dem Auftreffen abgestoppt. Die Faust wird entspannt gehalten - bis unmittelbar vor dem Auftreffen. Die Kraft kommt aus dem Hara, der mittels Muskelspannung der unteren Bauchdecke entsteht. Kihon kann man einzeln oder in Gruppen durchführen, begleitet von inspirierendem Anfeuern und den Kommandos des Übungsleiters, angepasst an die körperliche Verfassung der Gruppe.

Die Kata gleicht einem fremdartigen, faszinierenden Trainingstanz und ist Zeuge der Tradition des Karate. Es gibt etwa 40 Kata, die behutsam und langsam geübt werden und dann an Dynamik und Schnelligkeit gewinnen. Der Karateka kann sie zu einem Ausdrucksmittel seiner eigenen Persönlichkeit machen.

Karate im Wettkampf: Regeln und Disqualifikationen

Die Disziplin der Kämpfer macht faire Wettkämpfe möglich. Karate findet nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt; viele Vereine trainieren in Turn- und Sporthallen der Schulen / Stadt. Im Wettkampf kann der Karateka alles anwenden und zeigen, was er gelernt hat. Eine Steigerung sämtlicher Aspekte des Karate sprechen dafür, sich im Wettkampf zu bewegen. Der Karateka muss sich in jeder der 4 Ecken des Kampfquadrates aufhalten.

Der Kampfrichter gibt das Zeichen zum Start ("Hajime"). Im Wettkampf müssen Angriffe kurz vor dem Aufprall gestoppt werden. Diese Maßnahme ist verständlich, da die Fähigkeit, im Ziel abzustoppen, entscheidend ist. Die Trefferregionen sind genau festgelegt. Ein voller Punkt (Ippon) beendet den Kampf, falls die tatsächliche Wirksamkeit außer Frage steht, andernfalls kann der Kampfrichter den Angriff mit einem halben Punkt (Waza-ari) werten.

Ein Tritt, der den Gegner verletzt, kann einen schweren Verstoß gegen die Regeln darstellen und zur Disqualifikation führen. Dies wurde bei den Olympischen Spielen in Tokio deutlich, als Sajjad Ganjzadeh nach einem Kopftreffer bewusstlos am Boden lag und sein Gegner Tareg Hamedi disqualifiziert wurde, obwohl Ganjzadeh den Kampf nicht fortsetzen konnte.

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Para-Karate: Inklusion im Kampfsport

Para-Karate ist die offizielle Bezeichnung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) für das Karate für Menschen mit Behinderung. Der DKV definiert Para-Karate derzeit so, wie es die Behinderten-Sportverbände (Gehörlosen-Sportverband, Virtus und IPC) tun. Es beinhaltet nicht nur den Wettkampf-Sport, sondern auch die Vermittlung traditioneller Werte des Karate und die Schaffung von Selbstverteidigungs-Möglichkeiten für Menschen mit Handicap. Federführend zuständig für das Para-Karate im internationalen Wettkampfsport ist die WKF. Im Bereich der Zielstellungen gibt es keine Unterschiede zwischen dem traditionellen Karate und dem Para-Karate: Jeder versucht im Rahmen der Möglichkeiten, sich weiter zu entwickeln.

Weitere Aspekte des Karate

Shotokan Karate hat, verbandsabhängig, mehr oder weniger starken Bezug zu traditionellen Werten und Regeln, die japanischen Ursprungs sind. Auf der Suche nach einer neuen Sportart oder dem Wunsch, sich selbst verteidigen zu können, kommt man häufig auch mit Shotokan Karate in Kontakt.

Im Dojo, dem Ort der Wegübung und der Gemeinschaft, gibt es einfache Regeln, die jeder beherzigen sollte, wie beispielsweise, dass im Dojo nicht getrunken und nicht gegessen wird. Der Trainer oder Sensei wacht über die Einhaltung der Dojo Etikette.

Es stimmt, Karate konnte man auch 2008 und 2012 nicht als Disziplin bei den olympischen Spielen sehen. Körpergröße und Statur haben natürlich Einfluss auf Training und Wettkampf. So hat man im Kumite evt.

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