Karate und Tanz sind zwei unterschiedliche Disziplinen, die jedoch einige überraschende Gemeinsamkeiten aufweisen. Während Karate primär als Kampfkunst zur Selbstverteidigung dient, ist Tanz eine Ausdrucksform von Kunst und Ästhetik. Dennoch erfordern beide Disziplinen ein hohes Maß an Körperbeherrschung, Disziplin und Hingabe.
Was ist Karate?
Karate ist ein Kampfsport, dessen Ursprünge bis etwa 500 Jahre n. Chr. zurückreichen. Es entwickelte sich aus gymnastischen Übungen zu einer waffenlosen Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Karate gilt auch als Weg der Selbstfindung und Selbsterfahrung. Der Begriff "Karate-Do" bedeutet "der Weg der leeren Hand". "Kara" ist leer, was den ethischen Anspruch widerspiegelt, jedem, dem man begegnet, angemessen handeln zu können. Achtung des Gegners steht an oberster Stelle.
Im Karate gibt es die Maxime: "Im Karate gibt es keine erste Hand." (D.h. Karate gibt es keinen Angriff). Es geht darum, sich durch Selbstbeherrschung und äußerste Konzentration zu verteidigen. Karate ist mehr als nur Bretterzerschlagen oder Artistik; es ist ein Kampfsport mit eigenem Regelwerk, der systematisch aufgebaut wird. Es trainiert Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit und schult die eigene Körperwahrnehmung. Karate kann von Menschen aller Altersstufen erlernt werden und bietet ein breites sportliches Betätigungsfeld, das nicht nur spannend für alt und jung ist, sondern auch Gesundheit und Wohlbefinden fördert.
Die fünf Regeln des Karate
- Hitotsu! Jinkaku kansei ni tsuto nuru koto (Strebe nach der Vervollkommnung des Charakters).
- Hitotsu! Makoto no michi o mamoru koto (Schütze den Weg der Wahrheit).
- Hitotsu! Do ryoku no seishin o yashinau koto (Fördere den Geist der Anstrengung).
- Hitotsu! Rei gi o omonzuru koto (Achte die Regeln der Etikette).
- Hitotsu! Kekki no you o imashi muru koto (Hüte dich vor ungestümem Verhalten).
Die Geschichte des Karate
Die Geschichte des Karate kann etwa sechstausend Jahre zurückverfolgt werden. Okinawa gilt als die Wiege des Karate. Die Kampfkunst entwickelte sich aus zwei Kampftechniken und wurde als "Te" (Hand) angewandt. Karate ist ein Produkt aus der historischen Kultur von China. Funakoshi Gichin führte Karate 1916 auf dem japanischen Festland ein und gilt als „Vater des Modernen Karate-do“.
Funakoshi`s Künstlername war „Shoto“, aus diesem Grund wurde sein Stil Shotokan genannt. Sein Stil basiert auf Matsumuras Shorin Ryu. Die Anhänger Funakoshis teilten sich später in zwei Gruppen: die Japan Karate Kyokai (JKA) und die Shotokai von Egami. Shotokai Karate veranstaltet keine Wettkämpfe. Die Kata sind mit den Shotokan-Katas weitgehend identisch.
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Karate in den Vereinigten Staaten
Das Interesse an Karate in Amerika stieg, als Meister Ohshima, Senior Obata persönlich Meister Ohshimas Schüler, Mitglieder des Keio University Karate Clubs“ nach Amerika einluden, um Karate zu repräsentieren. Meister Ohshima hält nach wie vor den Vorsitz von Karate of America. Okuyma kam nach Amerika, um die Mitglieder zu betreuen, indem er selbst lehrte und unterrichtete. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums wurde Funakoshi besonders geehrt, welcher die Einladung gern annahm. Diesen Anlass nutzte man, um Karate weiterzuentwickeln.
Karate vs. Tanz: Gemeinsamkeiten
Obwohl Karate und Tanz unterschiedliche Ziele verfolgen, gibt es bemerkenswerte Gemeinsamkeiten:
- Körperbeherrschung: Beide Disziplinen erfordern ein hohes Maß an Körperbeherrschung, Koordination und Balance.
- Disziplin: Sowohl Karateka als auch Tänzer müssen diszipliniert trainieren, um ihre Fähigkeiten zu verbessern.
- Ausdruck: Karate kann, ähnlich wie Tanz, eine Form des Selbstausdrucks sein.
- Tradition: Beide Disziplinen haben eine reiche Geschichte und Tradition.
- Kondition: Karate und Tanz setzen eine sehr gute Kondition voraus.
Karate vs. Tanz: Unterschiede
Die Unterschiede zwischen Karate und Tanz sind jedoch deutlicher:
- Ziel: Karate dient primär der Selbstverteidigung, während Tanz eine künstlerische Ausdrucksform ist.
- Kontakt: Karate beinhaltet oft direkten Kontakt mit einem Gegner, während Tanz in der Regel ohne direkten Körperkontakt ausgeführt wird.
- Regeln: Karate hat spezifische Regeln, besonders im Wettkampf, während Tanz freier und weniger reglementiert sein kann.
- Bewertung: Im Karate werden Techniken und Kämpfe bewertet, während Tanz oft subjektiver beurteilt wird.
Karate-Training
Das Training in einem Karate-Dojo beginnt zunächst mit der Grundschule, wobei Wert auf Atmung und Treffgenauigkeit gelegt wird. Die Techniken werden einzeln oder in Gruppen durchgeführt, begleitet von Kommandos des Übungsleiters und einem inspirierenden Anfeuern. Es gibt 40 Kata, die behutsam und langsam geübt werden, um ein Maximum an Dynamik und Schnelligkeit zu erreichen. Im freien Kampf (Kumite) wird das Gelernte angewendet, wobei die Angriffe vor dem Aufprall abgestoppt werden müssen.
Wettkampf-Karate
Im Wettkampf-Karate sind Tritte und Schläge erlaubt, jedoch müssen die Angriffe vor dem Aufprall gestoppt werden. Ein voller Treffer kann zur Disqualifizierung führen. Ein Kampf wird beendet, wenn ein Kämpfer einen vollen Punkt (Ippon) erzielt oder zwei halbe Punkte erreicht hat. In Mannschaftskämpfen besteht jede Mannschaft aus 5 Teilnehmern, und die Mannschaft mit den meisten Punkten gewinnt.
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Die Spaltung des Karate
Seit den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es eine Spaltung des Karate in "Traditionalisten" und "Wettkampf-" bzw. "moderne Karatesportler". Die "Traditionalisten" lehnen Wettkämpfe ab und konzentrieren sich auf Bunkai als praktische Anwendungsform der Kata. Die Vertreter des Sportkarate hingegen verzichten weder hinsichtlich der Kata noch des freien Kampfes (Kumite) auf Wettkämpfe.
Die Bedeutung der "Zwischenbewegungen"
„Zwischenbewegungen“ waren vor hundert, hundertfünfzig Jahren im „Karate“ als Vorführkunst (Tanz u. Ä.) besonders wichtig und wurden deswegen akzentuiert, d. h. besonders groß und deutlich vorgetragen. In derselben Zeit waren „Zwischenbewegungen“ in der Kampfkunst im Umfeld der königlichen Hauptstadt Shuri ganz im Gegenteil häufig unwichtig und wurden so klein wie möglich ausgeführt.
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