Rapper 18 Karat droht Abschiebung nach Portugal

Der Rapper 18 Karat sitzt im Gefängnis - jetzt droht ihm die Abschiebung. Ivo Vieira Silva, besser bekannt als Rapper 18 Karat, sitzt wegen Drogenhandels im Gefängnis. Jetzt droht ihm möglicherweise die Abschiebung, wie „Bild“ berichtet.

Haftstrafe und mögliche Abschiebung

Der Rapper 18 Karat sitzt aktuell eine Gefängnisstrafe wegen Drogenhandels ab. Jetzt droht im zudem die Abschiebung nach Portugal. Ivo Vieira Silva wurde im Dezember 2022 zu sechs Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Gemeinsam mit Komplizen hat er bis zu 17 Kilo Marihuana aus dem Ausland nach Deutschland geschmuggelt.

Seine Gefängnisstrafe soll normalerweise noch bis zum 19. September 2028 gelten. Spätestens im nächsten Jahr könnte er allerdings nach Paragraf 456a der Strafprozessordnung in sein Heimatland Portugal abgeschoben werden. Laut Informationen der „Bild“ habe die Ausländerbehörde bereits einen Antrag gestellt. Die Zustimmung der Staatsanwaltschaft gelte als Formsache.

Reaktion seiner Frau

Maya Vieira Silva, die Frau des Rappers, versteht die Situation nicht. Gegenüber „Bild“ sagt sie: „Seine Resozialisierung im Gefängnis läuft super. Er hält sich an alles, er hat nie Probleme. Er ist ja auch eher jemand, der dem Staat einiges gebracht hat, wenn ich überlege, was er an Steuern bezahlt hat.“

Vor Gericht hat der Rapper damals selbst versichert: „Nach dem Verfahren möchte ich alles anders machen. Ich möchte für meine Familie da sein. Das ist mein größter Wunsch.“ Die Abschiebung nach Portugal hätte für 18 Karat weitreichende Konsequenzen. Seine kranke Mutter lebt in Dortmund. Darüber hinaus erwartet der Rapper im September ein Kind. Für diesen besonderen Moment wurde ein Hafturlaub beantragt.

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Auch auf Instagram äußert sich Maya zu dem Fall. Es sei schon bekannt, dass sie nach der Haftstrafe auswandern wollten. „Allerdings ist es ein Unterschied, ob man freiwillig geht oder dazu ‚gezwungen‘ wird und nicht wiederkommen darf. Hätte man keine Familie in Deutschland, unter anderem eine Mutter, die bereits einen Schlaganfall hatte, wäre das Ganze auch irgendwie tragbar.“ Dass man im Falle eines Notfalls nicht zurück könne, sei nochmal etwas anderes, meint Maya.

Der Aufstieg von 18 Karat

Der Aufstieg von 18 Karat erscheint schon fast kometenhaft: Innerhalb von gerade einmal sechs Monaten verschafft er sich enorme Reichweite, Top-Ten-Platzierungen und ein Signing bei Banger Musik. Auch wenn der Grund seines Erfolgs manchem Beobachter schleierhaft vorkommt, so scheint der harte Straßenrap des Goldmaskenträgers doch einige Fans zu begeistern.

Viele Informationen über seine Person gibt 18 Karat, "aus Sicherheitsgründen", wie er behauptet, nicht preis. Auch die Maske sei eine Schutzmaßnahme: "Das liegt daran, weil ich ein Junge von der Straße bin und nicht ganz raus von der Straße und noch viel zu verstecken habe", erklärt er im Interview mit TV Strassensound.

Das hindert den Dortmunder allerdings nicht daran, Videos via YouTube zu veröffentlichen, in denen er zeigt, wie er seine Drogen in einer Plastik-Wasserflasche versteckt. Mit der Musik hatte der "Junge von der Straße" vorher eigentlich nicht viel am Hut. Um 2013 beginnt er, sich mit dem Geschehen der deutschen Raplandschaft auseinandersetzen und kommt zu dem Schluss: "Das kann ich auch."

Drei Jahre später prescht er gleich mit einem Album vor, das er mit ein paar Singleauskopplungen auf YouTube bewirbt. "FSK18 Brutal" wird auf Anhieb ein Kassenschlager und macht auch Farid Bang auf den Dortmunder aufmerksam, der sich selbst nicht als Rapper bezeichnen will. Im Juni nimmt der Düsseldorfer Oberbanger 18 Karat unter Vertrag. Seitdem arbeiten sie an einem gemeinsamen Album. "Pusha", das um die ultimative super-extrem limitierte Deluxe-Box nicht herum kommt, erscheint im April 2017.

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Der Nachfolger, auch wieder präsentiert von Banger Musik, erscheint im Jahr darauf. Der Titel lässt es schon ahnen: "Geld Gold Gras" beackert noch einmal ganz genau die selben Themenfelder. Wie übrigens gut ein Jahr später auch das dritte Album "Je M'Appelle Kriminell".

Inhaltliche Schwerpunkte und eigenes Label

Viel zu erzählen hat 18 Karat offenbar nicht. Die Kunst ist ihm ungebrochen schnuppe, von Interesse ist nur, womit sich Geld machen lässt. Zum Beispiel mit einem eigenen Label: Dessen Gründung gibt 18 Karat im Mai 2019 bekannt. Supremos nennt er seine Plattform, über die künftig auch Hamada und der bisher völlig unbekannte Brecho aus Gießen veröffentlichen sollen.

Inhaltlich lassen sich 18 Karats Aussagen auf sämtlichen seiner Alben auf drei Sätze herunterbrechen:

  1. Ich deale, seit ich 14 bin, und bin jetzt ein krasser, steinreicher Drogenbaron.
  2. Tut mir leid, Mama, wenn du deswegen weinen musst, aber so viel, dass ich deinetwegen mein Verhalten ändern würde, bedeutest du mir doch auch wieder nicht.
  3. Ich find' Rap und alles, das damit zusammenhängt, scheiße.

Warum 18 Karat dann rappt, bleibt ein gut gehütetes Geheimnis. Seine Maske, die nach eigenen Angaben aus Blattgold besteht und einen Wert von 3.500 Euro haben soll (in einem späteren Track spricht er schon von "acht Riesen", schwankender Goldpreis?), liefere übrigens den Ursprung seines Namens: Pures Gold weist eine Reinheit von 18 Karat auf, heißt es in der in Umlauf gebrachten Mär.

Ansagen aus dem Gefängnis

18 Karat meldet sich mit einer Instagram-Fragerunde aus dem Gefängnis bei seiner Community. Dabei kündigt er eine große Offensive gegen die gesamte Deutschrap-Szene für die Zeit nach seiner Freilassung an. Life is Pain-Signing Yakary muss sich womöglich besonders warm anziehen.

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Immer wieder wendet sich der Supremos-Gründer an die "Kötter" [sic!], die zuletzt viel "am Bellen gewesen" sind. Für ihn steht fest: Sobald er wieder auf freiem Fuß ist, werden diese "ihren Platz wieder einnehmen" müssen. Er stellt in Aussicht, mal "so richtig" auszupacken.

Bis es soweit ist, wird es aber noch ein wenig dauern. Im Dezember 2022 wurde 18 Karat zu einer Haftstrafe von 6 Jahren und 3 Monaten verurteilt. Gemäß der Zwei-Drittel-Regelung könnte er theoretisch ab Sommer 2026 freigelassen werden.

Beziehung zu Bojan

Bojan umreißt bei Apple Musics Aria Nejati, wie es um sein gegenwärtiges Verhältnis zu 18 Karat bestellt ist. Die Dortmunder Rapper sind schließlich gemeinsam ins Game gekommen. Doch die frühere Supremos-Connection ist schon länger nicht mehr das, was sie einmal war. Auch 18 Karats Gefängnisaufenthalt hat daran bislang wenig geändert.

Bereits Jahre zuvor sollen Bojan und der maskierte Rapper ihre Differenzen gehabt haben."Zwei Jahre, bevor er reingegangen ist in den Knast, hatten wir schon viele Punkte, wo wir gesagt haben: 'Ey, wir verstehen uns nicht gut.'" Man habe sich "sehr auseinandergelebt", erzählt der Künstler, der momentan bei Samras Cataleya Edition unter Vertrag steht. Für Bojan bestehe schon "lange kein freundschaftliches Verhältnis mehr, aber auch keine Feindschaft." Bereits Anfang 2024 erklärte Bojan, dass er seit 2021 zu Karat "kein Verhältnis mehr" habe.

Zurück in die Gegenwart: Es gebe weiterhin keinen direkten Kontakt zu Karat - dafür einen gemeinsamen Bekannten im Knast, der regelmäßig an beide Seiten Grüße ausrichte.

Babyglück im Gefängnis

Am 21. September könnte er das schönste Geburtstagsgeschenk seines Lebens bekommen: Rapper 18 Karat (bürgerlich Ivo V.) wird zum ersten Mal Vater! Auf Instagram postete seine Frau Maya (31) am Muttertag Fotos von ihrem Babybauch - und ein Ultraschallfoto vom Fötus. „Der errechnete Geburtstermin fällt genau auf den Geburtstag von Ivo (21. September, Anm. d. Red.)“, verriet Maya BILD, und: „Es wird ein Mädchen.“

Erst im November hatten sie und Rapper 18 Karat einen schweren Schicksalsschlag erlitten, als die Dortmunderin eine Fehlgeburt hatte. Danach hätten sich Ivo V. und Maya natürlich große Sorgen gemacht, ob es noch einmal klappen könne.

Doch im Januar blieb die Periode aus! Maya: „Als ich es Ivo gesagt habe, dachte er erst mal, ich scherze. Er konnte sein Glück kaum fassen …“ Trotz erfüllender Stunden in der Liebeszelle (im Behördendeutsch: „Langzeitbesuchsraum“) und sorgfältiger Planung hatte das Paar nicht damit gerechnet, dass es so schnell klappt.

Die Glücksnachricht, die 18 Karat diesmal per Telefon bekam, behielten die beiden zunächst für sich. Grund: Im vergangenen Jahr starb das ungeborene Kind, kurz nachdem 18 Karat und Maya die Schwangerschaft öffentlich gemacht hatten. „Deshalb war für uns beide dieses Mal auch klar, dass wir die Neuigkeiten nicht zu früh verkünden wollen.“ Jetzt, in der 22. Schwangerschaftswoche, konnte „Mrs. 18 Karat“ ihren Babybauch kaum mehr verstecken.

Verurteilung und Haftbedingungen

Nach der Einfuhr und dem Handel mit Drogen war 18 Karat zu einer Haftstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Im Gefängnis schwängerte der Rapper daraufhin seine Freundin und heiratete sie. Ivo Vieira Silva, wie der Sprechgesangskünstler mit bürgerlichem Namen heißt, musste sich wegen der Einfuhr und dem Handel von Drogen in “nicht geringfügigen Mengen” vor Gericht behaupten und wurde verurteilt.

Die Polizei war bei einer Razzia auf fast zwölf Kilo Marihuana, mehrere Waffen, Blanko-Impfausweise, geringe Mengen an Ecstasy und Haschisch und zwei Heimplantagen gestoßen, der Rapper musste nicht nur 240.000 Euro an Bußgeld zahlen, sondern wurde im Dezember 2022 auch zu sechs Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Während 18 Karat bereits seit Ende 2022 hinter schwedischen Gardinen sitzt, heiratete er wenige Monate nach seinem Haftantritt in der Justizvollzugsanstalt Dortmund seine Verlobte Maya. Fotos von ihrer Eheschließung - samt Hochzeitskleid, Hochzeitstorte und Co. - veröffentlichte das Paar online.

Maya kämpft gegen die Abschiebung

Während der aktuell wegen Drogenhandel inhaftierte Rapper die Monate bis zur Entlassung herunterzählt, gibt es Neuigkeiten: 18 Karat droht nach seiner Knast-Hochzeit die Abschiebung nach Portugal. Das zumindest berichtete die BILD-Zeitung unter Berufung auf die Ausländerbehörde Dortmund. Auf Anfrage der F.A.Z. wollte die in Nordrhein-Westfalen ansässige Stadt die Meldungen weder bestätigen noch dementieren.

Ehefrau Maya veröffentlichte unterdes via Instagram ein erstes Statement und schrieb unter anderem, dass sie nach der Geburt ihrer Tochter und der Entlassung sowieso vor hatten, auszuwandern. Dennoch würde eine Abschiebung einen faden Beigeschmack hinterlassen - schließlich könne das Ehepaar am Ende nicht zurückkehren.

Wer ist 18 Karat?

18 Karat - bürgerlich Ivo Vieira Silva - ist ein deutscher Gangsta-Rapper mit portugiesischen Wurzeln. Bekannt wurde er 2016 mit seinem Debütalbum „Pusha“, das in der Rap-Szene schnell Aufmerksamkeit erregte. Sein Markenzeichen: eine goldene Sturmhaube, hinter der er lange Zeit seine Identität verbarg.

Aspekt Details
Name Ivo Vieira Silva (18 Karat)
Haftstrafe 6 Jahre und 3 Monate (Drogenhandel)
Mögliche Abschiebung Portugal
Frau Maya Vieira Silva
Erwartetes Kind Mädchen, Geburtstermin 21. September